Frage von Jojoma23, 65

Psychische Krankheit, Psychiater/Psychologe konsultieren, Namen meiner Störung, Erfahrungen?

Hallo Community, Vorab, diese Frage wird extrem lang, aber ich weiß, dass viele treue Seelen hier sind die sich die Zeit nehmen, danke dafür. Zuerst zu meiner Person: Ich bin 18 Jahre alt und besuche noch die Schule, mein Notendurchschnitt ist 1,0 und ich bin ehrgeizig, introvertiert und leider auch oft verzweifelt, was mich diese Frage hier stellen lässt. Ich glaube ich leide an einer schwachen bis mittleren Depression (das ist schwer zu beurteilen, vielleicht ist es auch keine Depression, immerhin hab ich keinen Vergleich und einige klassische Symptome wie Antriebslosigkeit fehlen mir komplett, zudem bin ich auch sehr oft sehr glücklich!) außerdem, was meines Erachtens wichtiger ist, denke ich, dass ich am Münchhausen Syndrom leide. (NICHT das mit dem Proxy-anderen Leuten würde ich niemals Schmerzen zufügen! Hier geht es nur um mich!) Seltsamerweise erinnere ich mich an meine Fantasien in der Volksschulzeit- Damals hatte ich schon Fantasien ins Krankenhaus zu kommen, hab mit ca. 8 Jahren Schmerzen im Bein vorgetäuscht, solange, bis meine Mutter zu verschiedenen Spezialisten ging! Dabei war das Verhältnis zw. mir und meinen Eltern damals sogar besser als heute- an Zuneigung oder Aufmerksamkeit mangelte es mir nicht! Trotzdem entwickelte ich seit jeher diesen Drang, unbedingt krank zu sein. Hatte dieses Jahr einen Unfall und lag mehrere Wochen im KH, ich denke oft daran zurück, das waren mitunter die besten Wochen meines Lebens...Aber warum habe ich diese Störung schon seit der Kindheit? Was ist das? Möglicherweise doch kein Münchhausen sondern was anderes? Zahnärzte zum Beispiel, die schrecken mich noch immer ab, denn ich bin theoretisch ja bei einem Arzt, also genau das was ich mir wünsche, aber hier wird einem selbst die Schuld an der "Verletzung" (Karies/schlechte Mundhygiene) gegeben, und das mag ich absolut NICHT! Ich habe Angst, zu einem Psychiater/Psychologe zu gehen, das ganze klingt so verrückt und ich habe Angst vor der Reaktion. Abgesehen davon, habe ich Angst, dass meine Eltern von dem Ganzen erfahren! Gibt es denn überhaupt Medikamente für mich??? Wenn er/sie nämlich nur mit mir redet, kann ich mir das sparen, egal wie oft man erklären würde was mit mir los ist, ich werde diese Störung nicht los! Ich hab mich stundenlang über Münchhausenpatienten informiert, ich verstehe also was los ist und weiß, dass es nicht normal ist. Ich bin einfach nurnoch verunsichert, manchmal denke ich, ich sollte einfach weitermachen wie zuvor, immerhin ist es ja genau das, was ich will, versteht ihr? Also ich will nicht gestört sein, aber durch eine Behandlung schränken sich meine Pläne ein, ich werde entlarvt! Außerdem will ich nicht, dass man es als Aufmerksamkeitsproblem abstempelt, denn das ist es ja nicht, das beweist ja schon meine Kindheit, in der ich auch schon so dachte! Bitte schreibt mir einfach was ihr denkt und beantwortet meine Fragen, ich danke euch wirklich aufrichtig von ganzem Herzen! Und sorry für den chaotischen Text!

Antwort
von derMannohnePlan, 12

Ok, vielleicht solltest Du Dir auch Zeit nehmen um meine Antwort aufmerksam zu lesen.

Da Du einen Notendurchschnitt von 1.0 hast, denke ich dass du die Botschaft verstehen könntest?

Sehr wahrscheinlich wird es unumgänglich sein einen Facharzt aufzusuchen, der eine genaue Diagnose stellt. Unumgänglich, insbesondere auch aus der Tatsache da Du Dir eine medikamentöse Behandlung vorstellen kannst.

