Frage von Hiordis, 217

Protestwähler bei der AfD? - späte Umfrage zu den Wahlergebnissen | ?

Ich führe gerade eine Unterhaltung mit jemandem, der mir sagt, dass die Sache mit den Protestwählern eher eine Mär sei als die Realität. Er fragt mich nach Quellen, wenn ich sage, dass es sie gibt, und ich dachte, warum soll ich nicht direkt hier nachfragen?

Ich möchte von der Community wissen, wie viele der AfD-Wähler diese Partei gewählt haben, weil sie die Ansichten der Partei vertreten, und wie viele sie gewählt haben, weil sie mit anderen Parteien unzufrieden sind oder auch aus anderen Gründen, die nicht zwingend für die AfD, aber eben gegen andere Parteien sprachen, also sich aus Protest für diese Partei entschieden haben.

Ich möchte darum bitten, dass für ein unverfälschtes Ergebnis nur AfD-Wähler an dieser Umfrage teilnehmen.

Ich habe die AfD...

Antwort
von hpugutefrage, 38

Die AfD profitiert im Wesentlichen von den Protestwählern, die entweder vorher eine andere Partei gewählt haben, oder gar nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Es geht ihnen (da zähle ich mich einfach mal dazu, obwohl ich mir zumindest für die Bundestagswahl 2017 nicht sicher bin, ob die AfD da die richtige Alternative ist - auch aus Protest) überwiegend um die katastrophale Flüchtlingspolitik, weil hier die politische Richtung für lange Zeit den Werdegang Deutschlands bestimmen und das Gesellschaftsbild prägen wird. Viele sind frustriert darüber, welchen Weg Angela Merkel eingeschlagen hat und wie aus den Reihen der Politik diejenigen, die gegen Masseneinwanderung und die daraus resultierenden Folgen protestieren, als Pack oder rechtsradikal bezeichnet werden. Damit stachelt man viele auf, die sich dann aus Protest der AfD zuwenden, unabhängig davon, ob sie mit den Positionen der AfD beispielsweise in der Sozialpolitik einverstanden sind. Deshalb ist es auch falsch zu behaupten, AfD-Wähler seien generell rechts und rassistisch.

Kommentar von Hiordis ,

Ich behaupte hier ja auch gar nichts. Ich mag nicht, dass in letzter Zeit so viele die Welt nur noch in schwarz und weiß einteilen - entweder linker Gutmensch und Systemsklave oder rechtsradikaler Rassist und Nazi. Ich behaupte nicht, das die Wähler oder Mitglieder der AfD ganz schlicht allesamt rechts sind. Gedankengut, das man rechts einordnen könnte, spielt allerdings dennoch eine Rolle, bei den Wählern noch stärker als bei der Partei. darum geht es mir hier allerdings nicht.

Wie schon erwähnt möchte ich nur wissen, wer nun eigentlich warum diese Partei gewählt hat, auch aus persönlichem Interesse, und zwar eben nicht, weil ich sage "Das sind sowieso alles Nazis" oder "Das sind alles nur Protestwähler", sondern weil ich mir meine Meinung anhand dessen bilden will, was die Menschen selbst so antworten. Sie müssten es nur mal tun, denn die einzige Abstimmung bisher beruft sich, wie unten beschrieben, auf eine Vermutung aus Sicht einer Person, die die AfD nicht gewählt hat, und ist daher nicht relevant.

Kommentar von hpugutefrage ,

Dann ist das vielleicht falsch angekommen, denn ich habe Sie dieser Schwarz-Weiß-Einteilung nicht beschuldigen wollen, die ich übrigens auch nicht mag, egal von welcher Seite. Das war nicht auf Sie bezogen. :)

Kommentar von hpugutefrage ,

Um mal ganz konkret zu werden: Ja, ich würde AfD wählen und habe bereits AfD gewählt. Allerdings würde ich mir das für eine so große Wahl wie die Bundestagswahl noch überlegen wollen, da es mir persönlich reichen würde, wenn die AfD eine Oppositionsrolle einnimmt (und die 5% wird sie 2017 mit Sicherheit schaffen). Inhaltlich kann ich mich nämlich nur auf wenigen Gebieten mit der Partei identifizieren (Flüchtlingspolitik, eventuell noch Familienpolitik).

