Frage von Miitel, 35

Private Krankenversicherung wechseln?

Hallo,

mein Vater (56 Jahre alt) ist seit einigen Jahren als selbstständiger in der privaten Krankenversicherung. Anfangs war er bei der gesetzlichen Krankenversicherung bis er von einem "tollen" Versicherungsberater die private Krankenversicherung der Central angeboten bekommen hat. Dies hat mein Vater ist seiner Unwissenheit unterschrieben. Anfang waren die Beiträge sehr gering und mittlerweile sind diese extrem Hoch und werden vermutlich weiter steigen. Ich mache mir große Gedanken wie das werden soll wenn mein Vater in der Rente ist. Mir ist bereits bekannt das es viele negative Beiträge über die PKV Central gibt, daher will ich darauf nicht eingehen. Mir ist es wichtig das mein Vater später in der Rente nicht von den Beitragszahlungen erschlagen wird und zumindest etwas seine Rente genießen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die ersten Kleinunternehmer sind die auf so etwas reinfallen und nun Probleme haben... Ich hoffe hier findet sich jemand der mir helfen kann. Habe bereits mit der AOK telefoniert. Diese haben sich zwar Zeit genommen aber konnten mir nur mitteilen, dass es keine Möglichkeit gibt in die gesetzliche zurück zu kehren. Ich habe ebenfalls gelesen, dass wenn er die PKV nicht mehr Zahlen kann er zwar einen Basisbeitrag zahlen muss, aber dieser keine Mindestgrenze unterliegt... Ich bin wirklich überfragt und hoffe auf eure Hilfe...

LG Miitel

Expertenantwort
von Barmenia, Business Partner, 8

Hallo Miitel,

da der Beitrag in der privaten Krankenversicherung anhand des Eintrittsalters, des Gesundheitszustandes und nach Umfang des gewählten Versicherungsschutzes berechnet wird ist er natürlich umso geringer, je eher man sich für die private Krankenversicherung entscheidet.

Dein Vater hat sich erst relativ spät für den Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden und zahlt somit schon von
vornherein einen deutlich höheren Beitrag als z. B. jemand der mit 30 Jahren eine private Krankenversicherung abschließt.

Du beschreibst, dass die Beiträge der privaten Krankenversicherung deines Vaters zu Anfang gering waren und mittlerweile gestiegen sind. Die Ursache liegt wahrscheinlich bei den allgemeinen Kostensteigerungen (in der Krankenversicherung ist das z.B. der medizinische Fortschritt und / oder die vermehrte Leistungsinanspruchnahme der Versichertengemeinschaft).

Habt ihr denn schon die Krankenversicherung deines Vaters angesprochen und nach Tarifalternativen gefragt? Um den eigentlichen Bedarf des Versicherungsschutzes zu ermitteln ("Auf welche Leistungen lege ich besonders Wert und auf was kann ich ggf. verzichten?") bieten manche Versicherungen auch Fragebögen an, anhand derer dann verschiedene Vorschläge zur Umgestaltung des Versicherungsschutzes erstellt werden können.

Übrigens: Eine Beitragsersparnis muss gar nicht zwingend mit einem Leistungsverzicht einhergehen, sondern ist evtl. über den Einschluss eines beitragssparenden Selbstbehaltes möglich. Der Selbstbehalt sollte natürlich in einer Höhe gewählt werden, die man auch tatsächlich im Fall der Fälle aufbringen kann. Ein weiterer wichtiger Hinweis: Ist zu einem späteren Zeitpunkt die Reduzierung des Selbstbehaltes gewünscht, so ist dies unter Umständen von dem Ergebnis einer erneuten Gesundheitsprüfung abhängig!

Dein Vater kann sich natürlich auch von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten lassen und Angebote von anderen privaten Krankenversicherungen einholen. ABER beachte hierbei bitte, dass bei einem Versicherer-Wechsel auch wieder ein neues / höheres Eintrittsalter zu Grunde gelegt wird. Außerdem muss dein Vater erneut Angaben zu seinem Gesundheitszustand machen. Hinzu kommt, dass die Alterungsrückstellung (je nach dem seit wann dein Vater bereits privat krankenversichert ist) NICHT übertragen wird!

Ein Wechsel in die Gesetzliche Krankenkasse ist so gut wie ausgeschlossen, da dein Vater bereits über 55 Jahre alt ist. Diese Info hast du ja auch schon von der Gesetzlichen Krankenkasse bekommen.

