Frage von storyoftheyear, 50

Probleme bei Geschichten schreiben?

Ich weiß nicht wieso,aber ich hatte schon immer ein Problem damit eine Geschichte,die ich angefangen habe,weiterzuführen. Am Anfang habe ich immer eine Idee,die ich ausbaue.Aber irgendwann,langweilt mich meine Geschichte plötzlich und dann bekomme ich wieder eine neue Idee,und so weiter..

Wisst ihr vielleicht woran das liegt und wie ich sowas verhindert könnte bzw. wie ich bei einer Geschichte "am Ball bleibe"?

P.S: Ich nutze Mindmaps und plane den Inhalt der Geschichte vorher,so wie die Eigenschaften der Charaktere. Nur habe ich meist keinen Zusammenhang zwischen den Ereignissen und den Charakteren,da ich das in zwei verschiedenen Mindmaps bearbeite.

Antwort
von TylerDurden11, 15

Hey storyoftheyear,

Schreiben ist ein Handwerk wie jedes andere auch. In Deutschland herrscht leider oft das Bilder von Künstler, der sich hinsetzt und dann ein geniales Werk schreibt. Doch diese Vorstellung hat nichts mit der tatsächlichen Arbeit zu tun.

In Amerika sieht man das etwas anders. Dort gibt es viele Kurse zum Thema schreiben und auch sehr viel Literatur zum Thema. Ich will jetzt nicht sagen, hier ist alles doof und drüben ist alles super, aber schreiben kann man lernen.

Dramaturgie ist wie Statik. Sie funktioniert oder sie funktioniert nicht. Sie hat nichts damit zu tun ob sie jemanden gefällt oder nicht. Das ist das Problem, beim Schreiben. Die meisten Menschen prüfen ein Werk darauf ob es Ihnen gefällt oder nicht. Für Laien ist das auch in Ordnung, aber nicht für Autoren.

Ein Dramatugie kann einfach oder komplex sein wie ein Statik eben auch. Aber sie muss am Ende des Tages funktionieren, sonst stürzt alles in sich zusammen. Genau wie bei Häusern kann man danach entscheiden ob einem das Haus gefällt oder nicht. 

Dein Problem ist dass du nicht strukturiert genug vorher gehst. Bevor du los legst musst du dir eine Fragen stellen und sie beantworten.


Was ist das Thema meiner Geschichte? 

Das ist die wichtigste Frage, denn sie wird dir immer wieder helfen, wenn du einzelne Szenen schreibst. Themen können Gerechtigkeit, Freiheit, Liebe, etc. 


Wessen Geschichte erzähle ich? 

Überleg dir wer der Protagonist deiner Geschichte ist. Du erzählst seine Geschichte. Konzentriere dich auf ihn.


Wer ist der Antagonist?

Dein Protagonist braucht einen Gegenspieler. Dieser Gegenspieler hat ein komplett gegenläufiges Ziel. Der Held will den Boxkampf gewinnen, sein Gegner aber auch. Nur einer kann den Titel holen. Die Ziele müssen sich ausschließen.



Was ist dein Kernkonflikt?
Beim Beispiel mit den Boxern gibt es den großen Kampf am Ende. Beide wollen ihn gewinnen, aber nur einer kann tatsächlich der Sieger sein. 


Spitzen sich deine Konflikte zu?

Neben dein Kernkonflikt gibt es Szenenkonflikte. Diese müssen immer dramatischer und stärker werden. Fange stark an und werde immer stärker.

Ist der Antagonist stark genug?

Der Antagonist muss stärker als der Protagonist sein. Er muss besser und mächtiger sein. Sonst entsteht keine Spannung. Wenn dein Held sehr stark und sein Gegner sehr schwach, dann weiß jeder das er ihn ihn ohne Probleme besiegen wird. 

Gute Geschichte leben von starken Antagonisten. Wenn du gute Szenen schrieben willst drehe die Szene um. Was wäre wenn der Antagonist der Protagonist wäre. Würde er tatsächlich gehen bevor James Bond wirklich tot ist? Eher nicht.

Gute Geschichten leben von klugen Antagonisten. 


Kenne dein Ende 

Dein Ende verrät dir deinen Anfang. Wenn das Thema deiner Geschichte Freiheit ist, dann will dein Held Frei sein und wird dies am Ende auch sein. zu Beginn ist er ebenfalls frei uns wird von Antagonisten seiner Freiheit beraubt. Dadurch ist er gezwungen zu handeln, um wieder frei sein zu können.