Antwort
von ThomasAral, 73

ich bin sowieso in anderem bundesland --- aber ich hab mal das wahlprogramm gelesen und es hat so rein gar nichts mit dem zu tun, was nach außen durch die medien und ich denke auch durch die meisten AfD Wähler so repräsentiert wird.  So steht da z.B. dass sie gar nicht gegen Flüchtlinge sind, sondern eigentlich nur das wollen was die anderen Parteien schon von anfang an verlangen ... nämlich dir Prüfung der Asylanträge und die schnelle Integration.  Ich denke mal die AfD Wähler wollen genau das Gegenteil ... es ist ihnen egal wie gut der Asylantrag ist ... keiner darf rein und bereits reingelassene sollen wieder raus. Steht aber so nirgends im Wahlprogramm.

Kommentar von Hiordis ,

Ja, das ist so ein Problem. Ich meine, ich habe das Wahlprogramm auch gesehen und da stehen schon so einige Dinge drin, die ich hier einfach nicht haben will, aber eindeutig rassistisch oder rechts oder als was sie dargestellt wird ist die AfD nicht. Die Leute machen es sich nur gerne leicht. Beispielsweise hat die Person, mit der ich die Unterhaltung führe, die ich in der Frage erwähnt habe, unter einem video auf YouTube, das die AfD etwas kritisiert, gesagt, dass so was linke Hetze ist, und allgemein ist ja jeder entweder ein Nazi oder Rassist bzw. ein Gutmsch oder Systemsklave, ein normaler Austausch ist gar nicht mehr möglich. Auch deswegen finde ich diese Umfrage mal ganz interessant - es heißt ja so oft, dass jeder AfD-Wähler rechts ist, und ich würde gern mal die Ansichten mancher dieser Wähler lesen. Nimmt nur gerade kaum einer an der Umfrage teil, das ist schade.

Kommentar von ThomasAral ,

die AfD will sich nicht positionieren ... sie will eigentlich nur die Wutbürger egal welcher Richtung anlocken um dann Wahlgelder zu bekommen.  Richtig mitregieren will die eh nicht. Und sollte die an die Macht kommen, dann werden die mächtigen dieser Partei sich eh zerstreiten so wie einst mit dem Lucke.  Wer die wählt verschwendet Steuergelder und lässt Deutschland als schlecht regiertes Land erscheinen vom Ausland betrachtet ... dabei ist es das gar nicht.

Kommentar von Hiordis ,

Na, den letzten Part deiner Aussage erleben einige Deutsche aber anders, wie es scheint. ^^
Ich teile deine Ansicht dahingehend. Mir fällt spontan nicht ein, wann die Menschen jemals gesagt haben "Jawoll, genau so wollen wir unser Land regiert haben!". Irgendwelche Fehler werden immer gemacht, aber - wie schon in einer anderen Diskussion hier - ich bin der Meinung, dass eine Regierung allein schon um an der Macht zu bleiben niemals wissentlich das Land kaputt spielen würde, das sie regiert.

Ich kann nur hoffen, dass es so ist, wie du sagst, und die AfD keine so hohe Lebenserwartung hat. Mit verschwendeten Steuergeldern komme ich eher klar als mit der AfD in einer wichtigen Position.

Antwort
von BertRollmops, 93

Hahaha, ich antworte! AfD ist das Letzte! Völlig verwirrte Menschenhasser, die nur selber klar kommen wollen. Kein Weitblick. Dumm.

Kommentar von Hiordis ,

Bitte nur sachliche Antworten. Mit Anschuldigungen um mich werfen kann ich auch noch selbst.

Kommentar von BertRollmops ,

Bitte erstmal ein vernünftiges Parteiprogramm aufstellen. Dann kann man reden. Aber das hier ist Fischen in sehr trüben Gewässern. Jeder, der einen Furz quer sitzen hat, findet hier auf einmal eine "politische" Vertretung. Echt übel. AfD ist echt übel. 

