Frage von capocino, 77

Produktion kennenlernen, wie lange ist angebracht?

Hallo Leute,
Ich bin in der Ausbildung zum Industriekaufmann und im Betrieb ist es gang und gebe das die Azubis auch in der Produktion arbeiten damit sie wissen von was sie reden wenn sie mit Kunden sprechen und damit man mit den physisch Arbeitenden sag ich mal so ein bisschen warm wird um ein gutes Betriebsklima zu haben und diesem "Diese sche** Sesselpupser"-Image aus dem weg zu gehen. Nun ist die Frage wie lange darf der Arbeitgeber das anordnen weil das ist ja eigendlich nicht Teil des Berufs eines Industriekaufmanns? Der Betrieb ist nicht so groß also gute 100 Mitarbeiter in 3 Schichten und ich bin immer nur zur Frühschicht da.
Wie lange ist in der Produktion arbeiten okay und vor allem wie bringe ich das meiner Ausbilderin bei weil ich bin da jetzt schon 2 Monate. Danke im Voraus!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 41

In unserem Betrieb wird das mit kaufmännischen Azubis und auch im Dualen Studium genau so gemacht.

Hier dauert es aber nur vier Wochen. In diesen vier Wochen kommt jeder neue Azubi ca. eine Woche in eine Abteilung und macht dort i.d.R. verschiedene Arbeiten. Danach fängt die "eigentliche" Ausbildung an.

Kommentar von Hexle2 ,

 weil ich bin da jetzt schon 2 Monate

Dazu kannst Du Deiner Ausbilderin sagen, dass sie sich den § 14 Abs. 5 Satz 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) mal anschauen soll. Hier steht:

"Auszubildende dürfen nur Verrichtungen übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind".

Eine kurze Zeit in der Produktion, vor allem wenn man verschiedene Abteilungen kennenlernt und auch verschiedene Arbeiten kurzfristig ausführt, ist erlaubt und ich finde dies auch sinnvoll. Ein angehender Industriekaufmann lernt  schon am Anfang manche Produkte kennen, für die er später z.B. Teile einkaufen oder eine Kalkulation machen muss.

Als "billige" Arbeitskraft, wenn gerade mal Personalmangel herrscht, darf ein Azubi aber nicht missbraucht werden. Das BBiG sagt ja dass der Ausbildungszweck in der systematischen Vermittlung von Aufgaben liegt und die Übertragung von Aufgaben der Förderung des Ausbildungszwecks dienen soll.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen. Ich hoffe, Du konntest etwas bewirken

Antwort
von Alsterstern, 36

JEDER Ausbildungsberuf hat auch einen Ausbildungsplan. Besorge Dir einen für Dein Berufsbild. Man muss ja schließlich wissen was man alles lernen muss um die Prüfung zu bestehen.

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