Frage von Ginalolofrigida, 175

Problem mit dem Taschengeld?

Meine Kinder bekommen Taschengeld nur nach Noten. Ich habe ( alleinerziehend) ein System, der 1er je nach Fach mit bis zu 15€ belohnt, während für 3er nur ein Euro drin ist. Mein System bringt leider nicht das, was ich mir erhofft hatte, nämlich mehr Motivation zum Lernen. Eins der Kinder (sind alle Jugendliche) verdient sich ca. 50 € mit kleinen Jobs außerhalb, ein anderes erreicht gute Noten relativ leicht, und damit auch ein Taschengeld von mindestens 30 Euro im Monat und nun wirft mir meine Tochter vor, daß es unfair ist, Taschengeld nur gegen gute Noten zu zahlen. Sie bringt dem Lernen gegenüber kein Interesse, andere Nebenjobs macht sie nicht, deswegen reicht es fürs Shoppen nicht. Ihre Handys und Flatrates werden bezahlt, Geschenke für Geburtstage, Vereinskosten etc. Was meint ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 29

Hallo :)

Dein System, Taschengeld an Werte wie Leistungen wie (hier) gute Noten oder z.B. auch gutes Benehmen usw. zu "koppeln" & danach auszurichten, halte ich sowieso für falsch --------> dadurch schürt man mehr Unfrieden als Motivation, sorry^^

Ich persönlich bin aber auch nicht der Meinung, dass ein Kind 50 Euro pro Monat "zum Verballern" braucht --------> das ist mMn schlicht zu viel, auch wenn die Gesellschaft oftmals das Gegenteil behauptet. 20-25 Euro reichen durchaus auch & 25 wären die Höchstgrenze für einen Teenager. 

Das Taschengeld soll den Kindern übrigens beibringen, mit Geld umgehen bzw. wirtschaften/sich Geld einteilen zu können. Hat man nix mehr, dann sollte man es als Eltern auch nicht "nachzahlen".

Ich habe es mir (bin jetzt 25) vor 10-15 Jahren selber durch Austragen von Werbungen/Zeitungen verdient & lernte dadurch umso mehr, dass man für Geld arbeiten muss & dadurch lernte ich es auch einzuteilen :) Mein Opa hat außergewöhnlich gute Schulnoten gelegentlich mit 5 Euro honoriert, aber eher mit einer Flasche Cola, einem Eis, einem Besuch bei McDonalds oder so. 

Ich würde einen Fixbetrag geben, aber gute Noten mit kleinen Gesten honorieren. Das macht dann vllt. auch einen Ansporn bzw. ist eine besondere Anerkennung/Freude für die Kinder :) Mich hat die Flasche Cola oder das Eis von meinem Opa immer besonders gefreut.

Kommentar von AJuergen ,

Ich stimme dir völlig zu ,genau so habe ich es ,mit Erfolg bei meinen Kindern gemacht,  es bei meinen Kindern gemacht .
 

Antwort
von Dahika, 36

Da hat deine Tochter recht. Kinder sollten Taschengeld bekommen. Einen altersgemäßen Betrag. Und zwar unabhängig vom Benehmen und den Schulnoten.

Eltern sollten sich auch nicht einmischen, was mit dem Taschengeld gekauft wird, es sei denn, es handelt sich um Drogen oder Waffen. Eltern sollten sich ansonsten komplett raushalten. Das Kind soll mit dem Geld machen dürfen, was es will. Und wenn es das Geld in zwei Tagen verballert hat oder es im Klo runterspült oder verbrennt, dann ist das seine Entscheidung.

Allerdings sollte auch nichts nachgeschossen werden, wenn das Geld lange vor dem Zahlungstermin weg ist. Da müssen Eltern dann sehr konsequent sein.

Ich war mal mit meinen beiden Söhnen - 7 und 5 Jahre - in Frankreich. Da sah der 7. j. im Schaufenster ein Heft/Tagebuch aus Leder liegen. Es gefiel ihm gut und er wollte es haben. Was für ein Quatsch, das Kind konnte fast noch nicht schreiben. Aber er bestand drauf. Und hat es von seinem Geld gekauft. Danach hatte er allerdings nichts mehr.

