Frage von BWStudentBB, 39

Problem mit Chef, Arbeitszeiten, Kleines Unternehmen (Fotostudio)?

Hallo Community,

ich würde ner Freundin von mir gerne helfen, hab mich aber selbst noch nicht entschieden was ich ihr raten sollte. Deswegen wollte ich mal hören ob mir hier jemand n Tipp geben kann, der evtl schon mal in einer ähnlichen Situation war.

Situation sieht so aus: Sie ist 19 und macht eine Ausbildung in nem Fotostudio (Fotograf), da sie als Mediengestalterin in Bild und Ton nicht direkt was gefunden hat. Das sollte ihre Chancen ja dann erhöhen bzw. hat sie dann passende Vorkenntnisse. Dort ist sie jetzt seit fast 1,5 Jahren (also im 2. Lehrjahr), hat jetzt jedoch Probleme mit ihrem Chef bekommen..

In ihrem Ausbildungsvertrag ist von 38h pro Woche die Rede, ihr Chef hat allerdings mit ihr geredet und ihr gesagt dass sie in Zukunft um einiges mehr arbeiten muss. Bislang hat sie Montag und Mittwoch - Freitag 8:30 - 18Uhr gearbeitet und Dienstag und Samstag von 8:30 bis Mittag. Jetzt erwartet er aber von ihr dass sie auch noch 2-3 Mal im Monat Dienstag nachmittag arbeitet und ab Frühling dann auch zusätzlich Sonntags bei Events (Hochzeiten, usw.). Überstunden "gibt es aber nicht", also soll sie quasi zum selben Lohn einiges mehr als 40h arbeiten, teilweise 7 Tage die Woche und ja..

Braucht hier jetzt keiner sagen dass man sich daran in der Arbeitswelt gewöhnen sollte "auch mal länger zu arbeiten". Dass man sowas mal nen Monat oder so machen kann ist ganz klar, aber als Azubi hat sie nebenbei ja auch noch Berufsschule (Block) und dafür auch einiges zu tun.. Ihr Chef betreibt 2 Fotostudios und zukünftig auch noch 1 Laden. Personal besteht nur aus ihm, besagter Freundin und einer weiteren Mitarbeiterin. Sprich 3 Leute für 3 "Geschäfte".. Also unterbesetzt. Als Azubi sollte sie ja auch keine Geschäftsstelle allein schmeißen sollen, sondern was beigebracht kriegen.. Ja.

Im Endeffekt ist die Frage wie sie das Ganze angehen soll. Den Chef darauf ansprechen dass das so nicht funktionieren kann, erst mal mit ihrer Kollegin sprechen? Vlt auch nach einer anderen Stelle umsehen bei der sie die Ausbildung fertig machen kann, da sie diese ebenfalls gern um ein halbes Jahr verkürzen würde, ihr Chef da aber nicht mitspielt (dann wäre ja eine billige Arbeitskraft weg)?

Sorry für so viel Text. Danke an die die trotzdem versuchen zu helfen!

Antwort
von Puschel2004, 19

Als erstes ist es immer gut mit dem Chef zu sprechen. Hast er kein einsehen, kann man sich auch an die zuständige Kammer(z.B. IHK wenden) der Chef muss einen Arbeitszeit Nachweis führen, damit er bei Prüfung nachweisen kann, ob die gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten werden... Seine Freundin kann gerne mal nach Arbeitszeitgesetz googeln, es gibt viele zuverlässige Antworten. Ich denke, dass man nicht alles hin begegnen sollte, auch als Azubi nicht. Einsatz schon, aber keine Ausbeutung!

Kommentar von BWStudentBB ,

Danke! Das Problem ist halt dass mans nicht mehr rückgängig machen kann wenn man ihn mal darauf angesprochen hat.. Über (z.B.) IHK auch schön und gut, aber wenn man da versucht was zu erzwingen, wirds einem langfristig auch nichts bringen.. Vor allem in so einem kleinen Betrieb sollte man mit seinem Chef klar kommen.

Aber hast schon recht, hinnehmen sollte man das nicht.. Egal welche Konsequenzen das dann vlt hat

Antwort
von Ceres52, 25

Es gilt immer das was im Vertrag steht und wenn da steht 38,5 h die Woche dann ist das so Punkt. Ein Azubi darf nur 8 h pro Tag arbeiten und nicht öffter als 6x die Woche. Und solang nichts anderes vereinbart ist im Vertrag muss ein Azubi auch keine Überstunden machen.

Kommentar von BWStudentBB ,

Danke für deine Antwort. Bist du dir mit den Grenzen sicher? Ich glaube zu wissen dass ein minderjähriger Azubi max. 8,5h am Tag arbeiten darf und minderjährig ist sie ja nicht mehr..

Kommentar von Ceres52 ,

Minderjährige dürfen in Ausnahmefällen max 8,5 h arbeiten und ältere Azubis in Ausnahmefällen maximal 10 Stunden.
Ist aber alles im Vertrag geregelt. Ausnahme wär zB Gastronomie

Kommentar von Familiengerd ,

"Ein Azubi darf nur 8 h pro Tag arbeiten"

Das gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer.

Kommentar von Ceres52 ,

Aber ein Azubi darf eig keine Ünerstunden machen, was ein normaler Angestellter darf.

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