Probleme im Zusammenleben mit meinem Vater?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ich kann dein Dilemma gut nachvollziehen, denn es wäre kein Gespräch mehr zwischen Tochter und Vater, sondern zwischen gleichgestellten Bewohnern einer WG.

Diese Verschiebung der hergebrachten Rollen ist sehr schwierig, denn du müsstest aus der Tochterrolle raus und er aus seiner Vaterrolle.

Daher kann ich dir nur raten ihm einen Brief zu schreiben.

Anfangen könntest du mit:

Papa, wir müssten reden, aber...

Und dann gehst du zuerst auf dein Problem ein, ihm deine Erwartungen und Vorstellungen was das Zusammenleben mit ihm betrifft, zu sagen, weil ...

Dann eine Bitte um Verständnis, dass du ihm das schreibst anstatt es ihm zu sagen, weil du dich einfach nicht traust es ihm von Angesicht zu Angesicht zu sagen, weil...

Dann listest du die Punkte auf die dich stören mit Vorschlägen wie es in Zukunft laufen muss, damit du dich in deinen 4 Wänden wohlfühlen kannst. Aber nicht so: Ich würde mich freuen wenn du ... könntest.- sondern: Bitte kümmere dich in Zukunft zeitnah und zuverlässige darum, dass der Sprühnebel vom Stehpinkeln sofort weggewischt wird oder setz dich beim Pinkeln hin, denn ich ekle mich davor.

Du bist seine Tochter, nicht seine Zugehfrau, er ist verantwortlich für das was er tut, und auch für das was er unterlässt.

Du möchtest eine WG auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt und aus der Tochterrolle raus, was das Zusammenleben betrifft, denn du bist jetzt erwachsen und hast, durchaus berechtigte, erwachsene Ansprüche.

Wie du das alles am besten formulierst musst du selber wissen. Aber bleibe dabei vorwurfsfrei und beschreibe deine Gefühle die du hast, wenn er XYZ tut oder nicht tut.

Ich glaube nicht, dass er dir das Übel nehmen wird, wenn eur Zusammenleben bis dato von Liebe, Respekt und gegenseitigem Verständnis geprägt war. Ich glaube eher, dass ihm einfach nicht bewußt ist, dass er dich mit seinem Verhalten verletzt.

Ich glaube ebenfalls, dass es Sinn macht ihn in Richtung einer (ehrenamtlichen?) Arbeit zu lenken, damit er wieder einen Lebenssinn bekommt.

Ein guter Freund von mir arbeitet jetzt ehrenamtlich, für wenige Stunden, in einer Förderschule und macht mit den Kindern Modellbau. Er leidet seit Jahren unter Depressionen, aber wenn er von dieser Arbeit in der Schule redet, fangen seine Augen an zu leuchten!

Viel Erfolg.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von iloveanimals
12.09.2016, 16:57

Danke für deinen Kommentar das macht mir Mut diese Dinge anzusprechen. Ich werde es in Brief Form machen und mal schauen ob ich ihn den Brief gebe oder vorlese. Ich denke auch das er selber schon gemerkt hat das etwas nicht stimmt. So wird es höchste Zeit reinen Tisch zu machen. 

0

Nehme deinen Mut zusammen und frage ihn wie er sich seine weitere Zukunft vorstellt. Ich meine du bist 25, was soll das. Du hast dein Leben vor dir. Sage ihm was dich stört und das es so nicht weitergehen kann. Es gibt zbsp.auch WG's für ältere Menschen. Er könnte sich ein Hobby suchen etc.  Außerdem heißt das ja nicht das du aus der Welt bist wenn ihr nicht mehr zusammen wohnt...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von iloveanimals
11.09.2016, 17:17

Das stimmt. Nur fehlt es mir zur Zeit an Mut weil es ja doch ein grosser Schritt ist. Ich habe ständig das Gefühl ich muss ihn unterstützen. Eine WG kommt für ihn nicht in Frage. 

0

Es könnte an der falschen Gesprächstechnik deinerseits liegen.

Frage nicht, wenn du möchtest, dass das Geschirr abgewaschen wird.
Entweder sagst du ihm direkt, was du von ihm möchtest oder ihr macht es gemeinsam bzw. schreibt ihr einen gemeinsam ausgetüftelten Plan auf.

Die Aufgaben darauf werden nach Erledigung abgehakt.

Was ist denn mit deiner Mutter?

War dein Vater schon immer so - hab kein Bock-Einstellung?

Oder ist Haushalt für ihn ein Fremdwort?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von iloveanimals
11.09.2016, 21:19

Da hast du recht was die Gesprächstechnik anbelangt. Bei ihm habe ich Mühe mich direkt auszudrücken was solche Dinge anbelangt. Ich sollte ihm klar mitteilen was mich stört. 

An einen Haushaltsplan habe ich auch schon gedacht. Aber will ihn ja nicht bevormunden. Da müssten wir gemeinsam eintscheiden. 

Er macht zum Beispiel die Wäsche auch meine und geht einkaufen. Das ist ganz klar abgemacht. Jedoch den Abwasch und putzen scheint ihm wohl nicht so wichtig zu sein. Wie spreche ich ihn darauf an? Ohne ihn zu kränken. 

Meine Eltern sind geschieden seit meinem 8ten Lebensjahr.

Was die hab kein Bock- Einstellung angeht, hat er immer wieder Mal. Seit seinem Unfall letztes Jahr ist es schlimmer geworden. 

0