Eine halbe Stunde später sah sein Bruder in einem Laden einen Tamagotchi liegen. Was für ein Quatsch, in meinen Augen. Aber gut, das Kind kaufte den Tamagotchi für sein Geld.  Der ältere Bruder, der längst keinen Spaß mehr an seinem Tagebuch hatte, war unglaublich neidisch und quengelte, weil er doch auch lieber einen Tamagotchi wollte.
Ich habe ihn auch sehr bemitleidet und getröstet, aber sein Geld war halt futsch und er konnte sich keinen Tamagotchi mehr leisten. Achzelzuck.


Jetzt ist er 25 und kann verdammt gut mit Geld umgehen. (Besser als ich).

Ein Taschengeld dient dazu, den Kindern beizubringen, mit Geld umzugehen. Das lernen sie nicht durch Ermahnung und Regelungen der Eltern, sondern indem sie eigene Erfahrungen und auch Fehler machen.


Antwort
von Rockige, 19

Belohnung und Bestrafung funktionieren nur, wenn das Kind/ der Jugendliche daraus die Motivation entwickelt sich anzustrengen um eben die Belohnung zu erreichen / nicht bestraft zu werden.

Schau, angenommen man hat einen Wochenplan erstellt und für jedes erwünschte Verhalten gibts einen Aufkleber und am Ende von soundsoviel Aufklebern bekommt man eine Belohnung... Angenommen das Kind hat aber null Interesse an den Aufklebern und an der Endbelohnung... Dann wird dieses System null funktionieren.

Genauso ists mit der gestaffelten finanziellen Belohnung für gute Noten oder ähnliches. Bei zweien Kindern scheint es zu funktionieren, beim dritten dagegen absolut nicht. Da müsste man also eine andere Schiene versuchen. Allerdings ist das dann wieder unfair den anderen gegenüber.

Heißt also: Entweder man wirft das bisherige Belohnungssystem über den Haufen und entwickelt gemeinsam als Familie einen neuen Plan... oder aber man sagt allgemein "Ab dem Alter von ... Jahren kann man sich Taschengeld via Schülerjobs verdienen". Bis dahin gibts Taschengeld in Höhe von ... Euro.".

Taschengeld sehe ich in erster Linie als Möglichkeit, sich mit Finanzen auseinanderzusetzen. Man lernt mit Geld umzugehen, Kosten/ Nutzen abzuwägen, lernt es einzuteilen.

Das schafft man aber nur, wenn man überhaupt regelmäßig Geld zur Verfügung gestellt bekommt. So bekommt man eine regelmäßige und überschaubare Übung.

In meiner Kindheit/ Jugend bedeutete eine Taschengelderhöhung vorherige harte Verhandlung mit meinem Vater. Das Taschengeld gabs jede Woche an einem festgelegten Wochentag. Ich bekam auch nie so "viel" wie andere aus meinem damaligen sozialen Umfeld. Allerdings musste ich davon auch keinerlei Schulsachen/ nötige Pflegeprodukte/ Bekleidung finanzieren.

Antwort
von Aleqasina, 83

Die Idee, Taschengeld ausschließlich an Leistung zu knüpfen, ist sowieso falsch.

Taschengeld soll dazu dienen, den Kindern selbstbestimmte Anschaffungen und Unternehmungen zu ermöglichen und den Umgang mit Geld zu erlernen.

Es hat nicht den Sinn, Leistungen zu honorieren. Denn das kann einen umgekehrten Effekt haben. Nämlich den, dass das Kind nur noch für Geld arbeitet (auch in der Schule) und bei jeder geforderten Leistung fragt: "Was bringt mir das ein?"

Zahle ihr ein angemessenes Taschengeld ohne Gegenforderung. Wenn sie darüber hinausgehende Ansprüche fürs Shoppen usw. hat, muss sie sich das selbst verdienen, denn zu einem Goldesel für ihren (möglicherweise ungezügelten) Konsum darfst du dich auch nicht machen lassen.


Antwort
von beangato, 82

Deine Tochter hat recht.

Noten sollten niemals belohnt werden.

Im Prinzip brauchst Du gar kein Taschengeld zu geben. Aber sinnvoll ist es schon, welches zu geben.

