Frage von Sophielindner, 76

Probleme auf der linken Hand?

Hallo ihr Lieben,

ich komm nun mal mit einem Problem zu euch, das ich schon länger habe. Ich habe Probleme auf der linken Hand zu reiten. Ich schaffe es einfach nicht mein Gewicht richtig zu verlagern. Zum Beispiel bei einer Volte auf der linken Hand. Um so mehr ich es versuche um so mehr verkrampft sich alles und ich bin dann ziemlich verspannt. Allgemein habe ich auf der linken Hand einfach ein "schlechtes Gefühl" ich muss mich wirklich immer selber überreden öfter auf dieser Hand zu reiten. Rechts klappt alles perfekt doch links verdrehe ich irgendwie meinen Oberkörper. Einmal war ich so konzentriert das ich vergessen hab das ich auf meiner schlechten linken Hand reite und plötzlich hat es funktioniert. Zwar jetzt nicht so super wie auf rechts aber ganz gut. Also irgendwie ist es schon so in meinem Kopf eingespeichert. Wie kann ich das ändern?

Meine Reitlehrerin hat gemeint ich soll versuchen mir vorzustellen das ich auf dem Fahrrad sitze und lenken will, aber irgendwie funktioniert das nicht so. Hoffe auf hilfreiche Antworten:)

Antwort
von CarosPferd, 29

Ich bin auch eher ein 'rechtsrum-reiter' und muss mich auf der linken Hand mehr kontrollieren und stärker an mir arbeiten.

Mit hat es geholfen ohne Bügel zu reiten, schöne korrekte Linien.

 Du merkst schneller wenn du dich verdrehst oder ungewollt abknickst, beginnst schief zu sitzen, falsch belastest und so etwas. 

Auch handwechsel hintereinander(immernoch ohne Bügel), Schlangenlinien, um die Hindernisse herum kreisen und so, haben mir geholfen, da ich dann ja immer die Hand gewechselt habe und stark gemerkt habe, was ich unbewusst beginne anders zu machen wenn ich auf die linke Hand wechsel.

Versuch es mal, und auch mit einem guten Trainer, der deine Fehler erkennt und dir sinnvolle, machbare Korrekturen gibt, üben, üben, üben. Wenn du trainierst wird es besser werden.

Bei mir zB war es dann so, dass mein Trainer mir sagte ich solle die eine Schulter gerade lassen und nicht wegkippen. Durch vorallem (natürlich nicht nur:p) diesen Tipp korrigierte sich mein ganzer Körper, ich belastete die Bügel gleichmäßiger, das Becken kippt nicht ab, der Schwerpunkt verlagert sich. 

Das war jetzt nur ein Beispiel, weil letztendlich muss man dich reiten sehen um zu erkennen inwiefern du dich verdrehst, was wirklich dein Problem ist, es kann ja auch durch eine falsche handhaltung kommen, oder, oder, oder,

Jemand vor Ort wird dir am besten helfen können, nehme doch auch mal eine Stunde bei jemand anderem, wenn du die Tipps deiner aktuellen Reitlehrerin nicht auf dich anwenden kannst. 

Kommentar von Sophielindner ,

Danke für die ausführliche Antwort:)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 21

Fast jeder Mensch ist ein wenig schief; der eine mehr, der andere weniger.

Wenn ich da so Probleme hätte, würde ich mal zum  Arzt gehen und mir Krankengymnastik verschreiben lassen, denn mit der Zeit bekämst Du ja auch anderweitig Probleme, nicht nur beim reiten ;-)

Entsprechende Aufwärmübungen könnten aber auch schon ohne medizinischen Beistand hilfreich sein. Stell dich daheim  einfach mit leicht angewinkelten Knien ( so, als sitzt du auf dem Pferd) vor den Spiegel und  drehe den aufrechten Oberkörper aus der Hüfte heraus langsam nach rechts und links. Achte darauf, dass die Schultern parallel zum Rand des Spiegels ( bzw. des Erdbodens) bleiben. So kannst du das Gefühl in beide Richtungen trainieren.

Sollte dir auffallen, dass du in eine Richtung weiter drehen kannst als in die andere, ist weiterführende Gymnastik ( oder gar ein Chiropraktiker ) nötig. Mir sind die Übungen aus dem " Aufwärmprogramm für Reiter " von Mayners da sehr hilfreich.

Auch Übungen, als wenn Du Spagat lernen würdest, können helfen. Denn möglicherweise setzt du dich schief, weil ein Bein etwas weniger dehnbereit ist als das andere.