Kommentar von NutzerFreundlik ,

In meinen Augen war das eine klare sachliche Antwort gewesen.

Er hat es Kurz und knapp auf dem Punkt gebracht.

Kein Weitblick. Dumm.

Kommentar von Hiordis ,

Ja, eine ähnliche Ansicht teile ich auch. Es gibt ja mittlerweile einen Entwurf für ein Parteiprogramm, aber ich bezweifle sehr stark, dass dabei noch mal was gescheites raus kommt. Aber es ist schon bezeichnend, dass eine Partei ohne ein feststehendes Programm schon so viele Stimmen absahnt.

Ich habe in dem Zusammenhang nun schon ein paar Diagramme gesehen (natürlich nicht irgendwo gespeichert, so dass ich sie bei meiner Diskussion darum gerade nicht vorlegen kann) und es sieht nun mal ganz so aus, dass viele diese Partei einfach mit der Begründung "Weil halt." gewählt haben. Mich interessiert hier nun, wie viele Menschen das im Rahmen einer solchen Umfrage sagen.

Kommentar von BertRollmops ,

Das ist ein guter Ansatz! Gute Frage!

Antwort
von barfussjim, 53
... gewählt, weil ich das Wahlprogramm gelesen habe und hinter den Zielen dieser Partei stehe.

Ich spreche jetzt nicht von mir selbst als Grünen-Wähler, sondern versuche mich in die Anhänger der "1000 Jahre Deutschland-Partei" hineinzudenken: 

Ich bezweifle, dass sie nur von Protestwählern gewählt wird. Ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung (in Deutschland ca. 15 %) ist nun mal nationalistisch, ausländerfeindlich und rassistisch eingestellt und wählt aus Überzeugung rechts.

Kommentar von Hiordis ,

Ich sage ja nicht, dass die Partei NUR von Protestwählern gewählt wurde. Ich habe nur wie gesagt schon ein paar Diagramme gesehen, auf denen laut Angaben ein nicht unerheblicher Teil der Wähler die Partei aus Protest gewählt hat, und auch schon Interviews auf YouTube gesehen, in denen das klar gesagt wurde. Protestwähler sind also ganz klar vorhanden, und ich möchte nun gern wissen, wie hoch der Anteil ist, wenn man einfach mal so in die Runde fragt.

Antwort
von voayager, 75

Ich behaupte mal, dass die Mehrzahl der AfD-Wähler das Parteiprogeramm dieser Partei nicht kennen, sie sich nur auf die Asylfrage konzentriert haben. Ohnehin isses so, dass die meisten Wähler auch sonstiger Parteien-Wahl, keine großen Gedanken zu den jeweiligen Programmen machen, diese daher nicht oder nur unzureichend kennen. Dieses betrübliche Phänomen findet man Querbbeet bei allen möglichen Wählenden.

Kommentar von Hiordis ,

Ja, das denke ich auch. Allerdings geht es mir in diesem Fall vor allem um die Menschen, denen egal ist, was im Wahlprogramm steht, weil sie quasi nicht für diese, sondern gegen alle anderen Parteien gestimmt haben, und nicht um die, die blind nur auf das hören, was auf den Wahlplakaten steht. Diese Antwortmöglichkeit habe ich allerdings trotzdem dazu genommen, weil's eben auch diese Gruppe Wähler gibt und ich das Ergebnis nicht dahingehend verfälschen wollte, dass diese sich zwischen auf sie nicht zutreffenden Antwortmöglichkeiten entscheiden müssen, wenn sie antworten wollen.

Kommentar von voayager ,

Ich denk mal, das dürfte ein Gemisch sein aus Protest, aber auch z.T. bewußte Ablehnung des Status Quos. Unter den AfD-Wählern gibt es existenzgefährdete Mittelschichtler, als auch bildungsferne Dummköppe.

Kommentar von Hiordis ,

Und leider auch eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Menschen, von denen man erwarten würde, dass sie was im Kopf haben.

