Frage von ahgde, 100

Problemfrage zum Thema Abtreibung aus Christlicher Sicht?

Hey Leute, Ich muss in Religion eine 10minütige Präsentation zum Thema Abtreibung aus Christlicher Sicht oder zumindest etwas in der Art machen. Wir brauchen allerdings eine Problemfrage. Habt ihr Ideen? Oder wisst ihr vielleicht was ich auf jeden fall in die Präsentation mit einbringen muss oder habt ihr ideen wie ich sie besonders interessant gestalten kann ? Vielen Dank schonmal

Antwort
von Dxmklvw, 31

Die Problemfrage 2000 Jahre zurück verlegen:

Maria wurde aus christl. Sicht vom Heiligen Geist schwanger. Joseph hatte anfänglich einen ganz anderen Verdacht.

Hätte Maria abgetrieben (auch damals gab es bereits wirksame Methoden), dann wäre das Christentum nicht entstanden.

Die Problemfrage 100 oder rmehr Jahre in die Zukunft verlegt:

Was die Zukunft für Möglichkeiten bereit hält, wissen wir nicht. Doch gerade die christliche Religion ist auf eine unbestimmte Zukunft ausgerichtet, z. B. auf eine, in der es keine "bösen" Menschen mehr gibt.

Daraus stellt sich die Problemfrage bei Atreibungen zumindest aus sozialen Gründen. Wie viele Menschen kommen erst gar nicht auf die Welt, die das mögliche Potential hätten, erheblich dazu beizutragen, daß die von Christen erhoffte "Zukunft" deutlich früher da ist?

Gegenwarts-Problemfrage:

Es finden Abtreibungen auch aus sozialen Gründen statt. Derartige soziale Gründe ließen sich beheben, wenn Christen das tun würden, was sie predigen, nämlich sozialen Mißständen abzuhelfen. Damit gibt es im Christentum einen offenen Widerspruch, denn auch Christen treiben u. a. auch aus sozialen Gründen ab.

Antwort
von danhof, 25

Es scheint fast unmöglich zu sein, diese Fragen ideologiearm zu beantworten.

Am besten helfen Fakten.

In Deutschland stehen 400.000 Geburten jährlich 100.000 Abtreibungen entgegen.

Und jetzt kommt der Hammer: In den allerallerallermeisten Fällen sind das NICHT Schwangerschaften, die aus Vergewaltigungen resultieren.

In den allerallerallermeisten Fällen sind das auch NICHT medizinisch motivierte Abtreibungen von wegen Gefahr für die Mutter oder (vermutlich!) behindertes Kind.

In den allerallerallermeisten Fällen sind das Abtreibungen, die Frauen oder Mädchen vornehmen, weil sie keine Chance sehen, das Kind auszutragen. Weil sie keine Option kennen, die den Frieden in der Familie oder Beziehung erhält. Weil sie meinen, sie hätten kein Geld und keine Möglichkeiten.

Christ/Christlich oder nicht. Man sollte sich VORHER überlegen, welche Folgen Sex haben könnte. Und wie das mit der Pille und anderen Dingen funktioniert.

Und man sollte darauf aufmerksam machen, dass es auch Beratungsstellen gibt, die bemüht sind, diese anderen Optionen aufzuzeigen. 1000plus ist eine sehr gute, die genau das tut.

Auf KEINEN Fall, bitte auf KEINEN Fall solltest Du bei dem Vortrag mit Vorwürfen und Verurteilungen anfangen. Das heizt die Stimmung nur unnötig auf, weil dann Argumente wie "Ich bestimme über meinen Körper" kommen und es insgesamt sehr emotional wird.

Ich bin gespannt, ob du uns Feedback gibst nach dem Vortrag.

Eine kritische Frage hätte ich noch beizutragen (das war ja deine eigentliche Frage):

Wie sicher sind Aussagen der Ärzte, dass das Kind (schwerst) behindert sein wird? Garantieren Ärzte eine Diagnose? Oder geben sie Prozentzahlen an?

