Frage von numbmind, 167

Psychisch krank ,werde überall diskriminiert und weggestoßen,welche Rechte habe ich?

hallo also ich bin weiblich und 23 und habe eine chronische mittelgradige Depression sowie soziale Phobie und eine prosttraumatische belastungsstörung. ich wohne noch bei meinem vater und beziehe kein ALG 2 (antrag wurde aber gestellt) weil mein vater zuviel verdient (2000 netto) mir fehlt momentan der boden unter den füßen,da ich weder arbeitsfähig bin noch zugang zur Gesellschaft habe (keine sozialen kontakte). Ich war bis vor kurzem in einer Maßnahme von der Reha Abteilung der Agentur für arbeit, wo ich aber leider rausgeworfen wurde,mit der Begründung nicht stabil genug zu sein & eine medizinische Reha machen zu müssen. diese habe ich in die wege geleitet nur dauert es noch etwa 3 Monate. zudem habe ich noch eine eingliederungshilfe beantragt , wo ich immer abgewimmelt wurde,mit den worten ich müsse erstmal in eine Klinik.ist das überhaupt rechtens so?eine ambulante Therapie würde doch eigentlich auch reichen oder ? mir wird generell schon seit jahren immer wieder gesagt ich solle in eine Klinik,was ich auch 3 mal gemacht habe,aber ich habe das gefühl ich drehe mich im kreis,es wird immer wieder gesagt. mir geht es im Moment sehr schlecht,ich habe auch psychosomatische Beschwerden,die sehr gravierend sind aber ich werde überall weggestoßen. ich weiss auch nicht ob ich von der 10euro zuzahlungspflicht befreit werde wenn ich in der Klinik bin..oder könnte ich da Sozialhilfeleistungen bekommen?? ich habe übrigens einen Schwerbehindertengrad von 40. Bitte,Bitte Sie um rat, ich weiss nicht mehr weiter und fühle mich wie aus der Gesellschaft ausgeschlossen,als wenn ich eine Irre wäre..

Antwort
von verquert, 58

Naja, Du bist ja "Irre"... hast es ja schriftlich ;)  - Spaß beiseite...

hier vielleicht noch eine Information wegen der Zuzahlungsbefreiung: wende Dich am Besten an die Krankenkasse. Weil es dürfen nur maximal 2% vom Gehalt abgezogen werden. Du bist wahrscheinlich familienversichert. Da läuft es gewiss anders. Bei mir damals (Familienversichert) musste ich ca. 360 Euro vorstrecken, die ich später zurückerstattet bekommen habe. Inzwischen (vielleicht auch schon damals) gibt es "Zuzahlungsbefreiungen", wenn ein bestimmter Betrag bereits eingezahlt worden ist. Also "normal" 2% und chronisch erkrankte 1%.  Hier an die Krankenkasse direkt wenden um Dich zu informieren. Noch bevor die Klinik beginnt.

Und eine ambulante Therapie reicht offenbar nicht, andernfalls hättest Du gewiss bereits Fortschritte gemacht, oder? Und wenn Du von ambulanten Therapeuten abgewiesen wurdest mit der Begründung, dass erst eine stationäre Therapie durchlaufen werden muss, so basiert dies mit der Begründung, dass Du zu instabil bist für eine ambulante Therapie. Schließlich kann diese nicht so intensiviert werden, wie eine stationäre Klinik, wo Du auch zum Beispiel Nachts 'aufgefangen' werden könntest (wenn die Pflege empathisch ist und noch nicht abgestumpft...)

Wichtig ist aber, dass DU für Dich entscheidest, was wichtig für Dich ist im Leben. Was genau Du erreichen magst. Verantwortung für Dein Leben übernehmen. Sich erkundigen, was es für Unterstützungsmöglichkeiten gäbe. Deine Bedürfnisse anerkennen (mehr in der Gesellschaft integriert sein). Um dann Wege zu finden, wie Du das Ziel erreichen kannst. Denn indem Du Initiative für Dein Leben übernimmst, so reißt Du Dich aus dieser 'Hilfslosigkeit' raus, aus dieser 'Opferrolle'. Und ja.... auch psychisch erkrankte Menschen müssen sich alles selbst aufbauen. Zumindest die meisten. Von "Inklusion" ist selbst in "Inklusionsbetrieben" noch nicht viel zu merken, da auch sie ihre Konzepte haben und wer nicht ins Konzept passt (aufgrund der Störung), wird auch ausgegliedert. Und doch gibt es Nischen. Die selbst gefunden werden müssen, aber so bleibst Du aktiv. Und so weißt Du auch, was Du für Dich und Dein Leben getan hast. Die medizinische Reha ist ein Anfang. Und hoffentlich wird es dort Input geben für Dich, wie es mit Deinem Leben danach weitergehen kann, darf, wird. In der Hoffnung, dass Du mehr Unterstützung erfahren wirst.