Leider sind Probleme wie Deine heutzutage eher die Regel, denn
eine Außnahme. 

Ich bekomme öfter Post und Leser Leser tragen mir
ihre Nöte und Probleme vor, in de Hoffnung ich könnte helfen.

Ich wills versuchen, obgleich mir noch im selben Augenblick, da
ich dies schreibe bewusst ist, das die Hilfe allein vom Betroffenen
kommen muss, wenn sie wirken soll. 

Die vielfältigen
Krankheitsbilder, Störungen und Probleme der menschlichen Psyche
sind nicht deshalb so schwerwiegend, weil sie unheilbar wären, sie
sind es, Entschuldigung, weil sie so absurd sind.

Denn die menschliche Psyche ist ein Denkprodukt. Sie wird einzig
durch unsere Erinnerungen und die damit gekoppelten Gedankengänge
als Ich - Betrieb am Leben erhalten. 

Real, aber ohne die sie
hervorbringenden Ideenbilder, existiert sie überhaupt nicht.Und
dieses Gebilde erzeugt in uns nun pausenlos Wirkung – fast könnte
man meinen, ein Böser Kobold habe es eigens dafür erfunden uns zu
quelen, und zu piesacken.

Nun wäre es leichtfertig, zu behaupten, bloß, wenn Du nicht mehr
daran denkst, ist der Spuk verflogen. 

Derjenige, nämlich Du selbst,
der ständig sich selber als Ich denkt, das von der Außenwelt
abgesondert existiert, als individuelle Einheit, ist letztlich
zugleich der Täter. 

Von der intelektuellen Seite oder seitens des
Willens her ist keine Hilfe oder Lösung des Konfliktes zu erwarten.

Doch es gibt ein anderes Mittel: in dem Augenblick, wo der
menschliche Verstand, das Denken selbst (das schließlich nicht blöd
oder dumm ist) ganz real erkennt, wie aussichtslos jeder Versuch ist
sich von sich selber und seinen gewachsenen Irrtümern zu befreien,
wird der Spuk nach und nach besser.

Wenn Du erkennst daß Dein Gefühl ein Mensch zu sein, Dein
Gefühl, zu existieren, zu leben das Originalgefühl des Urgrundes
aller Schöpfung ist -und nicht Dein individuelles, wenn Dir klar
wird das jedes Geschöpf, die ganze Menschheit aus diesem gemeinsamen
Grundgefühl heraus ist und lebt und handelt, dann fällt der
Abschied vom Wahn, ein von allen anderen getrenntes Individuum zu
sein, gar nicht mehr schwer.

Und nach dieser Einsicht sind wir noch genauso handlungs- und
entscheidungsfähig wie vorher. Bloß haben wir eine Illusion und
einen ganzen Buckel voll krankmachender Irrtümer aufgegeben.

Woran sehr viele Menschen heutzutage leiden, sind unbekannte,
unerkannte Spätfolgen traumatischer Kindheitserlebnisse. Man sagt
kurzer Hand Neurosen dazu.

Da beeinflußt tief aus den unbewussten
kommend eine einst gemachte Erfahrung unser heutiges Leben und wirkt
wie eine Zeitbombe fort und vergällt uns die Freude am Alltag.

Analysen können mit einiger Mühe und viel Zeit solche Traumen
ins aktuelle Bewustsein förden, und nach affektivem Nacherleben der
alten Geschichte ist Erleichterung möglich. Freilich auch bloß
in diesem einzigen Punkt aus der Vergangenheit.

Der Rest, unsere gesamten Lebenserfahrungen, gute und böse,
bilden zusammen den Bodensatz, aus dem das Denken unsere Psyche,
unser Ich oder Selbst pausenlos im Alltagsleben strickt und uns die
Illusion vermittelt, es gebe einen Denker, der unsere Gedanken denkt.
Den gibt es nämlich gar nicht. Darum kann niemand wirklich sein
Denken kontrollieren, wie sollte er wenn dieses Denken ihn erst
jeweils erzeugt.

