Frage von Juno195, 70

Probleme mit pubertierender Tochter, hat jemand Ratschläge?

Hi Leute,

Ich habe eine 13-jährige Tochter, die mir im Moment den letzten Nerv raubt. Sie hat zu Hause nur minimale Pflichten zu erfüllen, z. B.: 1. Zimmer grob sauber halten 2. Geschirrspüler ausräumen 3. Katzenklo säubern.

Von diesen Dingen erledigt sie zu 90% gar nichts und findet mich zu empfindlich, auf die Erfüllung dieser Aufgaben zu pochen.

Auf der anderen Seite sieht sie ihre Rechte als oberste Priorität, d. h. regelmäßiges Taschengeld, Klamotten kaufen, Taxidienst etc.. Wenn ich sie darauf anspreche, dass auch sie Pflichten hat, sieht sie das als unwichtig, da ich als Mutter verpflichtet wäre, für dieses "zu sorgen".

Sie ist sehr umgänglich und lieb, solange sie im Mittelpunkt steht und ihre Wünsche erfüllt werden. Sobald es aber um andere Personen geht, fühlt sie sich sofort zurückgestellt. Versuche, mit ihr darüber zu sprechen, scheitern ständig, da sie nie Bock hat, sich damit auseinanderzusetzen. Und wenn die Gespräche stattfinden, stellt sie sich selbst als das "arme kleine Mädchen" dar, dem jeder nur etwas Schlechtes will.

Hinweise darauf, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist, werden völlig ignoriert. Fehler von anderen ihr gegenüber werden aber hoch gepusht. Auch ihr Ton mir gegenüber ist unmöglich und sie gibt sogar zu, dass ich die einzige Person bin, mit der sie so spricht.

Dazu gesagt: Ich bin alleinerziehend, befinde mich aber in einer Beziehung. Kontakt zu ihrem Vater hat sie auch. Mein Freund bemüht sich sehr, eine Bindung zu ihr aufzubauen, sie selbst sagt aber nur, dass sie auf dieses "Heile-Welt-Ding" keinen Bock habe.

Ich bin am verzweifeln, da weder Strafe noch gutes Zureden bis jetzt funktioniert haben. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Antwort
von hertajess, 22

Ich habe jetzt nicht Deinen ganzen Text gelesen. Ich antworte trotzdem mal: 

Nicht rumtexten sondern Grenzen aufzeigen. Denn das Leben ist keine Einbahnstraße. Und diese Tatsache muss sie jetzt lernen soll sie im Berufsleben auch nur einen Zeh auf den Boden bekommen. Will ich Dir begründen indem ich hier einfach ein Zitat einfüge:

Ein Arbeitgeber am 30.11.2015 bezüglichder Entlassung aller Azubis

Wirhaben heute alle unsere Auszubildenden entlassen. Letzter Tag derProbezeit gewesen. Wir haben alles versucht, aber so schlechteLeistungen in der Rechtschreibung, keinen Satzbau, keine Motivationund nicht Teamfähig.
Wirhaben 2 ungelernte Kräfte oberhalb von 40j eingestellt und die sindhoch motiviert. Wir haben gewonnen, 2 Menschen mit Erfahrungen undviel Können. Was nicht da ist, werden wir zeigen. Anlernen müssenwir auch azubis

Ich habe die ausdrückliche Erlaubnis diese Zeilen zu verbreiten. 

Ok. Ob sie ihr Zimmer aufräumt oder nicht darf Dich jetzt mal gar Nichts angehen denn das ist eine andere Geschichte wie Wissenschaft feststellte. Diese hat tatsächlich heraus gefunden dass Menschen die in ihrer Pubertät unordentlich bis chaotisch waren später viel mehr Wert auf Ordentlichkeit und Sauberkeit legen als solche die sich an vorgegebene Regeln hielten. Das ist einfach eine Phase die der Tatsache geschuldet ist dass sich unser Gehirn so bis zum 16. Lebensjahr um 60% verändert. 

