Frage von DSaahne, 111

Problem Küchenelektrik?

Hallo ihr Lieben,

ich habe mal wieder eine Frage: Wir haben einen neubau gekauft und folgendes Problem festgestellt: In der Küche fliegt sehr schnell der Strom raus. Dies passiert uns etwa 4-5 Mal pro Woche, wenn man mehrere Geräte anmacht (z.B. morgens bei Wasserkocher für Tee, Kaffeemaschine und Toaster). Es ist super nervig, daher haben wir verschiedene Tests durchgeführt: Im Wohnzimmer und im Badezimmer lassen sich problemlos 5-6 Geräte (inkl. der "Problemgeräte" der Küche) einschalten ohne dass etwas passiert. Auch bei unseren Nachbarn (gleicher Bauträger wie wir), besteht das Problem nicht.

Wir haben nun mit der Elektrik-Firma unseres Bauträger gesprochen (wir haben ja eine Gerantie beim Bauträger) und diese teilten uns mit, dass bei unserer vorhanden 16A- Sicherung die Sicherung ordnungsgemäß herausfliegt, weil die drei Geräte zu viel Strom verbrauchen würden. Diese 16A-Sicherung haben wir jedoch in allen Räumen und unsere Nachbarn ebenfalls, daraufhin meinte der Elektriker nur, das es an den kurzen Leitungswegen/ Leitungslängen vom Sicherungskasten zur Küche läge...

Was können wir nun tun?

Es ist doch in einer Küche völlig normal, dass mal 2-3 Küchengeräte an sind, die u.U. auch etwas mehr Watt haben. Zumal es ja in allen anderen Räumen problemlos funktioniert.

Liebe Grüße!

Antwort
von atoemlein, 22

Tatsächlich schwer vorstellbar, dieses Phänomen.

Ev. defektes Sicherungselement.

Jedenfalls muss der Garantieleister diesem Problem auf den Grund gehen, da es ja an andern gleichen "Sicherungen" (LS) nicht passiert.
Das Problem ist ja reproduzierbar, dann soll er sich gefälligst herbemühen und sich davon überzeugen.

Wenn ihr B-Charakteristik habt, dann eben gegen C austauschen lassen, falls das mit dem Schleifenwiderstand geklärt ist.

Kommentar von DSaahne ,

Der Garantieleister sagt, es liegt an der kurzen Leitungslänge vom Sicherungskasten zur Küche und damit ist das Problem für ihn erledigt.

Er meinte, er kann gerne trotzdem vorbei kommen, würde uns das dann aber in Rechnung stellen.

Kommentar von atoemlein ,

Kurze Leitung würde eben den Einsatz einer Sicherung mit C-Charakteristik rechtfertigen.
Rechtlich vielleicht wirklich ein Grenzfall, weil es ja normalerweise und Stadard-Bedingungen funktioniert, nur nicht unter deinen Bedingungen.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik & Strom, 29

so ganz kann ich mir das nicht vorstellen. ich gehe mal viel mehr davon aus, dass es sich wohl bei eurem problem darum handelt. dass noch mehr als die genannten 3 geräte mit an der küche hängen z.b. wasschmaschine, backofen, geschirrspüler, oder wäschetrockner...

lg, Anna

Kommentar von DSaahne ,

Das ist leider nicht der Grund. Wir hatten im Test wie beschrieben nur diese Geräte angeschlossen

Antwort
von wilees, 58

Erkundigt Euch bei einem anderen Elektriker, wie das Poblem zu lösen wäre, , ünd tretet mit diesen Erkenntnissen an den Bauträger heran.

Kommentar von DSaahne ,

Leider fehlt uns für einen eigenen Elektriker das Geld...

Kommentar von wilees ,

Du sollst Dich bitte nur erkundigen, um technisches Wissen zur Argumentation zu erhalten.

Nach dem Motto, wir würden sie gerne beauftragen, muß aber vorher die Kosten kennen.

Kommentar von DSaahne ,

Das ist eine super Idee! Danke ;)

Antwort
von Branko1000, 27

Wenn die gleichen Geräte in einem anderen Zimmer genutzt werden können, ohne dass die Sicherung auslöst, aber in der Küche schon, dann kann auch die Sicherung selbst defekt sein und das sollte nochmals vom Elektriker überprüft und ggf. ausgetauscht werden.

Kommentar von DSaahne ,

Der Elektriker sagt, es liegt an der kurzen Leitungslänge vom Sicherungskasten zur Küche und damit ist das Problem für ihn erledigt.

Er meinte, er kann gerne trotzdem vorbei kommen, würde uns das dann aber in Rechnung stellen.

