Frage von RainerBauer, 220

Privatinsolvenz wurde aufgehoben & seit dem nichts mehr von meinen Schulden gehört?

Ich habe vor 5 Jahren Privatinsolvenz angemeldet die auch richterlich beschlossen wurde. Acht Monate später erhielt ich ein schreiben dass meine Privatinsolvenz aufgehoben sei, wegen was sie aufgehoben wurde kann ich nach der langen Zeit leider nicht genau sagen! Doch soweit ich weiß war es aus dem Grund weil ich meinen neuen Wohnsitz bei ihnen nicht gemeldet hatte. Jetzt ist meine Frage. 1.Wenn jetzt meine Privatinsolvenz tatsächlich aufgehoben wurde wieso habe ich dann seit 5 Jahren nichts mehr von meinen Schulden gehört ?

2.Verjähren meine Schulden wenn sich niemand meldet?

  1. was soll ich jetzt tun? Weil ich möchte keine schlafenden Hunde wecken

VIELEN LIEBEN DANK FÜR JEDEN RATSCHLAG:)

Antwort
von mepeisen, 131

Die PI wird nach dem Schlusstermin aufgehoben. Das bedeutet, dass dann ab da die sogenannte Wohlverhaltensperiode beginnt.

Diese endet dann entsprechend nach der vorgesehenen Zeit mit der Restschuldbefreiung (so man sie beantragt hatte) oder auch nicht.

während der Wohlverhaltensperiode gibt es Obliegenheiten von dir. Insbesondere musst du normalerweise auch einen Umzug dem Gericht mitteilen. Teilst du diesen Umzug nicht mit, oder Arbeitgeberwechsel etc., kann es sein, dass dir am Ende die Restschuldbefreiung versagt wird und du damit am Ende von der Insolvenz außer Kosten nichts mehr hast. Die Schulden bleiben.

Wer hat dich in die Insolvenz begleitet? Hat dich dieser jemand (Anwalt/Schuldnerberatung) nicht vernünftig aufgeklärt? Kontaktiere schleunigst deinen ursprünglichen Schuldnerberater und bitte um Rat bzw. Klärung, was nun Sache ist.

Antwort
von Ronox, 102

Ein Insolvenzverfahren wird immer aufgehoben wenn die Masse verteilt wurde. Das ist bei Privatpersonen im Regelfall nach spätestens einem Jahr soweit. Danach läuft noch die restliche Zeit der Abtretungserklärung ehe die Restschuldbefreiung erteilt wird.

Aber auch in diesem Zeitraum solltest du eigentlich mit dem Treuhänder in Kontakt stehen, daher arbeitet dieser entweder extrem im Hintergrund oder du hast einfach keinen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt o.ä..

Antwort
von Pinkmelone123, 103

Hab noch was gefunden:

Es gibt unterschiedliche Formen, wie man ein Insolvenzverfahren einleiten kann. So hat z.B. bei einer Firma, Selbstständiger etc. eine Krankenkasse die Möglichkeit das Insolvenzverfahren einzuleiten, wenn der Schuldner nicht mehr die Beiträge zahlt.

Selbstverständlich hat auch der Schuldner die Möglichkeit ein Insolvenzverfahren über sein Vermögen wegen z.B. drohender Überschuldung, drohender Zahlungsunfähigkeit etc. zu beantragen.

Sobald der Antrag bei Gericht eingegangen ist eröffnet das zuständige Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren und nicht, wie unten beschrieben, der Insolvenzverwalter. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird alsdann der Insolvenzverwalter bestimmt z.B. ein Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Dieser hat dann die Aufgabe zu prüfen, ob man durch ein kontrolliertes Insolvenzverfahren den Schuldner sanieren kann oder auch nicht.

Wird ein Insolvenzverfahren aufgehoben, wie z.B. bei Dir beschrieben, heißt dies, dass eine Regulierung der Schulden mittels Insolvenzverfahren nicht mehr möglich ist. In Deinem Falle heißt es, es war nicht genug Geld da um alle Gläubiger zu befriedigen. Da nicht genügend Geld da war, erspart man sich zugleich auch die Schlussverteilung.

Mit diesem Verfahren ist der Schuldner aber nicht erledigt, wie unten beschrieben. Denn wenn er und dies ist meistens der Fall die Restschuldbefreiuung beantragt hat, wird diese nach Abschluss des Insolvenzverfahrens gerichtlich durch Beschluss angekündigt.

Mit Ankündigung der Restschuldbefreiung, die Du alsdann auch später in ersehen kannst, tritt die Wohlverhaltensphase ein. Nach Ablauf dieser Wohlverphaltensphase wird dem Schuldner wenn er alle Pflichten erfüllt hat, die Restschuldbefreiung erteilt. Dass heißt alsdann, dass der Schuldner dann schuldenfrei ist.

