Frage von MaEmSa, 38

Problem wegen Eigenbedarf?

Guten Morgen,

folgendes: einem Mieter wurde wegen Eigenbedarf gekündigt (Familienmitglied 1. Grades benötigt die Wohnung).

Der Mieter ist zwischenzeitlich ausgezogen, wenn auch ungern und unter Protest (mündlich).

Nun habe ich das Problem: die Person, die eigentlich einziehen sollte wird nun nicht einziehen können. Zumindest nicht in absehbarer Zeit, da: aus gesundheitlichen Gründen.

Die Person war zwar schon vorher etwas gesundheitlich angeschlagen, aber es war nicht vorauszusehen, dass die Person vorübergehend "ausfallen" wird.

Ob es überhaupt noch was mit dem Einzug dieser Person was wird ist jetzt fraglich.

Falls das je doch nichts mehr werden sollte - was ich NICHT hoffe- ab wann könnte ich die Wohnung anderweitig neu vergeben ohne Probleme?

Und nun habe ich natürlich auch bedenken, ob der alte Mieter mich hier anprangern kann.

Muss ich begründen, warum die Person derzeit nicht einziehen kann? Es gibt Dinge, über die man -verständlicher Weise - nicht sprechen möchte....

MaEmSa

Antwort
von bwhoch2, 8

Die Frage, ob es überhaupt noch was wird, ist derzeit offen. So lange die Frage offen ist, nicht neu vermieten.

Wenn es dann klar ist, dass die Person nicht einziehen kann, besteht natürlich die Möglichkeit, die Wohnung neu zu vermieten. Man sollte sich für diesen Fall aber schon mal wappnen und entsprechende Dokumente, Atteste etc. vorzubereiten, die im Zweifelsfall belegen, dass tatsächlich die Absicht bestand, dass die Person einzieht, aber eben nicht vorhersehbar war, dass es so kommt, wie es nun kam.

Ich denke, dass eine solche Situation öfter vor kommt. Man will Eltern oder ein Elternteil aus Altersgründen ins Haus mit aufnehmen, muss dazu aber erst die vermietete Wohnung frei bekommen. Ist sie dann endlich frei, wird der/die betreffende Angehörige krank oder muss gar dauerhaft in einem Heim gepflegt werden.

Begründen musst Du es vor allem dann, wenn Dir eine Schadensersatzklage des Ex-Mieters ins Haus flattert. Darauf solltest Du vorbereitet sein.

Antwort
von schelm1, 2

ob der alte Mieter mich hier anprangern kann.

Was heißt denn da "anprangern"!?!

Er wird zurecht versuchen, Ihnen Mißbrauch bei der erfolgten Eigenbedarfskündigung unter allen sich daraus ergebenden rechtlichen Aspekten durch eine pfiffigen Anwalt nachweisen zu lassen, dies mit dem Ziel, Ihnen sämtliche Umzugskosten aufzubürden und eine Entschädigung hinsichtlich einer eventuell gegebenen Mehrbelastung aus der neuen Miete und dem Mietverhältnis generell "auf´s Auge zu drücken!

Ihre "Kunst" besteht dann darin, dem Ex-Mieter im Zweifel zu beweisen, dass sowohl zum Zeitpunkt der erfolgten Kündigung bis nach seinem Auszug aus der Wohnung kein stichhaltiger Grund bekannt war, der Zweifel an der Berechtigung und Lauterkeit der "Eigenbedarfskündigung" hätte aufkommen lassen können, um solche nun evtl. vom Ex-Mieter geltend gemachten Ansprüche zu entkräften!

Antwort
von albatros, 5

Der (berechtigte) Grund muss zum Zeitpunkt der EBK vorglegen haben. Wenn der später (nach Auszug des Mieters!) wegfällt, hast du keine Probleme zu erwarten, jedenfalls keine rechtlich relevanten.


Antwort
von peterobm, 19

wenn der ausgezogene Mieter davon erfährt dass die Wohnung anderweitig vermietet wurde, 

er kann dich auf Schadensersatz verklagen - Umzugskosten usw - das kann ne teure Angelegenheit für dich werden

Kommentar von anitari ,

er kann dich auf Schadensersatz verklagen

Nicht wenn der Eigenbedarfsgrund weg gefallen ist nach dem der Mieter ausgezogen ist.

Kommentar von peterobm ,

auch bei Eigenkündigungen sind Fristen einzuhalten, vorzeitig ausgezogen und Vertrag läuft noch 

Grund ist nach Auszug nach Mietende weggefallen? 

vielleicht kommt noch ne Antwort

Kommentar von anitari ,

Eine Frist z. B. hat auch der wegen Eigenbedarf gekündigte Mieter. Er kann nämlich bis 2 (?) Monate vor Ende der K-Frist Auskunft darüber verlangen ob der Eigenbedarfsgrund noch besteht.

Antwort
von anitari, 22

Ist der Eigenbedarfsgrund nach Mietende und Auszug des gekündigten Mieters weg gefallen, hat dieser keinerlei Ansprüche mehr.

Kommentar von bwhoch2 ,

Nicht ganz: Er hat im Zweifel noch den Anspruch darauf, dass ihm das Wegfallen des Grundes einwandfrei nachgewiesen wird. In dem Fall z. B. durch ein ärztliches Attest, dass einwandfrei belegt, dass sich im Zeitraum bis zum Auszug des Mieters der Gesundheitszustand so stark verschlechtert hat, dass derzeit an einen Umzug nicht zu denken ist.

Antwort
von pritsche05, 10

Es gab mal ein Gesetz nachdem der einegbedarf einzuhalten ist und zwar 1 Jahr lang ! Soll heisen, wenn der neue Mieter nicht einzieht , könnte dich der alte Mieter verklagen ! Ob es dieses Gesetz noch gibt, keine Ahnung. Wir hatten ebenfalls mal auf Eigenbedarf gekündigt, der alte Mieter ist alle viertel Jahre erschienen um zu Kontrollieren.  ( 1985 )

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