Frage von Cocobl,

Provision muss künftig der Vermieter zahlen

Hallo!

Ich habe gehört, dass in Deutschland darüber diskutiert wird, ob demnächst der Vermieter die Provision von den Maklern bezahlen muss und nicht wie üblich der zukünftige Mieter.

Wisst ihr wie weit diese Debatte schon ist? Gibt es in nächster Zeit schon Gesetzbeschlusse etc.?

Hilfreichste Antwort von AchIchBins,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hier die Wahrheit. WER den Makler bezahlt, liegt unter anderem daran, WO sich diese Immobilie befindet. Schlechte Vermietbarkeit = Vermieter bezahlt....gute Vermietbarkeit = Mieter zahlt. Der Vermieter in wirtschaftstarken Gebieten, mit hoher Mietnachfrage, macht sich natürlich "den Markt" zunutze. D. h., es gibt immer einen Makler der Umsatz braucht. Und um diesen Auftrag zu bekommen bietet er seine Dienste für den Vermieter kostenlos an. Er weiss ja, letztendlich zahlt "zwangsweise" der Mieter die Provision. Der Vermieter freut sich natürlich und nimmt das Angebot gerne an. Und ich als Makler sag Dir...ich finde das eigentlich auch nicht in Ordnung, da einer das Orchester bestellt und den Anderen dafür bezahlen lässt. Man darf aber auch nicht ausser acht lassen, der Makler arbeitet auch FÜR den Interessenten. Ich trage alle wichtigen Informationen zusammen, rufe ihn an, mache einen Termin, werde bei schönem Wetter am Wochenende auch mal ohne Terminabsage stehen gelassen und kümmere mich um einen einwandfreien Mietvertrag und korrekte Übergabe der Wohnung. Was viele nicht wissen, der Vermieter/Verkäufer darf sich dumm stellen (bei Mängeln etc), der Makler aber nicht. Nun aber direkt zu Deiner Frage und zur Realität. Stell Dir vor, Du hast eine Wohnung und bekommst 500 € zzgl. Nebenkosten pro Monat. Du wohnst weit weg oder hast, wie ganz ganz viele Vermieter, keine Zeit um sich selbst darum zu kümmern. Du benötigst also einen Makler, der Dich dann 1000 € zzgl. MwSt kostet. Der Knackpunkt als Beispiel, Deine Mieter ziehen im Extremfall immer nach einem Jahr aus. Du müsstest also 2/12 Deiner Mieteinnahmen nur dafür aufwenden. Das wäre absolut nicht rentabel mit Finanzierungskosten und Kosten für den Erhalt des Objekts, denn letztendlich ist eine Immobilie ein Renditeobjekt und kein Charityprojekt. Was würdest Du nun tun? Genau, die Miete anheben um diese Aufwendungen (notwendigerweise) auszugleichen. Da es nun ja auf einmal alle Vermieter betreffen würde, heben auch alle die Miete an und somit steigt stetig auch die gesetzlich kontrollierte Durchschnittsmiete. Und da der (versteckte) "Provisionsaufschlag" ja dann immer weiterläuft, zahlt der Mietende, der länger mietet, diesen Aufschlag immer weiter. Wo er früher "nur" eine Einmalbelastung hatte, zahlt er auf die Dauer womöglich mehr, je nachdem, wie der Vermieter die Provision umgerechnet hat. Die Äusserungen und Forderungen einiger Politiker sind also völlig realitätsfremde Phrasen und werden sich definitiv negativ auf die Miethöhen auswirken. Wer mehr darüber wissen sollte, sollte mal in andere Länder schauen, z. B. England. Dort war es früher genau so wie jetzt bei uns. Dann gab es eine gesetzliche Reform, der "Besteller" zahlt.....und was war das Ergebnis?...genau, steigende Mieten.

Kommentar von Cocobl,

Macht Sinn und ist trotzdem doof. Ein Studentenbudget reicht selten aus um Kaution und Provision innerhalb kürzester Zeit auf einmal zu bezahlen. Naja, Bildung mit ihrem ganzen Drum und Dran ist halt teuer.

