Frage von Maarduck, 46

Private Pflegezusatzversicherung um die Mehrkosten im Pflegefall abzudecken, sinnvoll?

Bekanntlich zahlen die Krankenkassen bei Pflegebedürftigkeit den größten Teil der anfallenden Kosten. Ist es trotzdem sinnvoll die restlichen Kosten privat abzudecken?

Ich bin 59 und gesund. Nach den Worten meiner Hausärztin gesund wie ein 17-Jähriger (sic!). Meine Tochter hat schon gesagt, dass sie mich gerne im Alter pflegen würde, sofern erforderlich. Wie teuer wäre für mich monatlich eine private Pflegezusatzversicherung? Was würde die bei anerkannter Pflegestufe zahlen?

Antwort
von Barmenia, Business Partner, 5

Hallo, Maarduck,

das ist echt ein wichtiges Thema!!!!!  

Viele denken, dass sie durch die Gesetzliche Pflegeversicherung ausreichend abgedeckt sind. Tatsache ist aber: Die Pflegepflichtversicherung ist eine "Grundversorgung " und kommt nur für einen Teil der anfallenden Kosten auf. Im Pflegefall muss daher mit hohen Eigenbeteiligungen gerechnet werden. Die Rente reicht in den meisten Fällen nicht aus, um diese Kosten zu bezahlen. Die Folge: Ersparnisse müssen aufgelöst werden und im schlimmsten Fall werden deine Kinder in die Verantwortung genommen. Du siehst, wie sinnvoll eine private Absicherung deshalb ist! 

Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung kannst du das verhindern, und deine Ersparnisse sowie deine Familie schützen. Vielleicht magst du dir ja einmal auf unserer Homepage dazu die Möglichkeiten ansehen.  

Es gibt sogar Produkte, die staatlich gefördert werden:

 

 

http://www.barmenia.de/de/produkte/krankenversicherung/pflegetagegeld/deutsche-foerder-pflege.xhtml

Einen konkreten Beitrag kann ich dir hier gar nicht nennen. Der Beitrag hängt ab von dem jeweiligen Tagegeld was du wählst, deinem Eintrittsalter und auch von der jeweiligen Art der Pflegezusatzversicherung. 

Die Höhe der Leistung richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe. Hier ist auch noch einmal ein Beispiel für dich: 

http://www.barmenia.de/de/produkte/krankenversicherung/pflegetagegeld/deutsche-f... 

Ich wünsche dir, dass du weiterhin so gesund bleibst! 

Viele Grüße 

Michael vom Barmenia-Team  

Antwort
von kevin1905, 19

Bekanntlich zahlen die Krankenkassen bei Pflegebedürftigkeit den größten Teil der anfallenden Kosten.

  1. Zahlt die Krankenkasse überhaupt nichts bei Pflegebedürftigkeit, sondern wenn dann die Pflegekasse.
  2. Und ferner zahlt sie nicht den Großteil der Kosten. Vollstationäre Pflege PS3 kostet im Schnitt etwa 3.500,- € pro Monat. Die Pflegekasse leistet aber maximal 1.550,- €. Den Rest hat der zu Pflegende selbt zu tragen, alternativ das Sozialamt. Dies nimmt aber die Angehörigen direkter Linie in Regress. Es gibt kaum etwas vermögensvernichtenderes als eine Pflegebedürftigkeit.

Jetzt rechne doch mal nach was das kosten würde, wenn du z.B. 1 oder 2 Jahre in der entsprechenden Pflegestufe wärst (23.400,- € bzw. 46.800,- €). Verdienst du Netto so viel bzw. würdest so viel Nettorente bekommen?

Meine Tochter hat schon gesagt, dass sie mich gerne im Alter pflegen würde, sofern erforderlich.

Das klappt vielleicht in PS I für einige Zeit bei häuslicher Pflege, aber selbst das kann sich schnell ändern. Ferner sollte es dein Anliegen sein, deinen Kindern diese Bürde nicht aufzulasten.