Kommentar von carn112004 ,

Das ist wohl ein Tippfehler:

"In Deutschland stehen 400.000 Geburten jährlich 100.000 Abtreibungen entgegen."

Es gibt etwa 700000 Geburten jedes Jahr.

Kommentar von danhof ,

Danke, das hatte ich wohl falsch abgespeichert im Hirn :-)

Antwort
von Whitekliffs, 45

Du solltest zeigen, was eine Abtreibung ist.

http://www.abtreibung.de/methoden-absaugmethode-ausschabung-spaetabtreibung/

Auf jeden Fall solltest du deinen Mitschülern vermitteln, was abgetrieben wird. Damit meine ich, wie weit entwickelt der Embryo ist in den verschiedenen Wochen, in denen normalerweise eine Abtreibung stattfindet.

Auf die Schnelle fand ich das:

http://symptomat.de/Entwicklung_des_Babys_im_Mutterleib#Befruchtung_der_Eizelle_...

Und welche folgen eine Abtreibung für die Mutter haben kann:

http://www.abtreibung.de/methoden-absaugmethode-ausschabung-spaetabtreibung/folg...

Kommentar von Whitekliffs ,
Kommentar von drachenfreund ,

Die Folgen der Abtreibung, die hier genannt werden, gleichen dem Post-Abortion-Syndrom, welches klinisch nicht nachweisbar und sehr umstritten ist, aber immer wieder gerne von Abtreibungsgegnern zur Sprache gebracht wird.

Kommentar von danhof ,

Da braucht man nichts klinisch nachweisen. Das leuchtet einem jeden Menschen doch sofort ein, dass es später zu Gewissensbissen oder anderen Problemen kommen kann, oder nicht?

Kommentar von Whitekliffs ,

Was mich auch beschäftigt, ist eine Frage, die ich nicht richtig treffend formulieren kann.

Heutzutage hat jede Mutter die Möglichkeit abzutreiben. Zwingt das die Frau nicht, darüber nachzudenken 'will ich das Kind oder nicht'?

Eine Frau, eine Mutter, in deren Körper sich rasendschnell ein Mensch heranbildet, muss sich die Frage stellen 'ja' oder 'Nein'.

Ist das wirklich die erwünschte Freiheit oder ist das nicht bereits Zwang?

Zu mir sagen manchmal leute 'ihr habt euch für euer Kind entschieden'. Dann muss ich sagen: "nein, haben wir nicht'. Wir haben uns nie die Frage gestellt, ob wir dieses Kind bekommen sollen oder nicht. Es war ja schon da. Und es nicht bekommen, hätte ja bedeutet, es zu töten.

Gibt Tötung wirklich Freiheit? Ist die Möglichkeit einer Abtreibung nicht eigentlich seelische Vergewaltigung einer Mutter?

Kommentar von carn112004 ,

Ich kann dazu sagen, dass ich zumindest in Online-Foren durchaus Aussagen von Frauen gelesen habe, die im Endeffekt zusammengefasst werden können mit: Leider habe ich die Schwangerschaft vor der Frist für die Abtreibung bemerkt; besser ich hätte es nicht bemerkt, dann würde sich die Frage gar nicht stellen.

Das waren aber eher Konstellationen, in denen die Frau das Kind sowieso eher wollte und vor allem das Umfeld/Partner die Abtreibung eher wollten; da ist dann das gesetzliche Verbot, sogar in gewissem Maße eine echte Hilfe für die Frau, denn sie muss sich dann gar nicht mit den ganzen Argumenten für oder wider Kind auseinandersetzen.

Aber sowas ist ziemlich sicher nicht die Mehrheit der Fälle.

Kommentar von danhof ,

Ein interessanter Aspekt. Bei uns stand das auch nie zur Debatte.

Antwort
von carn112004, 15

14-jährige wird schwanger. Keinen festen Freund, o.ä., der als Vater in Frage käme.

