Frage von tecious96, 40

Problematik?

Hallo liebe Community,

ich werde derzeit in der zwölften Klasse unterrichtet und bemerke, wie enorm der Druck auf mich einwirkt. Ich bin mir innerlich sicher, dass ich es schaffen werde. Aufgrund von einem motivierenden Ziel strebe ich das Abitur an.

Die Klausuren sind in der zwölften Klasse sehr eng getaktet. Vermutlich ist es üblich in der zwölften Klasse wenig Zeit zu haben, was das Vorbereiten für die nächste Klausur angeht.

Ich weiß, wie man sich das Wissen eigenständig aneignet. Für jeden Text brauche ich lange, um eine Zusammenfassung mit eigenen Worten zu machen. Sobald ich versuche eine Textstelle mit eigenen Worten wiederzugeben, habe ich Selbstzweifel bei den eigenen Worten. Ich hinterfrage zu lange meine eigenen Worte. Ich schlage das eine Wort, das mir einfällt, sofort nach, um mich zu versichern, dass ich die Bedeutung richtig im Kopf habe . Das mache ich bei vielen Wörtern hintereinander. Die Folge :Ich habe viel zu viel Zeit für das Nachschlagen der Wörter verwendet. Ich schaffe es dadurch nur einen Text am Tag zusammenzufassen. Das ist so ärgerlich. Das ist bei einfachen Worten wie zum Beispiel begünstigen oder umstellen so. Ich überlege mir gefühlsmäßig die Bedeutung für diese Wörter und schlage danach die Wörter nach, die mir für das Definieren des Wortes,, begünstigen'' einfallen, nach. Für den Satzbau gilt dasselbe. Ich überlege mir, im Nachhinein, ob der Satzbau wirklich so stimmt. Und genau dieses Korrektur-Syndrom kostet mich zu viel Zeit, ich schaffe es dadurch einfach nicht mehr Lernstoff zu erlernen! Mir hat man geraten, mehr Selbstvertrauen an meine eigenen Worte zu geben und das Risiko eingehen zu sagen, ja die Zusammenfassung ist richtig, nun lernst du deine Zusammenfassung auswendig und machst deine weiteren Arbeiten. Doch genau das fällt mir enorm schwer.

Wenn ich mir meine alten zusammengefasste Texte angucke, dann habe ich die Vermutung, dass ich die Texte falsch zusammengefasst habe, weil ich denke, ich hätte die unpassenden Wörter für die Zusammenfassung benutzt. Sobald ich Texte zusammengefasst habe und zwei oder mehrere Wochen rum sind, denke ich, die Zusammenfassung ist falsch. Es ist bei mir wie ein Lichtschalter, der von Sicherheit zur Unsicherheit umschwenkt.

Aber ich darf so nicht denken, sonst komme ich nicht voran. Ich kann die vielen Bedeutungen von einem Wort schon unterscheiden, aber bis ich weiß, welche Bedeutung zum Satz passt, dauert das.

Was ist nur los mit mir?

Ich würde mich auf eine Antwort sehr freuen.

Antwort
von DreiBesen, 20

Hallo tecious,

kann es sein, dass einen Hang zum Perfektionismus hast?



Ich habe den Eindruck, dass du langsam aber sicher auf eine ausgewachsene Neurose/Zwangshandlung zusteuerst. Das musst du unbedingt unterbinden, sonst geht dein Nervenkostüm komplett flöten.

Dein obiger Text (die Fragestellung) liest sich sehr gut und verständlich, daraus schließe ich, dass du generell gut schreiben kannst. Ich weiß, das hört sich platt an, aber du musst wirklich mehr Vertrauen in deine Fähigkeiten haben.

Meine Tipps, damit du mehr Stoff schaffst, wären: 

- fang einfach an zu schreiben, aus dem Bauch raus, ohne Nachschlagen

- schreibe die Arbeit fertig, überfliege sie anschließend, um grobe Schnitzer in Rechtschreibung und Grammatik zu korrigieren

- versuche erst einmal nicht, "bessere" Wörter zu finden (dazu solltest du dich bewusst zwingen)

- beginne die nächste Zusammenfassung

- lass' deine Arbeiten von jemandem gegenlesen (wenn dieser Person was Gravierendes auffällt, kannst du das immer noch korrigieren)

Du musst unbedingt darauf achten, dass du dich nicht in Details verrennst. Ich denke, nur du allein betrachtest deine Wortwahl übermäßig kritisch... klar, es gibt IMMER ein besseres Synonym, aber das bringt dich nicht weiter. 

Vielleicht gibt es ja einen guten Lehrer, mit dem du dein Problem besprechen kannst.

Alles Gute für dich.



Kommentar von skipworkman ,

Hi,

ich wollte auch vorschlagen, deine Situation mal mit einem Lehrer zu besprechen. Es kann helfen, Sachen einfach mal persönlich mit jemandem zu besprechen. Und viele haben irgendwelche Probleme oder Blockaden, da bist du nicht der einzige.

Lg

Kommentar von tecious96 ,

Danke für die Antwort. Ich habe mir in diesem Schuljahr vorgenommen, mich enorm anzustrengen, um das Abi zu schaffen. Ich will Lehrer werden. Am Anfang lief alles gut, doch meine ersten beiden Klausuren habe ich in den Sand gesetzt. An einem Tag habe ich in Bio plötzlich nichts mehr verstanden. Das hat mich einfach schockiert, plötzlich zu merken, dass das Gedächtnis im Moment nicht klappt. 

Es ist irgendwie blöd, dass es in die andere Richtung läuft als man es sich erhofft. Ich glaube an die selbsterfüllende Prophezeiung. Momentan sehe ich aber nichts davon. 

Stimmt es, dass es mir auch nichts bringt mir mehr Druck zuzusetzen?

Ich fürchte einfach die Zukunft. 

Kommentar von DreiBesen ,

Dass du die Zukunft fürchtest, ist schlimm. Und ja, der Druck, den du dir selber machst, ist zerstörerischer als der objektive Druck durch das anstehende Abitur.

Ich habe einen Freund, der zu seiner Studienzeit nur noch Joghurt und Kamillentee zu sich nehmen konnte, weil ihm der selbst auferlegte Stress so auf den Magen geschlagen ist. Letztendlich hat er sein Diplom mit Bravour geschafft, aber anschließend war er erstmal richtig lange krank. Heute ist der gelassenste Typ, den ich kenne; diese Gelassenheit hat er sich aber hart erarbeiten müssen. Das ist ein Lernprozess. Manch einer schafft es von sich aus, ein anderer braucht eben einen Schubs von Außen.

Wenn du allein nicht in der Lage bist, diesen Kreis zu durchbrechen, musst du dir Hilfe holen, sei es bei einem vertrauenswürdigen Tutor, deinen Eltern oder einem Psychologen.

Und falls alle Stricke reißen, machst du dein Abi eben noch mal. Ehrgeiz ist ein toller Charakterzug, aber wenn du dich damit kaputt machst.... nee.

Ich drück dir die Daumen und genieße doch erstmal mal das Wochenende. ;)

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