Frage von BenneSchueli, 37

Probleme mit Klinik/Herzchirurgie... Könnt ihr mir helfen?

Kurzdarstellung der Situation:

Eine sehr gute Freundin von mir hat einen vierjährigen Sohn mit einem Herzfehler. Seit November letzten Jahres verschlechtert sich sein Allgemeinzustand massiv, da er eine künstliche Herzklappe im Alter von acht Monaten bekommen hat und nun zu klein geworden ist. Sie befindet sich in ständiger Kontrolle durch einen Kinderkardiologen vor Ort im Wechsel mit der Kinderkardiologie an einer Uniklinik. Sowohl der Kinderkardiologe zu Hause, wie auch die Kinderkardiologen der Uniklinik sind der Auffassung, dass eine Herz-OP zum Austausch der künstlichen Klappe sehr zeitnah (Aussage seit Dezember , also bereits seit acht Monaten!!!) statt finden muss... Der kleine Mann leidet sehr unter der Symptomatik der zu kleinen Klappe, er hat ständig Infekte (Lungenentzündungen), nimmt immer mehr Gewicht ab- seit Dez von 14KG auf 10,2KG reduziert (was bei dem Gewicht eine ziemliches großes Verhältnis ist) und noch diverse andere Problematiken. Er muss viele Medikamente nehmen, damit sein Zustand stabil bleibt, was dazu geführt hat, dass im Mai eine chronische Nierenschädigung festgestellt wurde (die auf einige dieser Medikamente zurückzuführen ist). Das Problem ist: Kardiologen sagen OP hat aus ihrer Sicht eine ganz hohe Dringlichkeitsstufe- aber sie haben keinen Einfluss auf die Terminvergabe der OPs, dass entscheidet allein der Herzchirurg. Der wiederum hat bis heute keinen Termin für den Kleinen heraus gegeben... Die Gründe kennt anscheinend niemand. Es wurde aber mal von einer Ärztin gesagt, dass andere Kinder, die bereits auf dem OP Plan stehen nicht so dringliche Eingriffe nötig haben, wie der Kleine meiner Freundin, aber diese Kinder Privatzahler seien. Nachdem auch jetzt wieder neue OP Pläne für den nächsten Monat gemacht wurden und der Kleine wieder nicht drauf steht, hat meine Freundin beschlossen, die Klinik zu wechseln. Sie hätte es schon viel eher tun sollen, aber sie wollte es eigentlich nicht, da sie schon so lange in der einen Klinik in Behandlung ist und eigentlich immer sehr zufrieden war, Vertrauen hatte und ihr Sohn sich dort sehr wohl gefühlt hat... Und der nächste Faktor war mit Sicherheit auch die Entfernung zu der nächsten Klinik, die diese OP durchführt. Ich habe die ganze Zeit sehr intensiv miterlebt und bin froh, dass sie sich endlich zu diesem Schritt entschlossen hat. Dennoch frage ich mich, ob man die Situation in der ersten Klinik einfach so stehen lassen sollte!? Meine Freundin hat derzeit so viel mit ihrem Kleinen zu tun, dass sie sich solche Fragen gar nicht stellt. Ich bin aber der Meinung, allein um andere Eltern und Kinder zu schützen, sollte man dass Ganze nicht so belassen. Deshalb meine Frage(n): -Gibt es Möglichkeiten diesen Fall zu melden/ überprüfen zu lassen? -> wenn ja, durch wen? -Nach welchen Kriterien müssen OP-Termine vergeben werden? Gibt es da nicht Vorschriften? Oder darf das ein Chirurg wirklich nach eigener Lust und Laune tun?

Vielen Dank im Voraus & herzliche Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gschyd, 34

Die Krankenkasse (erneut?) und allenfalls einem Anwalt zu kontaktieren erscheint mir sinnvoll - mit (lokaler) Presse wäre ich eher zurückhaltend -

Allenfalls kann Dir der DPSB (Deutscher Patienten Schutzbund e.V.)
http://www.dpsb.de/

oder Patientenschutz e.V. weiterhelfen
http://www.patientenschutz.de/cms/index.php?article_id=28

Zudem würde ich mich offiziell an die Klinikleitung, allenfalls Verwaltungsrat oder ähnl. und auch an das zuständige Gesundheitsamt wenden
(Schreiben würde ich vorab von Anwalt prüfen lassen).

