Frage von Alanis24, 85

Private oder gesetzliche Krankenkasse für angehende Selbstständige?

Nachdem Studium noch keine feste Anstellung, daher vom eigenen gesparten Geld im Moment lebend (keine Sozialhilfe oder Hartz IV) und mit der Planung als Selbstständiger zu arbeiten. Welche Krankenkasse wäre zu empfehlen? Gesetzlich oder privat?

Antwort
von Apolon, 27

Eine PKV für einen Selbständigen kann man dann empfehlen, wenn seine Tätigkeit einen mtl. Gewinn von mindestens 4.000 € abwirft.

Der mtl. Betrag incl. Krankentagegeld und Pflegeversicherung dürfte so bei mindestens ca. 350 € liegen unter der Voraussetzung dass er kern gesund ist und das Eintrittsalter von 28 Jahren nicht überschritten hat.

Man sollte aber nicht den billigsten Tarif wählen, sondern einen guten Leistungstarif.

Außerdem sollte der Selbständige auch darüber nachdenken, dass seine Kinder auch privat versichert werden müssten.

Und wenn seine Ehefrau selbst nicht arbeitet, dann wird diese entweder auch privat über ihn versichert mit eigenem Beitrag, oder er müsste diese freiwillig versichern, und die Hälfte seines mtl. Einkommens wird als Berechnungsgrundlage berücksichtigt. 

Daher mein Tipp:  bleibe vorerst in der GKV und schließe eine Zusatz-Krankentagegeldversicherung über die PKV ab.

Gruß N.U.

Antwort
von kevin1905, 35

Gesetzlich, ohne wenn und aber.

Die meisten privaten würden dich ohne entsprechendes Einkommen ohnehin nicht nehmen und ich als Makler würde auch nicht 5 Jahre dafür haften wollen, dass dein Geschäft läuft.

Du kannst einen sog. Optionstarif privat absichern, damit frierst du quasi deinen heutigen Gesundheitszustand ein, wenn du später vielleicht mal wechseln willst (Wenn dein Gewinn deutlich 4-stellig im Monat ist).

Antwort
von Bleistein, 47

Die private Krankenversicherung ist für alleinstehende Selbständige zwar oft günstiger, als die GKV (je nach Einkommen), aber sie ist als Sparmodell nicht geeignet.

Einige gestzliche Kassen nutzen ihren Spielraum und senken die Mindestbeiträge für junge Selbständige (befristet). Solange man sich finanziell auf wackeligen Beinen befindet, ist das eine gute Sache.

Bei der Überlegung für das eine oder andere System solltest Du Dich nur auf die Leistungen konzentrieren. Wenn Du einen Topschutz haben möchtest, schau Dir die PKV an. Wenn Dir der normale Schutz + ggfs. einzelne Zusatzversicherungen genügt, dann bleibe in der GKV. Die gesetzlichen Beiträge sind mit Deinem Einkommen (innerhalb bestimmter Grenzen) verknüpft.

Wenn Du erfolgreich bist und die GKV-Beiträge in Richtung Höchstbeitrag gehen, dann kannst Du einen Wechsel noch einmal in Betracht ziehen. Dazu gibt es übrigens Optionstarife bei den PKV-Gesellschaften. Heute abschließen, Gesundheitszustand "einloggen" - dann kann später nichts dazwischen kommen. Kostet monatlich unter 5 EUR.


 

Kommentar von Bleistein ,

von www.dak.de:

* Sonderfall für Existenzgründer, die Förderleistungen der Agentur für Arbeit beziehen, sowie (auf Antrag) bei niedrigen Einkünften unter 2.178,25 EUR:

  • Mindestbemessungsgrundlage 1.452,50 EUR
  • monatlicher Mindestbeitrag in der Krankenversicherung 225,14 €, mit Krankengeldanspruch 233,86 EUR
  • monatlicher Mindestbeitrag in der Pflegeversicherung: 34,13 EUR oder mit Beitragszuschlag bei Kinderlosen ab 23 Jahren 37,77 EUR
Antwort
von heide2012, 53

Nimm die gesetzliche, die kannst du dir auf jeden Fall als freiwillig Versicherter leisten.

Die private KV  ist auf jeden Fall teurer (vor allem mit zunehmendem Alter) und wird ab Januar noch einmal empfindlich erhöht werden.

Du kannst zur gesetzlichen ggf. ein privates Zusatzversicherungspaket abschließen für Zahnersatz, Sehhilfe, Reisenkrankenversicherung, Chefarzt und was es sonst alles noch so gibt - erkdundige dich halt.

