Psychiater verschreibt mir trotz passender Diagnose kein Methylphenidat?

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2 Antworten

Du darfst immer einen zweiten Arzt konsultieren um eine fachliche Zweitmeinung zu bekommen.
Ob dieser dir aber (so) ein Medikament verschreibt, weil du es willst, halte ich für fraglich. Ich denke dein Arzt hat Gründe dir gerade dieses Medikament nicht zu verschreiben.
Das sind immerhin keine Bonbons und du hast ja schon sehr viel genommen.
Ich denke aber eine zweite Meinung kann immer hilfreich sein.

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Kommentar von crusher456
21.11.2016, 21:48

Danke dir "fsjhilfe" für eine Antwort.

Eine Zweitmeinung wird wahrscheinlich aufbauend sein. 

Ich werde mich an einen weiteren Facharzt für Psychiatrie wenden und ihm meine Situation schildern. [Bzw... Wenn ich erwähne, das ich positive Erfahrungen mit MPH gemacht habe (Ärzte können ja theoretisch nicht dumm sein), wird sich dieser wahrscheinlich schon denken können, dass ich gerne dieses Btm verschrieben bekommen haben möchte.. Es gibt ja leider genügend Menschen, die eine Krankheit vortäuschen, um ein bestimmtes Präparat verschrieben zu bekommen..) wird mir wahrscheinlich (oder eher hoffentlich, für unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft) deshalb kein Arzt MPH verschreiben.

Nur habe ich nicht mehr lange Zeit und brauche am besten sofort Hilfe. Ich mache Abitur, bin in der 12. Klasse und werde auch noch die 13. Klasse absolvieren. Ich habe, wie beim Test auf AD(H)S festgestellt wurde, einen herausragenden IQ, das weiß ich und andere schon länger und merke es auch in der Schule, im theoretischen Unterricht, doch wenn es ans Eingemachte, an die Praxis geht, bin ich, wie im Unterricht teilweise, total unkonzentriert, unaufmerksam, impulsiv und "versaue" mir dadurch so ziemlich jede Note, ich bin extrem unter meinem Leistungsniveau. Das haben mir viele meiner Lehrer gesagt und das weiß ich auch, meinem bisherigen Psychiater habe ich ebenfalls davon erzählt nur ja. Hat er noch keine Lösung gefunden. 

Deshalb würde ich gerne eine Zweitmeinung einholen.

MfG

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Kommentar von fsjhilfe
22.11.2016, 07:32

Das klingt natürlich nachvollziehbar. Ein weiterer Tipp, wenn man der Sprechstundenhilfe sagt, dass man auch für Nachrücktermine (wenn jemand absagt) spontan da wäre, klappt es manchmal schneller mit dem Termin.

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Hallo,

grundsätzlich darf MPH erst verschrieben werden, wenn andere therapeutische Interventionen (alleine) erfolglos waren. Dein Arzt hält sich - durchaus im Gegensatz zu manch anderem seiner Zunft - an diese Regel, die insgesamt vernünftig ist.

Bei Dir kommt hinzu, dass Du weitere Medikamente einnimmst, zu denen die Wechselwirkung mit MPH möglicherweise unabsehbar ist. Eine Medikation mit MPH kann vielleicht erst dann beginnen, wenn die anderen Medis abgesetzt sind (oder deren Wirk-Depots erschöpft sind).

Hinzu kommt außerdem, dass Du möglicherweise das Vollbild des ADS zeigst, dass aber andere Probleme dieselbe Verhaltenssymptomatik erzeugen können. Auch in diesem Fall würde es sinnvoll sein, zunächst die eine Therapie zu beenden und dann sehen, was vom ADS übrig bleibt.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch in den Merkmalslisten für Hochsensibilität und / oder Hochbegabung einiges findest, das auf Dich passt.

Entscheidend bei Diagnosestellung und Therapie ist immer, den richtigen Ansatzpunkt zu finden - und das ist die Expertise des Arztes. Das was dabei herauskommt, weicht manchmal von der Eigendiagnose ab und entspricht nicht immer den Wünschen des Patienten. Warum das so ist, habe ich oben an Beispielen benannt.

Alles Gute!

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Kommentar von crusher456
21.11.2016, 22:18

Danke für Deine hilfreiche Antwort SunKing.

Vernünftig ist es natürlich, dennoch wie Du schon gesagt hast, entspricht es nicht meinem Wunsch.

Ja, genau. Grundsätzlich ist ja AD(H)S keine von allen Wissenschaftlern annerkannte Krankheit, sondern eher eine Ansammlung von Symptomen..

" [...] die eine Therapie zu beenden [...] " - inwiefern.. Meine "Therapie" besteht darin, Medikamte zu nehmen und mir selbst mein Erleben und Verhalten anhand der Psychoanalyse von Freud zu erklären. Unter Therapie versteht man wohl eher eine professionelle Therapie bei einem Psychologen. Ich bin leider bei keinem Psychologen, obwohl ich soooo gerne bei einem wäre. (Wieso das so ist, bin ich mir nicht schlüssig, ich habe bereits mehrere Termine bei Psychologen gehabt, doch alle verpasst/vergessen. Ich glaube ich verdränge etwas als Schutzmechanismus, oder jedoch, mein Gedächtnis ist durch das ADS eingeschränkt. Ich stelle dazu gleich eine weitere Frage hier in diesem Forum, obwohl ich nicht erwarte eine erklärende Antwort zu erhalten..)

Sag mir bitte, wie du auf das kommst.. Ich wurde von meinem Psychiater und einigen Lehrern als HochSENSITIV bezeichnet.. Laut der Definition, den augelisteten Merkmalen sowie Erfahrungsberichten trifft die Sensitivität voll und ganz auf mich zu. (Ich war übrigens sehr erleichtert, als ich erfahren habe dass es doch andere Menschen gibt, die so wahrnehmen..)

Das mit der Hochbegabtheit habe ich in einem anderen Kommentar erklärt..

 Nun gut, auf jeden Fall, danke SunKing.

Meine Erkenntnis: Ich muss zu einem Psychologen gehen und kann eine Zweitmeinung einholen.

Einen schönen Abend wünsche ich Dir noch!!

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