Frage von Lady536, 71

Psychisch am ende was kann ich machen?

Ich bin in einer komplizierten situiation gefangen. Mein leben macht mich gerade psychisch so fertig, ich kann jede sekunde anfangen zu heulen, mich selbst zu verletzen, nicht zu essen oder zu trinken. Ich will mich selber bestrafen. Doch bisher hab ich davon nicht wirklich was getan. Ich habe jedoch das gefühl ich müsste. Kennt ihr das wenn ihr aus eurem leben einfach ausbrechen wollt?! Es gibt so viele dinge die mich belasten. Dazu habe ich keinen rückzugsort oder privatsphäre. Ich gehe noch zur schule, meinen Freunden oder Familien mitgleidern kann ich es nicht anvertrauen. Zum einen da es in der wichtigsten sache die mich gerade so belastet, auch um eine andere Person geht... Ich habe der Person versprochen es niemandem zu erzählen. Es wäre alles andere als gut für mich, noch für die andere Person... Klingt doof aber kennt ihr irgentwas was mir helfen kann? Außer eine Hotline oder so ein quatsch. Als ob ich denen meine Probleme erzähle. Hilft es alles zu verdrängen? Wird es helfen tagebuch zu schreiben? Hilft meine Frage mir vielleicht schon weiter? Gibt es nicht irgentein Psychotrick wo man lernt mit seinen scheiß problemen klar zu kommen. Ich hoffe ihr nehmt mich Ernst. Vielen dank für jede hilfreiche antwort.

Antwort
von Sophilinchen, 9

Schreiben ist schonmal immer gut. Schreib alles raus aus dir! Fühlt sich an wie...saubermachen im Kopf^^

Zudem solltest du echt über eine Therapie nachdenken. Wie hier schon steht: geh erst zum Hausarzt, der kann dich überweisen.

Es ist gut, dass du etwas an deinem Zustand ändern willst! Du schaffst das schon daraus, keine Angst. Jeder hat mal ne Phase in der es im Leben total Sche**se läuft, vor allem in unserem Alter(bin auch 17^^) Das heisst doch nicht, dass es für immer so bleibt! 

Meditieren ist gar nicht so blöd, versuchen schadet jedenfalls nicht. Ich glaub dass ist ne Einstellungsfrage.

Antwort
von Malte259, 28

Also ich weis von meiner Freundin, dass sie wohl auch mal eine Art depressive Phase hatte, weit bevor wir zusammen kamen. Sie hat mir erzählt, das ihr das schreiben eines Blogs, den sie nicht wirklich verhöffentlicht hat darüber hinweg half, da sie sich so damit auseinander setzen konnte. Das selbe wird wohl auch für ein Tagebuch gelten.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Leider ist eine depressive Phase eine VÖLLIG andere Baustelle. Das ist ungefähr so zu vergleichen, wie ein Schnupfen mit der Spanischen Grippe. OK, ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es liegen einfach Welten dazwischen.

Kommentar von Malte259 ,

Wo ist das denn keine Phase, welche einer Depression oder psychischen Störung im Allgemeinen nahe kommt. Die Person will sich selbst Schaden zufügen, wenn du richtig gelesen hättest. Außerdem ist es doch egal, was es für ein psychisches Problem ist, darüber schreiben kann immer helfen, dann setzt man sich nämlich differenziert damit auseinander und ordnet seine Situation etwas.

Antwort
von MarkusGenervt, 13

Hört sich an, wie irgendwo zwischen schwerer Depression und  Borderline – oder beides.

Das wirst Du alleine garantiert nicht in den Griff bekommen und Verdrängen macht es nur noch schlimmer.

Du solltest zu einem Psychiater gehen (vorerst kein Psychologe!), bevor Du Dir selbst etwas antust. Damit meine ich nicht Suizid. Die Selbstverletzungen werden Dich in einen Strudel herunter ziehen, aus dem es dann nur noch viel schwerer wird, wieder heraus zu kommen. Also unterdrücke diesen Drang, solange es noch geht.

Wenn Du denken solltest, dass ein Psychiater ein "Klapsendoktor" ist, dann kannst Du nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ein Psychiater ist im Moment der beste Mensch, der Dir wirklich helfen kann. Also schluck Deine Vorurteile runter und ruf gleich Montag einen an. Allerdings wäre es evtl. sinnvoller erst mal Deinen Hausarzt nach einem Spezialisten für Depressionen, Borderline und/oder Essstörungen zu fragen, da der sich in Deiner Umgebung besser auskennt.

Aber lass Dir um Gottes Willen von Deinem Hausarzt keine Beruhigungsmittel verschreiben. Das sind in der Regel Bezodiazepine, welche sehr schnell abhängig machen, aber gerade von den Allgemeinmedizinern immer noch wie Bobbons verschrieben werden.

