baer1 am 03.10.2008 um 13:38 Uhr
Findet ihr,dass in der BRD die Menschen psychiatrisiert werden?Geht es dabei nur um die Lobby der Pharmaindustrie oder gibt es andere Hintergründe? Auffallend ist,dass es noch nie soviele psychisch Kranke gegeben hat,wie in der heutigen Zeit!Wird da nicht masslos übertrieben?

Das liegt zum Einen an der viel differenzierteren Diagnostik. Was vor Jahrzehnten noch als eine Merkwürdigkeit durchging, hat heute einen wissenschaftlichen Namen.
Dann ist unsere Welt kälter und egoistischer geworden, Menschen, die nicht der "Norm" entsprechen, haben wenig Rückhalt im sozialen Umfeld.
Ganz allgemein gibt es immer mehr völlig überforderte Menschen, die nicht mehr mithalten können, und bei denen auch das soziale Netz nicht richtig greift.

Manchmal würde schon ein wenig mehr Zuwendung helfen.
Einfacher und einträglicher ist es allerdings Menschen mit Medikamenten ruhig zu stellen.
Ich glaube, es gibt inzwischen wesentlich mehr Leute, die psychische Probleme haben.
Das hängt unter anderem mit einem Wandel in der Gesellschaft zusammen.
Während vieles früher in den Familienverbänden geregelt wurde und Probleme nicht von einzelnen bewältigt werden mussten, sondern von einer Gemeinschaft, sind wir Menschen in letzter Zeit wesentlich egoistischer geworden.
Und da viele nur noch auf ihren Vorteil bedacht sind und nicht mehr bereit und in der Lage sind, Kompromisse einzugehen, gibt es weniger Rückhalt für den einzelnen und dieses Problem wird an Erzieher, Lehrer, Ärzte, Psychologen oder allgemein an DEN STAAT abgegeben.
Leider vergessen die meisten, dass der Staat keine Institution ist, sondern eine Gemeinschaft von allen, die darin leben.
Und da Ärzte und Psychologen nicht alle sozialen Bedürfnisse von Menschen erfüllen können, wird vieles über Psychopharmaka geregelt.
Denn es ist einfacher, einen unbequemen Menschen mit solchen Mitteln "kompatibel" zu machen, als ihm Zeit und Geduld zu widmen und sich auf ihn einzulassen.
ferdl am 22. Oktober 2008 00:50 Da sollte man noch die Elektroschockfolter ergänzen, die auch benutzt wird um unbequeme Menschen kompatibel zu machen.

Die psychisch Kranken Menschen gabs schon immer! Man hat davon nur nie so viel mitgekriegt! Die wurden weggesperrt, umgebracht. Krankheit wurde nicht entdeckt oder behandelt (mit was auch damals?). Die Anzahl ist schon gestiegen: durch den Drogenkonsum vorallem! Aber die Krankheiten gabs schon immer.

Das Leben ist psychisch anspruchsvoller als früher, deshalb ist das nicht verwunderlich.
ferdl am 22. Oktober 2008 00:44 Und die zwei Weltkriege zu überleben war nicht so psychisch anspruchsvoll? Da möchte ich mal die angeblich Gesunden sehen im Bombenhagel.

Ja, das kann man herrlich Nutzen, um Konspirationstheorien zu konstruieren. Am besten noch die Illuminaten oder Aliens in die Theorie einbauen...
Es gibt heute nicht zwangsweise mehr psychische Erkrankungen. Vielmehr ist im Laufe der letzten Jahrzente die Tabuisierung psychischer Erkankungen zurückgegangen. Man geht mit dem Thema wesentlich offener um und sieht den Gang zum Psychologen oder Psychiater nicht mehr als Brandmarkung total kirre zu sein.
baer1 am 3. Oktober 2008 13:47 Wo war das noch,wo jeder zweite beim Psychiater auf der Couch liegt?

Ich würde auch gerne noch gelb ankreuzen. Das geht aber leider nicht!

Nur wurde früher nicht alles so bekannt, weil die meisten sich dafür schämten psychisch krank (verrückt) zu sein!!



es gibt schon immer psychisch Kranke, nur früher gab es nicht die Möglichkeiten alle aufzudecken und zu behandeln oder man hat nicht so offen darüber gesprochen wie heute

Wo ist die Antwort: "NEIN ! die Menschen werden nicht psychiatrisiert und die Psychischen Erkrankungen sind tatsächlich mehr geworden"
Psychiatrisiert ist Scientology Propaganda.

Die Welt wird ja generell immer verrückter.
Kaffeesatz am 3. Oktober 2008 13:50 Das täuscht

Ich hab dir ja letztens was dazu geschrieben :-D .
Danke für die Auszeichnung, baer1! LG!