Sie ist geistig scheinbar verwirrt, denn sie macht wenig nachvollziehbare Aussagen, wie es dazu kam, sagt z.b. nicht, wann und mit wem sie Sex hatte; ist nicht mal sicher, ob sie nicht vergewaltigt wurde, und deshalb vielleicht sich so unklar äußert.

Einzig ist sicher, dass sie natürlich gar keine Absicht hatte schwanger zu werden, also wirklich ungewollt schwanger ist.

Ferner ist ihr Umfeld kritisch, vor allem geradezu stockkonservativ; wenns nach ihrer Familie ging, sollte sie gar keinen Sex haben; günstigensfalls kann man damit rechnen, dass sie von der Familie verstoßen und geächtet wird; aber schlimmeres ala Ehrenmord ist nicht mal ausgeschlossen, vor allem da der Gedanke eines Todesurteils für vor-/außerehelichen Sex in der Tradtion explizit verankert ist.

Der einzige Mann, der eventuell an einer Beziehung o. ä. mit ihr vielleicht interessiert gewesen wäre, würde vermutlich dann auch die Finger von ihr lassen, denn er ist nicht der Vater.

Ihren aangestrebten Beruf kann sie vollkommen vergessen, da der für eine junge Mutter einfach vollkommen ungeeignet ist.

Ferner lebt sie auch noch in einem Land ohne Sozialsystem und Krankenkasse o. ä. hat sie schon gleich gar nicht. Auch keine Frauenhäuser, Mutter-Kind-Einrichtungen, Kitas oder ähnliches. Auch keine anständige Polizei, die die Sicherheit des Mädchens garantieren könnte (ist halt ein ziemlich armes und rückständiges Land).

Günstigste Prognose ist also, dass sie sich mit dem Kind zusammen dann als Bettlerin oder Prostituierte durchschlagen kann; ungünstigtenfalls wird man ihre Leiche irgendwo finden und Zeugen wird es sowieso keine geben, da es ein gemeinsamer Beschluss des Umfelds war.

Wäre hier eine Abtreibung nicht zum Schutz der viel zu jungen Schwangeren geboten, möglichst heimlich, damit das Umfeld nichts erfährt? Könnte es denn richtig sein, einem jungen Mädchen in dieser schwierigen Lage ein Schwangerschaft zuzumuten?

Sie ist ja letztlich in Lebensgefahr und ihr ganzes Leben ist letztlich ruiniert.

Das zu Diskussion stellen.

Kommentar von carn112004 ,

Der Trick ist natürlich, dass man das ganze so formuliert, das keiner merkt, von welcher Schwangeren hier die Rede ist:

Maria.

Alter 14 könnte durchaus denkbar sein, sie soll als Jobperspektive irgendwas im Tempel gehabt haben, für das Jungfräulichkeit zwingendes Einstellungskriterium war; ihrem "Verlobter" bzw. ihren formalrechtlicher Versorger (diesen Tempelbediensteten war wohl sozusagen ein Mann zugeordnet, der sie zu versorgen hatte, wobei es da wohl keinen Sex geben sollte) hätte das eine große Schande sein können, da sie weder mit ihm noch einem anderen Sex haben sollte; und Tod durch Steinigung war formal für Juden eigentlich noch Gesetz (weshalb Jesus später in dem Punkt auf die Probe gestellt wurde) und die römische Ordnungsmacht hätte sich auch nicht dolle interessiert, wenn irgendeine 14-jährige halt von ihrer Familie um die Ecke gebracht wurde.

Sozialsysteme, Krankenkassen, Kitas, etc. gabs damals natürlich noch nicht; für eine von ihrer Familie wegen dem Fehlverhalten verstoßene, waren Bettelin oder Prostituierte quasi die einzigen "Jobperspektiven".

Und dritten muss es ggf. ziemlich sicher so vorgekommen sein, dass sie sozusagen ziemlich unklares hinsichtlich der Entstehung der Schwangerschaft sagt und umgangssprachlich wohl einen Sprung ind er Schüssel hat.

Und wenn man festhält, dass es grundsätzlich falsch ist, sowas zuzumuten, dann hätte Gott natürlich ggf. falsch gehandelt.