Preislich ist das schwer zu sagen, hat auch mit der Umstellung durch das Pflegereformgesetz zu tun. Unter 100,- € p.M. wirst du aber, aufgrund deines Alters schwerlich wegkommen, wenn du die Lücke komplett schließen willst.

Antwort
von DolphinPB, 19

Der Preis hängt sehr davon ab welche Pflegestufen mit welcher Leistung pro Monat abgedeckt werden sollen. Da kann der Monatsbeitrag z.B. für eine Pflegetagegeldversicherung zwischen 20 und 120 Euro liegen.

Antwort
von NamenSindSchwer, 15

Bekanntlich zahlen die Krankenkassen bei Pflegebedürftigkeit den größten Teil der anfallenden Kosten.

Also das wär mir dann neu...

Wie viel eine Pflegezusatzversicherung kostet hängt unmittelbar damit zusammen wie hoch das Pflegetagegeld versichert wird. Die Höhe der Versicherungsleistung ist also ebenfalls individuell festzulegen.

Bitte beachte, dass zum 01.01.2017 im Bereich Pflegeversicherung eine Gesetzesänderung in Kraft tritt, die aus den aktuell 3 Pflegestufen dann 5 Pflegegrade macht. Das sollte natürlich auch bei einer Zusatzversicherung berücksichtigt werden.

Antwort
von casybeny, 12

Hallo

Ich kann erst einmal “Kevin 1905 “ und “DolphinPB“ voll zustimmen. Die Kosten variieren auch je nach Anbieter . Und es muss natürlich auch individuell genau geschaut werden. Wenn Sie mir eine persönliche Nachricht senden könnte ich Ihnen verschiedene Angebote erstellen , und sie Beraten.

LG

casybeny

Antwort
von rena101955, 5

Ich habe die Problematik schon ganz gut verstanden! Selbstverständlich muß man auch von Fall zu Fall individuell entscheiden, ob eine Pflegezusatzversicherung  sinnvoll ist, oder nicht! Zu dem hier vorliegenden Fall eines 59-jährigen völlig gesunden Mannes habe ich lediglich ausgesagt, wie ich handeln würde! Dass Versicherer und Versicherungsmakler hier andere Argumente haben, ist nicht unverständlich!

Antwort
von rena101955, 14

Soweit mir bekannt, ist eine zusätzliche Pflegegeldversicherung eine reine Risiko-Versicherung, d.h., solltest Du diese nicht in Anspruch nehmen müssen, sind die eingezahlten Beiträge futsch! Da bei Deinem jetzigen Gesundheitszustand nicht davon auszugehen ist, dass kurzfristig eine Pflegebedürftigkeit bestehen wird, würde ich eher dazu raten, monatlich einen festen Betrag hierfür zu sparen; denn dieses angesparte Geld kann dann auch, wenn es nicht für Pflege benötigt wird, für andere Zwecke genutzt werden!

Kommentar von NamenSindSchwer ,

Ach, und wie viel soll man da so sparen wenn im Pflegefall schnell mal 1000€ Kosten pro Monat auf einen zukommen und das gegebenenfalls über mehrere Jahre hinweg?

Kommentar von kevin1905 ,


Soweit mir bekannt, ist eine zusätzliche Pflegegeldversicherung eine
reine Risiko-Versicherung, d.h., solltest Du diese nicht in Anspruch
nehmen müssen, sind die eingezahlten Beiträge futsch!

Ein Pflegetageld ist natürlich eine reine Risikoversicherung. Sie wird nach Art der privaten Krankenversicherung kalkuliert.

Es gibt als Gegenmodell noch die Pflegerente. Ist aber nicht mein Favorit, da eine Rente auch steuerlich etwas anderes ist als ein Tagegeld.


