Frage von Laura15031995, 91

Psychisch vorerkrankt: Anfälliger für andere psychische Erkrankungen?

Also Danke schonmal im Vorraus an diejenigen die sich Zeit dafür nehmen das hier zu lesen.. Also erstmal ich war letztes Jahr Aug. - dieses Jahr Mai in therapie.. dort wurde festgestellt, das ich eine paranoide Schizoprenie /Psychose und Zwangsgedanken habe.

Ich sollte meine Anti-psychotika bis Juli -2016 weiter nehmen. Habe diese aber Anfang August eigenständig abgesetzt. Bis Anfang Oktober ging es mir super.. es hat sich nichts geändert. Anfang Oktober ist mir erneut was passiert worauf ich nicht stolz bin, ich wurde vergewaltigt. Seit dem fühle ich mich schmutzig muss min. 2 x am tag duschen weil ich den dreck nicht abbekomme und nachts hab ich die bilder von früher und von diesem mal immer im Kopf.. ich dachte mir da ich das ja alles schonmal erlebt hab, dass das wieder nachlässt. In den 2 wochen danach ging es mir von einer skala 1-10 (1 sehr schlecht - 10 sehr gut)so - 10 mir fehlte der Antrieb und es hat sich alles anstrengend angefühlt. Mitte Oktober ging es mir ohne jeglichen Grund besser denn je.. Ich war einfach nur Zufrieden mit allem, Kontaktfreudig, wollte jedem alles immer mitteilen.. so 'krass' war das noch nie( bin eigentlich eher so der schüchterne -ruhigere Mensch) Aber Ich wollte jeden tag was mit Freunden unternehmen und war selten zuhause.. Nachts WOLLTE ich nicht Schlafen weil ich Angst hatte sonst was zu verpassen. Ich war total Euphorisch und traute mich dinge die ich früher nur unter Alkohol / Drogeneinfluss gemacht hätte.Zum Thema alkohol und Drogen..ich merkte in dieser Zeit verstärkt ein Verlangen danach (früher hatte ich Drogen konsumiert um nicht mehr traurig zu sein) dieses mal wollte ich mehr von dieser laune bekommen, habe allerdings weiterhin nichts konsumiert weil ich es im nachhinein bereut hätte. Meine Restsymptomatik der Psychose war auf einmal verschwunden. Meine Freunde beschwerten sich sogar schon das ich mit allen auf einer Party reden müsste. Weil ich einfach so kontaktfreudig war. Ich war noch nie so glücklich wie in dieser Zeit, und wollte das das so für immer ist.

Nun seit letzter woche hab ich ohne jeglichen Grund wieder ein richtiges Tief was bis hin zu diesen dunklen Zwangsgedanken(Zwanghafte suizidale gedanken) wieder führt alles ist anstrengend ich denke exrem über mein leben nach aber immer über dasselbe.. immer und immer wieder. Erst hatte ich Angst das die Psychose sich wieder bemerkbar macht aber das kann ich zu 99% ausschließen, da es sich ganz anders anfühlt und die Personeigene Symptomatik eine ganz andere ist.

Ich habe mich nun getraut bei meinem Psychiarter einen Termin zu Vereinbaren möchte nur wissen ob sich jemand mit diesen Symptomen auskennt und sie vielleicht selbst schonmal hatte ?

Vielen Dank im Vorraus.

MfG :))

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Laura15031995,

Schau mal bitte hier:
Arzt Psychologie

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Gronkor, 91

Irgendwie ist meine Antwort gerade verschwunden, also hier nochmal:

Dieser Höhenflug, den Du beschrieben hast, klingt nach einer Manie - und die Phase, in der Du jetzt steckst, nach einer Depression. Das kommt in der Kombination häufig vor und ist wahrscheinlich eine Reaktion auf das traumatische Erlebnis der Vergewaltigung.

Und auch in Kombination mit schizophrenen Episoden kann so etwas vorkommen. Ich leide selbst an einer ähnlichen Erkrankung und kenne sowohl schizophrene, als auch manische und depressive Phasen - sowohl einzeln als auch in Kombination. Und meistens ist auf eine manische Phase eine Depression gefolgt.