Was dann für Katholiken eine interessante Diskussion sein könnte.

Antwort
von TUrabbIT, 26

Die Problemfrage kann auch sein:
Was steht höher das Wohl der Mutter in ihrer Lebenssituation oder das Recht auf Leben des Kindes?

Antwort
von drachenfreund, 44

Problemfrage: Ist es moralisch sinnvoll einem schwerstkranken Kind, welches nur wenige Stunden/Tage/Wochen/Monate überleben kann, zukünftiges Leid zu ersparen?

Kommentar von Whitekliffs ,

Hm...das ist aber sehr subjektiv. Wer kann in die Zukunft schauen?

Ich habe ein Kind, von dem man mir in der 28.SSW gesagt hat, dass es keine Überlebenschancen habe. Dass es ethisch unverantwortlich sei, dieses Kind nicht bereits in der Schwangerschaft zu töten.

Sie wird im Dezember 21, sitzt jetzt grad auf dem Sofa und sing vor sich her!!!!!

Ja, behindert ist sie. Aber leiden musste sie bis jetzt nicht.

Kommentar von drachenfreund ,

Herzlichen Glückwunsch.

Natürlich kann niemand in die Zukunft sehen. Dies kann man ja bei der Fragestellung berücksichtigen und für und wieder abwägen. Mir ging es speziell darum einen Fall zu erwähnen der die ethischen Grenzen auch für einen Christen vor Augen führt. Und außerdem ist die Frage nicht in Stein gemeiselt.

Kommentar von carn112004 ,

Welche ethische Grenzen führt die Frage vor Augen?

Mir kommt bei solchen Denkansätzen immer der Gedanke, dass doch als erstes die Frage zu klären wäre, ob der, der vorschlägt, man solle irgendeinen Menschen ohne seine Zustimmung (da er selber nicht erkennen kann, was besser für ihn ist) zur Vermeidung von zukünftigem Leid töten, nicht als allererstes ohne seine Zustimmung getötet werden sollte, denn wer weiß, was für Leid der aufgrund seiner an solchen Vorschlägen erkennbaren geistigen Behinderung sonst noch erleben würde (er kann das auch nicht selber abschätzen, da sich solche Leute für einfühlsam und human halten, obwohl sie es nicht sind, weshalb die leider nicht selber beurteilen können, ob ihr Leben lebenswert ist).


Komischerweise nehmen mir das aber dann die Leute, die gerade vorgeschlagen haben, dass andere Menschen ohne Einwilligung getötet werden sollen, weil man selbst das doch besser entscheiden kann und darf, es ziemlich übel, dass ich dann diskutieren will, ob sie selbst ohne Einwilligung zu töten sind, weil ich das doch besser entscheiden kann und darf.

Verstehe ich aber nicht ganz, wo das Problem an einer solchen Diskussion ist.

Kommentar von drachenfreund ,

Das Problem stellt sich tatsächlich in Grenzfällen, in denen dem Kind nur Momente der Qual bleiben - Und diese gibt es in der Medizin durchaus. Situationen, in das Baby zahlreiche Operationen vor sich hat, immer an der Grenze zwischen Leben und Tod steht. Oder Fälle in denen das Kind nach x Monaten aufgrund einer inoperablen Fehlentwicklung stirbt. Die Fälle sind schwer zu ertragen und manchem stellt sich hier die Frage, ob man auch um den Eltern zukünftiges Leid zu ersparen und bevor das Kind auf die Welt kommt, Abschied nehmen sollte, weil es später aufgrund der engen Mutter-Kind-Bindung nach der Geburt um so schwieriger sein wird.

Diese Möglichkeit als inhuman zu bezeichnen halte ich für Augenwischerei.

Mir (ja, ich fühle mich dabei angesprochen) dann auch auch noch in's Gesicht zu sagen, Sie spielen mit dem Gedanken mich ungefragt zu töten ist mehr als geschmacklos. Nur weil ich eine andere Einstellung zu Leben und Tod habe. Vielleicht sollten sie auch die Meinung der werdenden Mutter akzeptieren, die bei einer Entscheidung für eine Abtreibung nicht zwingend aus egoistisch-herzlosen Gründen handelt. Haben Sie schon mal daran gedacht?

