Frage von Nexes, 73

Probezeit: 3ter A-Verstoß, was passiert?

Hallo,

ich habe vor einem Jahr meinen ersten A-Verstoß in der Probezeit begangen. Es war eine genommene Vorfahrt mit Unfall. Ich ging zum Aufbauseminar, zahlte die Strafe & das Ding war durch. Probezeit wurde natürlich um zwei Jahre verlängert.

Heute bekam ich Post: Auf einer Heimreise aus dem Urlaub wurde ich zwei mal geblitzt, beides außerorts auf der Bahn.

1) 80km/h erlaubt, 127km/h mit Abzug = 47km/h zuviel. 2) 80km/h erlaubt, 102km/h mit Abzug = 22km/h zuviel.

Jetzt meine Frage: 1 Monat Fahrverbot bekomme ich ja sowieso bedingt durch die 47km/h, aber was ist mit dem zweiten? Rutsche ich gleich eine Etage tiefer und mir wird der Lappen für weitere 3 Monate weggenommen oder bekomme ich 1 Monat Fahrverbot(durch die 47km/h), die Empfehlung zu dieser freiwilligen Untersuchung und die Verwarnung.

Ich konnte keine Antwort finden, weil mein Fall ziemlich verzwickt ist, da ich meinen 2ten und 3ten A-Verstoß quasi zeitgleich machte. Fällt der 3te Verstoß unter Schutz des zweiten? Ich denke ihr versteht mein Problem. Leute die sich mit der Thematik auskennen können mir sicherlich weiterhelfen. Im großen und ganzen will ich nur wissen, ob nun 1 Monat oder 3(4 Monate mit der Monatsstrafe durch die 47km/h) auf mich zukommen.

Stellen muss ich mich noch, da es nicht mein Wagen war. Es gehört einem Freund. Aber natürlich sage ich, dass ich gefahren bin. Was anderes kommt nicht in Frage.

LG

Expertenantwort
von Crack, Community-Experte für Führerschein, 19

Du wirst hier noch einmal Glück haben.

Probezeitmaßnahmen werden immer nur nacheinander ergriffen.
Das heißt auf den Bußgeldbescheid der jetzt als erster Rechtskraft erlangt folgt Stufe 2 der Probezeitmaßnahmen - die Empfehlung an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen. Der zweite Geschwindigkeitsverstoß bleibt für die Probezeit folgenlos.

Erst dann wenn die Frist die man Dir für diese Beratung einräumt, das sind 2 Monate, und Du dann einen neuen A- oder einen 2.B-Verstoß begehst wird Stufe 3 der Probezeitmaßnahmen ergriffen.

Kommentar von Nexes ,

Super. Der Fakt, dass Probezeitmaßnamen nacheinander ergriffen werden war das Fragezeichen in meinem Kopf.

Also kommt auf mich folgendes zu, richtig?

- Stufe 2 der Probezeitmaßnamen

- Strafe(n) für die 47km/h zuviel, also Geld, Punkt und 1 Monat Fahrverbot. 

Korrekt?

Kommentar von Crack ,

Plus das Bußgeld und der Punkt für die 22km/h -
die Ordnungswidrigkeit an sich wird natürlich auch geahndet - aber ohne weitere Probezeitmaßnahmen.

Kommentar von Nexes ,

Alles klar. Danke für deine schnelle Hilfe :-)

Kommentar von Dachtichsmir ,

Alles richtig, aber für die 47 zu schnell setzt es zwei Punkte, macht wohl in der Summe vier. Wird danach, also nach einem weiteren Verstoß nach der " gelben Karte ", Stufe drei gezündet, droht bei der Wiedererteilung die MPU.

Expertenantwort
von 19Michael69, Community-Experte für Führerschein, 5

Hallo,

damit Cracks Antwort nicht so einsam und alleine ist.

Ja, es ist leider richtig, dass dir die dritte Stufe (vorerst) erspart bleibt, da immer erst der vorherige Verstoß "geahndet" und "abgeschlossen" sein muss.

Ich will hier sicher nicht den Moralapostel spielen, muss aber zugeben, dass ich das nicht richtig finde. Verstoß ist Verstoß und wer an einem Tag zweimal so viel zu schnell war, der ist selbst Schuld und hat das "Glück" nicht verdient.

Aber das ist nur meine eigene Meinung.

Im Übrigen handelt es sich im Falle eines dann wirklich zu ahndenden dritten A-Verstoßes bei der dritten Stufe nicht nur um ein Fahrverbot, sondern um den Entzug der Fahrerlaubnis.

Der ist dann nicht so einfach nach der Sperre beendet wie bei einem Fahrverbot. Die Fahrerlaubnis muss neu erteilt werden.

Die Sperre dauert auch keine drei Monate, sondern mindestens 6 Monate.

Viele Grüße

Michael


Antwort
von MYZ123, 25

beim 3ten A-Verstoß musst du den Führerschein abgeben und kannst ihn erst nach drei Monaten erneut machen.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Frühstens! nach 3 Monaten, die Sperrfrist beträgt in dem Fall mindestens! 6 Monate, wobei 3 Monate vor Ablauf ein Antrag auf Neuerteilung stellen kann. Es ist also gut möglich, dass der Fragant 6 oder 12 Monate warten muss...

