Frage von Poeticlover, 86

Privatinsolvenz/P-Konto?

Hallo liebe Community,ich befinde mich seid dem 14.06.2016 in der Privatinsolvenz. Mein Sockelbetrag liegt bei 1703€. Heute 28.06.2016 habe ich mein Gehalt überwiesen bekommen ,erstaunliche 2100€ (dachte der Treuehändler hat schon Geld weg genommen vom Gehalt). Kann ich über das ganze Geld verfügen? Habe jetzt erstmal 500€ abgehoben und liege jetzt unter dem Sockelbetrag. Kann mir noch Geld gesperrt werden oder ähnliches?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit dankenden Grüßen

Antwort
von akkurat01, 53

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Treuhänder dich auffordern den Betrag der über deinen Freibetrag liegt an ihn zu zahlen. Damit muss dein Arbeitgeber dies gar nicht erst mitbekommen. Es kann aber am Anfang des Verfahrens schon mal eine gewisse Zeit dauern bist du angeschrieben wirst.

Wenn du dich an alle Spielregeln und Vorgaben des Treuhänders hältst ist das ganze Verfahren relativ einfach. Am Ende des Verfahrens hast du dann möglicherweise die dann fälligen Verfahrenskosten bereits ganz oder teilweise bezahlt.

Bei offenen Fragen kannst du den Treuhänder immer eine E-Mail senden. Er wird dir dann (hoffentlich) immer weiter helfen.

Kommentar von Poeticlover ,

Hallo,erstmal vielen Dank für deine Zeit und deiner Antwort.   Mal gucken ob so der Werdegang in Zukunft aussieht.  Also solange ich nix vom Treuehändler höre kann ich das Geld ausgeben?   

Antwort
von DieMoneypenny, 29

Vielleicht hast Du noch einen Betrag ausgezahlt bekommen, der nicht pfändbar ist. Schau mal auf Deinen Gehaltszettel. Wenn einen Zahlung Zweckgebunden ist, wie z.B. Urlaubsgeld, dann kann das schon sein. Die Bank wird die Differenz aber auskehren, wenn das Konto nicht freigegeben ist. Wenn Du nur ein Einkommen hast und dieses nachweislich bereits vom Arbeitgeber bereinigt wird, solltest Du für die Zukunft schnellstens eine unbeschränkte Freigabe beim Amtsgericht beantragen, damit Du nicht unnötig Geld "verlierst".  

Kommentar von Poeticlover ,

Das ist mein normales Gehalt und die Abrechnung ist so wie immer.  Ich habe schon eine Erhöhung bis 1780€ beantragt .   Bin mal gespannt wie es weiter geht . Morgen habe ich noch ejne Termin bei der Bank ,es ist so kompliziert das die auch nicht durchblicken !:(

Danke

Kommentar von DieMoneypenny ,

Kann ich gut verstehen. Aber wie gesagt, wenn du nur ein Gehalt bekommst und Dein Arbeitgeber den pfändbaren Teil ordentlich abführt, kannst Du auch unbeschränkt freigeben lassen. Dann musst du auch nicht jeden Monat dein Konto "leer räumen". Denn es kann ja immer mal was kommen, was nicht pfändbar ist, wie z.B. eine Erstattung von der Krankenkasse. Der Bank ist das ansonsten egal. Die führen alles ab, was über dem Freibetrag ist. Du musst dann Deinem Verwalter nur brav berichten, falls Du mal aus irgendeinem Grund eine Einnahme hast, die nicht aus Deinem Gehalt kommt, aber der Pfändung unterliegt. Das muss natürlich angegeben und dann auch selbst abgeführt werden.

Antwort
von thinkfirst, 32

Mal abgesehen davon, das bei Privatinsolvenz und einer Treuhänder-Verwaltung gewisse gesetzliche und rechtliche "Spielregeln" einzuhalten sind - die anderen Antworten hier haben das deutlich gemacht - hast du einen Denkfehler in Bezug auf das P-Konto gemacht!

Das P-Konto schützt nur einen festgelegten Betrag (= Sockelbetrag von ca. 1074,- + bestimmte einmalige Zahlungen + dauerhafte Sockelbetrag-Erhöhungen).

Dieser festgelegte Betrag ist der Freibetrag, der auf alle in einem Monat eingehenden Gelder auf deinem P-Konto angewandt wird. Dabei ist zu beachten, das Gelder vom Vormonat die im folgenden Monat auf dem Konto sind, ebenfalls als Geldeingang angesehen wird und damit auch mit verechntet wird.

Hierbei auch interessant:
http://www.vzbv.de/urteil/guthaben-auf-p-konto-darf-im-folgemonat-nicht-gepfaend...

In deinem geschilderten Fall hast du also nicht ca. 400,- vor dem Zugriff durch den Insolvenzverwalter "gerettet" sondern nur eine Abhebung von deinem genehmigten Freibetrag von 1703,- vorgenommen. Die Bank-Software wird verhindern das du über die letzten 397,- verfügen kannst. Diese Summe wird - sofern sie der Insolvenzverwalter nicht von der Bank zurück fordert - auf das Auskehrkonto geparkt und von dort entsprechend der Pfändungen verteilt.

Es wurden bereits viele Fragen zum P-Konto hier hilfreich beantwortet.

Über folgende Themen sollten unter diesem tag nachlesen:

- Welche Freibeträge kann ich zusätzlich für mein P-Konto beantragen?

- Welche Gelder/Leistungen können einmalig für mich freigegeben werden?

(Urlaubs und Weihnachtsgeld, Abfindungen, Krankengeld, etc.)

- Wieviel Zeit habe ich, um per Amtsgericht-Erlass rückwirkend ausgekehrtes Geld zurück zu erhalten?

Kommentar von Poeticlover ,

Hallo:) Also heute beginnt ein neuer Monat!  Ich hatte ja Gehalt bekommen von 2100€ und einen Sockelbetrag von 1703€. Hatte ja nur 3 tage Zeit irgendwie das Geld zu verbauen bevor der neue Monat anfängt. Habe es bis auf 80€ auch fast geschaft.  Nun habe ich die 80€ plus die Differenz von 2100€ / 1703€ zur Verfügung sprich 500€!  Also die Bank hat nix ausgekehrt! Vermutlich steht mir der Freibetrag von 1703€ am Anfang des Monats wieder zu.   

Wenn ich am Ende des Monats wieder Gehalt bekomme 2100€ hätte ich ja ein Geldeingang von ca 2600€ für den Monat Juli. 

Wird mir dann vom Freibetrag 1703€ was abgezogen sprich die Differenz von 900€??? Dann hätte ich ja nur 800€ !?

(Die 500€ die ich jetzt zu Verfügung habe darüber konnte ich garnicht Verfügen in den 3 Tagen.)

Wer hier drauf eine Antwort hat der muss ja echt ein sehr schlauer Mensch sein ,weil ich versteh das nicht so Recht!

Mit dankenden Grüßen 

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