Frage von Sebastian1983, 55

Psychische Probleme / Neurodermitis - Was tun gegen Schlaflosigkeit?

Hallo, ich habe seit längerem mit psychischen Problemen (ich würde sagen mittlere Depression) zu kämpfen. Ich mache mir zu viele Gedanken, bin oft unruhig, kann den Moment nicht genießen und habe viele Ängste. Auch mein Antrieb ist sehr eingeschränkt und meine Laune oft getrübt. Ich bin sehr schnell genervt. Auch auf Arbeit habe ich viel Stress und psychische Probleme. Bin schon länger auf der Suche, aber bisher finde ich nichts. Ich jabe Neurodermitis. Es war lange wie verschwunden. Kommt immer mal wieder etwas. Momentan ist es extrem. Meine Beine sind die Hölle. Ständig kratze ich mich auf. Nachts schlafe ich höchstens 2 bis 3 Stunden. Und das nicht mal am Stück. Die Tage konnte ich es nicht mehr aushalten und war beim Hausarzt und wollte Schlaftabletten verschrieben haben. Laut meiner Ärztin machen diese zu schnell süchtig. Stattdessen bekam ich Mirtazapin 15 mg aufgeschrieben, ein leichtes Antidepressivum. Es würde vor allem helfen, abends zur Ruhe zu kommen und zu schlafen. Ich habe große Angst dieses zu nehmen. Wen man nach den ganzen Möglichen Nebenwirkungen schaut... Was denkt ihr? Gibt es andere Möglichkeiten?!

Antwort
von SiViHa72, 25

Wie wäre es, Du nimmst das Zeug erst einmal, um zur Ruhe zu kommen. Und zeitgleich suchst Du Dir etwas, um wirklich seelisch zur Ruhe zu kommen- das kannst Du mit einem (guten) Arzt auch absprechen.

Z.B. Progressive Muskelrelaxion nach Jacobson. Mein Freund hat das ,a ls er wegen Panikattacken echt Probleme hatte, gemacht. Dazu dezentes Joggen, Yoga. Und dann nach ein paar Wochen das AD wieder langsam abgesetzt in Absprache mit dem Doc.

So kam er nämlich erst einmal über die erste echt kritische Zeit. Und nach einigen Wochen täglichen Übens merkte er eben auch, dass die PR nach Jakobson wirkte.

Das ist ein bisschen wie: wenn Du ein gebrochenes Bein hast, dann brauchst Du auch erst einen Gips. Aber den nimmst Du ja irgendwann wieder ab und machst Dein Bein wieder fit, so dass Du ohne laufen kannst.

So wie Du es schildesrt, ist der Stress der Auslöser für Deine Probleme (kenne ich nur zu gut). Also einmal zur Ruhe finden.. und dann gleichzeitig etwas finden, was Dir mehr Ruhe gibt.

Bei meinem Freund war es eben das oben genannte.

Mir selber half sehr Qigong- ich mache es seit ca 4 Jahren und seitdem bin ich wesentlich "ruhiger" in Stress-Situationen, lasse sie nicht mehr so an mich ran und kann auch besser damit umgehen (ich hab MS und kann Gift drauf nehmen, fängt in der Arbeit wer an, mich dauerhaft zickig aufs Korn zu nehmen.. dann geht das maximal nen Monat gut.. und dann krieg ich nen Schub. Sprich: Psychoterror.. nicht m eins)

Seit ich Qigong mache, ist das viel besser.. und seitdem ich das begriffen habe, ist mir auch klar, wie wichtig es ist, dass man einen Job hat, wo GEBT JETZT1000% SONST MACH ICH EUCH PERSÖNLICH FERTIG eben nicht angesagt ist.


Ein Anfang ist auch schon mal: abends noch ne Runde spazierengehen, zur Ruhe kommen. Hört sich lächerlich an, ist aber wirklich hilfreich. Dein Körper bewegt sich, lenkt sich ab, der Geist kommt mehr zur Ruhe.


Alles Gute!

