Frage von WhiteShadoe, 70

Psychisch total krank?

Hey

Gibt es eine psychische Störung bei der man leiden will? Also wenn man jetzt zum Beispiel sich niemandem öffnen kann und schon seit Jahren nicht mehr sich trösten lassen hat oder vor anderen geweint hat. Und mittlerweile fühlt sich derjenige so unzugänglich und einsam und abgestumpft, kann sich nicht mehr emotional aufmachen, nicht verlieben, keine Nähe zu Freunden und anderen Menschen empfinden und die Sehnsucht nach jemandem (bsp einem Mutterersatz), der einen hält und bei dem man sich fallen lassen kann ist riesen groß. Gleichzeitig werden auch vor der infrage kommenden Person Gefühle versteckt.
Also ist der einzige Wunsch, dass irgendwas schreckliches passiert, dass man vergewaltigt wird oder irgendjemand stirbt, damit das leid endlich zu groß und zu unerträglich wird und es raus MUSS, also man quasi dazu gezwungen ist, sich fallen zu lassen...
Ist es krank sich sowas zu wünschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Maimaier, 30

Ja, gibt es. Der Wunsch, noch tiefer zu fallen um gesund zu werden ist teilweise krank, teilweise gesund, je nachdem was die Folgen dieses Wunsches sind. Heilsam wäre die Erkenntnis, das dieser Fall gar nicht notwenig ist, die Gefühle sind ja schon da, werden nur unterdrückt.

Kommentar von WhiteShadoe ,

Danke für deine Antwort :)
Ich glaube auch, dass das heilsam wäre...
Was, wenn die Person Angst hat, dass das Gefühl das da ist nicht schlimm oder stark genug ist um ernst genommen zu werden? Dass irgendwie die vorhandenen Gründe für die immense Trauer und Frust als Erklärung nicht ausreichen?

Kommentar von Maimaier ,

Wenn ein Kind hinfällt, weint es, die Mutter kommt und tröstet es, zwei Minuten ist alles wieder gut und das Kind spielt wieder vergnügt.

Wenn die Trauer und der Frust so immens ist, sich so lange aufgestaut hat, dauert das wohl länger als nur zwei Minuten, aber es wird mit Sicherheit ernster genommen als das aufgekratzte Knie.

Andere Menschen können den Schmerz sehen, wenn er gezeigt wird. Nur bei Schauspielern (das Kind schreit oder weint weil es die Süßigkeiten im Supermarkt will) sind wir misstrauisch, weil das Kind hier sich selbst und die anderen täuscht, übertreibt. Wer aber sein Leben lang die Gefühle versteckt hat und sie dann zeigt, dem wird bedingungslos geglaubt, denn sie sind dann immer autentisch, eher untertrieben als übertrieben.

Die Einzigen, die kein Mitleid haben würden, sind Menschen die nur an sich selbst denken, für andere keinen Platz in ihrem Herzen haben. Aber das ist zum Glück nur eine Minderheit.

Kommentar von WhiteShadoe ,

Schön erklärt... ich danke dir :)

Antwort
von Virginia47, 6

Ja. 

Du gefällst dir in deiner Selbstmitleidrolle. 

So ging es mir früher auch. Ich wollte leiden. Aber dennoch beachtete mich keiner. War also auch nicht die Erfüllung. 

Also habe ich mich in psychologische Behandlung begeben, um mithilfe meines Psychologen da raus zu kommen. Und es hat mir geholfen.

Ich habe erkannt, dass das Leben viel schöner ist, wenn man sich selbst nicht als Opfer betrachtet. 

Jetzt führe ich ein glückliches und erfülltest Leben. Es hat sich also gelohnt, dass ich diesen Schritt gegangen bin. 

Das wünsche ich dir auch. Du musst dich also nicht damit abfinden, dass es so ist, sondern kannst etwas dagegen tun. 

Alles Gute 

Virginia

Kommentar von WhiteShadoe ,

Danke:))
Bin seit zwei J in Therapie.. wie lange hat das bei dir gedauert?

Kommentar von Virginia47 ,

Ein Jahr. 

Aber ich bin auch mit der Einstellung hingegangen, dass ich etwas ändern will. War so nicht zufrieden. Und das wollte ich nicht mehr. 

So habe ich aktiv mitgearbeitet. Mir nicht nur was erzählen lassen. Sondern wir sind gemeinsam zu Lösungen gekommen. 

Außerdem hatte ich einen sehr guten Psychologen. Nicht jeder ist wirklich gut. 

Nach der ersten Sitzung bin ich schon mit einem Lächeln raus. Das hielt ungefähr zehn Minuten vor. Dann wurde die Dauer immer länger. Ich wurde glücklich. 

Weil ich immer mal wieder von Depressionen heimgesucht werde, war ich vor einem Jahr bei einem anderen Therapeuten. Das war der reinste Selbstdarsteller. In den 50 Minuten Therapiesitzung erzählte er 45 Minuten, wie toll er ist. Die restlichen 5 Minuten brauchte er für einen neuen Termin. Da habe ich die Behandlung abgebrochen. Das brauchte ich nicht. 

Kommentar von WhiteShadoe ,

Ja klar verstehe ich.. manche sind schrecklich :D ich war auch bei mehreren.
Meine Therapeutin ist ein Traum, ehrlich! Ich will auch gerne was ändern... häng nur einfach an dem Punkt, dass ich Panikattacken kriege, wenn ich mich öffnen soll, aber ich müsste mich öffnen, damit sich was ändert... und das ist ein bisschen ein Teufelskreis. Je mehr ich zumache umso einsamer u trauriger werde ich, aber umso mehr mach ich zu usw. Da kann sie mir auch nich helfen und ich kriegs irgendwie auch nicht hin, dass ich aufmache ich würde sooooo gerne, aber immer, wenn eine Situation kommt, wo Gefühle da sein könnten kann ich das nicht zulassen und gehe innerlich weg vom Thema Ka...

Kommentar von Virginia47 ,

Was spricht dagegen, dich zu öffnen? 

Mach es einfach. Die Panikattacken vergehen. Aber der Erfolg ist dir gewiss. 

Und wenn du so großes Vertrauen zu deiner Therapeutin hast, ist es doch nur eine logische Schlussfolgerung, dich zu öffnen. 

Ich konnte mit meinem Psychologen über alles reden. Nur beim Thema Sex war ich verschlossen. Ich wich aus. Er merkte es. Fragte nach. Mir war es unangenehm. Und er ließ es auf sich beruhen. 

Antwort
von mimi142001, 14

Depression und Borderline

Antwort
von thprttyrcklss, 29

Klingt nach emotionaler Leere, eventuell auch Borderline... Naja ob es krank ist, keine Ahnung, 'krank' ist relativ

Kommentar von WhiteShadoe ,

Ja also psychisch erkrankt eben...
im neutralen Sinne, ohne Wertung.
Borderline eher nicht, weil dazu die Person zu fröhlich wirkt und auch Symptome wie extremes schwar-weiss denken ausbleiben, ebenso ist Selbstverletzung od andere selbstschädigende Verhaltensweisen kaum noch vorhanden.

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