Frage von NiklasAlex, 24

Problem des nicht-reduktiven Materialismus?

Kann mir jemand das Problem des nicht-reduktiven Materialismus erklären?

Antwort
von berkersheim, 13

Es gibt einmal den Dualismus, der das Sein in Materie und Geist, in materielles und immaterielles unterteilt. Materialismus ist ein halber Dualismus, weil im Prinzip aus der dualen Welterklärung das Immaterielle wegerklärt wird. Als Materialist Immaterielles nicht auf Materielles reduzieren zu wollen ist irgendwie in sich widersprüchlich.

Eine gegensätzliche Position dazu hat z.B. Epikur, der als Monist fälschlicherweise als Materialist bezeichnet wird. Doch für Monisten ist das Sein ein einheitlich Unendliches und nicht dual oder sonstwie einteilbar. Nach Herkaklit ist das Sein in ständigem, prozesshaftem Wandel begriffen und Materie oder Geist oder Kräfte oder Beziehungen sind Formen dieses Wandels, die aufeinander und miteinander wirken und eine kann nicht und muss nicht auf eine andere reduziert werden.

Dass Liebe eine zwischenmenschliche Beziehungskraft ist, in der viele Aspekte eine gemeinsame Wirkung entfalten, materielle wie immaterielle Formen des Seins ebenso wie die Kraft einer über beide Formen wirkenden Beziehung, welchen Sinn macht es, Liebe auf rein materielle Aspekte oder rein geistige Aspekte zu reduzieren? Im einen Fall landet man beim körperlichen Sex und im zweiten in einer abgehobenen, abstrakten geistigen Weltliebe ohne jeden Wert.

Nichtreduktiver Materialismus ist in meinen Augen ein beinloser Marathonläufer.

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