Frage von Sophia08, 93

Problem mit Teleskop: Was habe ich falsch gemacht?

Also Ich habe gestern mein neues Newton Reflector Teleskop ( Omegon N 203/1000 EQ-5) ausprobiert, musste jedoch mit Enttäuschung feststellen dass nur gaaanz kleine unbewegte Punkte durch das Okular (10mm und 25mm) erkennbar waren. D.h. es hat irgendwie keine Vergrößerung stattgefunden o.ä. Was könnte ich falsch gemacht haben? Eigentlich war ich mir sicher, dass ich alles korrekt zusammengebaut habe....

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von marty55, 26

Hallo,

Du hast erst mal gar nichts falsch gemacht. Du kannst Sterne scharf sehen. Soweit ist alles ok. Was du noch nicht kannst: Du weißt nicht was man mit deinem Teleskop sehen kann und wo du das am Himmel findest. Als erstes such den Mond. Den kannst du mit dem bloßen Auge finden. Sieh dir den mit verschiedenen Vergrößerungen an, sieh dir die Berge und Täler und Krater an, am besten da wo der Übergang zwischen beleuchteter zu unbeleuchteter  Oberfläche ist, da ist der Kontrast am besten. Man kann auch die Sonne beobachten, aber nur mit einem richtigen Sonnenfilter Mindestens die "Baderfolie" Das ist eine silberne Mylarfolie die wird von dem Astrohändler Baader vertrieben. Die blockt die Wärme und das meiste Licht ab. Du verbrennst dir sonst das Auge! Dann lade dir ein Programm zur Darstellung des Sternhimmels runter. Gibt's kostenlos z.B. Cartes de Ciel oder Stellarium. Da kannst du dir genau ansehen wo zur Zeit Planeten zu sehen sind. Da kannst du Oberflächendetails auf Jupiter und Saturn, die Saturnmonde  die Venusphasen die Marsoberfläche sehen. Dann brauchst du noch einen Messierkatalog aus dem Internet, da kannst du Objekte wie Sternhaufen Galaxien  Nebel finden die man mit deinem Teleskop beobachten kann. Das ist dann Übungssache die alle zu finden. Damit kannst du dich jahrelang beschäftigen. und Glückwunsch zu deinem Teleskop, es gehört schon zu den leistungsfähigen Amateurteleskopen.

Antwort
von derastronom, 25

Du hast gar nichts falsch gemacht.

Du hast aber eine unrealistische Erwartungshaltung aus mangelnder Vorbereitung herrührend, was man mit einem typischen (eh schon sehr guten) Amateurteleskop sehen kann.

Das ist eine weit verbreitete Situation, die teils aus der Verbreitung von diversen Animationen in Dokus herrühren dürfte.

Tatsache ist, glaube mir bitte, kein einziges der Riesenteleskope auf der Erde (das Hubble übrigens auch nicht) kann Sterne als Scheiben mit Details abbilden. Es gibt paar interferometrische Methoden, die ein wenig Details liefern können: das war es schon).

Das soll bitte, bitte nicht schulmeisterlich klingen, aber es gehört eben gesagt.

Mit deinem Instrument kannst Du bei den hellsten Galaxien schon Strukturen sehen. Gasnebel teilweise sogar als grünes Gewölk (Orionnebel), manche Planetarische Nebel in Blau gehalten, Kugelsternhaufen mit hunderten Sternchen, den Zirrus-Nebel als zart leuchtendes, weißliches Geflecht. Alle Planeten mit (gut justiert muss es sein) teils schon sehr beeindruckenden Details ...

Aber, visuelles Beobachten muss man üben, die Bedienung des Teleskops ebenso. Unersetzlich ist ein akzeptabel dunkler Himmel und ruhige Luft, dann zeigt das Gerät, was es kann.

Lege Dir eventuell ein oder zwei Bücher zum Thema zu und befasse Dich mit deinem Instrument. Lernen ist wirklich unerlässlich, aber es zahlt sich unbedingt aus.

Diese Geräte sind eben nicht so simpel zu bedienen wie ein Fernglas, dafür können sie mehr als deutlich mehr.

Kommentar von Mannimanaste ,

Mit Deiner Beschreibung, was sie mit ihrem Gerät tatsächlich alles sehen kann, hast Du wohl auch wieder eine zu große Erwartungshaltung hervorgerufen. Außerdem stimmt es so auch nicht ganz:

Man kann damit nicht alle Planeten mit beeindruckenden Details beobachten, sondern gerade mal drei davon (also mit den beeindruckenden Details):

  1. Mars
  2. Jupiter
  3. Saturn

Auch ist der Orionnebel wohl eher als grau, wie als grün zu sehen, und die Strukturen der hellen Galaxien sind eher zu erahnen als zu richtig zu sehen, und das dann oft auch erst bei "indirektem Sehen".

Ansonsten stimme ich Deiner Antwort zu!   :)

Kommentar von derastronom ,

Hallöchen,

mag sein, dass die Sache zu optimistisch rüberkommt *seufz* :-)

Ich schrieb zu Planeten "teils", was Details angeht. Phasen bei Merkur und Venus sind übrigens locker zu sehen. Uranus (Neptun ein klein wenig) als bläulich-grünliches Scheibchen. Mars, Jupiter, Saturn sind was eben Einzelheiten betrifft, so oder so die dankbaren Drei ... :-)

Mit einem "Achter" sind an und für sich etwas Details bei den helleren Galaxien schon etwas mehr als nur zu erahnen. Natürlich bei dunklem Himmel und transparenter Sicht ...