Der Basistarif, den du auch erwähnt hast ist ein brancheneinheitlich kalkulierter Tarif, dessen Leistungen mehr oder weniger mit der Gesetzlichen Krankenkasse identisch sind. Da der Beitrag auf den Höchstbetrag in der Gesetzlichen Krankenkasse begrenzt ist, führt ein Wechsel in diesen Tarif nicht zwangsläufig zu einer Beitragsersparnis. Bei Hilfebedürftigkeit kann allerdings eine Halbierung des Beitrages verlangt werden. Auch hierauf sollte dein Vater seine private Krankenversicherung einmal ansprechen, wenn er die Beiträge gar nicht mehr zahlen kann.

Eine kleine Info zum Schluss: Personen, die privat krankenversichert sind zahlen einen 10%igen Zuschlag auf ihre Krankenversicherung zur zusätzlichen Beitragsentlastung im Alter. Diesen Zuschlag zahlt dein Vater bis zum Ende des Jahres, in dem er das 60. Lebensjahr vollendet. Wenn dein Vater das 65. Lebensjahr vollendet hat, werden künftige Beitragsanpassungen auf Grund von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen aus dem angesparten Kapital finanziert bzw. gemildert. Je länger der gesetzliche Zuschlag gezahlt wurde, umso höher ist die mögliche Entlastung und umso länger dauert die Phase an.

Auch wenn du dir wahrscheinlich eine andere Rückmeldung gewünscht hast, hoffe ich, dass ich dir und deinem Vater trotzdem etwas weiterhelfen konnte.

Viele Grüße und alles Gute für deinen Vater.

Anna vom Barmenia-Team

Antwort
von kevin1905, 18

Versicherungsberater

Ich wage zu bezweifeln, dass es ein Berater war.

Anfang waren die Beiträge sehr gering und mittlerweile sind diese extrem Hoch und werden vermutlich weiter steigen.

Die Central ist nach meiner Erfahrung nicht gerade atemberaubend, was das bilden von Altersrückstellungen über das gesetzlich vorgeschriebene hinaus angeht.

Dennoch sollte man den Beitrag, den man als junger Mensch spart gewinnbringend anlegen. Kostensteigerungen hat man in beiden Systemen. In der GKV kann aber der Gesetzgeber auch einfach hingehen und gewisse Leistungen streichen, das geht in der PKV nicht.

Ich bin wirklich überfragt und hoffe auf eure Hilfe...

Dann sollte er sich vielleicht mal an einen echten Versicherungsberater (gegen Honorar) wenden und schauen welche Möglichkeiten bei einem Tarifwechsel nach § 204 VVG für ihn unterm Strich bleiben.

Ferner kann er die Selbstbeteiligung erhöhen, wenn sein Gesundheitszustand das zulässt.

Antwort
von Freyritter, 16

In diesem Fall würde ich eine andere Krankenkasse besuchen, mich dort vorerst beraten lassen welche Möglichkeit eines Wechsels z.b. in die KKH- Barmer oder TKK möglich sind. Diese drei haben sehr gute Leistungen und günstige Beiträge in der Gesetzlichen aber auch in der PKV. Gruss Mario

Kommentar von Miitel ,

Hallo Danke für deinen Hinweis. Werde mich gleich dransetzen

Kommentar von kevin1905 ,

Für alle gesetzlichen Kassen gilt das SGB V.

Die Antwort wird bei allen Kassen gleich ausfallen. Eine Rückkehr in die GKV ist nicht möglich (§ 6 Abs. 3a SGB V).

Kommentar von Dickie59 ,

Freyritter, wie geht das, welche Gesetze setzt du ausser Kraft?

Antwort
von Dickie59, 12

HAllo,

es gibt keine Entschuldigung: Unwissen schützt vor... du weißt. Soetwas unterschreibt man nicht einfach.

Interessant ist, das der "Vermögensberater" nicht hilft, wenn er das machen würde, und dein Vater hat weniger Beiträge bezahlen, bekommt der nämlich weniger Bestandsprovison. Also kein Eigeninteresse.

Wenn dein vater jetzt in eine Angestelltentätigkeit gehen kann und unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung verdient kann er in die gestzliche bis zum 55. Lebensjahr zurück.

Die Central ist ein in sich für die Deutsche Vermögensberatung geschlossener Vertrieb und die Kosten werden denen in der Vollkrankenversicherung weglaufen, da zuwenig versicherte zukünftig vermittelt werden.

Bitte stellt, zur Sicherung der Altersrückstellungen, sehr sehr wichtig, nach § 204 VVG einen Antrag, alternative Tarife des Unternehmens vorzuschlagen.