Kommentar von carn112004 ,

Q.E.D.:

"Mir (ja, ich fühle mich dabei angesprochen) dann auch auch noch in's Gesicht zu sagen, Sie spielen mit dem Gedanken mich ungefragt zu töten ist mehr als geschmacklos."

Sorry, aber das ist eine Sache allgemeiner Gleichheit und Gerechtigkeit. Wenn die Debatte zulässig ist, einen Menschen ohne dessen Einwilligung zu töten, dann muss es auch zulässig sein, das Töten ohne Einwilligung von JEDEM anderen zu diskutieren; man muss dabei ja nicht zum etwas unerfreulichen Ergebnis kommen, dass man selbst zu töten ist; aber die Debatte, die muss man aushalten können.

Und deshalb ja, es ist persönlich gemeint, und zwar gegen jeden der sich an der Debatte beteiligt (somit auch ich; und ich will gleich anmerken, dass ich der Position, man dürfe mich ohne Einwilligung zwecks zukünftiger von mir nicht abschätzbarer Leidvermeidung töten, mit geradezu tödlicher Entschlossenheit ablehnend gegenüber stehe; aber die Debatte halte ich aus).

"Nur weil ich eine andere Einstellung zu Leben und Tod habe."

Nein, nur weil ich Konsequenz einfordere. Gegenüber einer Vielzahl anderer Leute, die andere Einstellungen zu Leben und Tod haben, mache ich sowas nicht. Sondern halt nur den gegenüber die das Töten ohne Einwilligung zwecks Leidminimierung für den Betroffenen für ggf. akzeptabel halten.

"Haben Sie schon mal daran gedacht?"

Klar. Ich richte mich ja auch nicht gegen die Schwangere/Mutter, sondern gegen hochtrabend das Töten von anderen ohne Einwilligung bis ins letzte Detail diskutierenden, die dann zu Mimöschen werden, wenn man halt mal auch ihre Tötung ohne Einwilligung durchdiskutieren will.

Kommentar von Whitekliffs ,

Ich bin ja eine betroffene Mutter und habe diese Situation ja erlebt.

Ganz ehrlich, ich wollte weder ein schwerstbehindertes Kind, noch ein Kind, das keine Lebenserwartung hat. 

Und doch habe ich mich gefreut, dass ich meinem Kind wenigstens die kurze Zeit schenken darf, die es angeblich vor sich haben würde. 

Man kann einem 'zum Tode verurteilten' Kind das Leben schenken UND einen natürlichen Tod. Wenn man das Kind einmal gesehen hat, seine Reaktionen, Reflexe, sein Unvermögen, sein gesamtes Krankheitsbild, es untersuchen konnte und damit zu einem Gesamtbild kommt (was ja in der Schwangerschaft nicht möglich ist), dann scheint es mir das Richtigste, dem Kind so viel Leid wie möglich zu ersparen und wenn die Lage aussichtslos ist, es einen natürlichen Tod sterben zu lassen.

Ich wage zu behaupten, dass sowohl eine Abtreibung, als auch der Tod eines lebend zur Welt gekommenen Kindes tiefe Wunden schlägt.

Ich wage aber auch zu behaupten, dass die Wunden der Mutter, die dem Kind das Leben geschenkt hat, sich sauber schliessen werden. Sie hat mit eigenen Augen gesehen, dass es keinen Sinn hat, das Kind mit aller Gewalt am Leben zu erhalten und sie lässt es auf natürliche Weise gehen, zu dem Zeitpunkt, den das Kind 'wählt'.

Bei Abtreibung bleibt immer die Frage: war es wirklich so schlimm? Und der Tod wurde gewaltsam herbeigeführt. Zu einem Zeitpunkt, an dem das Kind noch nicht sterben wollte. Schliesst diese Wunde sauber?

