Frage von Blingding, 51

Probleme bei Latein Interpretation - wer kann mir helfen?

Sie sind gut, einige (wörtl. gewisse) sind mittelmäßig, die meisten sind schlecht, von denen du hier liest: Ein Buch wird nicht anders gemacht, Avitus.

und

Cinna, so wird mir erzählt, soll Verslein gegen mich schreiben. Wessen Gedicht man nicht lieset, der schreibet auch keins

das sind die Epigramme, die muss ich interpretieren, und den Inhalt dann vorstellen.. ich weiß nur das sie von Martial sind.. und dass es in beiden texten um Schreiben und Bücher geht.. ich habe es versucht.. aber ich weiß einfach nicht was ich zu diesen zwei Epigrammen alles herausfinden kann.. besonders auf den Inhalt her geachtet.. kann mir wer helfen? Danke :)

Antwort
von Kuudere98, 27

Hey!

Im ersten Epigramm bezieht sich Martial auf den Gedichtband, in dem er auch eben dieses Epigramm veröffentlicht hat und äußert sich selbstironisch über die im Durchschnitt unzureichende Qualität der darin enthaltenen Epigramme. Deine Übersetzung ist ein bisschen holprig. Im Lexikon der Lateinischen Zitate ist das Epigramm meiner Meinung nach wesentlich besser verständlich. Dort heißt es:

"Manches ist gut, manches nur mäßig, mehr noch mag schlecht sein, was du hier liest; doch sonst wird es, Avitus, kein Buch"

Die Pointe des Epigramms besteht darin, dass Martial als Dichter ständig im Konflikt zwischen seinem Anspruch an sein Werk und dem Verkauf seiner Bücher ist, der ihm als Existenzgrundlage dient. 
So rechtfertigt er sich in diesem Epigramm dafür, dass einige seiner Epigramme nicht so geistreich wie andere sind, damit, dass er sich nun einmal genügend Epigramme einfallen lassen muss, um seine Bücher und somit seine Geldbörse zu füllen.

Das zweite Epigramm ist eine abschätzige Äußerung gegen die Dichtfertigkeiten des Gaius Helvetius Cinna. 
Martials Herablassung seinem Konkurrenten gegenüber wird deutlich durch den Diminuitiv "Verslein" und die Behauptung, dass Gaius' Schreibversuche sinnlos seien, da er ehe keine Leserschaft habe: "Wessen Gedichte man nicht lieset, der schreibet auch keins."

Ich hoffe, du kannst den Inhalt der Epigramme jetzt besser verstehen. Über die Personen des Avitus und des Cinna und deren Verhältnis zu Martial würde ich an deiner Stelle noch genauer beleuchten, um die Epigramme in einen passenden Kontext einbetten zu können.

Viel Erfolg!






Kommentar von Blingding ,

Vielen, vielen Dank! Wirklich großes Lob für die Hilfe und Mühe! Hat mir sehr geholfen :)

Kommentar von Kuudere98 ,

Gern geschehen! Freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte. :)

Antwort
von amenoxxx, 24

Das erste rechnet damit ab, dass es auch damals schon viel Schundliteratur gegeben hat, einige Bücher sind mittelmäßig, die meisten sind sehr schlecht, ein paar wenige gut, die er beschreibt (von denen du hier liest). Ein Buch wird nicht anders gemacht, Avitus bezieht sich darauf, dass es immer diese Arten geben wird, d.h. gute, mäßige und schlechte, zu allen Zeiten.

Das zweite zielt darauf ab, dass Cinna ein Gedicht gegen Martial geschrieben hat (oder er es noch vorhat). Dieses Gedicht braucht aber gar nicht geschrieben werden (er soll es gleich sein lassen), weil das Gedicht sowieso nicht gelesen wird, weil Cinna (wahrscheinlich) ein schlechter Dichter ist.

Kommentar von Blingding ,

soweit hab ich es  eigentlich eh schon, aber das reicht meiner  Lehrerin nicht, sie will wissen wo genau die Pointe steckt in den beiden.. ich finds nicht richtig.. und was meint man im Ersten mit "die er beschreibt/ von denen du hier liest" ?

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