Frage von Sandrine94, 128

Privatkauf eines Autos und über Tisch gezogen, hat man eine Chance?

Hallo, hatte am Samstag ein Auto gekauft, alles leider Privat. In der Anzeige stand, dass das Auto in einem technischen top Zustand wäre! Probefahrt hatten wir gemacht, leider die Bremsen etwas schlecht und der Verkäufer versicherte mir, er habe vor 10 Monaten die Bremsen neu machen lassen. Nun, zuhause (da der Kaufort weiter weg war) hab ich das Auto anschauen lassen von einem guten Bekannten der mir sagte, dass die Bremsen völlig runter seien, das Auto KEINEN! Schluck Öl hatte, und die Zündkerzen hinüber waren. Ein Glück dass ich mit dem Auto noch Zuhause angekommen war. TÜV war letztes Jahr Januar 2015 mit 124000km nun ist er bei 135000km. Niemals ist es möglich neue Bremsen bei so wenigen Kilometern abzufahren! Nun durfte ich für alles zusammen mehrere Hundert Euro liegen gelassen. Anfangs war der Verkäufer noch einverstanden sich daran zu beteiligen, aber mittweile hat dieser seine Meinung geändert und wir dürfen die Rechnung alleine bewältigen. Haben wir eine Chance wenn wir zu einem Anwalt damit gehen? Die alten Bremsscheiben/Belege sind vorhanden und der Beleg für die Neuen haben wir auch. Was können wir tun, um gegen so jemanden vorgehen zu können? Bitte um Hilfe, Liebe Grüße.

Antwort
von Interesierter, 52

Hier stellen sich vorab 2 Fragen 

Zunächst mal wäre wichtig zu erfahren, ob die Zusagen zum technischen Top-Zustand und dem Zeitpunkt der Bremsen-Erneuerung vertraglich festgehalten wurden oder auf anderem Wege beweisbar sind. 

Weiter wäre es interessant, ob die gesetzliche Sachmängelhaftung (Gewährleistung) ausgeschlossen wurde. 

Ein gebrauchtes Auto mit 135.000 km ist kein Neuwagen. Es ist mit gewissen Verschleiss- und Alterserscheinungen zu rechnen. Weiter sollte eigentlich klar sein, dass man zur Besichtigung eines Autos entweder selbst gewisse Kenntnisse haben sollte oder jemanden, der sich auskennt, mitnimmt. 

Sind die Aussagen Vertragsbestandteil geworden? Sind diese Vereinbarungen beweisbar? Wenn ja, hast du einen Aufhänger, auf dessen Grundlage du Nachbesserung fordern könntest. Allerdings hättest du vor der Reparatur die Mängel erst mal reklamieren und dem Verkäufer die Möglichkeit zur Nachbesserung geben müssen. 

Wurde die Gewährleistung, wie es bei Privatverkäufen eigentlich üblich ist, ausgeschlossen, hast du, wenn keine definitiven vertraglichen Eigenschaften zugesagt, aber nicht eingehalten wurden, schlechte Karten.

Antwort
von franneck1989, 56

Warum kaufst du ein Auto, wenn du schon bei der Probefahrt mangelhafte Bremsleistung feststellst? Manche Sachen werde ich nie verstehen.

Ich sehe wenig Chancen. Bremsen unterliegen einem Verschleiß, und da du nicht nachweisen kannst dass dir neue Bremsen versprochen wurden wird es schwer dass als Mangel auszulegen. Würde die Gewährleistung ausgeschlossen, müsstest du auch noch Vorsatz beim Käufer nachweisen.

Antwort
von holgerholger, 36

Du musst es mal erklären: Du fährst ein Auto Probe, schaust nicht nach Öl und Kühlwasser, stellst fest, daß die Bremse nicht richtig funktioniert. DAnn lbehauptet der Verkäufer, er haben die Bremse vor einem Jahr reparieren lassen. Die Bremsen müssen JEDERZEIT funktionieren, ohne wenn und aber. Nicht vor einem JAhr, sondern im Moment der Probefahrt. Und dann kaufst Du die Möhre, weil der verkäuferbehauptet, alles sei in Ordnung? Hatte er Dich hypnotisieret? Oder war es Dein absoluter Traumwagen und der Verstand hat ausgesetzt?

Antwort
von Rockuser, 45

Was steht im Kaufvertrag? Sachmängelhaftung Ausgeschlossen ?

