Frage von rafendi, 41

Privatinsolvenz oder nicht - Lohnt es sich in meinem Falle?

Hallo Leute,

als Student nahm ich BAFöG in Anspruch, hatte aber das Studium abgebrochen und machte mich selbständig. Als Selbständiger lief es von Jahr zu Jahr immer besser, doch dann kam die Finanzkrise und es wurde schwieriger. Schließlich ließ ich mich anstellen und verdiene nun ungefähr 1400 € netto.

Ende 2013 begann ich das BAFöG (10.000 €) zurückzuzahlen. Derzeitiger Restbetrag ist 6220 € bei einer Restlaufzeit bis zur letzten Rate am 31.12.2020 mit jährlich 1260 €.

Nun erhielt ich aus meiner selbständigen Zeit Post vom Finanzamt mit einer Aufforderung zur Nachzahlung der Einkommensteuer (3000 €) und Umsatzsteuer (5000 €). Bei der Umsatzsteuer habe ich vorläufig 800 € überwiesen, um einen guten Willen zu zeigen, aber ich schaffe es einfach nicht die Umsatzsteuer, die vom Finanzamt max. in 6 Monaten zu tilgen ist, zurück zu zahlen, da eine Zahn-OP (3000 €) zu zahlen war und das Geld nicht mehr vorhanden ist, welches beiseite gelegt wurde. Daraufhin habe ich nun an das Finanzamt angeschrieben mit der Bitte um Aussetzung einer Vollziehung und warte nun auf deren Antwort. Zusammengefasst: Schulden insgesamt momentan: 13.400 € Lohnt sich in meinem Fall eine Privatinsolvenz anzumelden, falls das Finanzamt meinen vorgeschlagenen Ratentilgungsplan nicht akzeptieren sollte?

Mit besten Dank für eure Tipps

Antwort
von DieMoneypenny, 9

Bei einem Gehalt von 1.400 Euro werden etwa 220 Euro einbehalten (sofern Du keine Kinder hast oder sonstige Unterhaltspflichten) Gerechnet auf 6 Jahre ist das mehr als der Schuldenbetrag.
In einem verkürzten Verfahren von 3 Jahren, müsstest Du 35% der Summe aufbringen sowie die Verfahrenskosten selbst tragen. Dann wärst Du nach drei Jahren aus allem raus. Bei der Höhe der Schulden kein Problem. Das würde sich lohnen, denn mit einer monatlichen Zahlung von 220 Euro würdest Du ohne Insolvenz 5 Jahre brauchen (Zinsen nicht eingerechnet).
Ob Dir das Verfahren bei diesem Einkommen und dieser Schuldenhöhe genehmigt würde, kann ich aber nicht sagen.

Antwort
von SamQ84, 14

Privatinsolvenz sollte erst bei einer Schuldensumme von 25.000 €

gemacht werden, da bei Privatinsolvenz du 7 Jahre wohl oder übel Probleme haben wirst, allein wenn du einen neuen Job haben willst.

Beim FA kann auch abgesprochen werden das eine Ratenzahlung möglich ist, man sollte sich nur beim FA melden.

Bei einen Freund von mir hat die Schuldenberatung (bei den du vorsprechen musst) gesagt das es sich erst lohnt wenn man es wirklich nicht aufbringen kann, da es ja in Deutschland nur einmal möglich ist eine Privatinsolvenz zumachen.

Rechnung

(13.400 €:12 M):7J = 159 €

Solltest es dir möglich seinmehr  159€ pro Monat abzubezahlen lohnt sich die Privatinsolvenz nicht.

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