Frage von Ninni0096,

Psychiatrien in Horrorfilmen

Warum sind Psychiatrien so unheimlich? Besonders in Filmen aus den 60gern werden immer alte verlassende Psychiatrien gezeigt, in den es spukt. aber WARUM, ist das so? was ist daran so gruselig???

Antwort von Matze1970,
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Hallo Ninni0096,

naja, das was in Psychiatrien damals gemacht wurde ist ja auch mehr als unheimlich (und Menschenverachtend).

Wenn Du alleine bedenkst, was die Lobotomie aus Menschen gemacht hat und wie sie praktiziert wurde, lässt es das Blut in den Adern gefrieren.

Bürgerrechtsbewegungen begannen um 1960, gegen die Lobotomie vorzugehen. Ken Keseys Roman Einer flog über das Kuckucksnest zeigte 1962 drastisch die Auswirkungen der Operation auf psychiatrische Patienten.

Der Roman wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 1975 von Miloš Forman erfolgreich verfilmt.

Der 2011 erschienene Film Sucker Punch thematisiert in der Handlung die Lobotomie als düsteres Stilmittel mit schockierenden Auswirkungen.

Es ist bekannt, dass in der damaligen Zeit Menschen in Psychiatrien gequält, gefoltert und für Versuchszwecke missbraucht wurden.

Ich finde, das ist absolut ein Nährboden für Horrorfilme, weil es einfach ein Horror war!

Antwort von Wolfgang46,

Viele psychische Krankheiten sind ja ein Horror - vor allem für die Betroffenen selbst, die sich garnicht wiedererkennen in ihrer Angst und Panik, ihrer unbegründeten Niedergeschlagenheit, ihrer Erregtheit und Wut, ihren seltsamen, sprunghaften und unzusammenhängenden Denkabläufen, ihren Wahngedanken, in denen sie sich verfolgt und bedroht fühlen, ihren Wahnwahrnehmungen (Halluzinationen), in denen sie Stimmen hören, die sie ständig kommentieren, ihnen Befehle geben, ihnen drohen, sie auffordern, andere unschädlich zu machen oder sich selbst umzubringen, die mit fratzenhaften Verzerrungen des Gesehenen oder mit angstbesetzten unerklärlichen Bildern und grauenhaften filmartigen Abläufen einhergehen, mit kõrperlichen Missempfindungen, die sie als Tortur erleben... Man kann ihre Erlebnisse nicht in Worte fassen.

Für einen Außenstehenden sind diese Leiden unfassbar. Auch heute noch ist die Selbstmordrate bei schweren psychischen Störungen wie schweren Depressionen und Schizofrenien bei 15 - 20 %. Einige wenige sind gewalttätig; heute ist das zumeist durch die Einnahme von illegalen Drogen bedingt, die sich psychisch Kranke häufig besorgen, weil sie sich kurze Zeit besser fühlen.

Auch die Angehörigen dieser Kranken leiden mit. Für viele Eltern ist diese Situation nicht auszuhalten.

Erst Mitte der 50er Jahren kamen die ersten Medikamente auf, dir eine gewisse Wirkung auf diese Störungen hatten. Sie sind weiterentwickelt worden, haben weniger Nebenwirkungen, aber sind beileibe nicht das Non-plus-Ultra. Sie sind aber weit besser als das Nichts, das wir vorher hatten. Darunter konnten viele Kranke wieder teilweise oder fast völlig wiedereingegliedert und die psychiatrischen Krankenhäuser um bis über 70% verkleinert werden.

Ich kenne die Verhältnisse in psychiatrischen Krankenhäusern seit meiner Jugend (1958), als mich mein Vater zu Besuchen bei einer Bekannten mitnahm. Damals waren es zumeist alte, große, rote Backsteingebäude aus der "Gründerzeit" (Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts). Der erste und der zweite Weltkrieg und die arme Zeit dazwischen hatten Neubauten verhindert und auch die 40er und 50er Jahre waren noch ärmlich, so dass an Umbauten nicht zu denken war. Die Kranken lagen dort zumeist in großen Sälen - wie damals in anderen Krankenhäusern auch, saßen in Sesseln oder liefen durch lange Flure, sahen unbeteiligt oder irgendwie leer aus, schrieen unvermittelt, rissen sich die Kleider vom Leib, kamen neugierig auf einen zu und stellten seltsame Fragen, betätschelten einen und wurden dann vom Personal zur Ordnung gerufen. Für einen Zwölfjährigen schon eindrucksvoll.

