Frage von Tomatenmark98, 58

Private Probleme mit Lehrerin bereden?

Hallo,

normalerweise schreibe ich nie in solche Foren wie dieses, jedoch ist es jetzt einfach mal zwingend notwenig, weil ich nicht mehr so recht weiter weiß. Ich bin 17 und vor gut 7 Wochen in die Oberstufe gekommen. Seitdem habe ich eine echt nette Lehrerin kennengelernt, welche ich 2 mal pro Woche im Biologieunterricht habe.

Ich kannte sie zuvor nicht und habe sie noch nie an unserer Schule zuvor gesehen, merke aber seit der ersten Stunde, in der wir sie hatten, dass sie eine Art Vertrauensperson für mich darstellt. Ich habe große Probleme mich mündlich am Unterricht zu beteiligen, sie weiß davon und akzeptiert es als meine einzige unterrichtende Lehrkraft, Jedoch weiß sie nicht, woher oder wieso ich diese Probleme habe, sondern nur, dass sie bestehen.

Der Auslöser dieser Probleme liegt sowohl im privaten als auch im schulischen Bereich und belastet mich sehr, sodass eine Beteiligung am Unterricht für mich momentan einfach kaum machbar bis unmöglich ist.

Diese Probleme gehen mir sehr nahe und belasten mich ziemlich, weshalb ich jemanden zum Reden brauche. Da die Probleme vor allem im privaten Bereich sind, ist in meiner Familie niemand, mit dem ich reden kann. Meine Freunde will ich ebenfalls mit diesen Problemen nicht belasten, da ich erst seit kurzem wieder einen Freundeskreis habe, was ebenfalls mit den schulischen Problemen zusammenhing. Dabei möchte ich nicht gleich bei meinen Freunden mit Problemen ankommen.

Wie gesagt sehe ich meine Bio-Lehrerin, aus welchen Gründen auch immer, als meine Vertrauensperson, obwohl ich sie erst 7 Wochen kenne. Sie war mir einfach von Anfang an sympathisch und kommt sehr gelassen, offen und freundlich rüber, sodass sie eine meiner Lieblingslehrerinnen geworden ist. Da sich meine Probleme momentan ziemlich intensivieren und ich Angst habe, wenn ich weiter alles förmlich in mich hineinfresse, dass es mir noch schlechter geht, brauche ich irgendwie dringend jemanden, der mir zuhört.. Hört sich vielleicht blöd an, ist aber so

Zudem möchte ich auf keinen Fall an eine andere Lehrkraft verwiesen werden, da mein Vertrauen oft genug missbraucht worden ist und ich sie nun als eigentlich einzige Person, der ich vertraue, sehe. Jedoch besteht bei mir große Angst, die wohl bestimmt auch berechtigt ist, dass sie vielleicht mit der gesamten Situation überfordert sein könnte und mich deswegen trotzdem an einen Vertrauenslehrer oder so verweisen möchte. Sie ist halt noch eine junge Lehrerin und hat noch nicht sehr viel Erfahrung in ihrem Beruf..

Sie wird mich ja außerdem noch 2 Jahre fast bis zu meinem Abitur begleiten, weswegen ich mir sehr unsicher bin...

Meine Frage ist nun, ob ich sie ansprechen kann ? Ist es wirklich sinnvoll, sie anzusprechen, auch wenn sie nicht meine Tutorin ist? Wie spreche ich sie an? Wie schildere ich ihr alles ohne, dass sie überfordert oder gar verstört ist und mich eventuell meidet?

Danke für alle Antworten im Vorraus (-:

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 16

Hallo Tomatenmark98,

du hast Probleme bei der mündlichen Beteiligung. Auslöser sind im privaten und schulischen Bereich. Das belastet dich. Die neue Lehrerin empfindest du als Vertrauensperson.

Du kannst mit ihr sprechen, aber sie muss auch bereit dazu sein.

Vorschlag: Du überlegst dir zunächst noch einmal, was die Auslöser sind und vorallem, was du bereits für eine Änderung unternommen hast.

Außerdem überlegst du, was du noch tun könntest, und zwar unter dem Gesichtspunkt: "Was kann ich schon alleine ohne Hilfe und Abhängigkeit von anderen erreichen?"

Du sprichst sie nach dem Unterricht an, stellst dich vor und fragst, ob sie mit dir mal über ein schulisches wie privates Problem sprechen kannst und wann.

Ambesten wäre dann ein Termin, wo ihr beide nicht durch Zeitdruck (.... ich muss aber jetzt ...) eingeschränkt seid.


Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 16

Du kannst sie natürlich ansprechen, und ich denke, sie wird dir im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen versuchen. Aber ihr sind da zeitlich enge Grenzen gesetzt, Lehrer sind Lehrer und keine Psychologen oder Therapeuten. Das ist wohl eher das, was du wirklich brauchst, wenn des dir so schlecht geht.

Kommentar von Tomatenmark98 ,

Vor etwa 7 Monaten war ich schon einmal bei einem Psychologen, durch die Erfahrungen dort selbst eine ehemalige Lehrerin von mir geschockt. Ein weiterer Lehrer war derartig entsetzt von dieser Psychologin, dass diese mittlerweile nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten darf, da sie schwerwiegende Fehler begangen hat, durch welche es mir mittlerweile schwer fällt, Vertrauen aufzubauen (Dies ist einer der Gründe, weswegen mein Vertrauen missrbraucht wurde) In Behandlung war ich bei der genannten Psychologin, wegen meiner mündlichen Leistung in der Schule, da diese quasi kaum vorhanden ist...

Meine jetzigen Probleme sind einfach nur derart schwierig vom familiären und schulischen Bereich, dass ich einfach einmal über alles reden muss, bevor ich in Depressionen o.Ä. rutsche, weil ich nicht drüber gesprochen habe...

Kommentar von chog77 ,

Hast du es mal bei der schulpsychologischen Beratungsstelle probiert.. Das sind die Spezialisten für psychisch bedingte Schulprobleme, nur weil ein Psychologe mies war, sind es lange nicht alle. Ich glaube, du brauchst wirklich mehr Hilfe, als ein Lehrer, der dich nebenberuflich coachen kann. Ich befürchte, dass wird die Ressourcen der Lehrerin übersteigen, vor allem wenn sie noch nicht lange im Beruf steht. Aber bevor du mit niemanden redest und es wirklich in einer Depression endet, sprich sie an.

Antwort
von Saurier61, 14

Hallöle Tomatenmark...

du solltest nicht mit deiner Lehrerin reden... einige Gründe die dagegen sprechen, hattest du ja selbst schon erkannt. Es reicht, dass sie es akzeptiert, dass du dich im mündlichen Unterricht kaum/nicht beteiligst.

Begib dich lieber auf die Couch... sprich such dir einen Therapeuten...

denn der ist dafür da, sich deine Probleme anzuhören und kann dir auch kompetent helfen.

Besorge dir bei mehreren Therapeuten einen Termin... denn a) dauert es immer lange, bis man einenTermin bekommt 

und b) wenn die Chemie nicht stimmt, hast du gleich einen Anderen zur Hand... 

Termine die dann nicht mehr brauchst kannst du dann canceln.

Lieben Gruß vom Saurier


Antwort
von Spielwiesen, 6


In Anbetracht deiner ausführlichen Vorrede klingt es nach einem komplizierten und sehr persönlichen Hintergrund, den nicht mal deine Familie kennt und erfahren soll. 

Ich finde, du solltest versuchen, deine 'Offenbarung' in Schritten rüberzubringen, um vielleicht nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, oder?

Formulier es doch so, dass sie die Wahl hat, darauf anzuspringen, aber evtl. auch, sich zu distanzieren, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Das fände ich wichtig in Anbetracht der zwei Jahre, die ihr euch noch regelmäßig begegnen werdet. Ich glaube aber, sie ist Profi genug, um mit solch einer Situation klarzukommen. 

Anderer Ansatz: was wäre, wenn du deinen Fall vorab hier formuliertest? Hier bist du ganz anonym. Du schreibst sehr gut und flüssig und sehr nuanciert - da kann ich mir gut vorstellen, dass du dich in diesem Forum - wo auch einiges an differenzierendem Tiefgang möglich ist, sofern man stilistisch und rhetorisch entsprechend rüberkommt - schon mal vortasten könntest.

Meinem Gefühl nach ist deine Lehrerin aber dabei, gerade mehr als deine Vertrauenslehrerin zu werden, richtig?

Ich hoffe, du wirst es leicht haben. Alles Gute

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