Es dürfen auch tarife sein, wo nur einige Bedingungen besser sind, aber nur das versichert wie bisher, da ihr auf Gesundheitsfragen verzichtet.

Ein vollkommener Wechel ist Wahnsinn.

Die Internetfirmen, die das sozusagen optimieren machen nchts anderes und wollen in der Regel bis zu 6 Monatsbeiträgen als Provision. Der Wechsel innerhalb des Unternehmens ist kostenlos anzubieten.

Beste Grüße

Dickie59

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 10

Nach dem 55. Lebensjahr ist der Rückwechsel nicht mehr möglich.

Das ist auch richtig so.

Man kann nicht in jungen Jahren sich die Beiträge sparen und dann darauf hoffen später wieder von der Solidarität der anderen zu profitieren.

Antwort
von basiswissen, 14

Dir/Euch hier wirklich zu helfen funktioniert nicht. Letztlich läuft es darauf hinaus das Ihr einen echten, unabhängigen Berater braucht der dann auch hilft und notfalls juristisch vertritt. Mein Rat:

Wendet Euch an T. Müller unter https://www.der-versicherungsberater.com/

Der ist gut und kann da viel mehr helfen als wir hier mit tausend gutgemeinten Tipps.

Kommentar von DerHans ,

Und was soll das nützen?

Niemand wird gezwungen die Solidargemeinschaft zu verlassen.

Kommentar von basiswissen ,

Und ihc dachte wir zeigen Hilfmöglichkeiten? Das ist viel zu komplex als das man Ihm hier helfen könnte. Dort kann er sich erkundigen und wird gut beraten.

Antwort
von Gerneso, 18

Das ist das System. In jungen Jahren zahlt man bei der PKV weniger und später mehr. Es ist auch bekannt, dass man nicht mehr so einfach zurück in die GKV kommt.

Antwort
von eulig, 13

grundsätzlich kommt man aus der privaten Versicherung nur raus, wenn man nicht mehr selbständig ist und eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmt oder Arbeitslosengeld 1 bezieht.

wer allerdings 55 oder älter ist, der hat keine Möglichkeit mehr zurück in die gesetzliche Versicherung zu kommen. da hilft auch keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mehr und auch ein ALG1.

für deinen Vater gibt es leider kein Zurück mehr.

Kommentar von DerHans ,

Wieso leider?

Das ist vollkommen in Ordnung

Antwort
von Shelly82, 15

Ab 55 wird es sehr schwer mit dem Zurückwechseln. Wahrscheinlich muss er in der PKV bleiben. Solange er weiter Selbständig ist, kann er nicht wechseln. 

Er müsste sich eine versicherungspflichtige Festanstellung suchen, das wäre eine Möglichkeit. Aber die Selbständigkeit müsste er auf jeden Fall aufgeben. 

Kommentar von kevin1905 ,

Er müsste sich eine versicherungspflichtige Festanstellung suchen, das wäre eine Möglichkeit.

Nein. Er ist über 55. Dann tritt grundsätzlich keine Versicherungspflicht mehr ein.

Kommentar von Shelly82 ,

Ok, war mir nicht bekannt. Wo kann man das denn nachlesen? 

Kommentar von kevin1905 ,

§ 6 Abs. 3a SGB V.

Kommentar von Shelly82 ,

Von GRUNDSÄTZLICH lese ich da aber nichts. Denn wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (Versicherungspflicht innerhalb der letzten 5 Jahre) kann auch NACH Vollendung des 55. LJ Versicherungspflicht eintreten. :-)

Nach Lesen der weiteren Beiträge des TE ist klar, dass das allerdings in diesem Fall nicht zutrifft.

Antwort
von Hompi, 14

Normalerweise kann man wechseln. Erkundige dich mal weiter bei denn krankenkassen. Aber das geht bestimmt. Leite die mal selbständig waren und dann wieder als Arbeitnehmer in die berufswelt gestiegrn sind können ja auch wechseln. Ich wünsche deinem papa alles gute und das ihr das problem hin bekommt. LG

Kommentar von kevin1905 ,

Normalerweise kann man wechseln.

Er kann zu einer anderen PKV wechseln aber was soll das bringen?

Schädlich für die Altersrückstellung und erneute Gesundheitsprüfung. Nicht gerade ein Neukunde, den man im Bestand haben will.