Und in unserem Fall hat sich ja auch gezeigt, dass all diese Prognosen sehr unsicher sind. 

Übrigens, solche Fälle sind Grenzfälle. Sie machen einen wirklich unbedeutenden Prozentsatz aus in der Abtreibungsstatistik. Dort geht es zum allergrössten Teil um gesunde Kinder und gesunde Mütter. Der Grund für die Abtreibung liegt nicht im medizinischen Bereich.

Kommentar von drachenfreund ,

@carn112004

Wir können ja gerne debattieren. Wie jeder andere Mensch halte ich die Tötung eines geborenen Menschen für Mord - Darüber gibt es nichts zu diskutieren.

Ich habe als Pro-Choice-Anhänger andere Maßstäbe bei einer Abtreibung und bin nicht so verbohrt wie Sie.. Ich kann nicht nachvollziehen wieso ein Lebensschützer Ameisen töten kann, aber auf der anderen Seite Probleme damit hat, ein 10-Woche-altes-Embryo ohne ausgebildetes Nervensystem (und damit ohne Schmerzen) zu töten. Ich bin niemand der die Entscheidung der Mutter verurteilen würde. Ich würde ihr auch nicht zu einer Abtreibung raten, sondern vor allen Dingen vorurteilsfrei zuhören.

Machen Sie doch bitte auch mal darüber Gedanken, warum sie für eine befruchtete Eizelle, die sich nicht in die Gebärmutter einpflanzt oder sich im frühen Stadium ablöst keine Trauerfeier einrichten. Ist doch in Ihrem Fall schon ein Mensch, oder? Wo bleibt da die Konsequenz?

Ich glaube nicht, dass Sie zu einer sachlichen Diskussion bereit sind und sich ernsthaft mit mir auseinandersetzen möchten.  Vielen Dank für das Gespräch.

Kommentar von carn112004 ,

"?



Ich glaube nicht, dass Sie zu einer sachlichen Diskussion bereit sind und sich ernsthaft mit mir auseinandersetzen möchten. "

Wozu dann der Text und die Fragen?

Egal, ich will kurz die Fragen beantworten, da Fragen sowas nahezu immer verdienen.

"Machen Sie doch bitte auch mal darüber Gedanken, warum sie für eine befruchtete Eizelle, die sich nicht in die Gebärmutter einpflanzt oder sich im frühen Stadium ablöst keine Trauerfeier einrichten. Ist doch in Ihrem Fall schon ein Mensch, oder? Wo bleibt da die Konsequenz?"

Ich trauere auch nicht um eine Menge andere Menschen, die sterben, insbesondere auch viele geborene Menschen, teilweise sogar wenn ich Fotos von deren zerschmetterten Leichen sehe. Oder trauern sie jedesmal, wenn sie sich durch Newstories klicken und Bilder von Menschen sehen, die gestorben sind? Vermutlich nicht.

Folglich kann man aus der Aktivität meiner Tränendrüsen oder denen von irgendwem anders nun wirklich nicht ableiten, ob irgendwas ein Mensch ist.

Ferner wird zumindest ein "10-Wochen-altes-Embryo", wenn es erwünscht war, bei ungewolltem Ende der Schwangerschaft sehr wohl von einigen Eltern betrauert; vielleicht nicht so, wie wenn es ein Kind 10 Wochen nach der Geburt erwischt; aber ist nun zu ermitteln, ob ein "10-Wochen-altes-Embryo" ein Mensch ist, indem man mit Mikros und Messpippetten Mütter und Eltern mit Fehlgeburten und Mütter und Eltern von verstorbenen Neugeborenen ins Visier nimmt, schön Tränenmenge und Lautstärke des Wehklagens vs. Schwangerschaftswoche bzw. Woche nach Geburt plottet und dann irgendwo einen Cut setzt ala:"In der X.SSW ist die Tränenmenge und die Dezibellautstärke nur x % der Menge und Lautstärke bei Neugeborenen, deshalb ist es wohl kein Mensch, während in der Y.SSW Menge und Lautstärke schon ein so großer Prozentsatz Y der Menge und Lautstärke bei geborenen ist, dass es ein Mensch sein muss"?