Antwort
von wollyuno, 48

du kannst einen 16A automaten max.mit 3680 watt belasten.musst eben feststellen was alles auf der sicherung hängt und addieren ob du die größe erreichst.wenn ja mal überlegen ob du einen teil auf einen anderen automaten in der verteilung klemmen kannst,sagt dir der elektriker vor ort und kann das feststellen und beheben

Kommentar von DSaahne ,

Wir haben die 3680 Watt überschritten, sonst könnte der Elektriker unsere Beschwerde ja auch nicht einfach so ablehnen. Was mich jedoch wundert, ist, dass die gleiche Sicherung (16A) im Badezimmer erst bei über 5500 Watt herausfliegt...

Die Küche ist bei uns der Raum, wo am meisten Strom verbraucht wird. Überall sonst wäre es uns relativ egal, aber 4-5 Mal pro Woche zum Sicherungasten laufen und dann imrpovisieren mit Verlägerungskabeln aus anderen Räumen etc. nervt einfach nur noch...

Kommentar von wollyuno ,

kann leicht sein das der automat schon durch die ständige mehrbelastung etwas geschädigt ist und deshalb schneller auslöst.macht aber sinn das er auslöst denn für die mehrbelastung ist der kabelquerschnitt im haus nicht ausgelegt.also etwas unternehmen 2tes kabel verlegen oder so bevor es zum kabelbrand kommt was durchaus möglich ist.

Kommentar von DSaahne ,

Und was ist mit den anderen Räumen?

Dort haben die Kabel doch dann auch den gleichen Querschnitt und lässen dauerhaft mehr als 3680 Watt zu?

Antwort
von Chefelektriker, 5

Rechne mal die Leistung der drei Geräte zusammen. Sitzen da noch andere Verbraucher am Stromkreis,bzw. Sicherung? Liegt sie bei 3650-3680W, mußt Du dich nicht wundern das die Sicherung fliegt.

Antwort
von electrician, 47

Viele Elektrogeräte haben einen sehr hohen Einschaltstrom. Daher könnte es schon ausreichen, wenn der LS-Schalter gegen einen mit C-Charakteristik getauscht wird.

Voraussetzung ist, dass der Schleifenwiderstand gering genug ist, damit ein Kurzschlussstrom von 160 A (10 x 16 A) fließen kann - im Neubau eigentlich kein Problem. Das sollte der Elektriker aber wissen bzw. bereits protokolliert haben, als die elektrische Anlage abgenommen wurde.

Und überhaupt: Auch ein neuer LS-Schalter kann defekt sein. Aus Sicherheitsgründen und bauartbedingt macht sich ein Defekt durch eine zu frühe Abschaltung bemerkbar bzw. dadurch, dass er sich nicht mehr einschalten lässt. Außerdem sollte der LS-Schalter bei Überlast erst nach einer Stunde abschalten, solange der 1,13-fache Nennstrom (18,08 A)nicht überschritten wird. Die sichere Abschaltung erfolgt spätestens beim 1,45-fachen (23,2 A).

Bleibt noch die Frage, ob es für Heißwasser ein Untertischgerät gibt. Vielleicht hängt dieses nicht in einem eigenen sondern im gemeinsamen Küchenstromkreis, während das bei den  Nachbarn nicht der Fall ist.

Und überhaupt: Auch Elektriker sind nur Menschen und machen Fehler.

Kommentar von DSaahne ,

Puh, leider kann ich mit deiner Antwort als Leihe nicht besonders viel anfangen... Mit LS-Schalter meinst du wahrscheinlich dne Schalter der Küche im Sicherungskasten (also nicht der FI- sondern der normale Schalter, denn wir für die einzelnen Räume/ Geräte habe).

Woran kann ich denn diese C-Charakteristik erkennen? Und wo finde ich den Schleifenwiderstand?

Bei Überlast schaltet er sich im Moment nach wenigen Sekunden/ Minuten bereits ab, lässt sich aber ganz problemlos sofort danach wieder einschalten... Der Bauträger-Elektriker hatte mal gerechnet und kam bei drei Geräten, mit denen wir getestet haben auf etwa 5KW Strom, woraufhin er meinte, dies wären über 22A.

Im Bad haben wir noch zusätzlich einen Föhn mit ca. 2000 Watt und 3 Lampen eingeschaltet bis es dann dort nach einigen Minuten auch passierte...

