Wenn ein Mann in unzähligen Communities Kontakte knüpft, in unzähligen Foren Blogs, Tagebucheinträge, Meinungen etc. veröffentlicht, Couchsurfing betreibt (wildfremde Menschen aus aller Welt zu sich nach Hause einladen) und alle, wirklich alle diesen Menschen ach so wundervoll, freundlich, aufgeschlossen und perfekt finden....dann stimmt da doch irgendetwas nicht, oder?
Was für ein Mensch kann hinter so einem "exhibitionistischen", aufmersamkeitsheischenden Leben stecken, das so dermaßen aalglatt ist, dass keiner auch nur eine Ecke findet? Wie sieht es psychisch in so jemandem aus? Selbst mit Ex-Freundinnen und "Anwärterinnen" ist man bestens befreundet, ohne jemals einen Grund für böses Blut zu geben. Es kann doch keiner zu JEDEM freundlich sein???
Wie kommt man an den Kern eines solchen Menschen?

Ich kannte auch mal so jemanden, einen Ex-Freund. Er hatte unzählige Kontakte mit allen möglichen Leuten, ganz auf die amerikanische Art. Und mit allen konnte er NUR freundlich reden und niemand hat etwas schlechtes gegen ihn gesagt. 10 Jahre nach unserer Trennung hab ich dann zufällig erfahren, dass er inzwischen zum praktizierenden Budhismus übergetreten wäre... Was ich ehrlich gesagt albern fand. Denn schließlich wußte ich über seine Kindheit, dass a) seine Eltern geschieden waren als er noch klein war und die Mutter dem Vater wohl alles weggenommen hat (Haus, Erbe usw.) worunter er und seine Geschwister sehr gelitten hatten b) die Mutter allein lebend dann ein VollMessie wurde, um deren Wohnung sich mein Ex-Freund mehrmals pro Jahr kümmern musste c) seine Geschwister jeweils Psychosen bekommen hatten, worum er sich ebenfalls kümmern musste d) er selbst höchst verschlossen war und man mit ihm nie mal ein richtig tiefgehendes Gespräch führen konnte (Bei ihm war halt IMMER ALLES in bester Ordnung- angeblich), was mich IMMER gestört hat und weswegen ich letztendlich mit ihm auch Schluss gemacht hatte. Über alles 'problematische' auch Beziehungsprobleme konnte man mit ihm nicht reden- er hat einfach stets abgeblockt. Fazit: wenn jemand - selbst negative Dinge- nur in den schillerndsten Farben schildert und sich selbst gut dar stellt, dann finden auch andere Menschen denjenigen 'nett'. Aber was ist 'nett' schon für ein Attribut?? Ich persönlich finde 'nette' Menschen solcher Art nicht tiefgründig und problembewußt genug für meine Ansprüche. Und ergo: langweilig! Für mich! Für andere vielleicht angenehm, weil sie eher konfliktscheu sind und es mit so jemanden nie Probleme in der Hinsicht gibt. So kann man wunderbar nebeneinander her leben und viele wollen das gern.
Ganz spontan finde ich, dass die Frage und die Art der Fragestellung mehr über dich als über ihn aussagt ;-)Dort würde ich auch die Analyse ansetzen :-)Ist nicht bös gemeint!
Wieso denn? Ich kenne einfach keinen Menschen, der unter Google so sehr in alle Himmelsrichtungen vertreten ist und überall mit persönlichen Dingen hausieren geht und von den jeweiligen Leuten nur positivste Rückmeldungen bekommt. Klar sagt die Frage auch was über mich aus (man kann nicht nicht kommunizieren), aber ich fühle mich in Anbetracht der Begeisterungsstürme für diesen Mann einfach nur noch hilflos.

Das tönt wirklich nach perfekter Tarnkappe. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich zum "Kern" eines solchen Menschen vorstossen will, da liegt wahrscheinlich so manche Leiche im Keller. Der Mensch müsste mir schon sehr viel bedeuten, damit ich mir die Mühe geben würde. Viel wichtiger wäre, dass dieser Mensch mal zu sich selbst vorstösst, aber das ist mit sehr viel Arbeit und auch mit sehr viel Schmerz verbunden. Schätzungsweise funktioniert das nicht ohne fachliche Hilfe, und die Bereitschaft müsste vorhanden sein.

eine Mensch ohne Rückrat/ Charakterstärke- da er jedem gefallen will, also ein sehr unsicherer Charakter der vielleicht frühkindliche Problem mit Kritik und Bestätigung hatte! ...nur mal so
Ist er Mönch, Buddhist? Auf jeden Fall hat er ein grosses Herz!
Ich habe auch manchmal Couchsurfer bei mir, das waren bisher immer sehr nette Menschen und interessante Kontakte. Jeder nach seiner Fasson, wenn Du lieber mehr Privatsphäre magst, ist das auch kein Thema.
Mir ist noch eingefallen, dass es für so etwas auch den Ausdruck 'Smiling-Depression' gibt. Sagt doch eigentlich alles, oder?