M51 als Spirale ist damit mehr als erahnbar. Detto Staubwolken in bestimmten Galaxien. Aber eben (daher könnte auch Dein Einwand mit herrühren) bei feinem Himmel.

Orion als grünliches Wölklein? Geht auch schon deutlich unter 8 Zoll Öffnung. Mit 10 Zoll habe ich sogar schon sehr zarte rötlich-braune Ausläufer gesehen.

Aber Du hast schon recht, man muss die Erwartungshaltung bei Einsteigern eher dämpfen, um Enttäuschungen vorzubeugen. Viel zu oft werden Fotos als Maßstab herangezogen ... ;-)

Meiner Meinung nach sind eben diese überzogenen Erwartungen einer der Hauptgründe dafür, dass mehr als 50 % der Amateurteleskope (lt. "inoffiziellen" Infos der Händler) in der Ecke als Staubfänger enden. Die mangelnde Übung spielt auch eine Rolle ...

Gerade bei Newtons sind auch noch die Okulare ein heißes Thema. Die mitgelieferten sind heutzutage meistens OK. Ein wirklich gutes Teil macht aber einen gewaltigen Unterschied in der visuellen Wahrnehmung ... und in der Geldtasche. :-)

LG

Mit einem

zu Planeten: ich

Expertenantwort
von Startrails, Community-Experte für Astronomie & Sterne, 32

Hallo,

keine Panik, du hast schon alles richtig gemacht. Sterne sind zwar enorm groß, aber aufgrund ihrer Entfernung bleiben sie auch im Teleskop nur kleine Punkte. Die Beobachtung von einzelnen Sternen ist recht langweilig es sei denn, dass man sich auf Veränderliche spezialisiert.

Die Beobachtung von Sternenansammlung hingegen macht sehr viel Spaß.  Hiermit meine ich offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen. Versuch dich mal an diesen. Das Parade-Objekt des Sommers erscheint bald wieder zu günstigen Beobachtungszeiten - der Herkuleshaufen M13!

Antwort
von Mepodi, 50

Was für eine Vergrößerung erwartest du dir denn mit diesem Amateuregerät?

Kommentar von Sophia08 ,

Falls dies schon alles gewesen war, hätte ich mir grundsätzlich schon mehr erwartet.

Kommentar von Mannimanaste ,

Schau doch erst mal den Jupiter an, der ist gerade noch ziemlich in der 'Nähe' und daher ab dem frühen Abend schon am Himmel zu finden. Er ist bei einsetzender Dämmerung so etwa Richtung Osten der erste "Stern" der am Himmel auftaucht (dass es kein Stern, sondern ein Planet ist, weißt Du ja wohl selbst?!).

Beim Jupiter solltest Du auf jeden Fall die Planetenscheibe mit zwei quer laufenden Wolkenbändern erkennen können, sowie die vier größten Jupitermonde als kleine helle Punkte in der Nähe.

Das wichtigste ist natürlich, dass Du weißt, wohin Du das Teleskop richten musst, um interessante Objekte am Himmel zu sehen. Ohne eine sogenannte "Go-To Montierung", die das Teleskop computergesteuert auf einprogrammierte Objekte ausrichtet, ist das für Einsteiger erst mal eine ziemliche Herausforderung. Darum auch der Tipp mit Jupiter, denn den siehst Du mit bloßem Auge und kannst das Teleskop daher auch darauf richten.

Mond hast du schon probiert? Der sollte auch ziemlich beeindruckend sein durch Dein Teleskop!

Also nächstes käme dann Mars, und zwar dieses Jahr optimalerweise Ende Mai. Da ist er speziell dieses Jahr ganz besonders nah bei der Erde, und daher natürlich auch besonders gut zu beobachten. Die Polkappen und einige dunklere Strukturen auf der (immer noch kleinen!!) Planetenscheibe (eher Planetenscheibchen) solltest Du mit Deinem Teleskop erkennen können.

Und dann natürlich der Saturn! Optimalerweise dieses Jahr in den ersten Juni-Tagen! Da geht er dann im Osten auf, wenn im Westen die Sonne untergeht. Ist ein kleines bisschen später zu sehen, wie derzeit Jupiter, und auch nie ganz so hell wie Jupiter auch jetzt noch (der optimale Zeitpunkt für Jupiter ist einige Wochen vorüber).

Hier hast du einen Link zu meiner HP, wo Du eine kleine App anklicken kannst, mit der Du den aktuellen Stand der Planeten gut nachsehen kannst. Wenn Du diesen "Mini-Astroviewer" erfolgreich gestartet, und zum Reiter "Sonnensystem" gewechselt hast, kannst Du mit dem senkrechten Scrollbalken links vom Hauptfenster beliebig zoomen, so dass man auch die äußeren Planeten sieht:

http://www.jenseits-von-allem.de/Mini_Astroviewer.htm

Kommentar von Mepodi ,

mit diesem Objektiv und einer derartigen Öffnung bzw Brennweite bekommst du aber kein besseres Bild

Kommentar von nematode ,

Mepodi, sorry aber das ist Unsinn. Selbst Hubble bildet Sterne nur als Punkte ab.

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