Frage von Brd98, 34

Pro/Kontras einer Pränaltaldiagnostik?

Frage steht oben
Danke im vorraus
LG

Expertenantwort
von isebise50, Community-Experte für Schwangerschaft, 8

Schau mal hier: http://www.nestling.org/praenataldiagnostik-fluch-oder-segen/

Die Gedankengänge von "Kathrin" finde ich sehr anschaulich.

Ich persönlich habe mich - trotz "Altersindikation" (37 und 39 Jahre) bei meinen Schwangerschaften bewusst gegen jegliche Art von Pränataldiagnostik entschieden.

Wir haben uns Kinder gewünscht - egal "welche". Wohl mit dem Wissen, dass wir in der Lage sind, physisch, psychisch, partnerschaftlich und finanziell auch ein beeinträchtigtes Kind zu stemmen und zu lieben.

So war ich unbelastet einfach nur "guter Hoffnung" - denn jede Frau hat auch ein Recht auf Unwissenheit.

Alles Gute für dich!

Antwort
von MaraMiez, 11

Pro: Man bekommt sein zukünftiges Kind zu sehen (das ist es, was die meisten am ehesten begeistert), es wird sich zeit genommen, alles genau anzuschauen, zu messen und zu überprüfen. So können mögliche Erkrankungen des Ungeborenen Frühzeitig erkannt und Maßnahmen eingeleitet werden. Bei schwerwiegenden erkrankungen haben die Eltern Zeit, sich darauf einzustellen und werden nicht aus heiterem Himmel davon überrascht.

Contra: sollte eine schwerwiegende Erkrankung festgestellt werden, müssen Eltern sich die Frage stellen, ob sie das Kind dennoch bekommen wollen, oder nicht.

Bei mir gabs damals den Verdacht, dass mein Kind Trisomie 13 oder 18 hat (aus meinem Bluttest ging schonmal ein sehr stark erhöhtes Risiko hervor und wärend der ersten Untersuchung im 1. Trimester sprach beim Kind von der Entwicklung her auch alles dafür. Ich hab mich kurzfristig entschieden, eien Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen und mich natürlich gefragt "Was mach ich, wenn die Tests positiv ausfallen? Beide Erkrankungen sind sehr wahrscheinlich tödlich für das Kind."

Damals wollte ich das wissen. In der 2. Schwangerschaft hab ich mich komplett gegen jede Untersuchung in diese Richtung entschieden, weil ich mir nicht wieder über sowas den Kopf zerbrechen wollte. Das erste Kind ist übrigens gesund.

Antwort
von InaThe, 12

Zu diesem Thema war neulich eine Sendung von Quarks und Co dran, sehr interessant, gibt's bestimmt noch in der Mediathek. 

Ich habe ausser den normalen Sonos und CTGs nichts machen lassen. Die Fehlquote ist einfach zu groß. Und die Kraft, ein nur vielleicht (!) behindertes Kind abtreiben zu lassen, hätte ich nicht gehabt. Ich würde immer dran denken müssen: was wenn es doch gesund war und ich es töten ließ? 

Antwort
von marit123456, 18

Pro: Es kann ermittelt werden, ob das Kind gesund ist. Ist es das nicht, kann man entsprechend schon im Voraus planen.

Kontra: Wenn die Erkrankung nur schlimm genug ist, müssen sich die Eltern nicht dazu entschließen, daß Kind auch zu bekommen.

Antwort
von carn112004, 5

Contra:

Man untersucht Menschen, um die zu töten, die für ihre eigenen Eltern eine zu große Belastung wären; zusätzlich kann daraus irgendwann der Gedanke entstehen, auch die zu töten, die für andere dritte, z.b. die Versichertengemeinschaft, eine zu große Belastung wären.

Damit ordnet man den Menschen Nützlichkeitserwägungen unter, wodurch unsere Gesellschaft eine schlechtere wird.

Pro:

Man untersucht Menschen, um die zu töten, die für ihre eigenen Eltern
eine zu große Belastung wären; zusätzlich kann daraus irgendwann der
Gedanke entstehen, auch die zu töten, die für andere dritte, z.b. die
Versichertengemeinschaft, eine zu große Belastung wären.

Damit ordnet man den Menschen Nützlichkeitserwägungen unter, wodurch unsere Gesellschaft eine bessere wird.

(Das nahezu identische Pro und Contra soll zum Ausdruck bringen, dass bei diesem Thema extrem viel eine Sache der persönlichen Wertung ist, wo eben bei identischen Fakten jeder trotzdem gänzlich verschieden werten kann; und ja, die Leute, die was positives darin sehen, dass die Krankenkassen für so wenige Downies dank pränatal Diagnostik zahlen müssen, gibt es wirklich)

Kommentar von isebise50 ,

"Ärgerlich" an der ganzen Sache ist, dass die Frauen/Paare im Vorfeld nicht genügend über die Grenzen und Folgen aufgeklärt werden - trotz neuem Gendiagnostikgesetz.

Sie wollen Sicherheit - jedoch nicht darüber, ob sondern dass ihr Kind gesund ist.

Nur in den allerwenigsten Fällen ist jedoch eine schlechte Nachricht "behandelbar".

Die Konsequenz bei den meisten auffälligen Befunden ist, die schreckliche Entscheidung treffen zu müssen, ein bereits im Mutterleib über Wochen oder sogar Monate geliebtes Wunschkind gegebenenfalls abzutreiben.

Mit Pränataldiagnostik erkauft man sich eine eingeschränkte Sicherheit - aber keine Gesundheit.

Ich respektiere und verstehe jede Entscheidung der betroffenen
Frauen/Paare, bin aber zunehmend erschrocken über Reaktionen aus dem Umfeld ("Das muss doch in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr sein..."), wenn sich Frauen/Paare für ein behindertes oder nicht lebensfähiges Kind entscheiden.

Kommentar von carn112004 ,

Genau da:

"aus dem Umfeld ("Das muss doch in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr sein...")"

sind wir munter am Rutschen auf der Slippery-Slope; denn wer sagt, "Das" muss doch nicht mehr sein, der fragt auch irgendwann, warum er dafür indirekt über KV oder Steuern für "Das", was doch nicht mehr sein muss, zahlen sollte bzw. warum der, der ja eigentlich hätte anders entscheiden können, nicht die Kosten alleine zu tragen hat.

Mal gucken, wo wir dann sind, wenn das rutschen aufhört.

Antwort
von DerServerNerver, 19

Pro: cool, die neue Technologie auszuprobieren

Contra: Teuer

Kommentar von MaraMiez ,

Es gibt 3 Termine (einer pro Trimester) für die Pränataldiagnostik, die die Krankenkassen übernehmen müssen.

Welche Technologie die Ärzte dabei einsetzen, liegt bei denen (im 2. Trimester bekam ich einen 4D Ultraschall und ne DVD mit nach Hause). Darüber hinaus machen viele Frauenärzte aber auch so bei jedem Termin einen Ultraschall, um zu schauen, ob so weit alles in Ordnung ist, ohne dass das die Patientin etwas kostet. Da bleibts dann aber zumeist bei einem normalen Ultraschall, es sei denn es bestünde Grund zur Sorge und man muss das genauer Überprüfen. Will man z.B. "Babykino", dann kostet das natürlich extra.

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