Frage von Lexiaqueen, 60

Psychiatrie... paar Fragen darüber?

Leute... anhand meiner letzten frage habe ich nachgedacht. Vielleicht ist die Psychiatrie doch keine so schlechte Lösung. Immerhin gehe ich auch dann in eine Schule, und die können mir vielleicht auch wegen meiner angst vor bestimmten Menschen und Vorträgen nehmen. Außerdem bin ich viel näher an anderen Menschen dass bedeutet ich kann mich nicht zurückziehen... Ich weiß nur nicht wie man auf sowas kommt. Einfach zum Arzt gehen und sagen... Ja ich hab Probleme und würde mich gerne einweisen lassen...

Und meine Eltern würden ja was von dem ritzen mitbekommen... Ich würde echt gerne, weil ich das als meine letzte Chance sehe ein "normales" leben führen zu können ohne ständig angst zu haben.

Hat jemand Erfahrung mit einer psychischen Anstalt? Kann mir da jemand sagen was da so abgeht? Wie lange das ist? Was man macht? Danke...,😄

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Lexiaqueen,

Schau mal bitte hier:
Angst Psychologie

Antwort
von einfachichseinn, 4

Hut ab für deine Entscheidung!

Ich glaube die ist sehr gut. Am besten gehst du morgen mit deinen Eltern zum Arzt und sprichst das Thema an. Du kannst auch ruhig sagen, dass du denkst, dass eine Psychiatrie richtig ist.

Dann erhältst du wahrscheinlich eine Einweisung. Damit kannst du in die Klinik gehen und dich vorstellen. In der Regel ist es so, dass du dann einen Termin zur Vorstellung bekommst und auf die Warteliste gesetzt wirst.

Es kann allerdings auch sein, dass du recht schnell aufgenommen wirst. Bei mir war es so dass ich morgen früh beim Arzt war und mittags schon auf der Station war.

Bei der Aufnahme werden dann meistens noch ein paar Untersuchungen gemacht (Blutanalyse, EKG, etc).

Dann bekommst du irgendwann Bescheid, wann genau du aufgenommen wirst.

Zu einer speziellen Klinik kann ich dir nichts sagen allerdings sind die Kliniken in der Regel sehr ähnlich aufgebaut.

Meistens sieht so eine Klinik gar nicht aus, wie ein Krankenhaus. Von der Einrichtung erinnern die meisten eher an eine Jugendherberge (oft sogar an schöne, weil dort nichts verunstaltet ist).

Die Tage sind sehr stark strukturiert.

Meistens bis zum späten Nachmittag (je nach Plan auch mal früher).

Der Tag beginnt in der Regel mit einem gemeinsamen Frühstück und einer anschließenden Mirgenrunde. Dort werden alle wichtigen Dinge des Tages angekündigt (zum Beispiel falls mal etwas ausfällt, weil ein Therapeut o.ä krank ist...).

Je nach Plan und Klinik hast du dann erst mal eine Therapie und dann 1-3 Stunden Schule oder erst Schule und danach Therapie. 
Dann gibt es irgendwann Mittagessen und im Anschluss daran gibt es vermutlich weitere Therapien bis zum Nachmittag.

Nach den Therapien kannst du dann frei entscheiden, was du machst . Auf dem Gelände spazieren o.ä mit mit Patienten spielen oder so, Besuch empfangen. Bei mir war es auch möglich, dass Patienten in die Stadt gehen (allerdings nur in Absprache mit dem Psychologen und meistens auf ch nicht spontan).

Abends gibt es gemeinsam Abendessen.

In der Regel ist es so, dass die Patienten auch in gewisser Dienste eingeteilt werden. Zum Beispiel den Tisch decken bei einer Mahlzeit oder Blumen gießen.

Die Therapien sind in der Regel auch von Klinik zu Klinik nur im Detail unterschiedlichen.

Es gibt häufig Ergotherapie (eine bessere Bezeichnung wäre Beschäftigungstherapien).

Bei mir konnten dort allerhand Dinge gemacht werden eine kleine Auflistung 
- Holzarbeiten aller Art, -Armbänder (aus Leder oder auch Mit Perlen), -Leinwände, Alles mögliche mit Mosaiksteinen, - Bilder mit verschiedensten Farben (Arcryl, Pastellkreiden Buntstifte,...), Mandalas ausmalen,... 
Im Prinzip sind dort deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Der Sinn dieser Therapie besteht grade bei Menschen mit Depressionen darin sie zurück in die Gegenwart zu holen. Das ist ein großes Problem vieler Betroffener.sie sind gedanklich oft in der Zukunft und sorgen sich oder sie sind in der Vergangenheit und trauern alten Zeiten nach. 
Die Therapie lenkt also nicht nur nur ab, sondern hilft auch ein stückweit in der
Problematik vieler Betroffener.