Kommentar von Nexes ,

Aber nach dem ersten A-Verstoß in der verlängerten Probezeit, also dem zweiten insgesamt bekommt man eine Verwarnung und es wirs gebeten zu einem verkehrspsychologischen gutachten zu gehen (freiwillig). Dies hat eine frist von 2 monaten. In diesen hat man wohl schutz (wie in der zeit des aufbauseminars). mein zweiter a verstoß in der verlängerten probezeit, oder andersrum: mein dritter insgesamt ist aber vor ablaufen der frist des verkehrspsychologischen gutachtens. Das kommt ja erst allss noch auf mich zu. Deswegen denke ich fällt der 3te verstoß weg oder?

Kommentar von Messkreisfehler ,

Nein, er fällt nicht weg und das ist auch gut so. Wer innerhalb so kurzer Zeit 3 A Verstösse zu Stande bringt zeigt auch ganz klar, dass er momentan charakterlich nicht geeignet ist ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr zu bewegen.

Antwort
von Messkreisfehler, 14

Mit nem kurzen Fahrverbot kommste da nicht weg...

Da ist jetzt erst mal der Lappen weg

Nach dem dritten A-Verstoß bzw. dem zweiten A-Verstoß in der
verlängerten Probezeit hilft auch Bitten und Betteln nicht mehr: Der Führerschein wird entzogen. Was dann folgt, ist eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten. Ungefähr drei Monate, bevor diese abläuft, können Fahranfänger einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen.

https://www.bussgeldkatalog.org/probezeit/a-verstoss/#womit_muss_beim_fuehrersch...

Kommentar von Nexes ,

Aber nach dem ersten A-Verstoß in der verlängerten Probezeit, also dem zweiten insgesamt bekommt man eine Verwarnung und es wirs gebeten zu einem verkehrspsychologischen gutachten zu gehen (freiwillig). Dies hat eine frist von 2 monaten. In diesen hat man wohl schutz (wie in der zeit des aufbauseminars). mein zweiter a verstoß in der verlängerten probezeit, oder andersrum: mein dritter insgesamt ist aber vor ablaufen der frist des verkehrspsychologischen gutachtens. Das kommt ja erst allss noch auf mich zu. Deswegen denke ich fällt der 3te verstoß weg oder?

Kommentar von Messkreisfehler ,

"Schutz" hast Du durch den 2. Verstoss nicht.
Finde zumindest dazu keine Rechtsgrundlage.

So wie ich das sehe waren das hier jetzt 3 A-Verstöße und der Lappen ist erst mal weg.

Deiner Theorie zu Folge könnte ich ja dann nach einem A Verstoss mich mit 50 Sachen blitzen lassen und innerhalb von 2 Monaten nach belieben zu schnell fahren da ich ja unter "Schutz" stehe...

Kommentar von Nexes ,

irgendwo laß ich, dass in dieser zwei monatigen frist ebenfalls der schutz gilt. der dritte a verstoß wurde ja nicht nach dem zweiten begangen. aus der Verwarnung oder dem Gespräch hätte ich noch nichts lernen können, WEIl es erst noch kommt. Ich bin gespannt ^^


kannst du. zahlen musst du aber auch & punkte gibt es auch. aber du fällst halt nicht direkt eine stufe tiefer (3 monate weg). 


in der zeit des aufbauseminars kannst du auch mit 50 zuviel geblitzt werden. Zahlen musst du & die Punkte bekommste auch, aber keine anderen folgen u know?

Kommentar von Messkreisfehler ,

In der Fahrschule hast Du schon alles gelernt was Du wissen musst. Zudem ist das "Gespräch" bei dem 2. Verstoss freiwillig.

Einen "Schutz" während dieser Zeit gibt es nicht.

Wie gesagt, deiner Theorie zu Folge könntest Du jetzt jeden Tag mit 100 Sachen durch geschlossene Ortschaften fahren und würdest den Führerschein nicht verlieren da Du ja unter angeblichen Schutz stehst...

Kommentar von Nexes ,

ne erstmal kommt jetzt die geldstrafe und 1 monat wegen den 47km/h. und nach der zwei monatigen frist führt ein weiterer a verstoß zu verlust

Kommentar von Messkreisfehler ,

Nein, die 2 Monatsfrist ist in dem Fall unerheblich.

Kommentar von Nexes ,

(2) Ist gegen den Inhaber einer Fahrerlaubnis wegen einer innerhalb der Probezeit begangenen Straftat oder Ordnungswidrigkeit eine rechtskräftige Entscheidung ergangen, die nach § 28 Absatz 3 Nummer 1 und 3 in das Fahreignungsregister einzutragen ist, so hat, auch wenn die Probezeit zwischenzeitlich abgelaufen oder die Fahrerlaubnis nach § 6e Absatz 2 widerrufen worden ist, die Fahrerlaubnisbehörde
1.seine Teilnahme an einem Aufbauseminar anzuordnen und hierfür eine Frist zu setzen, wenn er eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat,
2.ihn schriftlich zu verwarnen und ihm nahe zu legen, innerhalb von zwei Monaten an einer verkehrspsychologischen Beratung nach Absatz 7 teilzunehmen, wenn er nach Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb der Probezeit eine weitere schwerwiegende oder zwei weitere weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat,
3.ihm die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn er nach Ablauf der in Nummer 2 genannten Frist innerhalb der Probezeit eine weitere schwerwiegende oder zwei weitere weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat.


zitat: "nach ablauf der in nr. 2 genannten frist"

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