Frage von C1192, 36

Promotionsjob + Hartz 4?

Hallo, Ich habe folgendes Problem, ich habe mein Abitur vor kurzem gemacht und habe jetzt sozusagen frei bis ich im Oktober das studieren beginne und ich habe auch schon mehrere Zusagen für verschiedene Studiengänge. Ich werde dann auch Bafög beantragen. Ich wohne noch bei meiner Mutter zu Hause und sie erhält Hartz4 d.h. wir leben in einer bedarfsgemeinschaft und ich bin auch von staat abhängig so wie ich das verstanden habe. So jetzt kommt sozusagen mein Problem :D ich habe mich für einen Promotionsjob beworben für Ca 5 Wochen und habe auch eine Zusage bekommen ich weiß das ich das beim Amt melden muss was ich auch machen werde. So weit ich weiß werden mir ja die Leistungen gestrichen bzw ich muss für August das geld dann zurück zahlen und September wird mir dann gestrichen das ding ist ich weiß nicht wie viel ich sicher verdienen werde da es sich ja um einen Promotionsjob handelt. Ich weiß nur mit Sicherheit das es mehr als das wird was ich vom Amt erhalte.

Jetzt zu der eigentlich Frage

Kann es passieren das meiner Mutter aller Leistungen gestrichen werden also auch ihre eigenen weil ich ja sozusagen dann Geld verdiene obwohl es ja kein dauerhafter job ist? Und kann es auch passieren das wenn ich ab Oktober Bafög erhalte das man mir sagt das ich es nicht kriege da ich ja Geld verdient habe die beiden Monate zuvor?

Es tut mir leid das ich so ein langen Text verfasst habe aber ich wollte nur das alle Infos bekannt sind damit ich auch richtige Antworten erhalten kann. :)

Antwort
von isomatte, 10

Deine Mutter wird ihren Anteil auf jeden Fall weiter bekommen und du normalerweise auch,denn dein Einkommen darf auf deine Leistungen erst nach dem Zufluss ( Zuflussprinzip ) angerechnet werden,also erst wenn der Lohn auf deinem Konto eingegangen ist !

Außerdem kommt es darauf an wann du dein Einkommen aufs Konto bekommst,wenn du jetzt im August die Tätigkeit beginnst und deinen Lohn erst im Folgemonat aufs Konto bekommen würdest,dann musst du von deinen Leistungen für August gar nichts zurück zahlen.

Nur wenn du es noch im August aufs Konto bekommen würdest,dann wird dir dein Nettoeinkommen nach Abzug von Freibeträgen auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll auf deine Leistungen angerechnet,dann würde es zu einer Rückforderung kommen.

Du hast dann vom Bruttoeinkommen erst mal 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Brutto / Nettoeinkommen abgezogen und mit evtl.sonstigen Einkommen wie Kindergeld / Unterhalt / Waisenrente addiert und das würde dann das gesamte anrechenbare Einkommen erben,dass dann auf deinen Bedarf angerechnet würde.

Wenn du dann soviel anrechenbares Einkommen hättest,dass du deinen Bedarf aus diesem selber decken könntest,dann würdest du aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Mutter raus sein,sie würde dann für dich nichts mehr bekommen,dann müsstest du deinen Bedarf aus deinem Einkommen deiner Mutter selber geben.

Mal angenommen du bist min. 18 Jahre alt und deine Mutter würde 600 € für die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) zahlen müssen,dann läge dein Kopfanteil der KDU - bei 2 Personen im Haushalt bei 300 € und dazu käme dann min. noch dein derzeitiger Regelsatz von 324 €.

Dein Bedarf würde dann also bei min. 624 € pro Monat liegen.

Würdest du jetzt angenommen 1200 € Brutto und 900 € Netto verdienen,dann hättest du einen Freibetrag von 300 €,dieser würde dir dann theoretisch vom Netto abgezogen,würde dann ca. 600 € anrechenbares Nettoeinkommen ergeben und dazu käme dann min. noch dein Kindergeld von 190 €,denn das sollte deine Mutter in der Übergangszeit bis zum Studium weiter bekommen.

Dann würde dein anrechenbares Einkommen bei ca. 790 € liegen,dein Bedarf aber bei nur min. 624 €,dass würde dann bedeuten,du hättest einen Überschuss von ca. 166 € und diese würden deinem Kindergeld zugerechnet,diesen Überschuss würdest du also dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen,deshalb würde es wieder Einkommen des Kindergeldberechtigten,also von deiner Mutter.

Hätte deine Mutter dann kein weiteres Einkommen,dann könnte sie 30 € Versicherungspauschale auf sonstiges Einkommen geltend machen,es würde dann also nicht 166 €,sondern nur 136 € auf den Bedarf deiner Mutter angerechnet,dass würde dann von ihren Leistungen abgezogen,dennoch hätte sie dann ja dein Kindergeld bzw.den Überschuss davon,den du dann selber nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen würdest.

Sie hätte dann sogar 30 € mehr als zuvor.

Du hättest dann deine 900 € Netto für dich,von den 190 € Kindergeld würdest du im Beispiel noch 24 € selber benötigen,weil ja nur 166 € Überschuss vorhanden wäre,demnach könnten diese 24 € dann schon mal z.B. für den Kopfanteil ( 50 % ) für den Abschlag für den Haushaltsstrom berücksichtigt werden,es müsste dann nur ggf.noch eine Differenz zugezahlt werden.

Dazu käme dann der volle Kopfanteil der KDU - in dem Fall also diese 300 € und dazu evtl.noch Kostgeld für deinen Unterhalt oder du verpflegst dich dann selber,dann hättest du hier dann ca. 600 € für dich übrig,müsstest dich dann selber versorgen und alles weitere davon bestreiten.

Dein Einkommen hat vor Beginn des Studiums keinen Einfluss auf dein Bafög - es sei denn du würdest dann bei der Antragstellung damit über die Grenze deines Vermögens kommen,wie hoch diese ist kannst du dir aus dem Internet suchen.

Ab Beginn des Studiums kannst du dann pro Jahr 5400 € Brutto bzw.450 € Brutto pro Monat ohne Auswirkung auf dein Bafög - dazu verdienen.

Außerdem zählst du ab Beginn des Studiums nicht mehr zur BG - deiner Mutter,auch wenn du mit deinem anrechenbaren Bafög - und sonstigem Einkommen deinen Bedarf nicht decken kannst.

Würde das also der Fall sein,dann kannst du beim Jobcenter einen Antrag auf einen Mietzuschuss zu deinen ungedeckten KDU - Kopfanteil nach § 27 Abs. 3 SGB - ll stellen.

Dein Bafög - würde dann bis auf 20 % Freibetrag auf deinen Bedarf angerechnet,sollte dein KK - Beitrag höher als die Pauschale im Bafög - sein bzw.deine Aufwendungen für das Studium,dann können die tatsächlichen Aufwendungen berücksichtigt werden,es muss dann nur nachgewiesen werden.

Diese 20 % berechnen sich aus dem möglichen Bafög - Höchstsatz,nicht von dem was du bekommst und dazu würde dann nach Abzug des Freibetrags zumindest dein Kindergeld kommen.

Dann würde davon dein Regelsatz von 324 € abgezogen,ein evtl.Überschuss würde dann auf deinen Kopfanteil der KDU - angerechnet und die Differenz dann als Mietzuschuss zu deinen ungedeckten KDU - gezahlt,von deinem Kindergeld kannst du dann auch diese 30 € Versicherungspauschale vorher noch abziehen.

Wenn du dann aber nebenbei arbeiten gehen würdest,dann wird das Kindergeld voll angerechnet,dafür hast du dann wieder die Freibeträge auf Erwerbseinkommen.

Es kann dann auf den Bedarf deiner Mutter also max. das volle nicht mehr benötigte Kindergeld angerechnet werden,wenn du dann mit einem Nebenjob und deinem anrechenbaren Bafög - deinen Bedarf mit deinem anrechenbaren Einkommen auch ohne dem Kindergeld decken könntest.

Antwort
von Starjuice, 16

soweit mir bekannt hast du glaub einen freibetrag von 100 € im monat und ja, in einer bedarfsgemeinschaft wird dein Einkommen angerechnet, auch das Bafög würde angerechnet, es wird alles angerechnet in einer Bedarfsgemeinschaft. Nur kann ich dir leider keine Zahlen nennen da u.a. sich seit dem 01.August einige dinge auch geändert haben.

Kommentar von C1192 ,

Vielen dank für deine Antwort :)

Also ab dem Zeitpunkt an wo ich studiere heißt ab Oktober bin ich raus aus der Bedarfsgemeinschaft obwohl ich noch zu Hause lebe weil ich dann auch Anspruch auf BAföG habe aber somit entfällt dann mein Anspruch auf Hartz 4 so hat es mir die Dame beim Amt zumindest erklärt.

Kommentar von Starjuice ,

Das kann sein, wobei ich dir als tip gebe nicht alles zu glauben was die dir da erzählen, die sagen einem nicht alles was einem zusteht (einsparen wo es geht heißt das motto bei denen)

Beim Bafög hast du noch dein Kindergeld (welches aber angerechnet wird..) aber du darfst noch bis zu 400/450 zuverdienen, Zudem wird es ab Herbst auch noch um 8% erhöht.

Erkundige dich auch nach deinem Versichertenstatus bei der krankenkasse, da du nur bis zum 23. Lebensjahr in der Familienversicherung versichert bist (wenn schule ob studium darunter fällt, weiß ich nicht sogar bis 25ten Lebensjahr) ABer, schlau machen da du sonst noch einen zuschuss beantragen kannst.

Antwort
von frodobeutlin100, 10

Du musst auf jeden Fal die Ausübung des Jobs (wohl eher kein Promotionjob .... oder wirst du Dr. Abi) anzeigen - sowohl die Aufnahme des Jobs, das Einkommen und den Zufluss des Einkommens

Die Anrechung erfolgt in dem Monat in dem das Einkommen zufliesst . das heißt man vergleicht den Alg2 Anspruch mit dem Einkommen - wen Dein Einkommen geeignet ist Deinen Bedarf volständig zu decken, fällst Du komplett aus der BG raus (für den Zuflussmonat) - danach kannst Du wieder in die BG rein - soweit ein Anspruch besteht

... wem dem Grunde nach Bafög zusteht, hat nach dem SGBII ebenfalls keinen Anspruch (mehr) auf Alg2

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