Frage von Haeschenherz, 31

Probleme der Sozialpolitik (Wohlfahrtstaat und Globalisierung)?

Hallo, ich bereite mich gerade auf eine Gesellschafs-Klausur vor und benötige dringend hilfe bei der folgenden spezifischen Fragestellung: Können politische Konzepte all die drängenden Probleme zugunsten des Erhalts wohlfahrts-staatlicher Maßnahmen langfristig lösen? Schreibt einfach mal was ihr darüber denkt (bezüglich Globalisierung, Sozialpolitischer Prinzipien und / oder der EU). Ein paar Ansätze wären sehr hilfreich.

Danke :)

Antwort
von Lennister, 8

Die Hauptherausforderung für den Sozialstaat ist nicht die Globalisierung, sondern der demografische Wandel. Dadurch, dass der Anteil der Senioren immer weiter steigt, werden die Kosten des Sozialstaats immer höher, die Anzahl derer, die ihn bezahlen, sinkt dagegen immer weiter.

Die Globalisierung spielt hier insofern eine Rolle, als dass die steigenden Kosten des Sozialstaats in unserem Sozialsystem zu steigenden Lohnnebenkosten und damit zu weniger Wettbewerbsfähigkeit führen. Das ist in einer globalisierten Welt sehr schädlich.

Können politische Konzepte all die drängenden Probleme zugunsten des Erhalts wohlfahrts-staatlicher Maßnahmen langfristig lösen?

Das ist durchaus denkbar. Nötig wäre hierzu einerseits eine Reform des Sozialstaats, um dessen Kosten zu senken, z.B. durch Ersetzen aller Sozialausgaben mit Ausnahme der Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung wie auch des Elterngeldes durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen(z.B. ähnlich Althaus-Modell) oder eine Negative Einkommenssteuer.

Dazu müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Alterung der Bevölkerung möglichst stark zu verlangsamen. Hierfür braucht es einerseits eine anhaltend hohe Zuwanderung, andererseits muss die Geburtenrate gesteigert werden. Hier können wir uns an Best-Practice-Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Schweden oder Island orientieren. 

Die Gemeinsamkeit aller dieser Länder besteht darin, dass ihre Betreuungsinfrakstruktur deutlich besser ausgebaut ist als in Deutschland und keine Mutter als schlechte Mutter gilt, weil sie ein Kind unter drei Jahren oder länger als halbtags in die Kita gibt. Beides sollten wir in Deutschland auch anstreben. 

Antwort
von voayager, 18

Die passenden politischen Konzepte ermöglichten erst einmal wohlfahrtsstaatliche Maßnahmen, die es seit Schröder nicht mehr gibt. Wenn natürlich die Bundesregierung alles der Weltherrschaft der Konzerne unterordnet (=Globalisierung eben auch) dann ist für eine soziale Politik allerdings kein Platz mehr gegeben.

Antwort
von fragensenat, 17

"Können politische Konzepte all die drängenden Probleme zugunsten des Erhalts wohlfahrts-staatlicher Maßnahmen langfristig lösen?"

Ich denke ja. Politik kann alles und übt viel Macht aus. Politik kann die freie Wirtschaft extremst beeinflußen. Dafür muss aber am Einfluss der Unternehmen auf die Politik gearbeitet werden (Lobbyismus)

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Du meintest sicherlich:  "Dafür muss aber am [Abbau des] Einfluss[es] der Unternehmen auf die Politik gearbeitet werden (Lobbyismus)"?  ;-)

Kommentar von fragensenat ,

Ja, ich hab jetzt nicht geschrieben in welche Richtung der Einfluss gehen soll... aber ich meine Abbau, yes ^.^

Antwort
von adianthum, 12

Globalisierung wird betrieben von der Plutokratie.

Die Plutokraten haben JEDE Regierung auf der Welt mehr oder weniger in der Tasche.

Solange Sozialstaatlichkeit den Plutokraten in die Tasche wirtschaftet ist alles o.k., aber sollte sich eine Regierung dagegen stellen, dann haben die schon ihre Mittel, diese Regierung auf den "richtigen" Weg zurück zu führen. (Siehe TTip und CETA)

Gewinnen diese "Wirtschaftsformen", dann ist es aus mit der Sozialstaatlichkeit, und wir werden alle (noch) mehr oder weniger ausgeblutet.

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