Frage von UrbanQuestion, 57

Psychologe und Psychiater - wer tut was?

Hallo :)

Also, ich interessiere mich schon eine ganze Weile für Psychologie und überlege sogar später einmal in diese Richtung zu studieren und dann auch zu arbeiten. Ich habe schon einige Seiten durchgelesen, dennoch ist mir der Unterschied zwischen Psychiater und Psychologe noch nicht ganz bewusst...

Also, nehmen wir einmal an, dass jemand an Depressionen leidet und deshalb Hilfe suchen möchte, nicht nur um Antidepressiva zu bekommen, sondern auch zu Gesprächen. Wer tut dies, der Psychologe oder Psychiater?

Oder in einer Anstalt. Sind es die Psychologen, die dort arbeiten und sich um die Patienten kümmern, oder sind es die Psychiater?

Ich weiß, dass Psychiater Medizin studiert haben und deshalb auch Medikamente verschreiben dürfen, doch wer hält die Gespräche mit den Patienten?

Freundliche Grüße

Antwort
von kayo1548, 30

Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten, d.h. es geht hier ganz allgemein um das Erleben und Wahrnehmen (primär vom Menschen) und um viel wissenschaftliche Arbeit (Modelle, Theorien, Berichte, Experimente, Statistik)

Nur ein Bruchteil der Psychologen arbeitet in der klinischen Psychologie (klinische Psychologie ist das Gebiet, dass sich mit psychischen Störungen beschäftigt).

Bei vielen ist klinische Psychologie nicht einmal im Studium vorhanden.

Ein Psychiather ist jemand, der Medizin studiert und danach die Facharztweiterbildung in der Psychiatrie gemacht hat.

Das sind also erstmal 2 völlig unterschiedliche Studiengänge.

Um in Deutschland Psychotherapeut zu werden, gibt es 3 Möglichkeiten:

-> Master in Psychologie (mit klinischer Psychologie) und danach eine 3-5 jährige Weiterbildung

-> Medizinstudium und danach eine entsprechende Weiterbildung

-> im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychotherapie auch ein Studium der Pädagogik oder Sozialpädagogik mit anschließender Weiterbildung.

Es ist aber durchaus davon auszugehen, dass die Zugangsmöglichkeiten für nichtärztliche Therapeuten geändert werden und es so z.b., wie in vielen Ländern bereits üblich, eigenständige Studiengänge dafür gibt.



"Also, nehmen wir einmal an, dass jemand an Depressionen leidet und
deshalb Hilfe suchen möchte, nicht nur um Antidepressiva zu bekommen,
sondern auch zu Gesprächen. Wer tut dies, der Psychologe oder
Psychiater?"

Prinzipiell kann auch der Psychiater Psychotherapie anbieten.

In der Praxis sieht es aber zum Teil auch so aus, dass Psychiater sich hauptsächlich um die medikamentöse Therapie kümmern.

"Oder in einer Anstalt. Sind es die Psychologen, die dort arbeiten und
sich um die Patienten kümmern, oder sind es die Psychiater?"

In einer Klinik arbeiten sowohl nichtärztliche Psychotherapeuten als auch Psychater.

Und natürlich noch viele weitere Personen: Ergotherapeuten, Kunsttherapeuten, Musiktherapeuten, Pfleger, bei Kinder- und Jugendpsychiatrien auch Lehrerinnen und Lehrer usw.

Kommentar von Federfell ,

Eben, auf Grund der verschiedenen Ausbildungswegen ist der Psychiater befugt Medikamente zu verschreiben, der Psychotherapeut/Psychologe darf das nicht und ist den Psychiatern "unterstellt" (in den Meißten Fällen ;) )

Kommentar von kayo1548 ,

Nur Ärzte dürften Medikamente verschreiben, das ist richtig.

Es gibt aber auch andere ärztliche Psychotherapeuten (also neben Psychiatern) die eine entsprechende Weiterbildung haben und mit der Krankenkasse abrechnen dürfen.

Daneben können gewisse Leistungen auch privat abgerechnet werden.

Im stationären Bereich ist es tatsächlich so, dass formell eben immer nur ein Arzt weisungsbefugt ist.

Praktisch ist es da aber, zumindest wenn man auf geeignete Mitarbeitermodelle setz, ohnehin nicht mehr so streng hierarchisch sondern man versucht tatsächlich miteinander an einem Problem zu arbeiten und jeder kann sich einbringen.

DIe Notwendigkeit einer ganz strengen Hierarchie gibt es da denke ich nur noch in wenigen Bereichen, wie z.b.in der Notfallbehandlung im Krankenhaus;

das ist natürlich jetzt off topic, aber ein sehr interessantes Thema wie ich finde.

Antwort
von issst, 29

Der Psychiater führt ebenfalls Gespräche mit dem Patienten, eben um Diagnostik durchzuführen, um weitere Schritte einleiten zu können, Medikamente zu verschreiben oder einfach so etwas Hilfestellung zu geben.  Eine vollwertige Verhaltenstherapie, Psychoanalyse etc. wird allerdings vom Psychologen durchgeführt. Also um den Psychiater kommt man in aller Regel nicht herum, zumindest dann nicht, wenn auch Medikamente eingesetzt werden müssen oder nicht zu lange gewartet werden kann. Im Gegensatz zu den Psychiatern muss man bei Psychologen meistens mit mehreren Monaten Wartezeit rechnen.

Antwort
von BecksDieNudel, 23

ich bin mir nicht ganz sicher aber ich hab mal gehört dass ein Psychiater Medikamente verschreiben kann und ein Psychologe nicht.. genauer weiß ich dass jetzt aber auch nicht 

Antwort
von halloschnuggi, 14

Das erste ist meistens persöhnlich schwerpunkt sprechen das anderw ist schob medizin

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