Antwort
von NamenSindSchwer, 17

Fürs Erste definitiv gesetzlich freiwillig. Ist mit Existenzgründer Nachlass vermutlich sogar günstiger. Nach ein paar Jahren kann man da gern nochmal schauen wie das Geschäft dann tatsächlich läuft und ob man sich die PKV überhaupt leisten könnte (und auch dann müssen natürlich noch Vor- und Nachteile abgewogen werden).

Antwort
von eulig, 40

bei dieser Überlegung musst du weit in die Zukunft schauen. man wird nicht jünger und auch nicht gesünder. die PKV versichert das Gesundheitsrisiko und das wird natürlich nach und nach teurer.

und wenn du eine Familie gründen willst, dann solltest du auf die PKV gänzlich verzichten. das bringt dir, Frau und Kind überwiegend Nachteile und ist unterm Strich unter Umständen ein sehr teures Pflaster.

und wenn die Selbständigkeit mal nicht mehr ist, keine Beschäftigung in Aussicht ist, keine ALG1 gezahlt wird, dann bleibt man weiter PKV und muss die Beiträge weiter selbst zahlen.

Kommentar von kevin1905 ,

Das Jobcenter muss die Kosten für den Basistarif tragen.

Kommentar von eulig ,

wenn er denn auch Alg2 beziehen und er den Basistarif haben wollen würde.

Expertenantwort
von siola55, Community-Experte für Versicherung, 28

Hi Alanis24,

da findest du 'ne Menge Hinweise, Infos und Tipps in klicktipps.de unter "Eigenes Gewerbe gründen" u.a. auch wg. der Krankenkasse in Teil 3 bzw. hier in dem Link: www.klicktipps.de/gewerbe3.php#krankenkasse

Viel Erfolg damit wünscht dir siola55 ;-)

Antwort
von Menuett, 18

Auf alle Fälle gesetzlich. Zusatzbonbons kannst Du Dir privat immer noch zukaufen.

Aber sobald da eine Familie gegründet werden soll und Kinder ins Spiel kommen oder Du einfach alt wirst, kommst du so einfach aus der Privaten nicht mehr heraus und die wird dann richtig teuer.

Antwort
von AlexanderLoewe, 16

Das hängt ganz von Deinem Einkommen als Selbständiger UND natürlich von Deinen Leistungsansprüchen im Krankheitsfall ab. Zur Orientierung, mit welchen Beiträgen Du rechnen müsstest, vergleichst Du am besten mal die Tarife in einem unabhängigen Vergleichsportal. Ich kann Dir ANONYMIO.DE empfehlen, da musst Du keine persönlichen Angaben machen... LG, Alex

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 29

Wie bist du denn JETZT versichert?

Während der Eixistenzgründung kannst du auf Antrag bis zu 3 Jahren zum Mindestbeitragssatz von ca 170 € versichert werden. Dabei läufst du aber Gefahr, Nachzahlungen leisten zu müssen.

Dies passiert aber natürlich nur, wenn deine Selbständigkeit auch Früchte trägt.

Kommentar von Alanis24 ,

Mindestbeitragssatz von ca 170 € habe ich momentan. Dieser wäre schon der niedrigste Beitrag? 

Kommentar von DerHans ,

Incl. Pflegeversicherung

170,00 wäre der Beitrag bei einem BRUTTO einkommen von etwas über 1.000 €.

Wenn du als Selbständige weniger verdienst, bleibst du besser zu Hause.

Kommentar von kevin1905 ,

Auch der Existenzgründer ist hauptberuflich Selbständig und darf nicht mit weniger als 257,- € im Monat verbeitragt werden.

Antwort
von jimpo, 20

Würde zur gesetzlichen Krankenkasse raten.

Antwort
von grubenschmalz, 7

Gesetzlich.

Antwort
von Weichloeter, 23

die, die du dir leisten kannst, stichwort "beitragsbemessungsgrenze"

Kommentar von wurzlsepp668 ,

für einen Selbständigen gilt die Betragsbemessungsgrenze?

Kommentar von kevin1905 ,

Als Höchstgrenze schon für den Beitrag auf das Einkommen.

Wenn er aber als Selbständiger mehr als 4.237,50 € im Monat an Gewinn hat und das als Gründer, revidiere ich ggf. meine Aussage aus meinen Beitrag! :D

Er meint wohl die Versicherungspflichtgrenze, die ist aber irrelevant für Selbständige.

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