Ein Wechsel in die GKV ist ausgeschlossen. Dieser ist nur möglich, wenn vor dem 55. Geburtstag Versicherungspflicht in der GKV eintritt. Das ist hier nicht passiert.

Einziger Umweg wäre noch die Familienversicherung, dazu muss er aber mit einem GKV Mitglied verheiratet sein und sein Einkommen auf maximal 415,- € im Monat reduzieren.

Das löst aber das Problem für die Rente nicht endgültig.

Kommentar von Shelly82 ,

Der TE schreibt, dass der Vater "ein Paar Jahre" privat versichert ist. Kommt drauf an, wie viele Jahre. Wenn er jetzt Versicherungspflichtig wird, und innerhalb der letzten 5 Jahre schonmal versicherungspflichtig war, könnte er wieder zurück. 

Sollte die Selbständigkeit aber länger als 5 Jahre bestanden haben sieht es definitiv düster aus.

Kommentar von Miitel ,

Mein Vater ist bereits seit ca 20 Jahren selbstständig aber erst seit ca. 5 Jahren in der PKV. 

@Kevin1905: Meine Mutter ist in der GKV. Wenn mein Vater also kein Einkommen mehr haben würde könnte er über meine Mutter in der Familienversicherung sein? Da seine Rente sicher mehr als 415,00 EUR betragen wird ist dies aber ausgeschlossen, oder? 

Sry für die vielen Fragen.

Kommentar von kevin1905 ,

In der Rente käme es dann darauf an.

Pflichtversichert in der KVdR kann er nur sein, wenn er mind. 90% der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens gesetzlich versichert war.

Anosnten wäre er als Rentner freiwillig GKV versichert.

Kommentar von Hompi ,

wie schon gesagt wurde, das alter ist wohl das problem. nicht böse gemeint aber umso höher das alter umso risikobehafteter für die Versicherung! obwohl meine meinung ist das jeder dich anspruch hat auf ne GKV

Kommentar von DerHans ,

Es wird ja niemand zwangsweise privat versichert. Das war schließlich seine freie Entscheidung, "Geld zu sparen"

Antwort
von zisttoll, 15

Dein Papa kann zu einer anderen privaten Krankenversicherung wechseln. Einfach Angebote reinkommen und evtl bei den Leistungen kürzen.
Man kann Selbstbeteiligungen vereinbaren, Krankenhaus-Tagegeld rausreden, auf Chefarzt verzichten.
In der Zeitschrift "Finanztest" gibt es einiges an Lesestoff. Auch die Verbraucherzentrale kann beraten. Es gibt auch freie Versicherungsmakler die mehrere Versicherungen vertreten.

Antwort
von SaVer79, 16

Für Personen, die über 55 sind, ist es extrem schwierig, von du pkv zurück in die gkv zu wechseln. Wie lange Isuzu dein vater den schon in der pkv versichert?

Kommentar von Miitel ,

Nicht einmal 10 Jahre. Ich weiß es nicht genau, aber schätze ca. 5 Jahre

Antwort
von joheipo, 11

Ab Renteneintritt kann Vater in den Basistarif der PKV wechseln. Da sind z.Zt. ungefähr € 660 / Person. Die Versicherungsleistung entspricht der der gesetzlichen KV.

Dazu erhält er von der Rentenversicherung einen Zuschuß, der dem Arbeitgeberbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse entspricht, und zwar bezogen auf seine Rente.

Aus der PKV kommt er leider nicht mehr raus.

Ein Wechsel der Gesellschaft ist zwar möglich, aber insoweit riskant, weil er sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen müßte. Wenn da irgendwas gefunden wird, hagelt es Risikozuschläge.

Er sollte mal seinen Tarif bei der Central-Versicherung anlysieren und sich überlegen, auf die eine odere andere Leistung zu verzichten und ggf. eine Selbstbeteiligung ("Selbstbehalt") ins Auge fassen.

Kommentar von Miitel ,

Hallo, könntest du mir das mit dem Basistarif etwas genauer erklären? Ich hatte mich zwar etwas damit befasst, aber mir wurde gesagt das jeder Basistarif anders ist und keinen gesetzlichen Normen unterliegt.

Antwort
von kenibora, 8

Das ist tatsächlich einProblem, aber jeder muss und soll sich und kann sich, vor Eintritt in eine Private darüber erkundigen.....Wenn ein selbständiger nicht entsprechend für sein Alter, seine Rente vorsorgt, vorsorgen kann, gibt es Probleme....die gesetzlichen Kassen nehmen zurecht niemanden der Privatversicherten mehr auf....

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