Da bei Deinem jetzigen Gesundheitszustand nicht davon auszugehen ist, dass kurzfristig eine Pflegebedürftigkeit bestehen wird, würde ich eher dazu raten, monatlich einen festen Betrag hierfür zu sparen; denn dieses angesparte Geld kann dann auch, wenn es nicht für Pflege benötigt wird, für andere Zwecke genutzt werden!

Und schon wieder hat jemand das Problem nicht verstanden.

  1. Die Kosten einer Pflegebedürftigkeit sind dir überhaupt nicht klar.  Damit er die vollstationäre bezahlen kann, müsste er monatlich knapp 2.000,- € weglegen. Wie viele Leute kennst du dies das können?
  2. Die Haftungsansprüche des Sozialamts. Angehörige gerader Linie werden zur Kasse gebeten und wer Netto so gerade über Durchschnitt liegt darf dann monatlich Geld abdrücken für die Pflege der Eltern, der Geschwister oder des Ehegatten. Laut einem aktuellen BGH Urteil, ist Elternunterhalt ggf. sogar vorrangig vor der eigenen Altersvorsorge.
  3. Nehmen wir das Beispiel aus meinem Beitrag. 1 Jahr in PS III. Das sind 23.400,- € Kosten, die die Pflegepflichtversicherung NICHT trägt. Diese müssten ja angespart werden. Wie lange braucht man dafür? Wenn man tatsächlich 2.000,- € im Monat weglegen kann etwa 24 Monate. Aber was wenn ich in einem Jahr Pflegefall werde, so durch Unfall z.B.? *rschkarte?
  4. Jetzt setz das ganze mal in Relation. Fragesteller wird mit 80 zum Pflegefall, stirbt mit 81, war in PS III. Bei einem geschätzten Beitrag von 100,- € im Monat, kommt er etwa auf Plus-Minus-Null.
  5. Vielleicht möchte der Fragesteller seinen Kindern was vererben. Wenn aber keine Masse da ist, weil das Sozialamt alles kassiert hat, was dann?

Jede Versicherung die mit Beitragsrückgewähr wirbt, wenn nichts passiert ist eine Mogelpackung. Man zahlt höhere Beiträge, die dann meist in einem unlukrativen Anlagemodell angesammelt werden. Aber auch dann sind die Beitragsanteile, die auf die Risikoabsicherung entfallen weg.

Antwort
von Sogemacht, 25

Würde ich nicht machen, weil sich dann der Staat sukzessive aus seiner Verantwortung stiehlt. Also wie bei den Pensionen, Stichwort: private Vorsorge, zweites, drittes Standbein. 

Du hast dein Leben lang eingezahlt. Die sollen mit deinem Geld ordentlich wirtschaften!

Davon abgesehen glaube ich nicht, dass eine Pflegeversicherung, die, sagen wir, 50 Euro im Monat kostet, den großen Unterschied machen wird, wenn man bedenkt, dass ein Monat Altenheim gerne mal 6000 Euro kostet.

Also, ich würde das Geld sparen und irgendwann deiner Tochter geben. 

Kommentar von DolphinPB ,

Unsinn, die Leistungen der Pflegepflichtversicherung reichen hinten und vorne nicht. Und offenbar haben Sie keine Ahnung was private Pflegezusatzversicherungen leisten, hauen hier aber wacker irgendwelche pauschalen Aussagen raus.

Kommentar von kevin1905 ,

Also, ich würde das Geld sparen und irgendwann deiner Tochter geben. 

Wenn der Fragesteller mal Pflegefall ist, holt sich das Sozialamt das gesparte Geld um die Pflege zu bezahlen. Dann ist nichts mehr für die Tochter übrig, es sei denn der Fragesteller nippelt - auf deutsch gesagt - zeitnah ab, bevor er in PS III landet.

Reicht auch das Geld nicht, wird die Tochter zur Kasse gebeten.

Kommentar von Sogemacht ,

Mag sein, darum rate ich generell dazu, Erspartes zeitnah an Angehörige weiterzureichen, bevor der Staat zugreift.

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