Das ist doch totaler Blödsinn.


Ob und was ein Mensch ist und ob und was Rechte in irgendeiner Form hat, bestimmt sich nicht danach, ob ich oder sonstirgendwer darum trauert.

"Ich kann nicht nachvollziehen wieso ein Lebensschützer Ameisen töten kann, aber auf der anderen Seite Probleme damit hat, ein
10-Woche-altes-Embryo ohne ausgebildetes Nervensystem (und damit ohne Schmerzen) zu töten."

Keine Ahnung, da wäre ein Lebensschützer zu fragen. Ich stehe dem Töten von unschuldigen und wehrlosen MENSCHEN äußerst skeptisch gegenüber. Bei z.b. einer schweren Straftat dringend verdächtigen und bewaffneten Menschen stehe ich z.b. dem Töten nur wenig bis gar nicht skeptisch gegenüber; der Polizist soll halt auf Beine und Arme schießen, wenn er meint, dass das reicht; wenn nicht, dann halt nicht und es juckt mich dann wirklich nicht.


Bei Ameisen habe ich dann sogar noch viel weniger Einwände, außer vielleicht, dass man da auch nicht aus reiner Grausamkeit und Spass töten sollte, dass Artenschutz und sonstiger Tierschutzkram zu beachten wäre und das ggf. der Eigentümer der Ameisen zu fragen wäre.


"Ich bin niemand der die Entscheidung der Mutter verurteilen würde."

Toll, ich mach sowas auch im Allgemeinen nicht.

Ändert nur nichts daran, dass bei einer Abtreibung ein unschuldiger und wehrloser Mensch getötet wird, weshalb es grundsätzlich geboten ist, dass größtes Bemühen aller Beteiligten erfolgen sollte, damit eine ungeplante Schwangerschaft möglichst ohne Abtreibung über die Bühne gebracht werden kann. Ist halt manchmal kompliziert.

"(und damit ohne Schmerzen)"

Und auf Schmerzen kommt es gerade wenig an. Töten eines Menschen ist nicht rein deshalb falsch, weil der Mensch dadurch leidet. Töten eines Menschen ist falsch, da Menschen Töten eben häufig falsch ist.


Kommentar von danhof ,

Ich schrieb auch schon, dass man mit Verurteilungen nicht weiterkommt.

Man sollte sich aber klar vor Augen führen, dass Diagnosen aus Fruchtwasseruntersuchungen, Nackenfaltenmessungen etc. etc. NIE völlige Gewissheit geben können.

Und ein zweiter Punkt: Viele Mütter sagen, dass ihnen die kurzen Momente des Lebens nach der Geburt, sehr wichtig waren.

Und der dritte Punkt: Abtreibungen aus medizinischen Gründen machen hierzulande einen verschwindend geringen Anteil aus.

Antwort
von Meatwad, 23

Problemfrage 1: Warum erlaubt man einer Vereinigung, welche seit jeher von alternden Männern ohne Kenntnisse von Medizin und Biologie geführt wird, und welche seit jeher versucht, die gesellschaftliche Rolle der Frau klein zu halten, auch in der heutigen Zeit noch, sich in das Selbstbestimmungsrecht von Frauen einzumischen, welche größtenteils gar nicht ihrer Glaubensgemeinschaft angehören?

Problemfrage 2: Weshalb haben Katholiken ein Problem mit der Abtreibung eines Fötus, jedoch nicht mit einem Gott, welcher tagein, tagaus auf viel grausamere Weise Abtreibungen und Kindsmord betriebe, wenn es ihn denn gäbe?

Antwort
von Zumverzweifeln, 34

Problemfrage:

Hohe Verantwortung oder feiger Mord - was ist eine Abtreibung?

Antwort
von lea3000, 4

Es gibt Christen die gegen Abtreibungen sind, weil das Kinder Gottes werden/sind. Und deswegen wollte auch der frühere Papst, Kondome verbieten

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