Frage von UrbanQuestion, 90

Medizin-Studium - Sinnvoll und möglich?

Eine sehr gute Freundin von mir leidet schon eine ganze Weile an Depressionen und ich habe mitbekommen, wie es sie verändert und belastet. Seither interessiert mich die menschliche Psyche sehr - wie sie eine Auswirkung auch auf unser körperliches Wohl hat. Deshalb interessiere ich mich sehr für Psychologie und möchte sehr gerne Psychiater werden, nicht nur um die Psyche besser zu verstehen, sondern auch, um den Menschen zu helfen.

Nun, hier ist allerdings das Problem: Ich bin momentan in der 10. Klasse eines Gymnasiums, doch bin mir schon jetzt ziehmlich sicher, dass ich den Nc von 1,0 (da ja auch Medizin studiert wird) nicht erreichten werde, wenn ich viel lerne, komme ich vielleicht auf einen guten 2er Schnitt, mit etwas Glück vielleicht noch Richtung 1,7. Das würde doch schon rein technisch bedeuten, dass ich das Fach nicht studieren kann, oder? Ich habe von Wartesemestern gehört, allerdings kann ich mir damit nichts vorstellen. Wie lange würde es damit etwa dauern? Eine andere Freundin von mir meinte auch, dass man ja in einem Land wie Schweiz studieren könnte, da es dort kein NC gibt. An sich hätte ich kein Problem in einem anderen Land zu studieren, doch geht das so einfach?

Und noch eine andere Frage: Ich habe gehört, dass viele Psychologie studieren wollen. Ist es da überhaupt sinnvoll, solch ein Studium anzustreben? Auch wenn es mich sehr interessiert, möchte ich doch nicht studiert haben und dann keine Arbeit haben.

Schon Mal danke im Vorraus für Antworten auf meine doch nicht wenige Fragen :)

Antwort
von Dopar, 39

Achtung: Ein Psychologe hat Psychologie studiert und ein Psychiater studiert Medizin. Die beiden Tätigkeiten sind daher nicht gleichzusetzen ;-)

Während ein Psychiater u.A. Medikamente verschreiben kann der Psychologe "nur" zuhören ;-)

Soweit ich weiß ist aber für beide Studiengänge der NC relativ hoch. Wartesemester funktionieren im Prinzip so, dass du für jedes Semester, dass du auf den Studienplatz wartest etwas weiter höher in der Liste rutschst.

Grundsätzlich denke ich ist die Nachfrage nach Psychiater und Psychologen sehr groß - sicher kein schlechter Berufsweg (wenn man mit der Belastung auf lange Sicht umgehen kann).

Kommentar von UrbanQuestion ,

Okay, danke schon Mal. Wie lange würde ich denn etwa warten? (So im Durchschnitt)

Kommentar von Dopar ,

Ist nicht mein Fachgebiet aber soweit ich weiß ist der "Psychiater" eine "Facharzt"-Ausbildung, die sich an das Medizinstudium anschließt.

Antwort
von nathsx, 23

Also Psychologie und Psychiatrie sind schon einmal zwei verschiedene Dinge. Wie Dopar bereits gesagt hat, musst du um Psychiater zu werden, Medizin studieren. 
Nach deinem Studium machst du dann eine Facharztausbildung zum Psychiater. Bis du dann Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bist, dauert das mindestens 11 Jahre (6 Jahre Studium + 5 Jahre Facharztausbildung). 
Was den NC betrifft: Mit einem Schnitt von 1,7 ist noch nichts verloren. Direkt wirst du damit keinen Studienplatz bekommen, auf eine Wartezeit wirst du dich wohl einstellen müssen. Wenn du dich für das Sommersemester bewirbst, hast du auch bessere Chancen; da sind die NCs einen Ticken niedriger. So musste zum Beispiel eine ehemalige Schulkameradin mit einem Schnitt von 1,6 oder 1,7 ungefähr 1 1/2 - 2 Jahre warten. Wichtig ist, dass man in dieser Zeit an keiner deutschen Hochschule immatrikuliert ist, sonst zählt diese Zeit nicht als Wartesemester.

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