Auch die Kenntnisse über die Entstehung psychischer Krankheiten waren noch sehr vage, und erst heute kommen wir der Sache durch Genetik, Biochemie, den vielen neuen Untersuchungsmethoden und vielen neuen Ideen etwas näher, auch wenn es noch ein jahrzehntelanger Weg sein wird. Die früheren Behandlungsmethoden waren Verzweiflungstaten, aber auch bei körperlichen Krankheiten muten die Behandlungen von damals heroisch bis grausam an - es gab aber nichts anderes! Früher verkamen die Kranken auf der Straße oder in Schuppen und Scheune, hatten etwas Glück, wenn sie in Armenhäusern oder Klöstern etwas Hilfe erhielten.

Schilderungen von und Filme über psychische Krankheiten und die heute nicht mehr verständlichen oder akzeptablen Behandlungen befriedigen den Wunsch von Gesunden nach dem Erleben von Rätselhaftem, Unverständlichem und Gefährlichen wie Crime und Sex auch, sind der Sache aber absolut nicht adäquat. Selbst das Kuckucksnest mit Nicholson nicht. Einer der wenigen akzeptablen Filme ist "A Beautiful Mind" - aber das ist kein Horrorfilm.

Antwort von dmoch,

Spuk ist das Verhalten eines Geistes, dessen Motive und Aktionen am unvorhersehbaren Ort und Zeitpunkt man nicht einschätzen kann, das macht unsicher bis ängstlich. Die Verlegung der Geschichte in ein pschiatrisches Krankenhaus bedient die Horrorphantasien von Menschen, die nie eines von Innen gesehen haben, ganz wie bei den schottischen Schlössern oder dem Schloß von Graf Dracula. Dmoch

Antwort von medicmania,

das hat sicher etwas mit der Geschichte der Psychiatrie bzw. psychiatrischen Krankenhäusern zu tun. Die Wende zu einer modernen psychiatrischen Versorgung setzte erst Ende 1968 ein. Früher waren die Methoden und Anwendungen in der Psychiatrie recht unheimlich. So war z.B. eine Packung eine gefürchtete Strafmaßnahme, die in den 60er Jahren in psychiatrischen Kliniken zum Alltag gehörte. In riesigen Schlafsälen stand Bett an Bett, bis zu 100 in einem Saal. Toiletten und Duschen waren häufig defekt, die Insassen mussten sich eine einzige Zahnbürste teilen, wenn überhaupt eine da war. Das war alles ziemlich unheimlich und so manch ein Insasse (so wurden die Patienten früher genannt) blieb auf der Strecke und starb bei Strafmaßnahmen. Ich kann mir gut denken, dass für Filme aus dieser Tatsache heraus Spukgestalten entstanden sind.

Antwort von AnnKa92,

Meistens wirken sie so gruselig weil man selber nie dort gewesen war. Die gestörten Personen die dort waren wieder kommen und sich als geister rächen wollen. Meinst sind es personenn die von anderen psychatriepatienten in der selbstmord getrieben wurden....

angsteinflössend ist auch immer wieder das es dort keinenn ausweg gibt, also man kommt nicht nach draussen....

Antwort von SuicideSquad,

Findest du das nicht gruselig? Ich weiß garnicht wie ich die Frage beantworten soll, weil es für mich absolut klar ist, was daran so gruselig ist.

Weißt du wie Menschen in Psychatrien früher behandelt wurden? Die Vorstellung psychisch Kranke kommen als Geist zurück um sich zu rächen ist für mich absolut gruselig ;) Mal abgesehen davon, dass Krankenhäuser immer gruselig sind und in Psychatrien kommen dann ja noch Effekte wie ständige Schreie, Wahnvorstellungen und Halluzinationen dazu. ´ Was brauch man mehr um sicfh zu gruseln?

Antwort von Maurice0304,

Vielleich geistig Gestörte die dort noch Hausen und nur auf Menschen wartten.

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