Frage von Poeticlover, 56

Privatinsolvenz / Steuererklärung?

Hallo liebe Community!

Ich bin seit kurzem in der Privatinsolvenz und lasse meine Steuererklärung für 2015 von einem Fachmann machen . Muss ich meine Steuererklärung den Insolvenzverwalter geben? Steht mir Rückerstattung vom Finanzamt vor der Wohlverhaltensphase zu oder erst in der Wohlverhaltensphase?

Ich bin in der Steuerklasse III.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von DwarfEnt, 33

Hallo,

wenn Du noch nicht in der Wohlvehaltensphase bist, kannst Du Dir die Mühe sparen, weil der Treuhänder für die Steuererklärung zuständig ist. Sollte es zu einer Erstattung kommen, geht das Geld automatisch vom Finanzamt an den Treuhänder.

Erst ab der Wohlverhaltensphase steht Dir die Steuererstattung wieder zu, allerdings erst für den Zeitraum ab Beginn der Wohlverhaltensphase.

Viel Glück

Kommentar von Poeticlover ,

Danke für deine Antwort! Ich bin ja verheiratet und mache mit meiner Frau zusammen die Steuern . Außergewöhnliche Belastung ,Kilometer usw. müsste ich doch ein Teil bekommen ?!  Mein Anwalt meinte bei 3/5 bekommt man ca,40% ,weil würde ich die Steuerklasse wechseln würde ich nix bekommen .

Kommentar von DwarfEnt ,

Hallo,

grundsätzlich geht die Erstattung vor der Wohlverhaltensphase automatisch an den Treuhänder. Das macht das Finanzamt einfach so. Außer Du hättest noch Steuerschulden, dann werden die vorher verrechnet.

Aus dem Grund macht es auch keinen Sinn, Aufwand in die Steuererklärung reinzustecken. Pflichtangaben eintragen, Steuerbestätigung dazu. Vergiss Belege und vergiss Kilometer und außergewöhnliche Belastungen. Das wird für Dich erst wieder in der Wohlverhaltensphase interessant.

Da die Erstattung Deiner Frau da mit drinnen ist, könntest Du beim Treuhänder beantragen, dass die Erstattung Deiner Frau zurückerstattet wird. Evtl. musst Du Dich dafür auch ans Insolvenzgericht wenden, wenn der Treuhänder blockt.

Was die Kilometer und die außergewöhnlichen Belastungen betrifft, kannst Du einen Antrag auf Erhöhung des unpfändbaren Betrages nach §850f ZPO formlos beim Insolvenzgericht stellen. Dort legst Du z.B. eine Berechnung bei, dass Dich die Fahrt zur Arbeitsstätte unverhältnismässig belastet. Siehe dazu auch folgenden Link

http://www.isb-insolvenzberatung.de/wissenswertes/erhoehung-des-unpfaendbaren-be...

Das Gericht kann dann entscheiden, die Pfändungsfreigrenze zu erhöhen.

Generell gilt also, Aufwände und Belastungen kannst Du nicht mehr über die Steuererklärung geltend machen, sondern nur noch über einen Antrag beim Insolvenzgericht.

Viel Glück

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