Es ist toll, wie Du Dich für Deine Freundin und ihren Jungen einsetzst - ich wünsche Euch allen viel Energie und dass der Junge bald, erfolgreich operiert wird.

Kommentar von gschyd ,

Merci für den Stern, ich hoffe dem kleinen Mann geht es etwas besser

Antwort
von magnum72, 32

Ersteinmal Riesensauerei meiner Meinung nach. Ich stimme völlig mit dir überein das ein solches Verhalten zumindest einer Erklärung bedarf. Die zuständige Adresse ist in solchen Fällen immer zuerst die eigene Krankenkasse. Sie bezahlen die Kliniken letztenendes und können daher auch einen gewissen Druck aufbauen. Dann kann ich dir noch sagen was ich in einer solchen Situation getan hätte. Das ist keinesfalls ein Rat an dich. Es ist lediglich das was ich vermutlich tun würde. Und vermutlich auch nicht nur durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Ich würde die Öffentlichkeit suchen und Roß und Reiter beim Namen nennen. Durch die Lokale Presse und über social media. Sollen die doch Klagen ,dann müsten sie aber auch ihre Praktiken erklären. Ich würde das alles für mein Kind hinnehmen was zu einer Verbesserung der Lage führt. Ein Tip noch zum Schluss . Mann sollte sich in dieser Situation unbedingt einem Rechtsanwalt anvertrauen. Über die Finanzen kann mann sich schon irgendwie einigen. Ich wünsche dem kleinen jedenfalls alles alles Gute.😊

Kommentar von magnum72 ,

Ps: Op Termine werden normalerweise ausschließlich nach Dringlichkeit vergeben.

Kommentar von henzy71 ,

Das Recht auf freie Meinungsäußerung geht nicht so weit, dass du andere nach Lust und Laune denunzieren darfst. Vonwegen an die Öffentlichkeit gehen und Roß und Reiter nennen. Das Problem dabei ist, dass die Beweislast bei dir liegt und der Beweis, dass die Klinik diesem Patienten eine Lebensnotwendige OP nicht zukommen lässt kriegst du niemals durch. Denn wie würdest du folgende Aussage widerlegen wollen? "Der Allgemeinzustand des Patienten ist leider momentan so schlecht, dass er eine OP zu diesem Zeitpunkt nicht überleben würde" Ferner kann es durchaus sein, dass man die Klinik als Quertreiber ansieht, das Problem aber nicht in der Klinik liegt sondern bei der Krankenkasse. Die Geister, die du da rufst, wirst du deines Lebens nicht mehr Herr. Das kommt zurück wie ein Bumerang und du hast nachher einen Haufen Ärger am Hals - und die OP für den Kleinen rückt immer weiter weg und du hast dann genau das Gegenteil erreicht, von dem was du erreichen wolltest. Druck ist da IMHO der falsche Weg. Ich würde in der Klinik fragen wo der Schuh drückt, wo das Problem liegt und sie offen fragen ob sie glauben, das in den Griff zu bekommen, oder ob ich mich besser an eine andere Klinik wenden soll und bei der KK würde vorstellig werden um zu erfahren, wie schnell die bereit wären, besagte OP zu bezahlen. Weil im Moment steht noch in den Sternen, wo der Hase genau im Pfeffer liegt. (Wenn ich schon 'ne Tür eintrete, dann sollte es auch die von dem Zimmer sein, wo ich auch wirklich rein möchte und nicht die Tür vom Nachbar)

Kommentar von magnum72 ,

henzy71 Deshalb habe ich geschrieben es wäre das was "ich" tun würde. Zum anderen muss ich nichts Beweisen wenn ich Fakten schildere. Und Drittens traue ich Kliniken nach nun mittlerweile 3 Organspende Skandalen alles zu. Wer sich bei seinen Aussagen an die Fakten hält hat strafrechtlich nichts zu befürchten.

Kommentar von henzy71 ,

Was wären denn hier in diesem Fall die Fakten? Der Kleine braucht 'ne OP, bekommt sie aber nicht. Warum er sie nicht bekommt, weisst du nicht. Du kannst da nur Mutmaßungen anstellen. Mündlich kann die Klinik sogar Verfehlungen eingestehen, so lange du nichts schwarz auf weiß hast, hilft dir das leider gar nichts.