Kommentar von electrician ,

Nix für ungut: es heißt "Laie", es sei denn Du bist 'ne Pfandleihe o.ä. ;-)

Die Charakteristik steht auf dem LS-Schalter (Leitungsschutzschalter), für manche auch einfach der Sicherungsautomat. Und zwar steht dort z.B. "B16A", das ist die B-Charakteristik mit 3- bis 5-fachem Auslösestrom (48 - 80 A). Die C-Charakteristik hat die Bezeichnung "C16A" und einen 5- bis 10-fachen Auslösestrom (80 - 160 A), weshalb sie bei Verbrauchern mit hohem Einschaltstrom nicht so schnell auslöst.

Beiden Typen ist das Verhalten bei Überlast gemeinsam: Eine Stunde lang halten sie mindestens den 1,13-fachen Nennstrom aus (1,13 x 16 A = 18,08 A, das entspricht 4158,4 W).

Der maximale Strom über eine Stunde darf den 1,45-fachen Nennstrom nie übersteigen (1,45 x 16 A = 23,2 A bzw. 5336 W), denn ansonsten erfolgt die garantierte Auslösung. Dies kann aber auch in dem Bereich dazwischen und auch früher passieren.

Kommentar von DSaahne ,

Haha :D Das ist mein Favorit unter den heutigen Apple-Verschreiber. Wunderbar, dass man hier nachträglich nichts mehr korrigieren kann ^^

Also bei uns steht überall B16 DLS6h.




Kommentar von DSaahne ,

Das hier ist genau so ein Schalter, wie wir in haben:

http://www.elektrikshop.de/1b16-leitungsschutzschalter-b-16a-1-polig-dls-6h-b16-...

Verstehe ich dich richtig, dass wir den jetzt mit einem C16 tauschen sollen?

Kommentar von electrician ,

B16 oder B16A, gemeint ist das selbe. Ihr sollt nichts tauschen, ohne dass vorher der Kurzschlussstrom gemessen/berechnet wird. Die C-Charakteristik darf man nicht verwenden, wenn der Schleifenwiderstand zu hoch ist. Denn dann schaltet bei Kurzschluss die Sicherung nicht ab und die Hütte brennt. Also: Den Elektriker fragen oder mal selber ins Mess- und Prüfprotokoll der Erstinbetriebnahme reinschauen (das Protokoll ist als Teil der Dokumentation Dein Eigentum und muss dir übergeben worden sein). Aber auf jeden Fall vom Elektriker machen lassen, welcher dann auch wieder die entsprechende Prüfung vornehmen muss.

Ab hier passe ich...

Kommentar von JoGerman ,

@electrician: 

Sind diese Werte (1,13 und 1,45 mal Nennstrom) irgendwo hinterlegt?  

Ein Kollege meinte, dass allein der Schleifenwiderstand und der daraus errechnete Ampere-Wert relevant ist, um sichere Auslösung bei Kurzschluss zu gewährleisten.  

Das wäre bei LS-Automaten das 8-fache (128 A) und bei Neozed-Sicherungen das 10-fache des Nennwertes (160 A), 

Kommentar von JoGerman ,

Upps, ich meinte beim LS-Automaten das 5-fache.

Kommentar von electrician ,

Steht in jedem Tabellenbuch der Elektrotechnik, Stichwort Auslösezeit. Außerdem in den Technischen Datenblättern der Hersteller.

1,13-1,45 gilt nur für thermische Auslösung bei B/C/D-Charakteristik von LS-Schaltern. Die minimale/garantierte Auslösung beträgt

  • bei B das 3- bis 5-fache,
  • bei C das 5- bis 10-fache,
  • bei D das 10- bis 20-fache des Nennstroms

Somit darf der Schleifenwiderstand bei C-Charakteristik und 16 A Nennstrom 230 V : 160 A = 1,4375 Ω nicht übersteigen. Bei B entsprechend 80 A = 2,875 Ω, bei D 320 A = 0,71875 Ω.

Sorry, bei den Kennlinien für Schmelzsicherungen habe ich keine genauen Werte.

Und jetzt beende ich meine Antwort aber wirklich!

Antwort
von larry2010, 41

ich würde mal die leistung der geräte auflisten und schauen, ob es zuviel für die sicherung ist.

bzw. sollte der elektriker, das auch mit einem blick sehen können.

ansonsten muss harnäckig sein bwz. das geld investieren, damit der bauträger nahcbessert.

Kommentar von DSaahne ,

Der Bauträger-Elektriker hatte mal gerechnet und kam bei drei
Geräten, mit denen wir getestet haben auf etwa 5KW Strom, woraufhin er meinte, dies wären über 22A.

Im Bad/ Wohnzimmer  haben wir noch zusätzlich einen Föhn mit ca. 2000 Watt und 3 Lampen eingeschaltet bis es dann dort nach einigen Minuten auch passierte...

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