Klar - Gymnastik kostet etwas Zeit und Mühe, aber solche Probleme löst man nicht mit einem " Fingerschnipsen". Wir Pferdenarren müssen schon verückt sein, bei dem,  was man für sein Vergnügen alles auf sich nimmt ;-)

Wenns aber wirklich nur Kopfsache wäre, ist es manchmal sinnvoll eine Weile nicht zu reiten - das gibt manchmal einen " reset- Effekt "

Kommentar von Sophielindner ,

Danke:) 

Antwort
von hor3ses4l1fe, 27

mir geht es auch oft so ich habe zwar keine probleme mit dem sitz aber ich kann mir Galopp auf der hand immer nur sehr schwer vorstellen .

Aber mir hilft es sehr wenn ich mich darauf konzentriere richtig zu sitzen es ist zwar nicht immer so leicht aber man bekommt es hin 

galoppier doch mal länger auf der linken hand im Zirkel ( wenn das möglich ist) und konzentrier dich auf deinen sitz, oder nimm longenstunden die helfen auch :) ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen 

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 9

Hier treffen oftmals zwei Schiefen aufeinander: Die des Pferdes und die des Menschen. Trifft das ungünstig, kann sich das potenzieren, sodass beide immer schiefer werden. Hier muss man dann aus einem "Teufelskreis" ausbrechen:

Der Mensch kann selbst etwas zur Abschaffung seiner Schiefe bzw. zur Verbesserung seines persönlichen Geraderichtens ohne das Pferd tun: Physiotherapeuten können da mit einem gezielten Bewegungstherapieprogramm ganz gut die eigene Körperwahrnehmun "kalibrieren", bis man die Mitte wieder als solche empfindet.

Dann setzt einen halt trotzdem noch ein schiefes Pferd auf die ihm angenehmere Seite. Hier muss man vorsichtig, mit einem Hauch von Umsitzen (bis vor der Verkrampfungsgrenze) anfangen und je bequemer und selbstverständlicher das einem wird, desto weiter kann man gehen. Nach und nach wird es besser. Das eben beachten während geraderichtender Gymnastizierung - die dann wieder von der Kompetenz der Reitlehrerin abhängt. Gute Reitlehrer schaffen es, Pferd und Mensch gemeinsam geradezurichten, schlechte machen beide schiefer ohne dass die das so wahrnehmen. Eine Reiterin, bei der es immer schlimmer wird, hat mir neulich Loblieder auf ihre Lehrerin gesungen, dass die es vermag, die Schiefe weg zu trainieren. Die Lehrerin vermag ihre Schülerin davon zu überzeugen, es würde besser, nur ist leider das Gegenteil der Fall. War ziemlich strange für mich, das zu beobachten.

Wichtig ist wirklich, behutsam vorzugehen. Sich selbst nicht überfordern, kein "das muss jetzt gehen", sondern vorsichtig tasten. Fühlt es sich doof an oder geht vielleicht ein bisschen mehr, eher in dem Bereich. Immer vor dem Verkrampfen aufhören. Eine verkrampft im Trab gerittene Volte ist auch dann ein Rückschritt, wenn man in der richtigen Richtung saß und die Volte passabel rund wurde. Eine lockere ist auch dann ein Fortschritt, wenn einem ein mm rüber gesessen nicht mehr so seltsam vorkam, obwohl vielleicht die Volte diesmal eher misslungen ist. Nach ein paar Einheiten wird man statt 1 mm schon 3 rüber sitzen können und irgendwann so viel, dass es reicht, das Pferd auf eine runde Volte zu führen ohne zu verkrampfen.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 15

alle Antworten geben gute Tipps!

hier mein persönlicher Trick - bin natürlich auch einseitig....

auf der schlechten Seite in jeder Kurve - und du solltest davon seeehr viele reiten, egal welcher Art, den Steigbügel bewußt tiefer nach unten austreten

wenn Du das gut machst, dann kannst Du auch mal so wie ich Slalom nur mit der wechselseitigen Belastung der Steigbügel reiten

UND was mir auch half: ein Pferd das "umgekehrt" zu mir veranlagt war - das hat mich einfach "mitgenommen" und es mir leicht gemacht, zu lernen

Viel Erfolg

p.s. wenn Du dazu noch Gymnastik machen kannst:immer die schlechte Seite zuerst, dann die gute, dann nochmals die schlechte

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