Was aber jeglichen Versuch angeht mit Dir in einem Machtkampf zu steigen wehre den Anfängen. Der Machtkampf gehört zur Pubertät. Unbestritten. Ob Du Dich allerdings darauf einlässt oder damit umgehst wie eine Eiche an der sich ein Floh juckt - ist Deine Entscheidung. Du kannst ja auch das Thema Taschengeld einfach umfunktionieren: Geschirrspüler ausgeräumt 0,50 Cent. Mehr wird sie kaum auf dem Arbeitsmarkt selbst bei großzügigster Bezahlung erhalten. Ansonsten das Geld an Noten koppeln. Kleidung? Gut. Du kennst ihre Größe also kannst Du auch für sie einkaufen. Oder es wird gemeinsam online eingekauft. 

Katzenklo? Stell sie irgendwo in ihre Unordnung in ihrem Zimmer und lasse die Türe auf. Protestiert sie erkläre ihr dass Du das nächste Mal die Klos einfach bei ihr im Zimmer ausleerst und dann neu gefüllt wieder aufstellst. Von mir aus mache danach sofort eine Runde um den Blog, triff Dich mit Freundinnen um jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen. Und führe die Androhung auch aus!!

Mir hat übrigens meine Mutter in dem Alter 1969 20,- DM hingelegt und dann erklärt: "In 14 Tagen rechnen wir ab." Dann hat sie sich angezogen und war weg. Bis heute weiß ich nicht wo sie überall war. Ich weiß nur dass sie nach 14 Tagen wieder auftauchte, meine älteren Brüder von mir sehr entschieden verlangt hatten dass ich den Haushalt mache. Ich sollte abrechnen. Das tat ich auch. Und selbstverständlich hatte ich Buch geführt. Sie rechnete nach und stellte fest dass sie von mir noch einige Pfennige zu bekommen hatte. Nachdem sie diese hatte erklärte sie dass ich nicht ordentlich Buch geführt habe. Sie erwarte in Zukunft eine ordentliche Buchführung. 

Ich lebe nicht nur noch. Während meiner Umschulung zur Industriekauffrau habe ich insgesamt nur eine halbe Stunde gelernt und trotzdem gut abgeschlossen. Warum wohl? 

Antwort
von Schuhu, 40

Bedenke, dass es auch deiner Tochter nicht gut geht in dieser Situation. Sie versucht, ihren Platz in der Familie neu zu definieren (sie ist ja schließlich auf dem Weg zur Erwachsenen), hat aber weder Mittel dazu noch weiß sie, wie sie ihre Vorstellungen angemessen einbringen kann. Sie hat also das Gefühl, ständig auf Granit zu beißen. Sie stellt sich nicht nur als "das arme kleine Mädchen" dar, sie empfindet sich so. Versuch, mit ihr ohne Vorwürfe und ohne Anbiederung zu sprechen. Bleib sachlich (schließlich bist du die Erwachsene). Vielleicht macht ihr mal etwas Schönes zusammen, was weit weg vom Alltag ist, damit ihr den täglichen Kleinkrieg hinter euch lassen könnt. Und bleib gelassen, wenn sie ihre Aufgaben nicht erfüllt, du erwartest ja auch Gelassenheit von ihr, wenn du ihr das Taschengeld kürzt (obwohl sie das als deine Aufgabe betrachtet).

Antwort
von schwarzwaldkarl, 57

Du solltest ihr einfach klar machen, dass es z.B. das Taschengeld nur dann gibt, wenn sie "ihre Aufgaben" erledigt hat. Zu diesem Zweck könntest Du auch einen detaillieten Plan aufstellen, an dem nach Vollzug (wenn sie ihre Aufgaben gemacht hat) unterschrieben wird, wenn es erledigt ist. Ansonsten gibt es Taschengeldabzug oder halt eine "Taxi-Fahrt" wird ersatzlos gestrichen... Sie muss lernen, dass sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hat... 