Ich war auch alleinerziehend (3 Kinder). Meine Kinder bekamen so ab 15 jeden Monat ca. 50 DM Taschengeld - sie kamen prima damit aus. Und es gab auch keinen Vorschuss - wenns alle war, wars alle. Das haben sie recht schnell gelernt. Heute sind sie erwachsen und können gut mit Geld umgehen.

Kommentar von Aleqasina ,

50 DM waren damals aber schon ein ziemlicher Zacken!

Kommentar von beangato ,

Es waren ja nicht alle gleichzeitig 15 Jahre alt ;) Und da hatte ich noch Arbeit.

Antwort
von Lycaa, 48

Vieles wurde schon dazu geschrieben.

Ich möchte noch auf einen weiteren Punkt hinweisen, warum es innerhalb der Geschwister völlig ungeeignet ist, das Taschengeld ausschließlich über die erreichten Noten verdienen zu können.

Kind A fällt die Schule leicht, braucht sich nicht anzustrengen, kaum zu lernen und erreicht monatlich regelmäßig 30,-€ und mehr.

Kind B fällt die Schule deutlich schwerer und muss sich ständig tüchtig auf den Hosenboden setzen, um überhaupt einigermaßen passable Noten zu erreichen. In ein zwei Fächern will das trotz aller Bemühungen nicht gelingen. Mehr als einen Monat mit 15,-€ hat dieses Kind noch nie erreicht, obwohl es wesendlich mehr für die Schule tut als Kind A.

Wenn Du Taschengeld zahlen willst, dann gibt ihnen einen altersgemäßes festes Taschengeld, evtl. mit der Option für besondere Leistungen aufstocken zu können.

Kommentar von Ginalolofrigida ,

Das ist zum Teil so, und deswegen denke ich nach. Nur dass jeder der Kinder seine Fachrichtung frei gewählt hat, und ich natürlich die Hauptfächer der jeweiligen Richtung besonders belohne. Wobei sie auch ein passables Taschengeld erreichen könnten, wenn sie in wenigen "Lieblingsfächern" gute Noten schreiben würden.

Kommentar von Lycaa ,

Es geht ja nicht nur um Lieblingsfach, sondern darum, dass manchmal trotz lernen und viel gutem Willen einfach keine guten Noten zu erreichen sind.

 Ich zum Beispiel habe mich lange in einem Hauptfach richtig schwer getan. Trotz intensiven Lernens war in der Regel eine vier für mich gutes Ergebnis.

Das ist das, was ich an Deinem System so problematisch finde.

Antwort
von AJuergen, 12

Ich war und bin strikt dagegen , das war auch schon zu meiner Zeit als unsere Kinder klein waren ein Thema . Ersten ist das völlig ungerecht , dem einen fällt lernen leicht dem anderen nicht . Das Kind was nicht so gute Noten schafft fühlt sich bestraft . Du solltest deinen Kindern lieber deutlich machen das die für sich und nicht für andere Lernen . Festes Taschen Geld für jeden , so lernen sie auch den richtigen Umgang mit dem Geld.

Wenn du sie Motivieren willst zu Lernen  , kannst du es so machen . 
Gebe ihnen zusätzlich zu ihren Aufgaben im Haushalt , ich hoffe das haben deine Kinder, Zusatz Aufgaben . Wenn jemand nur ausfegt gibst du ihnen auch nur wenig Geld zusätzlich. Wenn sie aber Arbeiten von dir bekommen die schon etwas mehr Intelligenz beinhalten gibst du ihnen auch mehr Geld zusätzlich . Dadurch verstehen sie das höher wertige Arbeit auch höher bezahlt wird .  

Nach einigen Proteste meiner kinder hat das Funktioniert , von da an haben sie Verstanden das lernen wichtig ist, und zwar für sie selber .  ich bin da aber auch frühzeitig mit angefangen ob das bei deinen noch geht wohl eher  nicht . Da musst du dir etwas anderes einfallen lassen . Es gibt immer einen Weg. 
 