Warte nicht zu lange und hadere nicht mit Deinem Schicksal. Es gibt Hilfe für Dich!

Antwort
von Till87, 19

"Gibt es nicht irgentein Psychotrick wo man lernt mit seinen scheiß problemen klar zu kommen."

Ja, lern zu meditieren. Zu beginn einfach auf deine Atmung achten und Gedanken die aufkommen, zwar erkennen, aber weiter ziehen lassen. Ihnen nicht folgen. Das Programmiert auch dein Hirn um und der Alltag wird leichter.

Sonst ist es gut, wenn du erkennst, dass das Ego eine Illusion ist, weil dann die Anhaftung an Dinge schwächer wird und du Situationen leichter erträgst.

Sonst ist es noch gut zu verstehen, was objektiv und was subjektiv bedeutet und zu erkennen, dass es objektiv keine bösen Menschen gibt.

Aber fang mit dem Meditieren an. Es hilft wirklich ...

Kommentar von Till87 ,

Außerdem ist Leid fast immer geistiger Natur, weil wir darüber nachdenken, was in der Vergangenheit war (und wir ärgern uns darüber) oder was in der Zukunft passieren könnte (und wir machen uns Sorgen).

Wichtig ist es aber im Augenblick zu leben. Dabei hilft dir die Meditation. Was morgen passieren wird, weißt du nicht und was vorbei ist, ändert sich nicht, auch wenn du darüber nachdenkst. Es ist viel wichtiger öfter im Moment zu leben und da kann es helfen sich einfach auf den Atem zu konzentrieren, wenn man merkt, dass die Gedanken zu stark werden.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Manchmal raubt Ihr Esoterik-Heinis mir echt den letzten Nerv.

Das mag ja alles schön und gut sein, wenn man sonst gesund ist und alle Sinne beisammen hat, aber in diesem Fall ist das einfach nur gefährlich.

Dieses Mädchen hier hat ECHTE Probleme und da kann sie genauso gut einen Mary-Poppins-Teelöffel-Zucker schlucken, wie solche Tipps zu befolgen.

Du meinst es sicher gut, aber Deine Hilfe macht es hierbei nur schlimmer.

Kommentar von Till87 ,

Das sind Lehren aus dem Buddhismus. Wenn man konkrete Probleme hat, kann man die auch lösen, aber wenn einem alles zu viel wird, ist Meditation wirklich am besten. Das was so viele Jugendliche krank macht, ist gerade das Grübeln. Es wäre eigentlich sehr wichtig in der Schule zu unterrichten, wie man den Geist zur Ruhe bringt.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Ich kenne diese Lehren und ich kenne die Pathologie von psychiatrischen Problemen und hier kann die Meditation im besten Fall nur in einer begleitenden und fachärztlich betreuten Therapie unterstützen.

Es gibt einfach Dinge, die lassen sich durch Meditation nicht mehr lösen. Glaube mir, wenn ich Dir sage, dass es den gleichen Effekt hat, wenn Du durch Meditation ein gebrochenes Bein heilen möchtest, wobei diese Art von Problemen noch viel, viel schwerer zu heilen sind, als die komplizierteste Splitterfraktur im Unterbein.

Das Gehirn kann nämlich – gerade in der Pubertät – mehr Schaden abbekommen, als sich ein normal gesunder Mensch auch nur in seinen wildesten Träumen ausmalen kann.

Ich weiß sehr wohl, dass Du das nicht verstehen kannst, aber sei froh!

Kommentar von Till87 ,

Sorry, aber das Mädchen hat ihre Probleme gerade mal am Rande geschildert und du redest schon von einer Borderlinestörung ... Ja, ich denke auch, dass ein Therapeut am besten wäre, aber ich glaube, dass Meditation viel besser ist als Tagebuchschreiben. Wobei das sicher auch helfen kann. Und einen Therapeuten will sie ja leider nicht. Edit: Ich hab selbst Borderline gehabt und war bei 9 Therapeuten in meinem Leben ...

Kommentar von MarkusGenervt ,

Wenn, dann hast Du Borderline nicht "gehabt". Du hast höchstens gelernt damit zu leben.

Und dann müsstest Du selbst am Besten wissen, wo das unbehandelt hinführen wird und was diese Selbstbestrafung in Dir auslost.

Wie war das denn bei Dir, als Du abgestürzt bist? Wer hat Dir da raus geholfen? Sicherlich keine Meditation. Wenn sie Dir JETZT dabei hilft, nicht mehr abzustürzen, dann herzlichen Glückwunsch, dass Du einen Weg für Dich gefunden hast. Aber schau Dir Deinen eigenen Weg an und sage mir, ob Du es mit Deinen heutigen Methoden damals alleine geschafft hättest.

Ganz ehrlich!