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 10

Grundsätzlich kanns du keine Selbstdiagnose fällen. Dies muss eine Fachperson tun. Wenn du den verdacht hast, unter einer mittelschweren Depression zu leiden, musst du dir zwingend Hilfe holen. Mehr zu den wissenschaftlichen Kriteren und der Einteilung in leicht, mittel und schwer findest du hier: http://deprimed.de/depressionen/

Klassische Schlaftabletten gehören zur Medikamentengruppe der Benzodiazepine oder Z-Drugs. Der Vorteil ist, dass sie kaum Nebenwirkungen haben und enorm zuverlässig helfen. Klingt fantastisch, leider gibt es auch die Schattenseite Bei beiden Substanzgruppen (also Benzodiazepine und Z-Drugs) besteht die Gefahr einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit. Die warscheinlichkeit abhängig zu werden hängt mit der Dosierung und der Einnahmedauer zusammen. Je höhere Dosen konsumiert und je länger die Medikamente eingenommen werden desto warscheinlicher wird eine Suchtentwicklung (durchschnittlich nach 4-8 Wochen auch bei vorgeschriebender Dosierung).

Ein weiteres Problem der Schlafmittel ist die Toleranzentwicklung. Am Anfang wirken sie wie wunder, doch mit der Zeit braucht man immer mehr davon, um den gleichen Effekt wie zu Beginn der Therapie zu erzielen.

Mirtazapin ist wie du richtig beschrieben hast kein klassisches Schlafmittel. Es ist ein tetrazyklisches Antidepressivum, welches schlaffördernd wirkt. Leider ist die Liste mit den Nebenwirkungen (wie bei fast jedem Antidepressivum) endlos lange. Sei dir bewusst, dass du nicht alle Nebenwirkungen entwickeln wirst, die dort aufgeführt sind. Ich z.B. konnte mit Mirtazapin sehr gut schlafen, Nebenwirkungen hatte ich abgesehen von einer Gewichtszunahme keine.

Deine Ärztin scheint verantwortungsbewusst zu sein. Mirtazapin ist ein klassiker zum schlafen. Unterscheide dabei die antidepressive und die sedierende Wirkung. Die sedierende Wirkung tritt ca. 1h nach der ersten Einnahme ein. Die antidepressive Wirkung erst nach 2-4 Wochen täglicher Einnahme. Du kannst es also bezüglich der Sedierung einfach mal versuchen und schauen wies wirkt.

Antwort
von Matzesmaus, 16

Mir geht es ähnlich. Schlafstörungen, Unruhe, Neurodermitis. Ich nehme auf Empfehlung meiner Ärztin seit einer Weile Neurexan, dass ist homöopahisch und frei verkäuflich. Ich komme damit gut klar, bin sehr viel ruhiger geworden. Wegen der vielen Nebenwirkungen wollte ich kein Antidepressivum.

Antwort
von TednDahai, 21

Ich denke das Antidepressivum kann dir helfen.. Ich litt auch mal an Schlaflosigkeit und habe Opipram bekommen. Hilft auch abends den Kopf runterzufahren. 

Wenn man nach den Nebenwirkungen geht, kann man leider gar nichts mehr nehmen.... Bei Aspirin kann man als Nebenwirkung Kopfschmerzen bekommen^^ 

Wenn du andere Möglichkeiten suchst kann ich dir Bücher empfehlen. Entweder was langweiliges, dass es dir einfach die Augen zuzieht oder ein Roman oder so, wo du dich in der Geschichte und in der anderen Welt verlieren kannst. Mir hilft das sehr gut..

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Arzt & Medizin, 17

Erstmal findest Du hier einen wirksamen Tipp gegen Stress, da Stress das Immunsystem überreagieren und damit Neurodermitis auslösen kann.

http://www.wasser-und-salz.org/blog/magnesium-das-salz-der-inneren-ruhe/

Da es sich bei Stress um einen "Magnesiumräuber" handelt, findest Du hier die möglichen Mangel-Symptome (darunter auch Deine).

http://www.dr-neidert.de/index.php/biomed/304-magnesiummangel-symptome-und-ursac...


Antwort
von schloh80, 5

Mirtazapin ist in der Dosierung grundsätzlich gut als Einschlafhilfe zu nehmen.

Aber: Wie sieht es bei dir mit Alkohol- und Drogenkonsum aus?

Antwort
von Saisonarbeiter2, 13

bin kein arzt. wenn du deinem arzt nicht vertraust, wechsele ihn. mehr kann ich dazu nicht sagen.


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