Im Grunde ist die Psyche ihrer Struktur nach selber eine einzige
voluminöse Neurose. 

Es ist wichtig dies zu erkennen und zu
verstehen.

Jede Einzelreparatur von Traumen bleibt Flickwerk, angesichts der
Tatsache, daß das ganze Gebilde der Vergangenheit angehört und in
der lebendigen Gegenwart nichts als Störungen und Reaktionen
hervorruft.

Untersuche einmal Dein Innenleben daraufhin, ob es nicht stimmt,
was hier geschrieben steht. 

Sofern Dir real, nicht bloß als Idee,
als Einbildung klar wird daß dem so ist, wird der Spuk aufhören.

Leg Dir dazu ruhig eine robustere Lebensauffassung zu. Spuck gegen
den Wind und sag den Angstgespenstern aus Deiner unbekannten
Vergangenheit, sie mögen sich zum Teufel scheren.

Genau genommen brauchst Du nichts zu tun als Deine wirkliche
Position in der Welt und im Universum zu erkennen, real, wirklich,
ohne Vorurteile und ohne Deine gewachsenen Meinungen.

Kurzum: Du kannst nichtst tun, Du brauchst auch nichts zu tun. 

Wer
einfach sich komentarlos, vorurteilslos, neutral beobachtet, ohne zu
sagen, ich bin so oder ich bin so, der kommt ganz alleine hinter die
Mysterien seiner Identität. Es taucht einfach auf.

Gewöhn Dir an, daß Du merkst, wie Dein Geist aus einem Zentrum
heraus agiert und handelt. Und begreife; dieses Zentrum ist selber so
erfunden wie eine Romanfigur, bloß mit dem Unterschied dass der
Stoff für den Roman Deine Vergangenheit ist!

Antwort
von Yiiku, 20

Hi, zuerst mal würde ich zu einem Psychologen/-therapheuten gehen, allein schon wegen den eventuellen Depressionen, und du musst dich ja auch nicht sofort einer Therapie unterziehen, vielleicht wäre es besser, wenn du zuerst nur drei oder vier Stunden buchst und dann mit einem Fachmensch darüber sprichst, die können nämlich sehr gut einschätzen was man hat, ob man es therapieren kann oder ob mann lernen muss, damit zu leben.
Wenn du einem Therapeuten sagst, dass du denkst, das Münchhausensyndrom zu haben, wird er oder sie das erstmal überprüfen, und es nicht sofort als Aufmerksamkeitsdefizit einstufen, also mach dir deswegen mal keine Sorge (und wenn dieser Mensch es doch macht, ist es ein schlechter Therapheut!)^^
Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte und dass es dir bald besser geht,
LG, Mike^^

Antwort
von MariceLou, 15

Bitte suche dir einen ärztlichen Rat und gehe, wenn es notwendig sein sollte zu einem Psychologen. Hier wird dir niemand eine Diagnose stellen können, das muss ein Facharzt tun.

Es ist wirklich nichts schlimmes eine Therapie zu machen, ich selber habe auch immer gedacht, dass man als verrückt abgestempelt wird, aber das stimmt nicht. Es gibt so viele Menschen, die psychologische Hilfe in Anspruch nehmen und das ist auch gut so, da es in den meisten Fällen die Lebensqualität erhöht.

Der Arzt und auch der Psychologe haben eine Schweigepflicht, von der nur du allein sie entbinden kannst, was heißt, dass deine Eltern von denen schonmal gar nichts erfahren, zudem bist du volljährig. Medikamente allein bringen keinen Erfolg, das ist nur ein Bein, man braucht aber zwei, um stehen zu können und das zweite besteht aus Gesprächen. Entweder eine Tiefenpsychologische- oder eine Verhaltenstherapie, was in deinem Fall mehr Sinn macht, kann ich dir leider nicht sagen.