Kommentar von Juno195 ,

Diese Idee hatte ich auch gerade. Stelle jetzt so einen Plan auf und werde mal schauen, wie sie darauf reagiert :)

Kommentar von DahleRieger ,

Taschengeld zu kürzen ist der fslsche Weg denn dann fangen sie das klauen an.

Das WLAN passwort täglich ändern wirkt wunder. 

Auch die Handykarte ist heilig. Notfalls bei Vertrag einfach den Anschluss kappen vom Internet.

Antwort
von TamraElara, 57

Möglicherweise hilft es dir weiter, ihr klar zu machen, dass du zwar eine Fürsorgepflicht hast (Dach über den Kopf, Essen, Kleidung), aber nicht ihr "Dienstmädchen" bist. Mit 13 muss sie nicht mehr überall hingefahren werden (bei unsicheren langen Strecken oder zu sehr späten Zeiten kann man eine Ausnahme machen) und sie sollte mit 13 z.B.: in der Lage sein ihre Kleidung selbst zu waschen.

Es muss zwar Essen im Haus sein, aber du bist nicht verpflichtet für sie den Tisch zu decken und anschließend alles wieder aufzuräumen und abzuwaschen. Gerade kalte Mahlzeiten können sich die Kids selbst zubereiten. Warme Mahlzeiten kann man später auch gut aufteilen. Freunde von uns halten es z.B. so: dass an einem Tag in der Woche, die Teens das Essen kochen. Dafür können sie dann auch entscheiden, was auf den Tisch kommt.

Sie muss mit Kleidung versorgt sein, aber es müssen nicht die hippesten, teuersten und angesagtesten Klamotten sein. Wenn sie gern etwas Besonderes möchte, gibt es zwei Möglichkeiten: vom eigenen Taschengeld kaufen oder es sich zum Geburtstag oder zu Weihnachten wünschen.

Rede mit ihr. Und wenn es nichts hilft, würde ich die eigenen Sonderleistungen ihr gegenüber Stück für Stück einstellen. (Putzdienst, Taxidienst, Wäscherei...)

Eine andere Möglichkeit wäre der folgende Paragraph: § 1619 BGB: Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.

Da steht also nochmal ganz deutlich, dass sie nicht von Pflichten befreit ist, sondern sogar gesetzlich dazu verpflichtet ist mitzuhelfen :)

Vielleicht hilft dir das weiter.

LG TE

Antwort
von Maximilian0296, 67

Wenn sie ihren Pflichten nicht nachkommt, musst sie in ihren Rechten einschränken. Also Taschengeld kürzen, Smartphone Entzug, aufhören ihre Wäsche zu waschen, etc. Nimm ihr nach und nach einfach alles weg, was ihr wichtig ist. Klar wird sie jammern und maulen und motzen und schreien und sich beschweren und überhaupt - ignorier das einfach. Gib ihr zu verstehen, dass du im Haushalt den Ton angibst und nicht sie. Gewalt solltest du aber auf jeden Fall vermeiden, denn das bringt nie etwas.

Antwort
von violatedsoul, 56

Na, aber sicher doch: Hole die kleine Pinzessin mal von ihrem Thron. Du bist nicht ihr Butler. Tut sie nichts, bekommt sie nichts.

Meine Tochter muss auch gerade lernen, das zu kapieren. Schaff dir eine dickere Schale an. Deine Tochter wird deshalb nicht sterben, wenn sie merkt, dass du konsequent bist.

Kommentar von XC600 ,

sehe ich auch so ... solange wie sie alles bekommt was SIE will wird sie ihr Verhalten wohl nicht ändern ......... sie muß Konsequenzen spüren , aber nicht nur androhen sondern dann auch wirklich durchziehen , auch wenn es Nerven kostet ....

