Frage von FragenderA113, 96

Prolog in einem Roman?

Ich arbeite gerade am Prolog meines eigenen Romans und wollte einfach mal fragen, ob die Idee des Prologs gut ist. Hier der kurze Inhalt:

Da es in meine Geschichte um selbstgemachte Götter, die Elemente aus allen möglichen Mythologien haben, handelt, soll es am Anfang um den "vergessenen Gott" gehen, der in einer alten Wohnung im Herzen Londons an einer kurzen Zusammenfassung, seiner Familiengeschichte, arbeitet. Der Aufbau soll so sein, das das meiste in diesem zehnseitigen Prolog, kursiv geschrieben ist und kurz seine aufgeschriebenen, philosophischen Gedanken zu Dingen wie Unsterblichkeit, Sterblichkeit, Glauben, der Natur der Götter, Moral, Gut, Böse, die Beziehung zu Menschen und Göttern, und einer kleinen Erläuterung über seine Wenigkeit, als der von allen vergessene, passive Beobachter(Was er selbst, nach einem Sinneswandel, als moralisch falsch erachtet, weil er damit viel Leid zugelassen hatte). Zudem macht dieser recht Melancholische und Zynische Charakter, mehrere Andeutungen über die Handlung der restlichen Geschichte, aber verratet eigentlich nichts, über die Handlung, sondern soll einfach die Neugierde beim Leser wecken. Unterbrochen wird der kursive Text der Geschichte nur, durch die Male wo er bestimmte Dinge tut, wie z,b Die Gedanken sammeln, einen Zigarillo anzünden oder an einem Wein nippen. Nach diesem Prolog, wird die Geschichte ohne ihn weiter verlaufen, aus der Sicht der verschiedenen Götter im Roman. Der vergessene Gott soll dann seinen anderen Auftritt im Epilog haben, wo er die Geschichte beendet.

Jetzt wollte ich fragen, ob so ein Prolog, interessant für den Anfang einer Geschichte Wäre? Würde so etwas gut ankommen? Wäre so etwas vielleicht langweilig?

Ich danke euch für Eure Antworten.

Antwort
von Elfi96, 60

Die Storyidee scheint sehr vielversprechend! Einen Prolog als  Einleitung zu nehmen, um die Leser die Story schmackhaft zu machen, ist ebenfalls eine gute Idee, aber statt im Prolog nur eine Erzählung laufen zu lassen, solltest du mit einem "Wumm" (einem Ereignis mit viel Action) einsteigen. [Mein Erstling fängt im Prolog mit einem sachten Einstieg an. Darin trifft mein Prota auf einem Fest auf seine Traumfrau. Es folgt ein Szenenwechsel, in dem  mein Prota ruckartig aus dem Schlaf erwacht, weil sein Traum eben nicht wie üblich endet. Im Anschluss  daran erwähnt mein Prota dann etwas über sich und seine Traumfrau und macht sich Gedanken über das neue Ende seines Traumes. ]

Auf deine Story bezogen: der vergessene Gott könnte ev gedanklich an einer Aktion eines anderen Gottes teilnehmen und erkennen, dass auch er früher so gehandelt hätte. Anschließend könnte er von sich als vergessenen Gott und alle anderen Götter usw  nachdenken. 

Etwas zu deiner Kommasetzung: nicht Kommatas setzen, wo keine hingehören. Und bitte das mit dem 'dass' noch einmal  verinnerlichen. 

Ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß beim Schreiben! LG 

Kommentar von FragenderA113 ,

Danke und ich werde mir deine Vorschläge merken. :)

Antwort
von haasi1998, 39

Ich halte die Idee für sehr gut, aber ich würde vielleicht den vergessenen Gott als er erzähler einsetzen, allerdings nur vielleicht, der je nach Kapitel trz aus Sicht der anderen Götter erzählt. (personaler er erzähler) und vielleicht auch zwischendurch Bemerkungen fallen lassen. Falls du einen interessierten Leser benötigst der die Geschichte am emde sehr gerne lesen würde und weitere Ratschläge gibt stelle ich mich alzu gern dazu bereit.

Kommentar von haasi1998 ,

Ich selbst wollte auch schon Geschichten mit verschiedenen Göttern schreiben, allerdings etwas anders :)

Kommentar von FragenderA113 ,

Wäre interessant mal zu diskutieren. 

Kommentar von haasi1998 ,

Ja finde ich auch :p

Antwort
von Shaddow2000, 35

Ich persönlich finde die gesamte Idee des Buches(eingeschlossen der Prolog) genial und überhaupt nicht langweilig. Ich hoffe ich kann es mal lesen :-)

Antwort
von Knightmare999, 38

Ich mag's ¯\_(ツ)_/¯

Das mit den Andeutungen gefällt mir äußerst gut, wenn die dann später auch tatsächlich, in Verbindung mit der Handlung, Sinn ergeben... noch besser :D

Und sonst... dass der "vergessene" im eigentlichen Geschehen gar keine Rolle inne hat gefällt mir auch, erinnert mich ein bisschen daran, wie die Verfilmung des Hobbits an die Handlung aus dem Herrn der Ringe anknüpft, mit Bilbo als Erzähler. Vielleicht solltest du auch gar nicht so durchblicken lassen, wer dieser Mann im Prolog ist, und den Leser im verlaufe des Buches selbst drauf kommen lassen, aber das könnte auch etwas zu viel verlangt sein, man darf das Publikum ja nicht überfordern

Trotzdem, alles in allem: find ich gut.