Neben der Ergotherapie gibt es meistens noch Bewegungstherapie.
Die sieht je nach Kapazität der Klinik unterschiedlichen aus. Bei mir gab es zum Beispiel vor allem Tanztherapie. In vielen Kliniken gibt es zum Beispiel auch noch schwimmtherapien oder klettern.

Daneben gibt es auch immer noch verschiedene Gruppentherapien, die wirklich Gespräche erfordern (die anderen Therapien laufen aich meistens in Gruppen, aber dort wird nicht geredet).

Ab und an gab es auch noch Kunsttherapie. Dort habe ich immer ein Thema bekommen (z.B die Beziehung zu meiner Mutter). Dazu sollte ich dann etwas malen und im Anschluss würde das mit dem Therapeuten analysiert und besprochen. Ich habe dadurch ganz oft einen anderen Standpunkt bekommen.

Zu guter Letzt gibt es in der Regel einmal in der Woche ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten.

Es ist aber auch so, dass du dich jeder Zeit an einen wenden kannst, wenn es dir akut schlecht geht.

Ich saß teilweise mehrmals über 1 1/2 Stunden bei einem Psychotherapeuten, weil es mir so furchtbar erging.

Ich hatte Glück wirklich gute Therapeuten gehabt zu haben, die mir alle auf ihrer Art und Weise eine Menge mitgeben konnten, was gar nicht so als Therapie ankam.

Falls du noch fragen hast, kannst du mich gerne fragen.

Kommentar von Lexiaqueen ,

Danke, die erste Person die auf meine Frage richtig geantwortet hat!😘🤗

Antwort
von Gerste94, 33

Wenn du nicht mehr zu Hause wärst würden deine Eltern das auf jeden Fall mitbekommen, aber wenn deine Probleme so groß sind, haben sie sicher Verständnis dafür.

Dein Weg wäre auf jeden Fall zuerst einmal zu deinem Arzt zu gehen, dieser wird dich aber im Normalfall nicht direkt in eine psychatrische Klinik einweise lassen, sondern dich an einen Psychater überweisen. Dieser würde dann deine Lage genauer anschauen und je nachdem weitere Schritte einleiten, zum Beispiel eine ambulante Psychotherapie. Die Einweisung in eine psychatrische Klinik erfolgt normal erst dann, wenn andere Methoden nicht erfolgreich sind.

Antwort
von Revic, 19

Normalerweise läuft das folgendermaßen ab: Du gehst zu deinem Hausarzt (oder Psychiater), beschreibst ihm deine Situation und lässt dir eine Einweisung geben. ´Mit dieser Einweisung wirst du aber nicht immer sofort in einer Klinik aufgenommen, sondern stehst erstmal auf einer Warteliste.

Ausgenommen sind natürlich Notfälle zur Krisenintervention. Wenn du akut selbstmordgefährdet bist oder eine gefahr für dein Umfeld darstellst, wirst du sofort aufgenommen.

Ich weiß jetzt nicht, wie alt du bist. Mit 16 kann man schon relativ viel mitentscheiden. Sagt den Ärzten dort, dass du nicht möchtest, dass deine Eltern von dem SVV erfahren. Meistens gehen sie darauf ein.

Die Dauer, die du dort verbringen wirst, hängt ganz von deinen Problemen und deren Schwere ab. Eine Therapie bei Jugendlichen dauert meistens zwischen 3 und 4 Monaten. Eine Krisenintervention (Notfall) nur 14 Tage.

Es gibt einen streng geregelten Tagesablauf. Du wirst nicht ausschlafen können und die Beschäftigungsmöglichkeiten sind eher geringfügig. Langeweile wird dort vermutlich dein größter Feind sein, weshalb ich mir genug Lesestoff ect. mitnehmen würde. Handy ist nicht oder nur sehr begrenzt erlaubt, genau wie Fernsehzeiten.

Du wirst an verschiedenen Therapieangeboten teilnehmen. Meistens steht Ergotherapie zur Verfügung, ansonsten gibt es auch Musik- und Bewegungstherapie. Ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich.

Deine psychologische Betreuung wird sich auf ein, maximal zwei Gespräch in der Woche beziehen. Finde ich persönlich etwas wenig, aber gut.

Bei den Betreuern musst du manchmal aufpassen, denen nicht auf den Schlips zu treten. Manchen fehlt die nötige Distanz und nehmen Dinge sehr schnell persönlich. Halt dich hier lieber etwas zurück, sei nicht frech oder aufsässig. Mit den Mitpatienten hatte ich persönlich immer weniger Probleme. Das klappt meist ganz gut.

Falls du noch irgendwas wissen willst, frag ruhig. Ich hab langjährige Erfahrung ;) Im Grunde musst du keine Angst vor dem Aufenthalt in einer Psychatrie haben, aber ob es hilft ist auch nicht gesagt.

Antwort
von schokocrossie91, 21

Ich war in einer Psychiatrie und einer Psychosomatik, aber jede Klinik ist anders und Haar andere Regeln.

Antwort
von nowka20, 6

ist ne gute Sache

nur mut!

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