Frage von Gym80951996, 59

Psychische Probleme - berufliche und private Einschränkungen?

Ich (m, 20) habe etwas schwerere psychische Probleme und das schon sehr lange (würde sagen 3-4 Jahre) und möchte jetzt mal endlich was dagegen tun, da mich das nach meinem Gefühl sowohl beruflich als auch privat zu sehr einschränkt. Ich bin derzeit in einer Zeitarbeitsfirma angestellt. Ich habe einen Realschulabschluss gemacht aber seitdem wusste ich nie in welche Richtung es geht da ich immer unzufrieden, traurig, verzweifelt und unentschlossen war/bin und ich glaube, dass es an schweren Depressionen oder irgendwas anderem liegt (an was weiß ich nicht). Jedenfalls stimmt etwas (oder eine Menge) nicht mit mir. Sobald ich anfange zu arbeiten (bin im Moment krank geschrieben) geht es mit meiner Laune und allem bergab. Mir geht es jeden Tag schlecht, bin dann tief traurig und verzweifelt weil ich es einfach nicht kann. Im Moment geht es, weil ich nicht arbeite. Ich habe auch Angst dass jetzt alles zu spät ist, weil ich seit 2014 immer mal wieder Zeitarbeit und zwischendurch auch mal garnichts gemacht habe. Ich weiß nicht wie es weitergehen soll und wie ich jetzt weiter verfahren soll. Auch mit meiner jetzigen Zeitarbeitsfirma. Einfach sagen dass man aufgrund psychischer Probleme länger krank ist? Die werden mich ja eh kündigen und mir gefällt es dort ganz und garnicht. Die haben mir schon oft versucht haben was weg zu nehmen (Urlaub, Überstunden, Kosten angehängt für Arbeitsschuhe...)

Entschuldige mich für meine Rechtschreibung und Zeichensetzung, aber ich musste das mal schnell loswerden und hoffe auf einige Tipps und hilfreiche Antworten. Vergebe auch Sterne

MfG Gym

Antwort
von Seanna, 13

Wende dich an den sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt.

Die sind für solche psychosozial schwierigen Situationen zuständig und beraten dich sowohl was Therapie und einen Platz ambulant oder stationär oder Tagesklinik finden angeht als auch was du beruflich tun kannst (Integrationsfachdienst ist hier zuständig!!) und auch sozial... Also was du beantragen kannst, wer dich unterstützen kann, wer was bezahlt usw.

Als erstes ist jetzt deine Gesundheit wichtig, denn ohne die kannst du nicht arbeiten schon gar nicht langfristig auf die Beine kommen.

Und wenn das dann läuft (vermutlich akut erst mal Klinik - klingt schlimmer als es ist - oder Tagesklinik, dann ambulant Therapie), dann vielleicht eine Reha in der man auf die Bedürfnisse psychisch Kranker Rücksicht nimmt und dann ist überhaupt erst wieder an Arbeit zu denken.

Antwort
von Noeru, 23

Es tut mir sehr leid, dass Du Dich so fühlst. Nicht zu wissen, warum es einem so schlecht geht, macht das alles noch schlimmer.

Ich für meinen Teil überlege auch seit langem, ob ich nicht einmal ambulant in eine Tagesklinik soll, da es mir seit 6 Jahren sehr ähnlich geht, wie Du es selbst beschrieben hast. Was mich davon abhält, ist meine Liebe zur Arbeit. Ich mag meine Kollegen und meinen Beruf und will das alles auf keinen Fall verlieren, dennoch kämpfe ich jeden Tag mit mir, auf die Arbeit zu gehen.

Wenn Du sagst, dass Dich auf der Arbeit nichts hält, solltest Du diesen Schritt in Erwägung ziehen. Ich weiß nicht, ob Du schon einmal darüber nachgedacht hast oder welche Schritte Du sonst einleiten willst, damit es Dir besser geht (langer Urlaub, mal 'wegkommen von dem ganzen Mist' etc.), aber lass mich Dir sagen, dass man selbst allein wahrscheinlich nicht gegen einen so großen inneren Dämon ankommt, wie Du ihm scheinbar gegenüber stehst.