Der Gang zum Psychiater ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Da solltest Du eigentlich Hilfe bekommen.

Und wenn Du magst, kannst Du mich gerne anschreiben, damit wir uns weiter austauschen können. Ich selbst bin 1996 das erste Mal erkrankt und habe mittlerweile einen ganz guten Umgang damit gefunden. Allerdings stecke ich selbst gerade wieder in einer leichten depressiven Phase.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft und Zuversicht im Umgang mit Deiner Depression. Irgendwann ist sie bestimmt wieder vorbei, aber im Moment gilt es, erst mal zu akzeptieren, was ist und das Beste daraus zu machen. So eine Depression ist immer auch eine Lernaufgabe ...

Kommentar von Laura15031995 ,

Schreib du mir mal wenn Interesse besteht keine Ahnung wie das hier geht

Kommentar von Gronkor ,

Danke für das Sternchen, Laura15031995!

Antwort
von missproduced, 66

Das mit der Hochphase ist wie @Lichtpflicht schon sagte ein äußert gefährlicher Zustand. Ich hatte in der Vergangenheit mit Menschen zu tun, die regelmäßig stärkere Drogen zu sich genommen haben. An einem Tag waren sie in exakt dem gleichen Zustand wie du es warst. Sie meinten es ginge ihnen perfekt, alles wäre super, sie haben ihre Drogensucht unter Kontrolle und alles wird nun besser. Dieses Level ist meist mit dem Überschwappen eines Fasses zu vergleichen. Wenn es da jetzt ungeschickt läuft, man sich erneut etwas starkes reinpfeift, oder etwas negatives passiert - dann endet es sehr wahrscheinlich in einer Tage- bis Wochenlanger Psychose, wo diejenigen dann wirklich völlig abdrehen.

Das ist ziemlich interessant zu beobachten, allerdings "püriert" sich das Gehirn in diesen Phasen völlig unkontrolliert und es hinterlässt bleibende psychische Erkrankungen.

Heißt im Endeffekt, dass du in dieser glücklichen Phase den Rand und Höhepunkt einer Psychose erlebt hast. In diesen Phasen denken Betroffene auch häufig, dass sie Auserwählt sind, Jesus persönlich wären oder ähnliches. Sie sehen und bemerken Dinge, die anscheinend sonst noch niemand aufgefallen sind und interpretieren sie folglich als einzig richtig und werden völlig besessen davon. Das gefährliche an Psychosen ist, dass sie sich oft viel zu richtig und gut anfühlen, als dass man es selbst bemerken würde. Auch Außenstehende können den Psychose-Erkrankte kaum klar machen, dass sie gerade anfangen (im negativen Sinne) verrückt zu werden.

Auch wenn Medikamente einen negativen Touch haben, hättest du sie weiterhin nehmen sollen. In solchen Fällen bist du auf diese angewiesen, sonst wird die Psychose irgendwann zur Konstante. Das Gehirn kann sich aus diesen Zuständen leider kaum selbst befreien.

Tipp: 

Um abends von den negativen Gedanken wegzukommen, kannst du anfangen intensiv Filme anzuschauen. Im Bett kannst du dann noch Musik hören, möglichst Musik, die etwas sehr spezielles an sich hat, damit du hierüber abschweifen kannst. Versuche mit der Musik einzuschlafen (kurz davor natürlich die Stöpsel raus).

Gegen das non-stop über sich und seine Welt nachdenken hilft ein Hobby. Bücher lesen, anfangen sich für eine Thematik zu interessieren o.ä. Du kannst auch versuchen, dich mit Psychologie zu befassen. Wenn du klar über vieles informiert bist, dann kannst du dich viel besser selbst diagnostizieren und weis, was gut und was schlecht für dich ist, in welcher Position du gerade bist etc.

Suche dir etwas, wo dein Interesse weckt und du mind. 1-2 Stunden am Tag intensiv Zeit mit verbringen kannst. So etwas tut deiner Persönlichkeit und vor allem deinem Kopf gut.