Was deine  Tochter betrift , ich könnte  mir vorstellen  das sie die Motivation zulernen genau aus dem Grund verloren hat , es ist frustrierend wenn sie es einfach nicht schafft Einsen zu schreiben und mal ganz Ehrlich Dreier zu schreiben ist doch eine Note mit der sie und du zufrieden sein kannst .

Motiviere sie  in dem du ab jetzt jeden ein Festes Taschen Geld gibst .
 Dafür muss sie dann ihre Kosten aber auch selber Tragen . Wenn sie dann mit ihrem Taschengeld nicht auskommt wird sie sich einen Nebenjob suchen müssen , auf alle dem Luxus wird sie bestimmt nicht verzichten wollen , so sieht sie auch das Geld verdienen kein Zucker schlecken ist . Das könnte sie Motivieren zu lernen um später einen Besseren Job zu bekommen . 

Ich weiß ob das Funktioniert aber ein Versuch sollte es Wert sein .

Ich wünsche dir viel Erfolg 

Antwort
von NanuManu, 85

Ich würde deiner Tochter vorschlagen, dass sie sich drei andere systeme ausdenken soll, nach denen alle drei bewertet werden, die ihrer Meinung nach nicht so unfair sind. Und dann seht ihr weiter.

Wenn Sie wirklich eine gute andere Idee hat, könnt ihr darüber diskutieren und wenn nicht, lernt sie, dass es schwierig ist alle seine Kinder gleichermaßen zu motivieren und zu belohnen...

Antwort
von meinerede, 50

Damit sie lernen, sich im Leben jeden Handschlag bezahlen zu lassen, oder wie? Ich hab´weder ´ne Strafe für´n 6er, noch Kohle für ´ne 1 bekommen. Mir wurde gesagt: " Du lernst für Dich und nicht für die Schule, die Lehrer oder das Taschengeld."

Antwort
von 123Tati123, 44

Also ich als 16 jährige person sehe das natürlich genauso wie Ihre Tochter. Es gibt einfach menschen dennen schule und lernen leichter fällt. Wenn Sie wollen, dass ihre kinder was fürs Taschengeld machen müssen würde ich das mit hausarbeit in verbindung brjngen. Wer im haushalt hilft, bekommt taschengeld

Antwort
von Ywalos, 42

ja dann lass es mit dem taschengeld. Ist sowieso unnötig für die Jugendlichen. Erklär ihnen das du es schwer hast als alleinerziehende Mutter zuleben. Sag ihnen das du sie überalles liebst aber sie verstehen sollen das nicht immer Geld da ist. Geh ganz normal einkaufen. Wenn sie etwas brauchen schaust du nach ob es genügend Geld gibt und ob das passt wenn ja kaufst du es ihnen. Du hast ja auch Kindergeld wie gesagt. Aber lass das mit Taschengeld, die verdienen ja auch durch Nebenjobs

Kommentar von Ginalolofrigida ,

Keineswegs lebe ich arm als Alleinerziehende. Mir ist klar, daß die meisten Eltern in dieser Situation es sehr schwer haben, ich selber habe solche Zeiten durchgemacht. Aber nun ist Geld genug da, und ich muss mir nur Gedanken machen, wie ich es sinnvoll einsetze.

Antwort
von Paohai, 73

Ich finde es nicht gut von dir, deine Kinder so zu behandeln. Du musst sie anderweitig erreichen. Versuch bewegende reden zu halten, damit sie anfangen zu lernen.

Kommentar von Ginalolofrigida ,

Was findest du schlecht an meiner Methode? Ich meine, sie müssen sich nicht verstecken, ich bezahle ihre Markenklamotten, Handys usw. und darüber hinaus belohne ich einfach das, was mir wichtig ist... Das mit den bewegenden Reden habe ich schon probiert, zieht nicht. Und sie werden keineswegs getadelt für schlechte Noten.

Antwort
von mimi142001, 50

Deine Tochter hat recht!

Antwort
von scherzkeks100, 63

Wie alt sin denn deine Kinder?

Kommentar von Ginalolofrigida ,

Sind alle minderjährig und gehen alle noch zur Schule (Realschule).

Kommentar von scherzkeks100 ,

30€ sind vollkommen in Ordnung. Ich hab bis vor kurzem auch noch Taschengeld bekommen und das waren 20€.

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