Kommentar von Till87 ,

Ich hab es nicht durch die Therapie geschafft (zumindest hab ich nicht den Eindruck), für mich war und ist ein spiritueller Rückhalt sehr wichtig. Ich nehme auch 25mg Sertralin. Bei mir war sehr viel, vom Drogenmissbrauch (Gras bis Heroin), zwei schweren Autounfällen - Einmal bin ich besoffen mit Vollgas gegen einen Baum gefahren.

Mir hat der Buddhismus Ruhe geschenkt, was für mich sehr wertvoll ist. Wenn ich merke ich befinde mich im Gedankenkreisen (teilweise auch Zwangsgedanken) hilft es mir zur Ruhe zu kommen.

Ich werde auch nicht mehr wütend, da ich eben erkannt habe, dass es objektiv keine guten oder bösen Menschen gibt. Gut und Böse sind subjektive Werte. So wie wenn ich ein Bild als schön oder hässlich bewerte.

Das wirklich zu verstehen, erlaubt mir nicht mehr wütend zu sein auf Menschen. Wenn ich doch wütend werde, weiß ich, dass es ein Moment der Verblendung ist, da es keinen Grund gibt, auf einen Menschen wütend zu sein.

Dass gut und böse subjektive Werte sind, thematisiert übrigens auch Nietzsche in seinem Buch "Jenseits von gut und böse" und was objektiv und subjektiv ist, Schopenhauer in "Die Welt als Wille und Vorstellung". Das stammt nicht alles aus dem Buddhismus.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Es freut mich zu hören, dass Du im Begriff zu sein scheinst, Deine Aggression in den Griff zu bekommen.

Aber ich möchte Dich daran erinnern, dass zum Einen Deine Therapie Dir die Augen für diese Zusammenhänge geöffnet hat oder Dich zumindest in diese Richtung inspiriert hat. Zum Anderen gehört auch die Medikation zur Therapie. Das solltest Du nicht vergessen, denn es ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie – jedenfalls für Dich.

Ist Dir denn auch schon bewusst geworden, dass Deine Drogensucht ein Teil Deiner Selbstbestrafung bzw. Auto-Aggression ist?

Es ist gut, wenn Du Deine Aggression nicht mehr gegen Andere richtest, aber Du solltest sie vor allem nicht mehr gegen Dich selbst richten, denn das ist eines der größten Probleme der Borderline-Störung. Bedenke ebenso, dass sich die Aggression gegen Andere letztlich immer wieder gegen Dich selbst richtet und somit ist die Aggression gegen Andere auch wieder nur eine spezielle Form der Auto-Aggression. Das ist ein bisschen so, wie beim "Selbstmord durch einen Polizisten" – nur eben nicht tödlich.

Tja, Nietzsche ist so eine Sache. Das ist immer ein Wandel auf dem Grad zwischen Größenwahn und Rücksichtslosigkeit. Man muss schon sehr in sich ruhen, um sich durch ihn nicht vom rechten Pfad abbringen zu lassen. Nietzsche steht eigentlich im krassen Gegensatz zum Buddhismus. In den Prinzipien hat er sicherlich Recht, aber er lässt dabei völlig außer Acht, dass das wohlwollende Miteinander, wie es der Buddhismus lehrt, ein essentieller Bestandteil eines gesunden Geistes ist. Aber das nur mal so am Rande.

Ja, und ich habe mich wieder ablenken lassen, denn hier geht es ja nicht um Dich, sondern um Lady536. Du weißt schon, was ich meine ;)

Kommentar von Till87 ,

Ja, das mit der Auto-Aggression im Zusammenhang mit dem Substanzmissbrauch ist mir völlig klar, auch im Zusammenhang mit Schlägereien die man hatte. Nur ist das alles wirklich schon Jahre her. Gut möglich, dass einen die Therapien da weiter gebracht haben, auch wenn man es nicht so radikal bemerkt hat.

Antwort
von Wonnepoppen, 18

Der einzige Trick heißt "reden!

Wieso ist eine Nummer gegen Kummer,oder das Kinder u. Jugend Telefon Quatsch?

auch eine Therapie wäre zu empfehlen!

Antwort
von nowka20, 2

wenn es dich nur "gerade" psychisch fertig macht, macht das gar nichts

Antwort
von Prante, 16

Hi,

also grundsätzlich finde ich es nicht abwegig dich jemandem bei einer Hotline anzuvertrauen, denn das ist genauso anonym wie hier...Nur dort kann man gezielter auf dein Problem eingehen.

Zusätzlich fiehle mir ein: eine Therapie zu beginnen.

Aber für den Anfang in der akuten Situation ist es sicherlich auch sehr hilfreich Tagebuch zu schreiben! Also quasi alles aufzuschreiben, um es somit mal irgendwo losgeworden zu sein.

Gute Besserung

Antwort
von TheWulfScooter, 14

Suche dir eine Sache - so eine Art Hobby an dem du Spaß hast und alles vergessen kannst was dich nervt! :)
MfG

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