Mein Vater hat mir von einem befreundeten Ehepaar erzählt, dass es ein Lokal, das ihre Existenzgrundlage darstellte, verloren hat, weil der Besitzer des Grundstücks für die Unterbringung von Flüchtlingen mehr Geld bekommen hat als sie gezahlt haben. Bei solchen Geschichten kann ich natürlich nachvollziehen, dass man mit der aktuellen Situation unzufrieden ist und will, dass sich etwas ändert. Allerdings a) können die Flüchtlinge nichts für das Verhalten des Besitzers des Grundstücks und b) wähle ich doch trotzdem noch nicht eine Partei, die ein ganzes Programm voll mit Punkten hat, die gewissermaßen gegen unsere Rechte sprechen, nur weil ich diesen einen Punkt gut finde. Das verstehe ich einfach nicht wirklich.

Kommentar von voayager ,

Solche Auswüchse, wie du sie nennst gibt es, sind mir bekannt. Um diese zu vermeiden, braucht es folglich eine Flüchtlingsobergrenze. die wiederum bedarf keiner AfD.

Dann stell dir zudem mal die Frage, warum ein Grundbesitzer einem Pächter so ins Handwerk pfuschen darf, da stimmt doch was mit unserem Rechtssystem was nicht. Das wäre also auch zu ändern und zwar könnte das nur von Linken bewerkstelligt werden, auch hierfür eignet sich die AfD in keinster Weise.

Das nun nicht zu bedenken und zu erwägen, bedeutet eben nicht gar zu viel im Kopp zu haben, da bestehendes Unrecvht einfach nicht kritisch hinterfragt wird.

Kommentar von Hiordis ,

So wird es ja auch immer berichtet - die Menschen sind schon lange unzufrieden und mit dem System nicht einverstanden. Die AfD hat einfach auf neue Weise ein Feindbild geschaffen, bzw. mit nicht rechten Äußerungen eine rechte Denkweise wieder salonfähig gemacht - die Zuwanderung ist an allem schuld - an Arbeitslosigkeit, Geldknappheit, Kriminalität und was weiß ich nicht noch allem. Probleme, die in so einer Situation selbstverständlich entstehen müssen, wie Kommunikations- und Anpassungsprobleme, werden überdramatisiert und die Menschen so beeinflusst. Und eben das wundert mich so. Ich kenne ein paar Menschen, die ich durchaus für intelligent halte, auch einige aus meiner Familie, die aber wahlweise aus Protest oder aus falscher oder oberflächlicher Überzeugung die AfD gewählt haben. Schon erschreckend.

Kommentar von voayager ,

Ich denk mal die Flüchtlingsproblematik ist nur noch der Auslöser, die ganze sonstige Nisere wie Arbeitslosigkeit, Exiwtenzängste, Arbeitshetze, Sozialabbau, Militärinterventionen, Griechenland usw.  sind ursächlich, haben eine allgemeine Unzufriedenheit mit der bestehenden Politik ausgelöst. Auf nix haben die Bundesregierungen eine befriedigende Antwort für das Gros der Bevölkerung, so dass nun der "Schuß" nach hinten losgeht.

Kommentar von Hiordis ,

Menschen stellen immer nur Ansprüche. Wir wollen immer mehr von allem, immer besseres - wir wollen mehr Arbeit im Land, aber nicht solche bei der Müllabfuhr oder der Stadtreinigung, sondern gemütliche Bürojobs oder irgendwas, das einem Spaß macht. Wir wollen für diese Arbeit immer mehr Geld, von dem wir uns mehr Luxusgüter kaufen können, für die wir genau so immer weniger bezahlen wollen wie für normale Artikel, denn es wird ja alles immer teurer - klar, wenn alle, die mit dem Vertrieb zu tun haben, auch mehr Geld wollen. Als ob das nicht genug wäre haben wir eine Heidenangst davor, dass die Bevölkerungszahl zurückgeht oder die Menschen plötzlich nicht mehr älter werden, und dann wundern sie sich aber, wenn die Menschen immer länger arbeiten müssen, weil es einfach nicht geht, Rentner über 20 Jahre Lang durchzufüttern, wenn arbeitende Bürger das Geld, das da ist, für sich wollen. Dazu kommt das System dahinter. Kaum ein System funktioniert fehlerfrei, irgendwo wird es immer ruckeln. Genau so, wie eine Regierung es nun mal nicht allen recht machen kann, bei über 80 Millionen Bürgern automatisch mit jeder Entscheidung jemandem ans Bein pinkelt. Dahinter stehen auch nur Menschen, die Entscheidungen treffen und Fehler machen, es aber irgendwie schaffen, das Land am Laufen zu halten. Aber wir erkennen eben doch nur die Verfehlungen und wählen dann aus Protest irgendwelche Idioten, einfach weil die neu sind. Wobei mir die Piraten oder Die Partei noch besser gefallen haben als die AfD...