Ich hatte durch eine Zwangserkrankung eine Depressive Phase, Anzeichen bei mir waren unter anderem, dass ich zum Beispiel bei Liebeskummer morgens, statt abends geweint habe. Dieses typische "in den Schlaf heulen" kenne ich gar nicht, weil für mich morgens mein Tiefpunkt war und es über den Tag, bis zum Abend hin besser wurde. Des weiteren hatte ich Stimmungsschwankungen, mir hat kaum noch etwas Spaß gemacht, ich war antriebslos und hatte teilweise auch gar keine Lust mehr zu Leben.

Es ist aber schon einmal gut, dass du für dich selbst erkannt hast, dass da etwas sein könnte. Die Akzeptanz der Erkrankung (falls es bei dir denn so sein sollte), ist der aller erste Schritt in die richtige Richtung. Mach am besten einen Termin bei einem Arzt und schildere ihm deine Bedenken, er wird dich an einen Psychiater oder Psychologen verweisen, die kennen sich damit nämlich aus, viel Glück dabei und alles Gute. :)

Antwort
von FelinasDemons, 17

Hey:)
Such bitte einen Therapeuten auf. Das kann ein Psychologe sein oder ein Psychiater (Medikamente). Beim Psychologen bekommst du keine Medikamenten verschrieben nur beim Psychiater oder du gehst,neben der Gespräch Therapie auch zu einem Psychiater nur für die Medikamente.
Oder gehst direkt nur zum Psychiater😅

Der Therapeut hat eine Schweigepflicht. Heißt,nichts dringt nach außen. Und da du 18 bist müssen deine Eltern auch nichts von der Therapie wissen:)

Der Therapeut ist völlig neutral. Er wird dich nicht verurteilen. Warum auch? Immerhin ist es sein Job dir professionelle und unvoreingenommene Hilfe anzubieten. Also mach dir da mal keine Sorgen:)

Alles Gute und viel Glück bei der Therapie😊🍀

Antwort
von Lichtpflicht, 16

Deine Kindheit beweist gar nichts. Du hast keinen neutralen, sachlichen Blick auf dich und dein Leben und vor allem bist du absoluter Laie, viel gelesen und 1,0er Schüler hin oder her. Dafür gibt es die entsprechenden Ärzte.

Letztlich ist sogar unter Forschern nicht klar, woher genau diese Art von psychischen Problemen kommen. Es hilft also nicht, darüber nachzugrübeln.

Und auch wenn es dir nicht gefällt, es hat sehr wohl mit Zuwendung und Aufmerksamkeit zu tun. Bist du krank, dreht sich alles um dich, deine Eltern und Ärzte kümmern und sorgen sich, du wirst behütet, bemitleidet und getröstet. Das will doch eigentlich jeder so ein bisschen... Nur wenige würden dafür aber so weit gehen.

Könnte mir durchaus vorstellen, dass sich auch eine andere Störung da mit rein mischt. Das kann jedoch alles mögliche sein, z.B. Narzissmus, Borderline usw.

Feststellen kann das jedoch nur ein Psychiater, und zwar durch reden, denn Medikamente werden erst nach ausführlichen Gesprächen verabreicht.

Also entweder redest du offen was Sache ist oder du lebst so weiter und erfährst nie was dein Problem ist und warum und was man dagegen tun kann.

Antwort
von einfachichseinn, 5

Du solltest eine Therapie ausprobieren.

Da wird mehr gemacht, als erzählt, dass deine Gedanken Blödsinn sind.

Zu sagen, dass die eine Gesprächstherapie nicht hilft, bevor du es überhaupt probiert hast, ist ganz schön unsinnig!

Antwort
von MorganLeFay7, 12

Hey,
Hast du vllt eine Vertrauensperson mit der du reden kannst? Ansonsten kann ich dir wirklich nur ans Herz legen dir von einer Fachperson helfen zu lassen, weil hier in einer Community kann man dir vllt Tipps geben, aber auch nur aus der eigenen Sichtweise.
Also, wenn du meinst dass du das alleine nicht schaffst, und ich denke das ist so, da du ja hier in eine Commuity geschrieben hast, lass dir von qualifizierten Personen helfen, du musst dich nur einmal dazu überwinden!
Auf jeden Fall viel Glück, und glaub mir, so ziemlich jeder geht einmal im Leben zur Therapie, und ich denke es hilft!
Blackwulf

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