Kommentar von AchIchBins,

Da hast Du recht, das denke ich mir auch manchmal, aber ohne Provision kann ich auch nicht arbeiten und der Vermieter sitzt hier derzeit am längeren Hebel. Für einen Vermieter ist ein Makler auch ein kleiner Schutz vor finanzschwachen Mietern oder im Extremfall vor Mietnomaden, denn mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Mietnomade über einen Makler vermittelt wurde. Auch mit der Kaution hat es sich etwas verbessert, nun bieten Banken vermehrt Kautionsbürgschaften an (auf Dauer aber teuer), vorausgesetzt der Vermieter akzeptiert das. Man darf aber eines auf keinen Fall vergessen, für den geförderten oder sozialen Wohnungsbau ist alleinigst die Stadt/Länder zuständig. Man kann/darf nicht von Privatpersonen erwarten, dass sie ihr erarbeitetes Kapital (Wohnung) unter Wert oder mit Verlust "anbieten". Für Studenten wäre die Innenstadt ideal, aber was tut die Stadt? Anstatt selbst zu bauen wird der Bauplatz etc zum Höchstgebot an einen Bauträger verkauft und auch die Handwerker kosten immer mehr Geld. Die Politiker reden hier immer gerne von "Luxussanierungen", da ist aber totaler Schmarn. Zu über 95 % handelt es sich dabei um "ganz normale" Sanierungen mit Anpassung an den heutigen Standard bezüglich Lärm- und Dämmschutz sowie den immer weiter steigenden Anforderungen zum Energieverbrauch. Da gibt es für einen Bauträger keine Möglichkeit das noch "günstig" anzubieten und zu verkaufen, damit der Käufer die Immobilie widerum günstig an Studenten etc vermietet. Auch da zeigt sich wieder einmal, Politiker sind weit jeglicher Realität entfernt.

Antwort von Schuhu,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Vermieter werden die Provisionen weiterhin auf den Mieter abwälzen. Zur Zeit ist es so, dass der Makler die Provision vom Mieter fordert. Nach dem neuen Plan wird der Makler die Provision vom Vermieter fordern und der Vermieter wird nur an den Mieter vermieten, der bereit ist, die Provision zu übernehmen.

Kommentar von talladin,

Und genau deswegen ist so ein Gesetz unsinnig und dient nur dem Stimmenfang.

Kommentar von Cocobl,

Stimmt das kann gut sein. Oder die Miete ist teurer..

Kommentar von schleudermaxe,

Quatsch mit Sauce! In unseren Hütten haben wir schon immer den Makler bezahlt und die Kosten von keinem Mieter bekommen, auch nicht durch eine höhere Miete. Also bitte!

Kommentar von AchIchBins,

@ schleudermaxe....selbst Schuld oder sind ihre Immobilien in eher unattraktiven oder wirtschaftschwächeren Standorten? Das ist nicht böse gemeint.

Antwort von MosqitoKiller,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das ist bisher nur eine Idee, mehr nicht, dazu gibt es noch nichtmal eine Gesetzesinitiative, und ob die wenn durchkommt, ist fraglich...

Mal abgesehen davon, dass die Idee derzeit völlig blödsinnig ist, wir haben zu wenig Wohnungen, da ist es sicher nicht hilfreich, Vermietung für Vermieter immer unattraktiver zu machen...

Antwort von johnnymcmuff,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Das Gesetz/ der Entwurf ist noch nicht durch und man weiß auch nicht ob es überhaupt durchkommt.

Bis jetzt habe ich noch nichts Neues gehört.

Antwort von schleudermaxe,

Das verstehe ich nicht. In unseren Hütten bezahlt kein Mieter den Makler und dies schon so lange wie ich weiß. Wir bezahlen schon immer den Makler, weil wir ihn ja auch bestellen und jetzt soll der Mieter bezahlen? Wer es glaubt!

Antwort von albatros,

Noch ist das diesbezügliche Gesetz nicht beschlossen.