Ein Insolvenzverfahren kann also auch im Vorfeld gut sein um ggfls. eine Firma noch zu retten. Denn der Insolvenzverwalter hat durch Beschluss des Gerichtes soviele Möglichkeiten und kann den Gläubigern auch die Zwangsvollstreckung untersagen, was ja schon ohnehin durch Eröffnung des Insolvenzverfahrens geschehen ist.

Damit hat der Schuldner alsdann wieder ein wenig mehr Luft.

Kommentar von RainerBauer ,

Erst mal danke für deine Mühe :) damit hast du mir ein Stückchen weiter geholfen.

Ich finde es einfach nur komisch das meine Insolvenz aufgehoben wurde und von meinen Schulden nie wieder ein Wort gefallen ist. Ist das normal ? 

Ich will jetzt halt nicht unbedingt auf meine Schulden aufmerksam machen 

Kommentar von RainerBauer ,

Vorallem 5 Jahre kam keine Post mehr überhaupt das ich Schulden habe 

Kommentar von RainerBauer ,

Bsp. jetzt hab ich 20 000 € Schulden bei der Bank, da meine Privatinsolvenz ja aufgehoben wurde steht der Betrag ja bei der Bank noch offen. Wieso fordern die aber ihr Geld nicht zurück? 

Und bei mir ist es so das es mehreren Sachen Schulden offen .. Aber es kann doch nicht möglich sein das sich gar keiner meldet 

Kommentar von Pinkmelone123 ,

Du hast ja nichts, wie können die dann was von dir bekommen? :-)) und das würde ihnen ja allen auch vor 5 Jahren mitgeteilt.

Kommentar von Pinkmelone123 ,

Also, ich bin da auch Laie und hab mich nur so durchgelesen. Wenn du immer noch Bammel hast, dann ab zum Anwalt und ganz "oberflächlich" mal anfragen

Kommentar von RainerBauer ,

Ja du hast recht, am besten ich geh zum Anwalt und frag mal Oberflächlich nach :) 

Kommentar von Pinkmelone123 ,

So, wie ich das beim durchforsten vom www. verstanden habe ( siehe Wikipedia), musst du dir 6 Jahre nichts zu Schulden kommen lassen ( Auflagen eingehalten) und dann gibt es noch eine Schlussanhörung.

Antwort
von wilees, 103

Sind die Forderungen tituliert , verjähren Sie nicht.                      ( Oder erst nach ich glaube 30 Jahren )

Andere Ansprüche verjähren.

Kommentar von RainerBauer ,

Was meinst du genau mit tituliert?

Kommentar von wilees ,

Gerichtlicher Schuldtitel nach Mahnbescheid

Kommentar von RainerBauer ,

Da meine Privatinsolvenz ja lief wurde ja alles gerichtlich beschlossen. 

Kommentar von wilees ,

Das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun.

Kommentar von mepeisen ,

Doch. Alles, was zur Tabelle gemeldet ist, steht dem Rang eines Titels gleich. Aus der Tabelle heraus können Titel beantragt werden.

Antwort
von Pinkmelone123, 104

Wenn du Zeit hast, geh zum Anwalt, der auf sowas spezialisiert ist. Für ein beratungsgespräch muss man vielleicht nichts zahlen. Damit hast du keine schlafenden Hunde geweckt und du kannst ruhiger schlafen. Du musst dich aber, meiner Meinung nach, darum kümmern.

Viel Glück 

Kommentar von RainerBauer ,

Das habe ich auch schon überlegt zum Anwalt zu gehen, er muss ja aber meine akten anfordern . Somit würde ich die auf mich aufmerksam machen :/ 

Kommentar von Pinkmelone123 ,

Shit, da hast du recht! Aber du könntest zumindest allgemein mal anfragen ohne, dass er jetzt groß was unternimmt. Versuch es doch einfach. Schlimmstenfalls hast du nen hunderter gelassen.

Kommentar von mepeisen ,

Anwälte arbeiten doch nicht kostenlos.

Kommentar von Pinkmelone123 ,

Bei Einigen ( nur beratungsgespräch) schon. Musste wegen meiner Lehrstelle mal zu einem und das Beratungsgespräch hat mich nix gekostet. Ausserdem kann man Beikostenhilfe beantragen. Man zahlt es dann zurück, wenn man wieder flüssig ist, in Raten.

Kommentar von mepeisen ,

Ausserdem kann man Beikostenhilfe beantragen

Das können nur entsprechende Geringverdiener und davon steht hier nichts.

Bei Einigen ( nur beratungsgespräch) schon

Und ich kenne nur solche, die für ein Erstgespräch eine Pauschale von 150€ verlangen (dürfen sie). Mag sein, dass es irgendwo in Deutschland Wohltäter gibt. Aber die sucht man gewiss mit der Lupe.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten