Frage von Lioness25, 83

Privatverkauf Ebay und angebliche Fälschung?

Hallo,

ich habe bei Ebay Schminke verkauft, die ich doppelt geschenkt bekommen habe. Die Schminke befand sich im Original-Verpackungskarton. Der Verkauf war am 10.06. Ich verkaufe bei Ebay einzig und allein als Privatperson und schließe Umtausch und Rücknahme aus.

Heute meldete sich die Käuferin, dass es sich bei dem Produkt um eine Fälschung handeln würde. Ihre Begründung war, dass das Label im Karton wohl falsch aufgeklebt war ... ?? Sie hätte es auch schon "geswatched" (?), also mit den Fingern im Puder rumgerührt.

Muss ich das nun zurücknehmen? Es ist weder neu noch unbenutzt ... Fühle mich irgendwie verarscht. Vielleicht gefällt ihr nur einfach die Farbe nicht?? Ich kann als Laie nicht nachvollziehen, ob es echt oder eine Fälschung ist. Die Käuferin hat gleich gedroht, zur Polizei zu gehen und Anzeige wegen Verbreitung von Fälschungen zu machen ...

Ich hab ihr gesagt, dass sie es auf ihre Kosten zurückschicken soll. Da es nun nicht mehr neu und ggf. noch verkaufbar wäre, sondern eher ein Fall für die Tonne, kann ich da noch Prozente bei der Rückerstattung abziehen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Xipolis, 25

Von dem Angebot der Rücknahme solltest Du Abstand nehmen, da die Käuferin nun tatsächlich eine Fälschung zurückschicken kann, abgesehen davon, dass der Artikel nun nur mit erheblichem Verlust verkauft werden kann.

Ich würde Dir empfehlen zum einen zu überprüfen, ob die Schminke an die richtige, bei PayPal hinterlegte Adresse versendet wurde, da nur so der Verkäuferschutz greift und gleichzeitig PayPal über deren Website zu kontaktieren, damit diese über einen möglichen Betrugsversuch durch die Käuferin bescheid wissen.

Zum anderen solltest Du der Käuferin schreiben, dass die Schminke echt ist und ebenfalls Strafantrag wegen Betruges ankündigen.

Eine Strafantrag Deinerseits sollte jedoch erst dann erfolgen, wenn die Käuferin auf Rückabwicklung besteht, da der Betrug erst dann vollendet ist.

Es macht außerdem Sinn, wenn Du den Schenker um den Kaufbeleg bittest und dieses sicher verwahrst.

Letztlich hat die Käuferin mit Ihrer Behauptung ein Beweisproblem, denn dafür müsste sie ein Gutachten anfertigen lassen.

Kommentar von Xipolis ,

Ergänzung:

In dem Zusammenhang macht es auch Sinn dem Käufer eine Kopie des Kaufbeleges zukommen zu lassen.

Kommentar von Lioness25 ,

Hallo! Vielen Dank für die Antwort! Die Zahlung ging per Überweisung ein, somit ist Paypal und der damit gestützte Käuferschutz außen vor.

Die Käuferin hat mittlerweile die Ware zurückgesandt, ohne dass ich dem zugestimmt habe. Sie lag in einem Uschlag im Briefkasten, somit konnte ich auch die Annahme nicht verweigern. Die Kosmetika sind nun eindeutig benutzt, die Umverpackung (Karton) fehlt auch. Verkaufen kann ich es nicht mehr, selber benutzen will ich es auch nicht - wer weiß, was die damit gemacht hat??

Die Frage ist, ob es lohnt, wegen jeweils knapp 10 Euro einen Aufriss zu machen. 

Können Boutiquen wie Douglas eigentlich Belege nacherstellen? Ich hatte es zum Geburtstag im Mai bekommen, der Schenker hat den Beleg nicht mehr (hätte ich auch nicht mehr), daher kann ich leider nicht die Echtheit beweisen. Ich weiß aber, in welcher Filiale die Kosmetika gekauft wurden.

*grmml* Einfach nur nervig, dieser Fall! Die Käuferin hat mir mittlerweile auch 2 negative Bewertungen reingedrückt, die mein bisher rein positives Konto drücken. Ich bin zum Glück nicht drauf angewiesen, da ich eh nur privat mal was verkaufe, was eben gerade übrig ist, aber ärgerlich ist es trotzdem. 

Die Frage ist: Ich habe die Ware nun zurück, die unverkäuflich ist. Für mich Totalverlust. Und ich gehe ganz klar davon aus, dass der Käuferin die Farbe nicht zugesagt hat. Wie gehe ich nun vor?

Kommentar von Xipolis ,

Hallo! Vielen Dank für die Antwort! Die Zahlung ging per Überweisung ein, somit ist Paypal und der damit gestützte Käuferschutz außen vor.

Also müsste die Käuferin, wenn Du Ihr den Kaufpreis nicht erstattest, gegen Dich klagen vor dem Amtsgericht an Deinem Wohnsitz.

Die Käuferin hat mittlerweile die Ware zurückgesandt, ohne dass ich dem zugestimmt habe. Sie lag in einem Uschlag im Briefkasten, somit konnte ich auch die Annahme nicht verweigern.

Das wäre schon gegangen. Einfach den Umschlag verschlossen lassen, den Vermerk "Annahme verweigert" darauf schreiben und in den nächsten Briefkasten werfen oder bei der Post abgeben.

Die Kosmetika sind nun eindeutig benutzt, die Umverpackung (Karton) fehlt auch. Verkaufen kann ich es nicht mehr, selber benutzen will ich es auch nicht - wer weiß, was die damit gemacht hat??

Die Frage ist halt, ob Du ihr den Kaufpreis dafür erstatten willst, oder nicht.

Die Frage ist, ob es lohnt, wegen jeweils knapp 10 Euro einen Aufriss zu machen.

Ich habe gedacht, wir reden hier über ein Produkt jenseits der 100 €... 

Ich sehe es so: Wenn Du den Kaufpreis erstattest, hast Du Dir damit Ruhe erkauft. Wenn nicht, wird es noch einige böse E-Mails und Drohungen geben. Die Käuferin wird sehr wahrscheinlich nicht klagen, denn selbst bei Rechtsschutzversicherung ist eine Selbstbeteiligung üblich und das Kostenrisiko (sie muss alles verauslagen) ist einfach viel zu groß.

Wenn Du ihr den Kaufpreis nicht erstattest, solltest Du ihr das dann auch mitteilen und auch damit begründen, dass Du das Produkt so nicht mehr verkaufen kannst und damit Dir ein Schaden entstanden ist. Du darfst es nicht wegschmeißen, denn vielleicht, will sie es wieder haben.

Können Boutiquen wie Douglas eigentlich Belege nacherstellen? Ich hatte es zum Geburtstag im Mai bekommen, der Schenker hat den Beleg nicht mehr (hätte ich auch nicht mehr), daher kann ich leider nicht die Echtheit beweisen. Ich weiß aber, in welcher Filiale die Kosmetika gekauft wurden.

In der Theorie könnte Douglas das schon, praktisch macht das Aufwand im Laden und es müsste ja erstmal nachgewiesen werden, dass ihr es dort gekauft habt. Ich kann mir aber vorstellen, dass Douglas eine Aussage machen kann, ob es sich um ein Produkt handelt, welches sie verkaufen. Du kannst ja in einen Douglas gehen und eine Verkäuferin ansprechen und ihr die Schminke zeigen und sie bitten Dich dorthin zu führen wo Du welche Nachkaufen kannst. Dann machst Du ein Photo.

*grmml* Einfach nur nervig, dieser Fall! Die Käuferin hat mir mittlerweile auch 2 negative Bewertungen reingedrückt, die mein bisher rein positives Konto drücken. Ich bin zum Glück nicht drauf angewiesen, da ich eh nur privat mal was verkaufe, was eben gerade übrig ist, aber ärgerlich ist es trotzdem. 

  1. Negative Bewertungen solltest Du unbedingt kommentieren und dabei Deine Sichtweise schreiben.
  2. Prüfe ob bei den negativen Bewertung ein Fall vorliegt, bei dem eBay die Bewertung selbst entfernt. Lies Dir den Grundsatz zum Servicestatus und Bewertungen durch: http://pages.ebay.de/de/help/policies/defect-removal.html Und hier findest Du auch die Vorgehensweisen für 1.) und 2.) unter 1). Auf eine erhaltene Bewertung / 2.) eBay um Entfernung einer Bewertung wegen eines Verstoßes gegen die Bewertungsgrundsätze bitten: http://pages.ebay.de/help/feedback/questions/remove.html
  3. Wenn eBay die Bewertung nicht selbst entfernt, über den unter 2.) genannten zweiten Link (unter Käufer bitten, die für Sie abgegebene Bewertung zu ändern) den Käufer selbst bitten die Bewertung zu ändern.
  4. Wenn der Käufer Deiner Bitte nicht nachkommt, kannst Du den Käufer schriftlich und nachweislich unter Fristsetzung dazu auffordern gegenüber eBay zu erklären, dass die Bewertung zurückgenommen wird. Hierbei ist es wichtig darzustellen, um welchen Artikel, welchen Nutzeraccount und welche Bewertung es sich handelt. Es liegt dann ein Verstoß gegen § 7 Nr. 2 u. 3 eBay-AGB deutsch vor. Du solltest in Deinem Schreiben begründen warum die Bewertung unzutreffend ist (beispielsweise weil es sich bei dem Artikel um neue Originalware handelt). Du solltest ferner darauf hinweisen, dass die Bewertung geeignet ist, Deinen Ruf auf eBay zu beschädigen und Du mit diesem Schreiben hoffst, die Sache außergerichtlich beilegen zu können.

Die Frage ist: Ich habe die Ware nun zurück, die unverkäuflich ist. Für mich Totalverlust. Und ich gehe ganz klar davon aus, dass der Käuferin die Farbe nicht zugesagt hat. Wie gehe ich nun vor?

Siehe oben. Ich persönlich würde mich schon aufgrund der dreisten negativen Bewertungen, die man, wenn Deine Beschreibungen so korrekt sind, getrost als Lügen bezeichnen darf.

Die Frage ist halt, was Dir wichtig ist und wieviel Zeit und Mühe Du da reinstecken willst oder ob Du bereit bist weitere Nachrichten von der Käuferin zu ignorieren.

Kommentar von Lioness25 ,

Ich habe gedacht, wir reden hier über ein Produkt jenseits der 100 €... 

Hahahaha :D Nein, wir reden über 1x 9,78 Euro und 1x 12 Euro - jeweils inkl. Versand :) Es geht um keine horrenden Summen, um keine superhippen, angesagten Kosmetika, sondern welche, die ich doppelt hatte und ruhigen Gewissens verkaufen wollte, so war zumindest der Plan.

Kommentar von Lioness25 ,

Und ich noch mal:

Ich hatte heute doch tatsächliche eine Vorladung zur polizeilichen Anhörung wegen eines Ermittlungsverfahrens aufgrund Straftaten nach dem Markengesetz im Briefkasten. 

Manche Leute haben doch wirklich zu viel Freizeit!

Meine Frage ist nun: Die Käuferin hat die Ware nicht mehr. Ich habe sie auch nicht mehr, habe sie gleich weggeworfen, nachdem ich sie im Juli zurückerhalten hatte. Die Käuferin hatte mit den Fingern und wer weiß was noch im Puder herumgerührt, deshalb wollte ich es nicht einmal für mich selbst behalten. 

Bis auf ein paar Fotos, auf denen zu sehen ist, dass bei einem Puder der Rückaufkleber ein wenig schief abgeklebt ist, hat die Käuferin meines Wissens nach nichts in der Hand. 

Wie gehe ich jetzt am besten vor? Aussage gegen Aussage? 

Kommentar von Xipolis ,

Drei Möglichkeiten:

a) Du ignorierst das polizeiliche Schreiben und erscheinst nicht zur Vorladung.

Es gibt keine Verpflichtung einer solchen polizeilichen Vorladung nachzukommen, oder schriftlich zu antworten. Du musst den Termin auch nicht absagen.

Die Polizei hat keine Sanktionsmöglichkeiten, wenn Du nicht erscheinst.

b) Du verlangst zunächst schriftlich Akteineinsicht: "Bevor ich zu einer Vernehmung erscheine und mich zur Sache einlasse, beantrage ich Akteneinsicht nach § 147 VII StPO." Zu beachten wäre dabei, dass Dir die Akte nur in Auszügen nach Beurteilung der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt wird und das Kopierkosten entstehen können.

c) Du erscheinst zur Vernehmung. In dem Fall solltest Du aber zumindest solange schweigen, bis Du alle Zusammenhänge kennst. Lediglich die Angaben zu Deiner Person musst Du machen. Du kannst auch einen Beistand mitnehmen, was sinnvoll ist. Wichtig ist, dass Schweigen hier immer besser ist als reden.

Wenn Du eine Aussage machst, dann halte Dich an die Wahrheit, dass die Ware Dir von X zu Deinem Geburtstag geschenkt wurde und dieser die Schminke im Douglas in Z-Stadt gekauft hat. 

*****

Abgesehen davon kannst Du selbst bei der Polizei gegen die Käuferin oder gegen unbekannt Antrag auf falsche Verdächtigung stellen.

Antwort
von dresanne, 31

Wenn es wirklich eine Fälschung war, kannst Du gar nichts abziehen, denn es ist verboten, auf ebay Fälschungen zu verkaufen. Ich würde es schnellstens zurücknehmen.
Und zur Gewährleistung und "keine Rücknahme". Manche Verkäufer meinen, dass der Ausschluss eines Rückgabe- oder Gewährleistungsrechts gleichzusetzen ist mit Schrottverkauf und Sperrmüllveräußerung. Sie irren sich. Weil es hier gar nicht um ein "Rückgaberecht" geht, sondern um eine Mängelrüge. Ein Artikel hat so beschrieben zu werden, wie er wirklich ist. Für nicht angegebene Mängel gilt kein Gewährleistungsausschluss.

Kommentar von Xipolis ,

Die Frage ob es eine Fälschung ist oder nicht, kann nur die Fragestellerin beantworten.

Wenn es keine Fälschung ist, handelt es sich um eine Betrugsversuch durch die Käuferin.

Antwort
von Biberchen, 53

du mußt es nicht zurück nehmen. Du handelst nicht mit gefälschten Produkten, sondern hast nur etwas verkauft was du nicht brauchst (doppelt hast) also hast du dich auch nicht strafbar gemacht.

Kommentar von ronnyarmin ,

Inwiefern schliesst der Umstand, einen Artikel doppelt zu besitzen, aus, dass er gefälscht ist? Diese Logik erschliesst sich mir nicht.

Kommentar von Xipolis ,

Die Beweispflicht liegt hier bei der Käuferin und in solchen Sachen geht das nur über Sachverständigengutachten.

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