Zu Deiner ursprünglichen Frage: Solltest Du Dich beruflich einschränken, damit Du daran arbeiten kannst, dass es Dir wieder besser geht: Ja, absolut. 

Du scheint derzeit nicht in der Verfassung zu sein, dieser Belastung stand zu halten. Es gibt zu viel auf Deinen Schultern, das Dich bereits runterzieht. Keine Arbeit der Welt ist es wert, dass Du daran zugrunde gehst.  Bitte überlege Dir, was Du tun kannst, damit es Dir wieder besser geht. 
Ob es gleich eine Tagesklinik sein muss, weiß ich nicht. Das musst Du entscheiden. Aber Du solltest definitiv etwas tun und Dich erstmal von dem distanzieren, was Deine depressive Phase verstärkt (falls möglich).

Pass auf Dich auf.
Noeru

Kommentar von Noeru ,

Was mir noch eingefallen ist: Als ich damals einen Nervenzusammenbruch in der Schule hatte und schnell Hilfe brauchte, habe ich mich an meinen Hausarzt gewandt. Er konnte mir eine Liste mit Adressen geben, bei denen es keine Wartelisten gibt wie bei Psychologen.

In meinem Fall waren das Adressen von Sozialarbeitern und ich bin bei einem davon untergekommen. Es ist natürlich nicht so gut wie bei einer Therapie, aber es kostet nichts und man kann dort mit jemandem reden und so die Zeit, bis man dann einen Platz bei einem Psychologen hat, überbrücken.

Eventuell gibt es sowas ja auch bei Dir. Bitte erkundige Dich danach. Eventuell kannst Du auch eine Krisenhotline anrufen und Dich da nach Möglichkeiten erkundigen. Es gibt sie. Manchmal findet man jedoch nur über Umwege dorthin.

Kommentar von Gym80951996 ,

Was soll ich denn meiner jetzigen Zeitarbeitsfirma sagen? Einfach krankmelden bis die mich kündigen und mich gleichzeitig um Hilfe kümmern? Kriegt man denn so noch eine Ausbildungsstelle für nächstes Jahr? Das einzige was ich machen kann ist Sport, zum Teil weil es mir Spaß macht und zum anderen ist es wohl auch so eine Art Tick. Jedenfalls kann ich da immer ohne Probleme hin was mich selbst sehr wundert

Kommentar von Noeru ,

Einfach nicht mehr hingehen solltest Du nicht. Wenn ich Du wäre (und mir sicher wäre, dass ich nicht mehr arbeiten gehen kann / möchte, weil es zu sehr belastet), würde ich bei meinem Hausarzt vorstellig werden und von meiner Situation erzählen.

Von dem wirst Du wahrscheinlich krank geschrieben und diese Krankmeldung reichst Du dann bei Deiner Zeitarbeitsfirma ein. Dann können die Dir im Grunde erstmal nichts, jedenfalls nicht fristlos (siehe hier: http://www.frag-einen-anwalt.de/Darf-Zeitarbeitsfirma-mich-aufgrund-von-Krankhei... ).

Die Zeit der Krankschreibung würde ich dann nutzen, um mich um meine mentale Gesundheit zu kümmern. D.h. wenn Dir Sport gut tut, dann gehe zum Sport. Du bist immerhin wegen Deiner Psyche krank geschrieben, und nicht wegen einem gebrochenem Bein. 

Antwort
von Lumpazi77, 21

Zwei Dinge brauchst Du drin gend:

1. Eine Behandlung bei einem Psychologen

2. Selbstdisziplin

Kommentar von Gym80951996 ,

Ja aber wie wann wo? Und wie soll ich jetzt im Moment verfahren? Brauche irgendwie auch Geld und wie soll ich den Lebenslauf ausfüllen und alles

Kommentar von Lumpazi77 ,

Lasse Dich sofort zu einem Psychologen überweisen !

Geld und Lebenslauf haben jetzt keine Priorität.

Kommentar von Gym80951996 ,

Okay vielen Dank

Kommentar von Lumpazi77 ,

Gerne

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