Antwort
von PoisonArrow, 53

Das größte Problem wird die Beweislast sein.
Hast Du Zeugen für die Aussagen des Verkäufers? Ist irgendetwas von den zugesicherten Dingen im Kaufvertrag?

Die Reifen werden vermutlich nicht DIE Reifen sein, mit denen der Verkäufer gefahren ist - die hat er allem Anschein nach verkauft.

Ohne Öl ist der - in meinen Augen - schlimmere Teil der Geschichte. Zwar gut, dass Du noch mit heilem Motor angekommen bist, aber WO ist das Öl geblieben? Oder anders gefragt, welchen Defekt hat der Wagen, damit das Öl entweichen konnte?

Anwalt:?
Hast Du eine Rechtschutzversicherung? Wenn NEIN, dann solltest Du diesen Schritt nicht wagen, es könnte teuer werden.

Falls JA, such Dir einen guten Anwalt, besser: lass ihn Dir empfehlen (von Freunden, Bekannten, Familienkreis..). Anwälte behaupten gerne, das diese oder jene Angelegenheit eine gute Aussicht auf Erfolg hat und setzen die Schadenssumme gleich schon mal hoch an. Verständlich, denn diese ist die Grundlage des Honorars.

Lass Dich vom Anwalt (s.o.) erst einmal beraten im Falle einer Rechtschutzversicherung und entscheide dann über weiteres Vorgehen.

Dass Du betrogen wurdest, ist offensichtlich.
Somit hast Du auch ein Recht auf Entschädigung / Wiedergutmachung.
Jetzt musst Du "nur noch" das Recht bekommen....

Viel Glück dabei!

Grüße, ------>

Kommentar von Sandrine94 ,

Zeugen in dem Sinne gibt es leider nicht. Dabei waren meine Mutter und mein Vater. Aber da wir Familie sind wird dem nicht wirklich Glauben geschenkt. Im Kaufvertrag stehen leider nur die persönlichen Daten, KM-Stand und wann das Auto übergeben wurde etc. leider keine Mängel. 

Wenn ich es richtig verstanden hatte, hatte die Dame das Auto lange nicht mehr bewegt, sodass es zu dem Ölverlust kommen könnte.

Denkst du wir kommen mit einem Anwalt weiter ? Haben leider keine richtigen Beweise :(

Kommentar von everytime ,

autsch...ich weiß leider nicht wie der Vertrag aussieht aber wenn da
nur steht auto kauf eines Wagen NAME + WERT und beide unterschriften
sind drauf mit datum dann ist die Sache schon erledigt x:

Da beide Parteien (verkäufer + Käufer) unterschrieben haben. Eine Willenserklärung ist abgegben.

Dennoch:

die
Bremsen völlig runter seien, KEINEN! Schluck Öl hatte, die Zündkerzen
hinüber waren. 124000km nun ist er bei 135000km (mit einem akkubohrer
oder Bohrmaschine kann man das runterdrehen oder hochdrehen den Kmh
stand). Niemals ist es möglich neue Bremsen bei so wenigen Kilometern
abzufahren!

In der Anzeige stand, dass das Auto in einem technischen top Zustand wäre!

Das sind doch schon klare Zeichen von arglistische Täuschung.

Deine

Entscheidung was du jetzt dagegen tust aber gefallen lassen würde ich es

aufjedenfall nicht!

An deiner Stelle würde ich zum Anwalt gehen. Aber lass dich nicht unter druck setzen wenn einer meint "den anwalt musst du nehmen!"

Kommentar von PoisonArrow ,

Ja wie ich schon sagte, die Beweislast ist das größte Problem.

By the way; ein Auto, dass nicht bewegt wird - aber ansonsten technisch ok ist - verliert keinen Tropfen Öl.

Eine Beratung beim Anwalt würde ich in jedem Fall in Anspruch nehmen.

Grüße, ----->

Antwort
von Sandrine94, 63

Statt Reifen meinte ich Bremsen !!

Kommentar von SRT57 ,

Öl und Zündkerzen sind ganz normale Verschleißteile. Hättest beim Kauf schauen sollen, wann der letzte Ölwechsel war. Die Intervslle liegen zwischen 15 und 30.000km, daher sehe ich hier nur, dass du das Fahrzeug einfach schlecht, bzw ohne Ahnung angeschaut hast. Du wirst keine Chance haben. Heruntergefahrene Bremsen sieht man.. Gekauft wie gesehen, Pech gehabt.. sorry ist aber so. Für 1300€ Anwalt holen? Keine Chance, wirst mehr Anwaltskosten haben, als Kaufpreis.

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