Kommentar von Laura15031995 ,

Einerseits gebe ich dir recht. ich selbst hatte MONATE lang eine paranoide Schizophrenie (Psychose!!) Sie war sehr extrem ausgeprägt... Ich habe früher jeden tag chemische Drogen konsumiert und hatte das gefühl ich hätte mein leben so besser im griff usw.

Allerdings wie ich oben schon beschrieben hab ist das dieses mal komplett anders ich habe einen KRISENPLAN in meiner therapie (wo ich auch schon jegliche tips gelernt habe) ausgearbeitet und die jetzigen Symptome passen absolut nicht zu dem einer psychose.. weil ich weiß das diese 30% chronisch ist 30% ab und zu immer wieder kommt und 30% einmalig ist.

Darüber habe ich mir schon gedanken gemacht. Als es mir so übertrieben gut ging und ich extrem selbstbewusst und mit jedem geredet hab obwohl ich normalerweise ruhig und schüchtern bin hab ich mich erst gefreut allerdings war mir indirekt bewusst das das nicht normal ist aber es hat mir nichts ausgemacht nichtmal das sich Feunde mit denen ich seit Jahren befreundet bin die mich in meiner Psychose sogar begleitet haben von mir distanziert haben.

Zudem hatte ich trotz damaligem täglichen Drogenkonsum nie ein Problem mit sucht gehabt und habe ich nach 1 1/2 Jahren auf einmal eine Art verlangen nach diesen oder neuen (härteren) drogen um das sowieso schon geile gefühl noch mehr zu intensivieren

Wie schon gesagt ich kann eine Psychose Quasi ausschließen, da ich bei einer Psychose eher zurückhaltend bin und mich von meinem Sozialem umfeld distanziere und nun ist es das gegenteil!

Aber dankeschön:)

Kommentar von Laura15031995 ,

Achja zu Abends.. ich glaube das hast du falsch verstanden.

Ich habe keine Probleme damit einzuschlafen oder durch zu schlafen nur habe ich absolut kein BEDÜRFNIS zu schlafen ich möchte es vor 2-3 Uhr gar nicht obwohl ich weiss das ich um 7 Uhr wieder auf dem Weg zur Arbeit sein muss. So als hätte ich kein Verlangen nach schlaf .. es gibt ja wichtigere dinge

Während meiner psychose lag ich um 10 im bett und konnte nicht einschlafen bzw durchschlafen weil mir 1000 gedanken durch den kopf gegangen sind.  Dieses mal hab ich kein problem damit außer das ich seit dem Erlebnis immer wieder bilder im Kopf habe Nachts.

Kommentar von missproduced ,

Die Hochphase sind 1:1 die Symptome, die auch die Kontakte von mir hatten. Angefangen mit Kiffen, dann kamen Kräutermischungen dazu und anschließend - der Ausbruch der Psychose kam dann durch Extasy. Hochgradig euphorisch, die Illusion alles klarer zu sehen, alles zu verstehen, alles hochinteressant zu finden, der Zwang unter Menschen zu sein, auf Partys zu gehen und sich zu unterhalten.

Ich kann hier leider nicht die Story erläutern was sonst noch mit ihnen passiert ist, aber deine Beschreibung trifft wirklich 1:1 den Nagel auf den Kopf.

Beide Betroffenen sehen übrigens die Psychose an manchen Tagen als Bereicherung + die schönste Zeit in ihrem Leben und gestehen sie sich nicht ein. An anderen sagen sie, dass es eindeutig psychotisch war und sie über längere Zeit verrückt waren. Dieser unkontrollierte Wechsel der inneren Einstellung hat sich selbst nach über einem Jahr nicht geändert.

Die Schlaftipps beziehen sich auf die negativen Gedanken verdrängen.

Kommentar von Laura15031995 ,

bei mir war es halt anders und habe auch keine drogen mehr konsumiert..

Kommentar von Laura15031995 ,

Aber ich warte einfach mal was mein Psychiater am 1.12 dazu sagt... weil in der klinik habe ich gelernt das die Paranoide Schizophrenie (ist keine richtige Psychose weil ich die ersten anzeichen nicht direkt nach beendigung es konsums hatte sondern Wochen/Monate später sich gezeigt haben)  wenn sie nochmal kommt ungefähr so anzeichen / symptome deuten sollte wie meine letzte.. und jetzt fühlt es sich einfach ganz anders an...