Kommentar von voayager ,

Die immer mehr auseinanderklappende Schere von Arm und Reich stellt ein großes Problem da. Die Verteilungsfrage nimmt daher eine zentrale Stellung ein.

Kommentar von Hiordis ,

Wenn die reichsten 10% Deutschlands über 60% des Barvermögens des Landes verfügen (und ab einer bestimmten Summe kann man sein Geld nicht mehr mit ehrlicher Arbeit verdienen) ist das aber auch wieder ein Problem, für das man niemanden direkt verantwortlich machen kann außer denen, die das Geld horten, und denen, die bereit sind, den Menschen dieses Geld zu bezahlen. Sicher sind einige dieser Menschen hohe Tiere in der Politik, aber ich vermute mal stark, dass kein Politiker, dem angeboten wird, eine hohe Summe Geld gezahlt zu bekommen, sagen wird, dass er auf das Geld verzichtet und es lieber dem Land zur Verfügung stellt, auch niemand aus der AfD.

Auf der anderen Seite kenne ich Fälle von Menschen, die man allein anhand ihrer finanziellen Mittel wohl als arm bezeichnen könnte, deren Geld aber locker reicht, um sich immer wieder neue Tattoos zu stechen, alle paar Wochen mit einer neuen Haarfarbe oder Frisur rumlaufen, natürlich vom Friseur, sich jedes Jahr ein neues Handy leisten und all solche Figuckchen, und habe auch letztens von Freunden meiner Schwester gehört, die ebenfalls schon seit langem Hartz IV beziehen und die sich als ungerecht behandelt ansehen, weil ihr Geld nicht fürs Kettenrauchen und für den Fitnessstudiobeitrag reicht, ganz zu schweigen von Partys. Natürlich sind solche Leute nicht die Regel, aber wenn ich so was höre frage ich mich doch, wo arm letztendlich anfängt und was man sich leisten können muss, um nicht als arm zu gelten oder sich so zu fühlen.

Kommentar von voayager ,

Du kannst es drehen und wenden wie du willst, Hartz-4, Armutsrenten, Niedriglohnsektor stellen eine große Belastung für die Betroffenen da, hindern sie daran ein menschenwürdiges Leben zu führen. Was wir also brauchen ist eine andere Art von Besteuerung. Viel gewonnen wäre bereits, die alte vor 1998 wieder zu reaktivieren, so dass dann auch Geld für Bedürftige da ist, das sie am Leben dann wieder teilhaben läßt. Es ist in keinster Weise einzusehen, dass im wirtsachaftlich viertstärksten Land der Welt, ca. 15 -20% der Bevölkerung in Armut leben und das bedeutet lediglich zu überleben, ganz egal was auch immer im Tattoo-Studio so passiert.

Kommentar von Hiordis ,

Nein, so was ist eben nicht egal. Arbeitslosengeld ist als Unterstützung gedacht, bis man wieder in ein Arbeitsverhältnis findet. Es gibt allerdings mehr als genug Menschen, die überhaupt kein Interesse daran haben, aus dieser Situation wieder herauszukommen. Ich kann schon nachvollziehen, dass man nach vielen Absagen einfach irgendwann nicht mehr daran glaubt, überhaupt noch eingestellt zu werden, und aufhört, sich zu bemühen, aber dann darf man eben auch nicht auf Dinge bestehen, die nun mal zu dem Luxus gehört, die sich ein arbeitender Mensch leisten kann.