Ist die Fallhöhe auch genug?

Was passiert wenn dein Protagonist nicht sein Ziel erreicht. Im Beispiel. Der Held wird sein restliches Leben ein Sklave sein, wenn er seine Freiheit nicht zurück bekommt. Das ist schlimm. Wenn das Ziel deines Helden ist ein Mineralwasser zu kaufen, ist die Fallhöhe nicht hoch genug. Er müsste dann schon in der Wüste sein und im Umkreis von 500km gibt es kein Wasser.


Ist dein Ende auch das Ende?

Jeder Geschichte braucht ein Ende. Das Ende ist die Szene nach der alle Handlungstränge aufgelöst wurden. Es dürfen keine Fragen mehr offen bleiben. Der Held besiegt den Gegner und gewinnt den Kampf. Er bekommt den Pokal und der Gegner gratuliert ihm, dass er wirklich der bessere Kämpfer ist. 


Ist dein Protagonist emphatisch? 

Dein Held muss nicht sympahtisch sein. Es ist hilft ist, aber nicht nötig. Dein Leser muss nicht gut heißen, was dein Held macht, aber er muss es nachvollziehen. Der Held verliert seinen Sohn und will Rache. Dafür verprügelt er einen Zeugen. Das ist moralisch fragwürdig, aber jeder würde sagen, wenn ich an der Stelle wäre würde ich vielleicht auch so reagieren. 


Was ist wirklich wichtig in der Szene? 

Überlege dir was ist der Inhalt der Szene um was geht es. Der Held muss das Spur finden? Dann lasse alles andere Weg. Du musst nicht erzählen, dass er vorher noch mit dem Taxifahrer plaudert und danach noch zu Mittag ist. Das ist unwichtig. Erwähne es kurz, aber halte dich nicht damit auf. 


Beantworte alle diese Fragen und du hast deine Grundlage. Erst dann gliederst du deine Geschichte. Du überlegst dir was in welche Kapitel passieren soll und machst dir Notizen. Erst dann fängst du an die Kapitel auszuformulieren. 

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Antwort
von Teenigirl31, 28

Ich hab das selbe Problem:),dass liegt wohl an der Fantasie.

Meine Lösung war aber, einfach zu gucken wie ich meine Neue Idee mit meiner Geschichte zu kombinieren. Mit ein wenig Tüftelei klappt dies sogar. Bei mir ist was einiger Maßen gutes Raus gekommen. Hoffe das wird bei dir auch so sein.

Viel Spaß und Glück noch beim schreiben,

LG, Teenigirl31

Antwort
von Systematic7, 17

Ich würde mir viele Stichpunkte, die ich mir vorher überlege aufschreiben. Möglich in der richtigen Reihenfolge. Natürlich kannst du die noch ergänzen, sobald du Ideen hast. Du musst außerdem möglichst ein Thema wählen, dass dich interessiert. Auch hilft es Charaktere zu erfinden, die man selber "mag". Außerdem würde ich versuchen vorher eine Zusammenfassung zu schreiben. Das hat mir zumindest mal geholfen. Ich schreibe zwar eher selten aber ich erfinde die Eigenschaften der Charaktere erst im laufe des Schreibens. Sie sich vorher genau überlegen finde ich nicht hilfreich, denn vielleicht passen sie nicht richtig zur Geschichte. Was daran liegt, dass du vorher ja noch nicht 100% weißt was alles in der Geschichte vorkommt oder wie sie endet. :)

Antwort
von musicgirl263, 3

Hey

Ich kenne das Problem. Mir hilft es dann, wenn ich mir vorher sehr viele Stichpunkte aufschreibe, die etwas mit der Handlung zutun haben. Anschließend schreibe ich Eigenschaften und wichtige Wendepunkte im Leben der Handelnden Personen auf, die ich aber mithilfe meiner Stichpunkte erstelle. Wenn du eine neue Idee hast, schreibe sie dir auf und schaue dann, ob du sie mit deiner Geschichte verbinden kannst. Es muss ja nicht gleich in das Kapitel passen welches du gerade schreibst, aber vielleicht passt es ja später rein und wird eines der wichtigen Ereignisse. Aber ganz schlecht ist es, mit einer neuen Geschichte anzufangen, denn dann wirst du schnell feststellen, dass du bald keine deiner Geschichten weiterschreibst, und irgendwann hast du nur angefangene Geschichten zu Hause liegen. Natürlich kannst du kürzere Geschichten schreiben, beispielsweise, wenn du eine Schreibblockade hast, um dir so auch Inspirationen für deine Geschichte zu holen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.