Antwort von rudelmoinmoin,

da kannst du aber noch sehr lange warten, deshalb gibt es ja schon lange geb.freie wohnungen, da wird es auf die miete drauf geschlagen, wird dadurch teurer, audf dauer, schon mal darüber nach gedacht , wird schon zu genüge praktiziert

Antwort von anitari,

Ich habe gehört, dass in Deutschland darüber diskutiert wird ...

... und weiter ist es auch noch nicht.

Antwort von talladin,

Du weißt schon das dieses Jahr ein Wahljahr ist oder? Ich denke mal die sind noch gar nicht weiter als "Wir verkünden mal um uns Sympatie udn Stimmen zu sichern". Es wurde auch schon über eine Mietpreisbremse geredet aber da blieb es auch bei "Wir haben vor das..."

Kommentar von Cocobl,

Tja mal sehen, was nach den Wahlen daraus wird...

Antwort von BoeserEngel,

Sollte das Gesetz kommen, dann werden zig Vermieter mit großer Sicherheit keinen Makler mehr beauftragen. Was wiederum bedeutet, dass die Maklerbüros keine Wohnungen zum vermitteln haben und pleite gehen.

Ich glaube daher nicht, dass das eine Änderung kommen wird.

Kommentar von Cocobl,

Deprimierend, die Provisionen sind unverschämt hoch

Kommentar von BoeserEngel,

Und genau so denken auch die Vermieter. Wieso sollen sie das zahlen, also suchen sie neue Mieter lieber ohne Makler.

Aus Sicht der Vermieter ist die aktuelle Situation perfekt. Aber aus Sicht der Mieter wäre es anders herum besser.

Nur denke ich eben, dass wenn sich das ganze dreht, dass es den Maklern bald schlecht gehen wird.

Kommentar von MosqitoKiller,

Und ansonsten werden die Maklergebühren auf die Miete geschlagen. Zahlen tut im Endeffekt immer der Verbraucher, die Frage ist nur an wen, das liegt in der Natur der Sache...

Kommentar von bwhoch2,

Nur schlechten Maklern wird es schlecht gehen und deren Lobby ist nicht soo stark, dass man dafür Gesetze zu ihrem Schutz beläßt, wie sie sind. Die Konsequenz, dass Vermieter dann mehr ohne Makler vermieten, wird vor allem auf jene privaten Vermieter zutreffen, die in der Nähe ihrer Mietwohnungen wohnen und diese sowieso auch jetzt schon privat vermieten würden, wenn sich kein Makler darum reißt. Derzeit ist es doch so, dass sich auf eine private Vermietanzeige immer auch Makler melden, die einen Mieter suchen würden und zahlen wird sowieso der Mieter. Anreiz genug für private Vermieter, das dann einem Makler zu überlassen. Somit wird das Angebot an Wohnungen ohne Maklerprovision größer.

Bleibt aber noch die Masse der Wohnungen, die von großen Gesellschaften vermietet werden. Diese werden dann vielleicht auch nicht immer Makler beauftragen, sondern eigene Angestellte los schicken, aber die brauchen auch Geld und so wird das eben auf die Mieten aufgeschlagen, wo immer sich das durchsetzen läßt und es wird bestimmt großzügig kalkuliert, denn die besseren Wohnungen müssen dann die schlechteren mitziehen, die häufig auch noch mehr Vermittlungsaufwand verursachen. Ob es insgesamt billiger wird für Mieter? Kann sein, dass die Kosten im Augenblick der Anmietung geringe werden, was auch schon ein Vorteil wäre, denn schließlich sind Umzug und Kaution auch noch aufzubringen, aber über die Jahre gesehen wird es bestimmt wieder deutlich teurer für alle, denn das Mietniveau wird steigen, was auch wieder die rein privaten Vermieter nutzen würden.

Kommentar von bwhoch2,

Nur schlechte Makler werden pleite gehen. Gute werden weiterhin genug zu tun haben. Sie verlagern sich dann mehr auf den Bereich Kaufen/Verkaufen oder auf Gewerbeflächen. Und um schlechte ist es bestimmt nicht schade.

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