Natürlich sind Niedriglöhne und Altersarmut noch mal andere Geschichten, an denen dringend was getan werden muss, denn diese Menschen arbeiten bzw. haben lange gearbeitet und müssen dafür gerecht entlohnt werden. Aber da sind wir eben wieder bei dem Problem, dass alles zusammen - viele Menschen und Arbeit für jeden, Arbeit für jeden und hohe Löhne, hohes Alter und hohe Renten und all solche Geschichten - nicht wirklich einfach zu bewerkstelligen sind und man irgendwo beischnelden muss.

Kommentar von voayager ,

nun segne mal nicht die bestehenden Ausbeutungsverhältnisse ab, erteile ihnen keinen Persilschein und bediene aucvh keine solchen Vorurteile, wie "Arbeitslose sind einfach faule Menschen", damit betreibst du leidiglich das Geschäft der Reaktion. Dabei gilt der Spruch "die herrschende Meinung, ist die Meinung der Herrschenden", die ihre unsozialen Verhältnisse natürlich rechtfertigen und beschönigen, was denn sonst. Es ist doch eine Binsenweisheit, das es mehr Arbeitslose als offene Stellen gibt und es ist auch eine Binsenweisheit, dass die Verhältnisse in Deutschland mal besser waren. Wer das nicht begreift, läßt sich einfach einlullen, findet die Verhältnisse eigentlich ganz passabel, wundert sich indes, warum wes dennoch viele unzufriedene Menschen gibt, die von Politik so was die Schnauze voll haben, z.B. auch deshalb nicht mehr wählen gehen oder sich in die Arme einer AfD werfen.

Kommentar von Hiordis ,

Ich bezeichne keineswegs alle Arbeitslosen als faule Menschen, so einfach stricke ich mir mein Weltbild dann doch nicht. Ich spreche hier nur aus der Erfahrung heraus, dass zumindest im Kreise der Personen, die ich kenne, weitaus mehr Menschen gar nicht vor haben, zu arbeiten, und sich dennoch über zu wenig Geld beschweren, erkläre also, also dass diese Gruppe durchaus vorhanden ist, und aufgrund der Häufigkeit, wie ich sie wahrnehme, wohl auch recht stark.

Mal ganz abgesehen davon ist es eigentlich ein ganz simpler Fall von Logik, dass alles zusammen, wie oben beschrieben, nun mal nicht geht. Es gibt eben nur eine bestimmte Anzahl bestimmter Berufe und eine bestimmte Menge an Geld, die man als Chef seinen Angestellten zahlen kann. Dass es Berufe gibt, die komplett überbezahlt werden, ebenso wie solche, die nicht annähernd genug Anerkennung verdienen, steht außer Frage. Es gibt aber auch einfach solche Menschen, die auf die Berufe, die ihnen angeboten werden, keinen Bock haben, und dann lieber gar keinen ergreifen. 'ne ehemalige Nachbarin von mir hat drei Ausbildungen abgebrochen, einfach weil sie keine Lust mehr drauf hatte. ich weiß nicht, ob sie mittlerweile dann doch mal eine abgeschlossen hat, aber arbeiten tut sie nicht, da sie sich zur alleinerziehenden Mutter gemacht hat.

Ich finde es erstaunlich, dass man das immer wieder dazu sagen muss: Ich lasse mir meine Meinung nicht von anderen in den Kopf pflanzen. Ich bilde sie mir aus dem, was ich persönlich in Erfahrung bringe, und den Schlüssen, die ich daraus ziehe. Und ja, ich kenne auch Menschen, die vollkommen unfreiwillig auf Arbeitslosengeld angewiesen sind, so wie beispielsweise auch ich selbst, aber das heißt nun mal noch lange nicht, dass Menschen, die nicht arbeiten wollen und trotzdem einen Luxus genießen wollen, der nun mal über ihren Verhältnissen liegt, nicht existieren.