Antwort
von Bethmannchen, 9

In die Falle "Schreibblockade" stolperet man immer dann, wenn man keine Prämisse für die Story hat. Irgendwie hat man dann den Faden verloren und weiß nicht merh weiter. Du brauchst ein Samenkorn. Wenn auf der Tüte stand "Sonnenblumme", dann macht einen Rosengarten anzulegen schon keinen Sinn mehr.

Die Prämisse ist das, was du mit der ganzen Story "beweisen willst".
Das kann sein: "Wer sich selbst treu bleibt, kann jede Wiedrigkeit
überwinden" - "Wer sein Ziel nicht aus den Augen verliert, wird es auch
erreichen." Oder das genaue Gegenteil soll am Ende dabei heraus kommen.  Oder was auch immer.

Mit deiner Prämisse als >Start - Über Dings Bums - nach Ziel< im Kopf schreibst du nun den Plot und überlegst dir dazu die nötigen Charaktere, Pro- und Antagonisten, das Umfeld, die Umwelt etc. Der Plot kann oberflächlich oder sehr detailliert sesin, also auch unfertig, aber du hast dann so etwas wie eine Straßenkarte.

Dann beschreibst du, wie die Reise auf dieser Karte genau verläuft
mit allen Abstechern in malerische Landschaften, beschreibst Leute am
Wegesrand, hältst mit dem ein oder anderen einen Plausch, beschreibst wo
der Protagonist einkehrt uind was er isst und was für Leute da noch so
abhängen...

Manchmal sind die Charaktere einander zu ähnlich, ticken zu gleich, sind zu dicke Freund, so dass es zwiwchen ihnen keinen einzigen auch noch so leisen Konflikt geben kann. Immer Ja und Amen ist Suppe ohne Salz.

Protagonist und Antagonist sind nicht contrair genug, verfolgen keine wirkich unterschiedlichen Ziele, handeln nicht mit ihrem maximalen Potenzial, treiben die Sache nicht weit genug voran.

Die Konflikte sind statisch, steigern sich nicht zu einer Krise, steigern sich nicht spannend genug, oder die Krise mit Klimax sind erreicht. Die Story "ist damit durch" und fertig, aber du versuchst immer noch Buch dranzuhängen.

An irgend etwas muss es ja liegen.

Antwort
von Passion17, 19

Das Problem haben wohl alle Geschichten Schreiber, auch ich hatte dieses Problem.

Was ist dir raten ist, dass du dir eine Pause auch gönnst denn wenn du ständig dich nur damit beschäftigt gibt dein Kopf bald auf mit Ideen, da er überarbeitet ist. Ich höre dann Musik, schaue Videos, gehe spazieren oder auf dem Balkon, lese oder ruhe mich auch einfach aus. Auch beobachte ich die Menschen in meiner Umgebung. Sowas kann insperierent sein. Ich habe auch eine Geschichte mit 1028 Seiten geschrieben und da habe ich mir im Vorfeld schon ausgeklügelt, wie das Ende sein soll, denn so wusste ich ungefähr was mir noch fehlt. Auch hilft es sehr, die wichtigsten Handlungschritte auf zu schreiben, kann nämlich auch eine große Hilfe sein.

Bei mir ist es aber auch so, dass ich so viele Ideen habe, das ich eigentlich 20 Arme bräuchte und 10 Pc's um sie alle aufzuschreiben. Ich kann dir auch raten, eine neue Geschichte zu schreiben. Zum Beispiel habe ich eine Jugendgeschichte geschrieben und wenn ich da nicht weiter kam habe ich mich an kinderbücher rangesetzt. Das ist dann ein anderes Thema und man entlastet den Kopf etwas, weil man ja bei Kindergeschichten wieder anders schreiben muss, als bei Jugendgeschichten. Jedoch muss ich auch sagen, dass jeder anders ist, da musst du eben schauen was am besten zu dir passt.

Ich hoffe ich konnte dir helfen :-D

Antwort
von DancingWitch, 11

Das Gefühl kenn ich. 

Mhhm, vielleicht kannst du dir noch mal deine bisher schon geschriebenen Kapitel durchlesen, bevor du weiterschreibst?

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