Nun wirklich "alles Gute für Dich und Dein Leben" :)

Antwort
von nesi1939, 86

Hallo,  ja leider steht man mit dieser Krankheit immer alleine da, vor allem in der Gesellschaft. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben, oder noch schlimmer werden in der heutigen Zeit. Früher war das Thema meistens tabu und da wurde sich nicht weiter mit beschäftigt, denn da wurde man einfach als verrückt erklärt und in eine Anstalt untergebracht. Heute ist man doch schon bedeutend weiter in diesem Bereich, denn es gibt viele gute Ärzte und auch Medizin, die einem helfen, das Leben wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Bestimmt musst auch du Medikamente nehmen und wenn du chronisch krank bist, dann wirst du auch von der Zuzahlung befreit, das heißt bis auf einen gewissen Anteil. Nach welchen Kriterien das ausgerechnet wird, weiß ich nicht genau. Aber der Anteil von 10 € in der Klinik, müsste dann auch wegfallen. Sprich mal mit deiner Krankenkasse.

Apropo Klinik, ich habe eine Bekannte, der es genauso geht wie dir und die ist mehr in der Klinik als zu Hause. Allerdings fühlt sie sich zu Hause nicht wohl und ist immer froh, wenn sie wieder in der Klinik ist, denn dort geht es ihr am besten.

Dort hatte sie auch eine Bettnachbarin, die aber inzwischen nach 3/4 Jahr Klinikaufenthalt, wieder fast vollständig am Leben teilhaben kann. Es ist also nicht unmöglich, in einer Klinik wieder richtig stabilisiert zu werden. Deshalb würde ich das an deiner Stelle auch noch mal versuchen. Denn nur dort besteht die Möglichkeit dir besser zu helfen, als nur eine ambulante Therapie.

Von deinem  Umfeld hast du nicht viel zu erwarten, denn die Menschen wollen und können dich nicht verstehen, da hörst du dann die Sätze wie, reiße dich am Riemen, oder stelle dich nicht so an. Aber lasse dir dadurch nicht den Mut nehmen, sondern tue alles dafür, dass auch du wieder einigermaßen gesund wirst.

Antwort
von Saschaxsmey, 96

Du hast ein volles recht! Du sollst nicht aufgeben! Es wäre besser wenn du mal ein Anwalt aufschnupperst, für soziales recht! :) aber du hast ein volles recht! Bei jedem sozialen standesammt sind die typen bepflichtet dich darüber zu informieren (SGB 9, SGB 12)

Lg

Kommentar von altgenug60 ,

Was ist denn jetzt das "soziale Standesammt" für eine Behörde ?????

Antwort
von auchmama, 39

Wie hier ein weiterer User bereits schrieb, rate auch ich Dir dringend, das Angebot mit dem Klinikaufenthalt dringend wahrzunehmen!

Ganz wichtig bei derartigen Erkrankungen ist eine Tagesstruktur und die ist zu Hause selten gewährleistet, weil man da oft auf sich allein gestellt ist und viel zu viel Zeit hat, über sich und seine Situation nachzudenken!

Nimm bitte das Angebot an und geh in eine Klinik. Es kann für Dich nur besser werden!

Es gibt übrigens auch noch die Möglichkeit, dass man Dir einen Betreuer zur Seite stellt. Der würde Dich bei allen Arten von Anträgen usw. unterstützen, für die Du allein oft keinen Antrieb hast und vielleicht gar nicht weißt, was Dir alles zusteht.

Alles Gute

Antwort
von kokomi, 77

mal gaaanz langsam, dass du dich so fühlst, liegt an deiner erkrankung, 3 monate musst du nicht auf eine stationäre therapie warten, denn es gibt akutkliniken, frag deinen arzt danach, 10 euro musst du nicht zahlen  -  alles gute

Kommentar von numbmind ,

doch ich muss 10 euro zahlen,weil ich kein Arbeitslosengeld krieg und bei meinem vater wohne der zuviel verdient glaube ich

Antwort
von voayager, 63

Nutze die zuständigen Anlaufstellen:

1. deine Krankenkasse

2. Gespräch mit deinem Arzt

3. ggf. Kontaktaufnahme mit dem sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt

4. Kontaktaufnahme mit einem Patientenclub/organisation

5. Erwerbslosen-Forum beitreten

6. gegen amtliche Bescheide Widerspruch einlegen

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