Antwort
von LenaandScholly, 63

Dann Streich ihr die Dinge die sie als selbstverständlich sieht, wenn sie ihren Pflichten nicht nach kommt. Sonst könntest du ihr auch mal demonstrieren wie es ist, wenn du deine Pflichten nicht machst. Dann muss sie selber kochen, putzen und Wäsche waschen. Vielleicht merkt sie dann mal, das Pflichten nicht zum Spaß da sind

Antwort
von XLeseratteX, 51

Kein Taschengeld mehr, wasch ihre Sachen nicht, es gibt keine neuen Klamotten, und fahren brauchst Du sie auch nicht. Es gibt Bus und Fahrrad.
Sie wird am Ende merken, dass sie mit ihrem Verhalten nur sich selber schadet.
Wichtig ist das Du auch nicht direkt auf sie eingehst. Also wenn sie wieder "zickig" wird. Nichts dazu sagen, einfach toben lassen.
Weil sie weiß, dass sie Euch damit aufregen kann und wenn das nicht mehr der Fall ist, wird es langweilig. Es bringt ihr dann ja nichts mehr.
Zeig ihr wie es ist, ignoriert zu werden was die Probleme angeht. Gleichgültigkeit usw.
Natürlich nicht übertreiben, es ist immer noch ein Kind.

Antwort
von Ioulios, 61

Na dann bau das ganze doch auf geben und nehmen auf. Konsequenz durchsetzen mit "wenn du dein Zimmer nicht sauber hälst, gibts auch kein Taschengeld." Wenn man nachgibt, erkennt Sie das und reizt es jedes mal aus. 

Antwort
von xomelaniexo, 70

Hey, das ist einfach normal in dem Alter, wenn ich zurück denke wie ich drauf war frage ich mich, wie meine Mutter das ausgehalten hat :p Hat der Vater mal mit ihr gesprochen vielleicht hört sie mehr auf ihn, oder wenn sie nicht auf dich hört streich ihr Taschengeld so kriegst du den Respekt wieder.

Antwort
von Snowi108, 21

Hey,

ich nehme mal an, dass du schon sehr viele gute Ratschläge bekommen hast. Ich will mich daher mal kurz halten...

Ich bin 15 Jahre alt und erinnere mich noch gut daran, wie es mit 13 war. Wenn etwas ungerecht ist, dann ist es doppelt schwer, ruhig und nett zu bleiben. Ich habe mich in dieser Zeit schon oft gestritten und es war nicht leicht... am schwersten wohl für meine Familie. Mittlerweile aber ist alles wieder gut und ich verstehe mich gut mit den Menschen, mit denen ich mich gestritten habe.

Es ist schwer für dich, aber für deine Tochter ist es auch schwer, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht. Erinnere dich an die Zeit zurück, wo du selber 13 warst. In diesen Zeiten ist das Leben wie eine Achterbahn... da hilft am meistens gegenseitiges Verständnis. Nur als Trost, es kommen ja auch wieder ruhigere Zeiten ;)

Am besten wäre es ja, wenn jeder darüber nachdenkt, was er falsch macht. Das sollte deine Tochter tun, aber auch du könntest dir überlegen, ob du etwas falsch machst.

Ich wünsche euch alles Gute.

Liebe Grüße,
Snowi

Antwort
von DahleRieger, 11

Bei uns ist gerade Nr 5 in der Pubertät.

Am besten hilft immer ruhig bleiben und klare Regeln aufstellen mit dem Hinweis was passiert wenn sie nicht eingehalten werden.

Jetzt straft sich das man nicht früher mit klaren Regeln das Leben erleichtert hat.

Wenn es dir ein Trost ist, es geht nach 2 bis 3 Jahren wieder weg diese Seuche Pubertàt.

Gestern habe ich zum Beispiel nach Fristsetzung zum Aufräumen das komplette Kinderzimmer in Umzugskisten gefüllt mit dem Hinweis das ich nach 24 Std. Alles  entsorge was nicht aufgeräumt im Schrank ist. Da sie wusste das ich das umsetze hat das Aufräumen nicht lange gedauert wenn mann mal vom lauten heulen absieht. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten