Frage von ceriada, 122

Private Krankenversicherung, wie kommt man als Rentner da raus?

Mein Mann ist privat Krankenversichert. Dieses Jahr hat die DKV den monatlichen Beitrag um 45€ auf 445 € erhöht. Nun haben wir Zukunftsängste, wenn das so weiter geht, sind wir in 2 Jahren Sozialhilfeempfänger, da unser Polster wegen geringer Rente und die steten Teuerungen in allen Bereiche die Schwindsucht erleidet. Wie sieht das denn mit den Beiträgen aus, wenn man zum Sozialfall wird, der Staat zahlt doch auch nicht den hohen Beitrag? Gibt es keine Möglichkeit aus der Privaten raus zu kommen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Apolon, 41

 Private Krankenversicherung, wie kommt man als Rentner da raus?

Wenn er bereits das 55. Lebensjahr erreicht hat, gibt es keinen Weg mehr in die GKV.

 Dieses Jahr hat die DKV den monatlichen Beitrag um 45€ auf 445 € erhöht.

Nach dem die Frage sich auf einen Rentner bezieht, gehe ich mal davon aus, dass dein Mann Angestellter ist und einen Verdienst über der Jahresarbeitsentgeltgrenze hat.

Dies bedeutet doch dann, dass er von den 445 € nur die Hälfte zahlt, also 223 € (den Rest zahlt doch der Arbeitgeber).

Würde er als freiwilliges Mitglied in der GKV versichert sein, müsste er doch mindestens 100 € pro Monat mehr zahlen.

Weshalb legt er diese 100 € mtl. nicht in eine Altersvorsorge an - z.B. in eine betriebliche Altersvorsorge ?  Alternativ gibt es bei seiner Krankenversicherung sicher auch einen Tarif  Beitragsentlastung im Alter, der dann die Beiträge ab dem Rentenalter reduziert.  Auch an diesem Tarif-Beitrag beteiligt sich der AG.

Ergänzend sollte man auch nicht vergessen, dass die Deutsche Rentenversicherung sich im Alter an den Beiträgen der PKV beteiligt.

Dann fällt mit dem 60. Lebensjahr der gesetzliche Zuschlag von 10 % weg. Bei Renteneintritt wird der Krankentagegeldtarif nicht mehr benötigt und die Altersrückstellungen werden auch noch berücksichtigt.

Und wenn alle Stricke reißen, können PKV-Versicherte die bereits 2009 PKV-versichert waren in den preisgünstigen Standard-Tarif in der PKV wechseln. Vergleichbar mit der GKV vom Beitrag und der Leistung.

Also weshalb macht man sich Gedanken über einen Wechsel in die GKV.

Auch sollte man daran denken, dass die Leistungen in der PKV umfangreicher und auch besser sind als in der GKV.

Um den Standard einer PKV zu erreichen, müsste man ja auch noch Zusatzkrankenversicherungen als GKV-Versicherter abschließen. Auch diese Kosten spart man doch.

Gruß N.U.

Antwort
von DolphinPB, 44

Hier wäre unbedingt ein Tarifwechsel gem. § 204 VVG zu prüfen, aber Vorsicht - das geht garantiert in die Hose wenn wenn man das "einfach mal so" als Privatmensch ohne Kenntnisse hierüber und ohne fachliche Hilfe versucht.

Als Erstes würde ich mich an den zuständigen Betreuer des DKV-Vertrages wenden.

Antwort
von oldkurt, 22

Wenn Ihr Mann vor 2009 in der PKV war hat er die Möglichkeit in den Standardtarif der DKV zu wechseln. Dieser ist sogar, was Leistungen angeht, noch etwas besser aufgestellt als der Basistarif. Ansonsten innerhalb der DKV nach §204 VVG unter Mitnahme der Rückstellungen anfragen. Übrigens ist eine PKV auch eine Solidargemeinschaft in der einem geholfen wird wenn es denn möglich ist. Dieser Link wird Ihnen viele nützliche Infos geben bzgl. Standard / Basistarif etc.
http://www.finanztip.de/pkv-standardtarif/

Antwort
von kevin1905, 59

GKV Zug ist abgefahren.

Es bleibt ein Tarifwechsel nach § 204 VVG oder der Basistarif.

Antwort
von peterobm, 73

http://www.finanztip.de/pkv-rueckkehr-gkv/

da wir eure Verhältnisse nicht kennen, sag ich mal keine Chance. 

Kommentar von ceriada ,

Danke für den Link, der ist wenigsten aufschlussreich! Doch die Zukunftsangst bleibt!

Antwort
von SupraX, 78

Bei Geldmangel bleibt nur der Wechsel in den Basistarif, wenn möglich. Bei Hilfsbedürftigkeit wird der Beitrag halbiert. Ist auch das noch zu teuer sind Zuschüsse vom Amt möglich. Eine Rückkehr in die GKV ist als Rentner jedoch kaum mehr möglich. Und das ist auch gut so.

Kommentar von ceriada ,

Danke für die Antwort. Den Basistarif kann man sich schenken, dort ist man nur versichert, wenn man ins Krankenhaus muss und /oder im Sterben liegt. Kein Arzt wird dir Blutdruck messen oder Blutuntersuchungen machen, wenn du das nicht privat bezahlst. Den Tarif hatten wir schon! Wieso ist das gut, dass Rentner nicht in die GKV kommen dürfen?

Kommentar von SupraX ,

Der Basistarif bietet in etwa die Leistungen der GKV (zumindest in der Theorie).

Einen Link über die Wechselmöglichkeiten hast du ja schon vom User peterobm bekommen.

Eine Versicherung funktioniert, in dem sehr viele Menschen in einen gemeinsamen Topf einzahlen und dann im Bedarfsfall wieder Geld aus diesem Topf zu bekommen. Es ist einfach nicht in Ordnung als gesunder junger Mensch in die PKV zu wechseln, von den Vorteilen und Privilegien zu profitieren und der Gemeinschaft der GKV den Rücken zu kehren. Man zahlt nichts in die Gemeinschaft ein, möchte dann aber im Alter, wenn die PKV dann richtig teuer wird und erste richtige Krankheitskosten entstehen, dann doch wieder von der Solidargemeinschaft aufgegangen werden. Das ist einfach nicht in Ordnung. Man möchte genau das verhindern, dass sich zahlungskräftige gesunde Menschen dem System GKV entziehen und dann im Alter aber zu Lasten der Allgemeinheit doch wieder wechseln. Und genau das ist auch richtig so.

Kommentar von ceriada ,

Mein Mann ist jetzt 78 Jahre alt, also ein Wechsel ist nicht mehr möglich, das habe ich dank Ihrer Antworten begriffen. Zur Lage möchte ich noch ergänzen, dass mein Mann eine Firma hatte, die Fenster und Wintergärten gefertigt und eingebaut hat. Also war er selbständig und nach dem Anfang hat er auch gut verdient. Leider hat sein Versicherungsvertreter ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, dass er schon Vorkasse in die PKV einzahlen kann, das hätte er gerne gemacht. War auch nachlässig von ihm, diese Police nicht durchzulesen, er hat sich eben auf seinen Steuerberater und Versicherungsfachmann verlassen. Nun hat er seine Firma seinem Sohn übergeben und das Privathaus zur Liquidität ihm geschenkt. Sohnemann hat ihm jetzt den Rücken gezeigt und damit mein Mann nicht so leiden muss, sind wir mit dem Abfindungsgeld aus dem Privathaus ausgezogen worden, weil Sohn das Haus verkauft hat. Es sind so viele Fehler gemacht worden und Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, das wissen wir auch. Habe nur versucht hier evtl. einen Tipp zu bekommen, ob doch noch ein Schlupfloch zu erkennen ist, aber für die Kleinen ist das nicht möglich. Unsere Abfindung ist bald alle und bis dann resignieren wir. Und wie das mit der Solidaritätgemeinschaft in Deutschland aussieht, dass bekommen wir fast täglich im Fernsehen vorgeführt. 

Danke für Ihre Antworten und für Ihre Zeit, die Sie mir geschenkt haben. Liebe Grüße

Kommentar von SupraX ,

Das ist natürlich eine unglückliche Situation für euch. Es war auch nicht meine Absicht auf irgend jemandem herumzuhacken. Ich halte überhaupt nichts von nachtreten, wenn jemand sowieso schon am Boden liegt. Darüber groß zu diskutieren ist ebenfalls sinnlos, weil die Situation jetzt nun einmal so ist wie sie ist und sich nicht ändern lässt.

Trotz allem muss man eben rein sachlich sehen, eure Situation ist sehr schlecht - aber komplett selbst verschuldet, wie du ja schon selbst erkannt hast. Da hätte man einfach viel früher aktiv werden müssen (und statt der Vorauszahlung an die PKV zum Beispiel dann eben private Rücklagen bilden können). Nicht erst jetzt wo bereits alles in Trümmern liegt und der Zug quasi endgültig abgefahren ist.

Was du meinst mit "bekommen wir täglich im Fernsehen vorgeführt" verstehe ich nicht. Aber ist wohl auch nicht so wichtig.

Alles Gute.

Kommentar von ceriada ,

Was du meinst mit "bekommen wir täglich im Fernsehen vorgeführt" verstehe ich nicht. Aber ist wohl auch nicht so wichtig.

Danke für deine Antwort. Mit dem oben zitierten meine ich die vielen Steuerflüchtigen (u.a. Panama), einige Nachbarländer, die Flüchtlinge nicht aufnehmen und die vielen Disounter, die ihre Belegschaft ausbeuten, mal so grob gesagt. Auch die Selbstbedienung unserer Minister und Staatsangestellten die sich jedes Jahr über Gebühr (im Vergleich zur Lohn/Rentenerhöhung) die Tandiemen/Diäten erhöhen, obwohl der Steurzahler ihre Pensionen bestreitet. Die Liste wäre fortzusetzten, dir fallen bestimmt noch Beispiele ein ;) Liebe Grüße

Kommentar von Underfrange ,

Bitte nicht verwechseln mit dem "Notlagentarif"

Antwort
von Griesuh, 43

Genau deshalb rate ixch immer wieder ab sich privat zu versichern:

Zitat
Dieses Jahr hat die DKV den monatlichen Beitrag um 45€ auf 445 € erhöht.
Nun haben wir Zukunftsängste, wenn das so weiter geht, sind wir in 2
Jahren Sozialhilfeempfänger,........

Deshalb rate ich immer wieder: selbstständige und Menschen die die   Beitragsgrenze überschreiten sind mit einer freiwilligen Versicherung in der GKV = gesetzl. Krankenversicherung, kostengünstiger versichert und besser aufgehoben. Insbesondere im Rentenalter.

Die PKV interessiert die Höhe deiner Rente nicht. Die Buchen die Beiträge deiner Abgeschlossenen Versicherungen knadenlos ab.

Bei der GKV zahlst du den üblichen Beitragssatz berechnet auf deine Rentenhöhe.

Eine Rückkehr als Rentner in die GKV ist kaum noch möglich.

Jetzt bleibt euch nur noch übrig: alle Verträge  bis auf die Basisversicherung

bei der GKV zu kündigen.

In der Basisversicherung muss die PKV die gesetzl. vorgegeben mind. Leistungen anbieten.

Und somit steht ihr schlechter da als GKV versicherte.

Die GKV bietet jedoch meist deutlich mehr an Leistungen. Diese stehen dann in den Satzungen der Kassen als sogenannte Satzungsleistungen.

Kommentar von DolphinPB ,

Schön, das Ganze, aber weiter hilft es dem Fragesteller nicht.

Und, es ist viel zu pauschal und auch noch teilweise falsch (z.B. kein Unterschied zwischen pflicht- und freiwillig versichertem Rentner)

Kommentar von Griesuh ,

Dolphin, lesen, verstehen, dann antworten.

Mit keinem Wort habe ich geschrieben, dass er sich jetzt noch als Renter freiwillig in der GKV versichern.

Im gegenteil, ich schrieb ihm, dass er jetzt aus der PKV nimmer raus kommt.

Meine Erklärungen bezogen sich darauf, dass man sich sehr genau überlegen soll sich überhaupt in einer PKV zu versichern.

Dann schrieb ich ihm, es bleibt nur noch alle PKV Verträge bis auf die Basisversicherung zu kündigen.

Also nochmals: lesen verstehen, dann antworten.

( Nachtrag. gerade sah ich, dass ich statt PKV GKV geschrieben hatte was die Vertragskündigen betraf.)

Kommentar von DolphinPB ,

"Deshalb rate ich immer wieder: selbstständige und Menschen die die Beitragsgrenze überschreiten sind mit einer freiwilligen Versicherung inder GKV = gesetzl. Krankenversicherung, kostengünstiger versichert und besser aufgehoben. Insbesondere im Rentenalter."

Haben Sie doch geschrieben, pauschal und deswegen so nicht korrekt.

Kommentar von Apolon ,

 Deshalb rate ich immer wieder: selbstständige und Menschen die die   Beitragsgrenze überschreiten sind mit einer freiwilligen Versicherung in der GKV = gesetzl. Krankenversicherung, kostengünstiger versichert und besser aufgehoben. Insbesondere im Rentenalter.

Dies trifft natürlich immer zu, wenn man die PKV nur wählt um Beiträge zu sparen und den ersparten Teil nicht in eine Altersvorsorge einzahlt um im Rentenalter damit die Beiträge zur Krankenversicherung zu zahlen.

Als Arbeitnehmer über der Jahresarbeitsentgeltgrenze spart man in der Regel ca. 100 - 150 € pro Monat. Diese so sollte man z.B. in eine steueroptimierte Kapitalanlage (Betriebliche Altersversorgung) einzahlen und kann dann im Alter oft die kompletten Beiträge für die PKV damit zahlen. Außerdem bekommt ein PKV-Versicherter dann auch noch einen Zuschuss von der deutschen Rentenversicherung.

 Eine Rückkehr als Rentner in die GKV ist kaum noch möglich.

Wäre wohl auch nicht sinnvoll, denn der Rentner würde dann im Alter nicht in die KVdR kommen, sondern müsste als freiwilliges GKV-Mitglied dann für alle Einkünfte Krankenversicherungsbeiträge entrichten.

Allerdings kann der PKV-Versicherte, der bereits 2009 in der PKV war, auch in den Standard-Tarif wechseln.

Ist vergleichbar mit der GKV von der Leistung und auch vom Beitrag.

 

Jetzt bleibt euch nur noch übrig: alle Verträge  bis auf die Basisversicherung

bei der GKV zu kündigen.

Sollte wohl heißen:  bei der PKV zu kündigen.

Aber auch dieser Hinweis wäre falsch.

Nein - er kann seine PKV im Rentenalter in den Standard-Tarif umstellen.

Was er allerdings nicht bräuchte, hätte er von Anfang an die ersparten Beiträge in eine Altersversorgung eingezahlt.

Gruß N.U.

Kommentar von Griesuh ,

Lesen und dann antworten. Ich schrieb:

Jetzt bleibt euch nur noch übrig: alle Verträge  bis auf die Basisversicherung bei der GKV zu kündigen.

( dann schrieb ich im Nachtrag, dass ich mich verschrieben habe und es sollte PKV lauten.

Mit keinem Wort schrieb ich, dass er das nicht kann.

Er kann wohl nicht mehr aus der PKV heraus, das schrieb ich.

Kommentar von Apolon ,

 Lesen und dann antworten. Ich schrieb:

Dann hast Du wohl meine Antwort nicht verstanden!

 Er kann wohl nicht mehr aus der PKV heraus, das schrieb ich.

Und ? darauf habe ich doch gar nicht geantwortet.

 Jetzt bleibt euch nur noch übrig: alle Verträge  bis auf die Basisversicherung bei der PKV (geändert gemäß deines Nachtrags) zu kündigen.

Und dieser Hinweis ist Unsinn.

Warum sollte er in den Basistarif wechseln, wenn er die Möglichkeit hat den Standard-Tarif zu wählen, der von der Leistung besser und auch der Beitrag niedriger ist ?

Ein Tipp: bitte erst über den Text nachdenken, bevor man antwortet.

Kommentar von Griesuh ,

Norbert Uhrig, wer hat den geschrieben, dass er den Basistarif wechseln soll?

Wo hast du das gelesen?

Ich schrieb, jetzt bleibt ihm nichts anders mehr übrig als alle Verträge bis auf den Basistarif bei der PKV zu kündigen.

Ich weis ja nicht warum hier einem die Worte im Mund umgederht werden.

Deshalb gilt auch für dich:
bitte erst über den Text nachdenken, bevor man antwortet.

Antwort
von ceriada, 20

An alle Kommentatoren, herzlichen Dank.

Mein Mann ist jetzt 78 Jahre alt, also ein Wechsel ist nicht mehr möglich, das habe ich dank Ihrer Antworten begriffen. Zur Lage möchte ich noch ergänzen, dass mein Mann eine Firma hatte, der Fenster und Wintergärten gefertigt und eingebaut hat. Also war er selbständig und nach dem Anfang hat er auch gut verdient. Leider hat sein Versicherungsvertreter ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, dass er schon Vorkasse in die PKV einzahlen kann, das hätte er gerne gemacht. War auch nachlässig von ihm, diese Police nicht durchzulesen, er hat sich eben auf seinen Steuerberater und Versicherungsfachmann verlassen. Nun hat er seine Firma seinem Sohn übergeben und das Privathaus zur Liquidität dazu geschenkt. Sohnemann hat ihm jetzt den Rücken gezeigt und damit mein Mann nicht so leiden muss, sind wir mit dem Abfindungsgeld aus dem Privathaus ausgezogen worden, weil Sohn das Haus verkauft hat. Es sind so viele Fehler gemacht worden und Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, das wissen wir auch. Habe nur versucht hier evtl. einen Tipp zu bekommen, ob doch noch ein Schlupfloch zu erkennen ist, aber für die Kleinen ist das nicht möglich. Unsere Abfindung ist bald alle und danach resignieren wir. Und wie das mit der Solidaritätgemeinschaft in Deutschland aussieht, dass bekommen wir fast täglich im Fernsehen vorgeführt. 

Danke für Ihre Antworten und für Ihre Zeit, die Sie mir geschenkt haben. Liebe Grüße

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