Psychologiestudium, was kann man sich darunter vorstellen?

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6 Antworten

Schwer ist immer relativ. Ganz grundsätzlich kann man mit ausreichender Intelligenz und Fleiß jedes Studium schaffen.

Das Problem ist dabei aber, wie gut man sich motivieren kann (innere Widerstände) und das hängt einerseits von den Interessen ab und andererseits von attraktiven Zielen.

Hinzu kommt noch, dass es auf Begabungsbereiche ankommt. Im Prinzip ist eine Möglichkeit, Studienfächer nach primär viel lesen und (auswendig-) lernen (m.M. z.B. Medizin) und eher viel lesen und verstehendes Lernen (m.M. z..B. Philosophie) einzuteilen. Der eine hat mehr Stärken im Verstehen, der andere mehr im Auswendigpauken.

Psychologie hat sicher den Vorteil, dass es beider Welten vereint, ohne einem Extrem zugeordnet zu werden. Daher spricht es breite Begagungsbereiche mit Möglichkeiten zum Ausgleich an. Man muss erstmal viele Zusammenhänge verstehen (auch die einzelnen psychologischen Fächer und Ansätze (Paradigmen) verknüpfend), dann aber auch sehr viel recht stumpf auswendig pauken (Bulimie-Lernen). Manchen kommt diese "Mischung" sehr entgegen, andere treibt sie in die Verzweifelung.

Hinzu kommt, dass ein roter Faden die sehr fundierte Ausbildung in Forschungsmethoden und mathematisch-statistischen Methoden darstellt. Alles Verstandene und Gelernte muss dann immer noch mal einem methodenkritischen Standpunkt unterzogen werden, bzw. müssen verschiedene methodische Probleme gelöst werden ("Wie prüfen Sie diese Hypothesen? Entwickeln Sie einen statistischen Versuchsplan! Welche alternativen Versuchsdesigns und Auswertungsmodelle gäbe es? usw."). Dies stellt die meisten Studierenden auf die Probe, da hier in der Regel die Motivation am niedrigsten ist und gleichzeitig macht das nun mal rund 50% des Psychologiestudiums aus. Für viele eine missliche Situation. Eine zu geringe Affinitiät zu naturwissenschaftlich-experimentellem Denken und Arbeiten führt denn meist auch zu einem Studienfachwechsel.

Auch Enttäuschungen in Bezug auf die Inhalte sind vielfach die Regel: Erwartung: ich lerne tolle Sachen wie Täterprofile erstellen, Gespräche führen, Lügner erkennen, Menschen helfen, Probleme zu lösen, Menschen zu therapieren usw. -- Realität: ich studieren ein experimentell ausgerichtetes mathematisch-naturwissenschaftliches Fach und beschäftige mich den ganzen Tag mit Erlernen des mathematischen und sonst. methodischen Handwerkszeugs und mit großen Mengen an empirisch prüfbaren Theorien und Modellen, die ich vorher niemals mit Psychologie in Verbindung gebracht hätte, hinzu kommen noch Grundlagen wie Wissenschaftstheorie aber auch Neurophysiologie, Genetik und Neuroanatomie usw.

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Ob es extrem schwer ist, weiß ich nicht. Ich fand es rasend spannend und von daher auch nicht besonders schwer. Motivation ist halt alles.

Ich hatte damals einen Jurastudenten als Freund, mit dem ich mal eine Juravorlesung besucht hatte. Ich wäre beinah schreiend weggelaufen, denn das war gar nichts für mich. Von daher fand ich Jura unendlich viel schwerer als Psych. Diese Kirschkernschnitzermentalität, die man für dieses Studium braucht, habe ich einfach nicht.

Aber eines musst du halt wissen. Es hat nichts, oder sehr wenig, mit dem Fach Psychologie in der Schule zu tun.

Gröhl... ich habe einmal einer Schülerin, 13. Klasse eine Psych.Hausaufgabe gemacht und eine glatte 5 für sie eingefahren. Ich glaube, die Lehrerin hatte nichts von dem verstanden, was ich da geschrieben hatte. In der Uni lernt man einfach etwas anderes.

Ich war allerdings auf einer Uni, die nicht so rasend viel Wert auf Mathe legte. Die Schwerpunkte waren anders. Von daher kam ich mit meiner Mathe-Vier durchaus noch klar.

Ich habe mich allerdings früh einer privat initiierten Lerngruppe angeschlossen. Das machte es dann noch mal einfacher.

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Kommentar von strawberri
04.11.2016, 19:16

Vielen Dank für die tolle Antwort! Darf ich fragen wo du warst?

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Man hat halt viel Statistik und Fächer wie Biologische Psychologie sind wirklich anspruchsvoll und man muss sehr viel lernen.
Aber es ist auf jeden Fall machbar.

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Kommentar von strawberri
04.11.2016, 17:32

Hast du da selbst Erfahrung? Wie muss man sich das vorstellen? 

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man hat viel Mathematik wegen den ganzen Statistiken und so

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Ja: ein Psychologiestudium ist mit einigem Aufwand verbunden.
Ja, man sehr viel Statistik!
Welches Fach einem wie schwer fällt hängt davon ab, wo die eigenen Talente und Interessen liegen. Und wie sehr man bereit ist sich in Fächer, die einem nicht so liegen, reinzuhängen.

Statistik, Methodenlehren (Qualitative Methoden, Quantitative Methoden), Biologische Psychologie, klinische Psychologie, Sozialpsychologie, Geschichtliches, ... ... Je  nach Uni wird da auf unterschiedliche Dinge mehr oder weniger Wert gelegt.

Eine Freundin von mir, die Medizin studiert, meinte einmal sie findet mein Studium viel schwerer - das kann ich natürlich so nicht bestätigen - schon allein, weil ich ja nicht Mdizin studiert habe.
Ich habe allerdings ein Jahr Soziologie studiert - und das war deutlich weniger anspruchsvoll (auch wenn ich bei beiden Studiengängen nur die ersten beiden Semster vergleiche).

Allerdings ist es natürlich immer eine individuelle Sache, wie schwer man ein Studium findet.

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Kommentar von strawberri
04.11.2016, 19:18

Vielen Dank für die Antwort! :)

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Du interessierst dich für ein Thema, schaffst es aber nicht, dich eigenständig darüber zu informieren? Dann hast du kein Interesse, ganz einfach.

Im Internet findest du tausende Adressen, wo du Informationen erhältst.

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Kommentar von strawberri
04.11.2016, 17:30

Es steht ja auch in der Beschreibung, dass ich nach Leuten suche, die mir da mit Erfahrung weiterhelfen. Theorie ist die eine Seite, aber wie es in der Realität ist was ganz anderes. Ich war ganz zufällig eben noch nicht studieren, was ist bitte Deiner Meinung nach so schlimm danach, nach Erfahrungen zur fragen? Mein Gott.

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