Ich habe auch nie behauptet, dass es mehr Arbeitslose als Arbeitsstellen gibt. Ich sage nur, dass Menschen nicht zwingend in Jobs arbeiten wollen, in denen sie beispielsweise weniger Geld bekommen als wenn sie einfach arbeitslos bleiben würden, und auch nicht in solchen, in denen man sich mit körperlich schwerer Arbeit alles kaputt macht, ganz zu schweigen davon, dass solche Arbeiten nicht jeder ausführen kann. Was wahr ist, ist, dass es mehr Arbeitslose gibt als Arbeitsstellen, in denen diese Menschen gerne arbeiten würden oder in denen es sich lohnen würde, und nebenbei bemerkt auch, dass Arbeitgeber teilweise unsinnige Anforderungen an ihre Bewerber stellen.

Genauso wenig sage ich, dass die Verhältnisse mal besser waren. Ich hab keine Ahnung, was früher war, ich bin 24. Ich sehe nur, was heute ist, und ich sehe, dass es einige Menschen gibt, die vollkommen unverhältnismäßig unzufrieden mit ihrem Leben sind.

Natürlich macht die Politik einiges falsch. So was gab's immer und wird es auch immer geben. Es muss doch aber nachvollziehbar sein, dass die Welt im Wandel ist und jeder sich irgendwie damit abfinden muss. Internet, Globalisierung, all die Dinge, die uns zeigen, wie viele Menschen es gibt, die mehr haben als wir, bei denen das, was bei uns falsch läuft, besser läuft. Menschen können sich informieren und jeder Hinz und Kunz meint, nachdem er ein paar Mal Nachrichten gelesen hat, wisse er, wie man es an Stelle der Politiker besser machen könnte. Sicher, Politiker werden - so wie fast jeder Mensch - niemals ihren eigenen Vorteil aus den Augen verlieren. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass sie das Land, das sie regieren, wissentlich kaputt spielen wollen. Die werden schon einigermaßen wissen, was sie da tun, und natürlich auch versuchen, an der Macht zu bleiben, und wenn schon nicht allen, dann zumindest es so vielen Leuten wie möglich recht zu machen. deswegen wähle ich doch aber noch lange keine Partei, die mir mein Recht auf Selbstbestimmung absprechen will, nur weil ich von der noch nicht enttäuscht wurde - wie auch?

Kommentar von voayager ,

Viel zu viel hast du jetzt schwadroniert - ein Berg kreißte und dennoch ward nur ein Mäuslein geboren!!

Du bietest keinerlei Lösungen, noch nicht masl Lösungsansätze, stellst wieder mal fest, dass ein Teil der Arbeitslosen nicht arbeiten möchte. Dabei bleibt der gesunde Menschenverstand auf der Strecke, denn wer wählt schon freiwillig Armut, zieht diese einer Arbeit vor, wo mehr Geld herausspringt. Weltfremd isses zudem, denn du gehst von einem völlig falschen Menmschenbild aus, das Nichtstun als süße Labsal gewissermaßen und Armut entweder als Ideal oder ein bloßes Pfeifen darauf. Und noch was, wer in einer Knochenmühle seine Gesundheit ruinierte, möchte natürlich nicht zurück in eine solche. Da wären Beschäftigungsprogramme, ABM-Stellen wie früher sowie Umschulungen, auch wie einst, vonnöten.


Kommentar von Hiordis ,

Ich biete dir keine Lösungsansätze an, weil ich keine habe. Wäre ich der Meinung, ich wüsste eine bessere Herangehensweise an unsere Probleme als die Menschen, die sich seit Jahren damit beschäftigen und extra dafür bezahlt werden, dann hätte ich sicher besseres zu tun als auf gutefrage.net darüber zu diskutieren.