Kommentar von user8787 ,

Genau so ist es. 

@BenneSchueli, die Behauptung das hier Privatpatienten bevorzugt werden findich hftig. Woher will deine Bekannte wissen wer wie versichert ist? Von der Klinik gibt es diese Art Auskünfte nicht. 

Im ambulatnten Bereich, bei der Terminvergabe mag das stimmen, hier aber geht es um andere Prioritäten.

Kommentar von user8787 ,

findich hftig = finde ich heftig....sry

Kommentar von BenneSchueli ,

Die Aussage wurde von einer Ärztin getroffen, in meinem Beisein. Da selbst die behandelnden Kardiologen in der Klinik nicht verstehen, warum der Kleine keinen OP-Termin bekommt. Für die steht er nämlich laut Dringlichkeit ganz oben auf der Liste- es scheint dort auch Differenzen intern zu geben. Und des Weiteren schreibe ich hier keine Behauptungen, sondern Tatsachen. Ich bin nicht daran interessiert irgend jemandem eine Schuld zuzuschieben, ich möchte einfach nur eine Erklärung finden. Und wenn ich nicht selbst den Verlauf mitbekommen hätte, ich würde es vermutlich auch nicht glauben und denken, "dass da jemand aber völlig übertreibt"... Ich hätte mir nie im Leben vorstellen können, dass so was mitten unter uns in einem Land wie Deutschland möglich sei, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Scheinbar gibt es wirklich auch hier skrupellose Menschen, die bei finanziellen Angelegenheiten/ persönlichen Vorteilen, jegliche moralische Dinge völlig ausblenden. Zumal ich dass hier alles sehr anonym und weitere Details geschildert habe, sodass niemand erahnen könnte, um welche Ärzte/Klinik es hier geht... Und aus Langeweile verfasse ich sicherlich nicht solch einen Beitrag- ich bin um eine Aufklärung bemüht und daher der Ansicht, dass nur eine ehrliche und auf Tatsachen beruhende Schilderung des Falls, bestmöglich dazu beiträgt.
Wie bereits gesagt, kann ich Dich aber verstehen, dass sich diese Aussage vielleicht erst mal wie eine böse Behauptung ließt. Ich denke des Weiteren, dass die Sache an sich schon schlimm genug ist und es gar keiner weiteren Dramatisierung bedarf. Allein die Tatsache, dass es hier um ein kleines, schwer krankes Kind handelt, dem es zunehmend schlechter geht und dessen gesundheitlicher Zustand stetig abnimmt- ohne dass alle möglichen med. Maßnahmen durchgeführt wurden, die zu einer Besserung führen könn(t)en, finde ich persönlich sehr fraglich und traurig- in einer zivilisierten Gesellschaft, wo es ja scheinbar solche Misstände nicht geben dürfte. 

Kommentar von henzy71 ,

Bei all dem was du schreibst geht es ja weder um dich, noch um einen deiner Angehörigen, sondern lediglich um den Sohn einer Freundin. Daher sehe ich bei dir überhaupt kein Grund zu Übertreibungen oder gar Lügen. Du hast doch überhaupt kein Interesse daran, irgendwelche Behauptungen auf zu stellen!! Fazit: ich glaube dir uneingeschänkt und versuche bestmöglich zu helfen (und du möchtest ja Hilfe, sonst hättest du hier nicht gefragt). Sogar wenn es um Menschenleben geht, scheitert es, auch in einem zivilisieren Land wie Deutschland, häufig am Geld. So lange die Krankenkasse kein grünes Licht gibt und damit klar wäre, wer die OP bezahlt, wird es keine OP geben. Im Moment tappst du leider im Dunkeln bezüglich der Frage warum der Kleine keine OP bekommt. Aber letzten Endes wird Geld das Problem sein. Traurig, aber so ist es in der zivilisierten Welt. Da kann man sich fragen, was zivilisiert überhaupt bedeutet. Ist es denn zivilisiert, dass in jeder Hühnerfarm in Deutschland männliche Küken einfach umgebracht werden, nur weil sie keine Eier legen? Nein, aber keiner ist bereit ein Euro für ein Ei zu bezahlen, wenn der Mitbewerber sie für 29 cent auf den Markt bringt.....

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