Frage von twiix, 18

private und soziale Pflegeversicherung Finanzierung?

Ich lese bei der privaten Pflegeversicherung überall:

"Die Höchstprämie ist gesetzlich festgelegt und darf nicht höher sein als der Höchstbetrag in der sozialen Pflegeversicherung."

  1. Was ist eine Höchstprämie überhaupt? Also was nutzt sie?

  2. Der Höchstbetrag beträgt 2016 in der sozialen Pflegeversicherung 99,58€ monatlich. Aber was ist das für ein Betrag? Etwa der höchste Betrag, den ein Versicherter der sozialen Pflegeversicherung zahlen muss? oder was?

Antwort
von FreierBerater, 18

Quelle: Internet  Bundesverfassungsgericht:

I.
Die privaten Krankenversicherungen mussten mit Inkrafttreten des SGB XI
auch mit solchen Mitgliedern einen Pflegeversicherungsvertrag
abschließen, die bereits pflegebedürftig waren.


II.
Würden für die so genannten pflegenahen Jahrgänge (ab 60 Jahre)
versicherungsmathematisch berechnete Prämien erhoben, so lägen sie über
dem Höchstbeitrag in der sozialen Pflegeversicherung. Dies ist jedoch
nach dem Gesetz nicht zulässig (§ 110 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe e SGB XI).
Um bei dieser Gruppe und erst recht bei den bereits Pflegebedürftigen
eine versicherungstechnische Unterdeckung zu vermeiden, wird für deren
Ausgleich von allen privat Versicherten ein in der Prämie nicht
gesondert ausgewiesener Umlageanteil erhoben.

III.

Eine weitere Durchbrechung der Risikoorientierung bei der Prämienbemessung folgt aus
teilweise unterschiedlichen Regelungen für die Personengruppe, die bei
Inkrafttreten des SGB XI bereits privat krankenversichert war
(Bestandsversicherte) und diejenigen, die sich ab diesem Zeitpunkt neu
privat krankenversichert haben (Neuversicherte): Bei
Bestandsversicherten darf die versicherungsmathematisch errechnete
Prämie nicht höher sein als der Höchstbetrag in der sozialen
Pflegeversicherung. Bei Neuversicherten kann von Anfang an die zu
zahlende Prämie diesen Höchstbeitrag übersteigen. Zudem muss ein
Bestandsversicherter für sich und seinen nicht oder nur geringfügig
verdienenden Ehepartner maximal 150% des Höchstbetrages (statt maximal
200%) in der sozialen Pflegeversicherung als Prämie bezahlen.
ZITAT ENDE
___

Da es sich um eine Pflichtversicherung handelt, müssen auch Kranke/Vorgeschädigte u.ä. angenommen werden. Eine risikogerechte Monatsprämie wäre dann vielleicht 600EUR für 1000 EUR Leistung! Das ist aber gesetzeswidrig - die Prämie auf den Höchstbeitrag "gedeckelt".  Alle anderen Versicherten zahlen einen (nicht ausgewiesenen) Zuschlag zum Ausgleich der vorgenannten Personengruppe; daher bezeichnet man die Versicherung als sozial.


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