Antwort
von Jerne79, 39

Ich bin zwiegespalten.

Für mich ist die Frage, was du mit dem Prolog erreichen willst. Willst du damit tatsächlich dem Leser wichtige Informationen an die Hand geben oder handelt es sich bei dem danach bis zum Epilog nicht mehr auftretendem Charakter nicht vielmehr um eine Personifikation deiner selbst, mit deren Hilfe du 10 Seiten lang philosophieren willst? Denn 10 Seiten sind für eine Erläuterung der Intention des Romans ein bißchen lang, für eine Aufdröselung komplexer Sachverhalte im Vorfeld zu kurz.

Versuch, dich in die Situation des Lesers zu versetzen. Ist es für den Leser wirklich interessant und nachvollziehbar, warum er jetzt von einem unbekannten Charakter mit Informationsfetzen überzogen wird, den er danach erstmal nicht wiedersehen wird und der auch nichts tut?

Was du vorhast, kann durchaus funktionieren, muß dann aber sehr gut gemacht sein. Die Gefahr ist hoch, daß du dich in philosophischen Ergüssen verlierst, die der Leser in Ermangelung notwendigen Wissens gar nicht verstehen kann.

Überleg dir auch, ob du die Informationen nicht vielleicht geschickter in der eigentlichen Handlung unterbringen kannst. 10 Seiten Prolog können kaum eine komplexe Hintergrund-Geschichte für einen Leser sinnvoll aufdröseln, vielleicht wäre es besser, die notwendigen Informationen dort an den Leser zu bringen, wo er sie benötigt.

(Wenn dein Hauptargument gegen dieses Vorgehen lautet, daß du den Charakter aber so toll findest: Das wäre ein gutes Zeichen dafür, daß du den Prolog zu den Akten legen solltest. ;) Dann zieh den Charakter wieder zurück und setze ihn irgendwann irgendwo ein, wo er seine Stärken auch ausspielen kann.)

Kommentar von FragenderA113 ,

Der vergessene Gott hat nur im Prolog und Epilog eine sehr wichtige Rolle, da es da nur ihn als Person gibt. Aber während der Geschichte wird sich der Leser stets der Tatsache bewusst sein, wann und wie er in die Geschicke der Welt eingreift. Sei es, das Menschen auf einmal kooperativer oder von ihrer Meinung umgestimmt werden(Zwei zerstrittene Könige wissen gar nicht mal mehr, warum sie sich hassen sollten und beenden somit einen jahrelangen Krieg). Oder sei es, das die anderen Götter die Anwesenheit von irgendetwas spüren, das da sein sollte, aber einfach nicht in ihren Gedanken oder ihrer Wahrnehmung vorhanden ist. Oder in einer Szene, wo eine seiner Schwestern von Dämonen verfolgt wird, stehen diese dann einfach vor ihr und wissen nicht mehr, wer oder was sie sind und was sie überhaupt tun wollten. Es gibt sogar einen Fall, wo eine Göttin Schwanger wird, ohne einen blassen Schimmer, wann die Zeugung stattfand und wer überhaupt der Vater ist. Der Vergessene Gott ist im übrigen sogar ein wichtiges Element der Geschichte. Er, der als einziges das Schicksal überlisten kann, weil die drei Personifikationen des Schicksals, keine Ahnung von ihm haben und ihn somit nicht binden können. Er ist auch der, der Gegen Ende der Erzählung ist er sogar der Grund, warum seine Familie von den Menschen vergessen wurde. 

Und das Philosophische ist kurz und eng mit der Handlung verbunden. Zum Beispiel: Wenn er von Moral, Gut und Böse redet, spielt er automatisch darauf an, das die Götter Gut und zugleich Schlecht mit den Menschen, die er wegen ihrer Vergänglichkeit beneidet und wegen ihrer Art liebt, umgegangen sind. Dazu tut seine kurze, stark depressive Meinung, über das Wesen seiner Art und die Unsterblichkeit, einen sehr guten Einblick in das Denken seiner Familie zulassen. Und das ist wichtig, um die spätere Handlung zu verstehen. Übrigens zügle ich die Philosophie im Prolog, auf ein bestimmtes Mass. Es ist nicht wirklich so, das ich lange philosophische Themen behandle(Nur während des restlichen Romans an bestimmten stellen)

Vielen Dank für deine Antwort, Gruss.

Antwort
von hertajess, 33

Es ist DEIN Werk. Du machst Wie Du für richtig hältst. 

Ich möchte Dir raten zu freebook zu gehen. Da findest Du Gleichgesinnte und reichlich Austauschmöglichkeiten, Rückmeldung und so fort. Auch die Frage nach einem guten Verlag wird dort behandelt. 

Warum kein Prolog gerade wenn es um Götter geht?

Willst Du ein Buch schreiben oder auf alle möglichen Religionen Rücksicht nehmen? - Um auf eine Deiner anderen Fragen zu kommen. 

Willst Du aufschreiben Was in Dir ist oder uns Honig um den - womöglich nicht mal vorhandenen - Bart schmieren? 

Merkst Du Was?

Höre auf Dich abzuhalten. Schreibe. Mache eine Pause und dann schreibe weiter. ..... 

Wenn Du fertig bist und das Buch digital oder haptisch bezogen werden kann gib Bescheid.

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