Und was genau denkst du eigentlich von den Menschen? Bist du ernsthaft der Meinung, dass es nicht diese Sorte Mensch gibt, die sich einfach an der Tatsache erfreut, nicht arbeiten zu müssen und sich trotzdem an einem Dach über dem Kopf und Geld auf dem Konto freuen zu können? Arbeitslosengeld zu bekommen heißt nicht automatisch, arm zu sein oder sich als arm anzusehen. Das mag eine Sichtweise sein, ist aber nun mal nicht die einzige. Wie ich schon sagte, auch ich beziehe Arbeitslosengeld, wie ich schon sagte, und nehme mich damit keineswegs als arm wahr. es ist nicht das Ziel meines Lebens, diesen Status beizubehalten, aber es ist auch keine Qual, so zu leben, und - wie ebenfalls bereits erwähnt - ich kenne durchaus Menschen, die mit einem solchen Lebensstandard durchaus zufrieden sind und nicht mehr erreichen wollen.

Der eigentliche Sinn meiner Erwähnung über die Wahl bzw. den Wunsch eines bestimmten Arbeitsplatzes scheint obendrein völlig an dir vorbei gegangen zu sein. Du erwähntest, dass es eine, wie du sie nanntest, Binsenweisheit ist, dass es mehr Arbeitslose gibt als Arbeitsplätze. Ich erklärte daraufhin, dass es einen Unterschied gibt zwischen den Arbeitsplätzen, die zur Verfügung stehen, und denen, die die Menschen besetzen wollen. Und nun erklärst du mir, warum sie sie nicht besetzen wollen. Eine Sache, die ich durchaus weiß. Nur ändert die nun mal nichts daran, dass die Zahl der Arbeitsplätze, die die Menschen haben wollen, kleiner ist als die, die die Menschen haben können.

Wenn ich fünf Menschen drei knackige und drei gammlige Äpfel hinlege, dann gibt es mehr Äpfel als Menschen, die sie konsumieren können, aber wollen werden sie nur die drei guten haben. Was werden die tun, die vor den gammligen Äpfeln stehen bleiben? Sich den fauligen Kram irgendwie runter würgen oder wo anders hingehen, wo man ihnen Weintrauben anbietet - kleiner und nicht so viele, aber dafür frisch. Und so ist es mit Arbeit, die keiner machen will, und Arbeitslosigkeit. Bilde dir nicht ein, das ganze Land würde darum schreien, jeden Scheißjob annehmen zu dürfen, nur um kein geld vom Staat beziehen zu müssen - das ist nicht so.

Kommentar von voayager ,

Aus Scheißjobs sind annehmbare Jobs zu machen, d.h. die Arbeitsbedingungen gehören verbessert, damit Arbeitsplätze erträglich werden. dies geschiehtr durch Druck auf die Arbeitgeber, mittels einer besseren Gewerkschaft, als wir sie z.Z. haben und dies geschieht durch einen Bewußtseinswandel etlicher Menschen. Der ist im Moment nicht da, den aber gilt es anzuvisieren, denn genau so sieht politisches Engagement aus, wenn es denn im fortschrittlichen Sinne geschieht. Die Folge ist dann Druck durch die Straße, Betriebe und verändertes Wahlverhalten. Geschieht dies nicht, ist Stagnation die Folge. Gwenau die haben wir z.Z.

Arbeitslosengeld ist natürlich höher als H-4, also noch halbwegs erträgflich zwar noch lange nicht für Alle, aber für einen Teil der Arbeitslosen. Ab Hartz IV wird es allerdings sehr bedrückend. Es wäre absurd ja hirnrissig annehmen zu wollen, dass das Gros der Arbeitslosen das anstrebt, sich damit abfindet.

Antwort
von GesellinX, 11

Habe sie nicht gewählt, aber dieses Video gibt meine Meinung gut wieder, besonders im Bezug auf das Wahlprogramm. Weshalb ich alle kritisch beäuge, die meinen es gelesen zu haben.

Antwort
von Silmoo, 119

Es gibt ein Wahlgeheimnis, daher ist Deine Umfrage unberechtigt.

Kommentar von Hiordis ,

Allerdings sind wir hier relativ anonym. Keiner gibt seine Entscheidung unter seinem echten Namen preis, und ich zwinge niemanden zu etwas. Wer unter einem Pseudonym seine Motivation kundtun will, der sollte das können dürfen, Wahlgeheimnis hin oder her.

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