Frage von Frooopy2, 111

Psycho auf Younow?

Ich habe mir die Plattform letztens mal angeschaut und dort Streamen ja Leute verschiedenen Alters ab 13/14. Zuschauen darf ja auch jeder. Die Leute reden dort über alles mögliche und es gibt dort sicherlich auch "ältere" Leute, die sich dort "Jüngere" gerne anschauen. Da ist ja auch nichts dabei, wie ich finde. Manchmal reden sie auch im Stream miteinander und es gibt sogenannte Younow -Treffen.

Die meisten Streamer sind aus meiner Sicht Leute die grundsätzlich gerne Aufmerksamkeit haben wollen oder vielleicht auch einsam sind und das eine Community ist, über die sie Freunde finden. Es sind echt tolle Leute dabei, die sehr unterhaltsam sind.

In den Streams sind Moderatoren, die aufpassen was da so gestreamt und gechattet wird. Wer gegen die Regeln verstößt wird geblockt oder verliert seinen Account.

Jetzt gibt es dort aber auch einen Streamer der immer verhüllt vor der Kamera sitzt, hinter sich komische Runen und Zeichen an der Wand hat und ab und zu aus der Bibel vorliest. Er hat sich scheinbar zur Aufgabe gemacht Jugendliche von der Plattform fern zu halten "weil es sein kann", dass Pädophile sich die Jugendlichen anschauen und Kontakt aufnehmen könnten etc. Man muss dazu sagen, dass die Streams alles andere als annonym sind, weder als Chatter noch als Streamer.

Das geht soweit, dass die Telefonnummern und Adressen von Jugendlichen herausfindet und deren Eltern oder sogar Schulen anruft, wenn er mein, dass sich z.B. ein junges Mädchen dort zu freizügig gibt oder wenn ein älterer (22) Streamer, sich mal mit einer Jüngeren (15) unterhält.

Meine Frage ist dazu die Folgende:

Ist es erlaubt die Adressen von Minderjährigen über das Netz herauszufinden und die Eltern der betroffenen Teenager anzurufen, um sie darüber in Kenntnis zu setzen mit wem ihre Kids auf dieser Plattform Kontakt haben? Wie gesagt ruft er sogar, wenn er sie heraus findet, an deren Schulen an.

Ich frage desshalb weil ich ehrlich gesagt erstmal nichts verwerfliches daran finde wenn sich Jüngere mit älteren Leuten unterhalten oder vielleicht auch befreundet sind. Ich finde auch, dass es nicht die Aufgabe von wildfremden Menschen ist, sich in die Erziehung von Minderjährigen einzumischen. Des Weiteren finde ich es äußerst seltsam, dass ein verhüllter Mensch mit Bibel unterm Arm meint, Teenager erziehen oder vor was auch immer schützen zu müssen. Ich glaube auch, dass sowas ziemlich hysterisch ist zu glauben, dass bei Kontakten zwischen Jüngeren und Älteren immer gleich sexuelle Dinge eine Rolle spielen. Die meisten Younower sind so zwischen 14 und ~28 würde ich mal schätzen, also weder kleine Kinder noch alte Opas und eher so typische social Media Nerds.

Wie ist sowas (straf-)rechtlich zu bewerten? Macht er sich damit nicht strafbar wenn er das tut?

Antwort
von PrivatfragenDE, 61

Ist es erlaubt die Adressen von Minderjährigen über das Netz
herauszufinden und die Eltern der betroffenen Teenager anzurufen, um sie
darüber in Kenntnis zu setzen mit wem ihre Kids auf dieser Plattform
Kontakt haben? Wie gesagt ruft er sogar, wenn er sie heraus findet, an
deren Schulen an.

Ein Grundrecht auf Datenschutz
Jeder hat einen Anspruch auf den Schutz seiner personenbezogenen Daten. Nur man selbst, bzw. die Eltern im Falle von Minderjährigen, können bestimmen, ob personenbezogene Daten preisgegeben werden sollen und wozu sie verwendet werden dürfen. Dabei wird zwischen „sensiblen“ und
nicht-sensiblen“ personenbezogenen Daten unterschieden. Sensible Daten
betreffen den persönlichen Lebensbereich eines Menschen, z.B. seine
ethnische Herkunft, politische Meinung, Gesundheit, religiöse Überzeugung und sein Sexualleben. Nicht-sensible Daten sind z.B. Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum oder der Beruf. Sensible personenbezogene Daten dürfen nicht verwendet werden. Es sei denn, der Betroffene hat sie selbst veröffentlicht. Etwas weniger streng ist es bei den nicht-sensiblen Daten. Sie dürfen verwendet werden, wenn es durch ein Gesetz erlaubt ist, der Betroffene zustimmt oder die Daten selbst veröffentlicht, wenn die Nutzung der Daten lebenswichtig für den Betroffenen ist oder überwiegende berechtigte Interessen eines Dritten vorliegen.

Quelle: http://www.klicksafe.de/presse/2010/datenschutz-und-persoenlichkeitsrechte-im-we...

Kommentar von Frooopy2 ,

Danke. Jetzt ist natürlich die Frage, wessen Interessen überwiegen in so einem Fall und sind juristisch relevant?

Die des Minderjährigen mit dem Recht auf Selbstbestimmung oder die eines vermeidlichen "Kinderschützers". Der weder den Jugendlichen noch den Erwachsenen, sowie deren beider Absichten kennt bei einem Kontakt und ausschließlich aus einer Vermutung heraus handelt.

Kommentar von PrivatfragenDE ,

Hallo,

ich darf rechtlich gesehen keine Auskunft darüber geben, da ich kein "Jurist" bin. Du könntest evt. im Internet darüber recherchieren oder in einem juristen Forum Fragen.

Grüße

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