Antwort
von Lichtpflicht, 69

Ich will nicht behaupten, dass ich mich gut auskenne, aber ich möchte dir gerne drei Dinge sagen:

Erstens war es eine sehr, sehr sehr unkluge Idee von dir, deine Medikamente eigenständig abzusetzen. Warum hast du das getan? Es ist notwendig, deine Medikamente auch dann noch eine Zeit zu nehmen, wenn die Symptome bereits vollständig abgeklungen sind, um einen Rückfall zu vermeiden. Deine Ärzte müssten dir das erklärt haben.

Zweitens: Diese euphorische Hochphase ist übrigens nichts Gutes oder ein Zeichen davon, dass du endlich normal und glücklich bist, sondern es klingt sehr klar nach einer manischen Phase. Es ist definitiv nicht normal, als ruhiger schüchterner Mensch alle Leute anzuquatschen und süchtig nach Party zu sein. Deine Freunde haben dir ja eine klare Rückmeldung gegeben: Das geht einfach nicht. Diese Phase kann daher ebenso als Krankheitsphase betrachtet werden, und nicht als eine Zeit wo alles besser war und du endlich gesund und du selbst warst. Du warst höchstwahrscheinlich manisch. Das muss dir klar sein. Für mich klingt das ganze, auch nachdem gerade ein Tief ist, ein wenig nach einer bipolaren Störung, die oft Begleiterscheinung anderer Störungen ist.

Drittens... wurdest du vergewaltigt, ist das ein sehr schlimmes Geschehen, dass du hoffentlich bei der Polizei angezeigt hast und dass heftige Auswirkungen auf deinen psychischen Zustand hat. Begib dich sofort wieder in Behandlung, wenn du das nicht bereits gemacht hast, bitte.

Kommentar von Laura15031995 ,

Zu 1. Ich wollte diese eigentlich nur für die Nature One dieses Jahr absetzten damit ich nicht um 2 Uhr nachts müde werde und dafür dann rund 300 euro ausgegeben hab. Aber danach hab ich dann vergessen Sie weiter zu nehmen und einfach nicht mehr dran gedacht.

Zu 2.Das es nicht normal ist war mir bewusst. Allerdings hat es mir irgendwie gefallen und irgendwie war es mir egal, dass sich sogar Leute von mir distanziert haben die eigentlich sogar in der Zeit meiner Extremen Psychose mit sogut wie jeglichen Symptomen einner Psychose zu mir gestanden haben und mich jeden tag auf der geschlossenen besucht haben.Einfach weil sie gesagt haben das ich auf einmal komplett anders bin... Wie das mit dem schüchtern und ruhig und dann gar nicht mehr. Oder auch ein gutes beispiel das ich normalerweise extrem sensibel bin was freundschaften angeht und es mir plötzlich egal war was diese über mich denken.

Zu 3. Ich habe diese person nicht angezeigt weil ich nicht möchte das diese mir droht.. Als ich mit 13 Vergewaltigt wurde hab ich diese person angezeigt und danach hat sie mir gedroht mit Messer und so weiter davor hatte ich angst. Ein freund von mir ist Polizist ich habe ihm meine Geschichte erläutert aber er meinte auch das er mich nicht zwingen kann aber das es die Sinnvollere Variante wäre zur Polizei zu gehen.

Ich kann nicht in Therapie gehen da ich im 3. Lehrjahr meiner ausbildung bin und in 6 Monaten Abschlussprüfung hab & durch meine letzte Therapie schon 9 Monate auf der Arbeit gefehlt hab und ja jetzt somit schon das 3. Lehrjahr nachholen muss kann das nicht schon wieder machen dann verlier ich kurz vor schluss meine Ausbildung und die letzten 4 jahre waren umsonst!

Habe am 01.12 einen termin bei meinem  Psychiarter ich hoffe das lässt sich mit Medikamenten regeln

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